Vorbild Daniel Day-Lewis

7 Schauspieler, die ihre Karriere beenden können

Pflanze und Mark Wahlberg
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Meint es gut mit den Menschen.

Große Stars machten es vor. Greta Garbo hing die Schauspielerei 1941 an den Nagel und drehte bis zu ihrem Tod fast 50 Jahre lang keinen Film mehr. Cary Grant wollte nach der Geburt seiner Tochter 1966 lieber Vater als Leading Man sein. Und Doris Day sah man vor genau einem halben Jahrhundert letztmalig auf der Leinwand, weil schwindendes Zuschauerinteresse die heute noch immer recht agile Hollywood-Ikone zum freiwilligen Karriere-Aus bewegt haben soll. Bei Daniel Day-Lewis, dem Idol zahlreicher Schauspieler, ist über die Gründe des kürzlich verkündeten Rückzugs vom Kino nichts bekannt. Sein letzter Film, der Ende des Jahres erscheinende The Phantom Thread, dürfte kaum zum folgenschweren Fiasko geraten wie die aller Voraussicht nach finalen Arbeiten von Sean Connery oder Gene Hackman – und zu erziehen gibt es bei seinen Kindern nicht mehr viel, die nämlich sind aus dem Gröbsten raus. Andererseits: auch egal. Erheblicher ist die respektable, weil im Filmgeschäft schlicht unübliche Entscheidung selbst. Am dreifachen Oscar-Preisträger Daniel Day-Lewis können sich manche Kollegen sogar in diesem Fall noch ein Beispiel nehmen.

Eddie Redmayne

Method Acting, der Rückgriff auf eigene Erfahrungen, um eine Figur nicht nur spielen, sondern mit ihr verschmelzen zu können (warum auch immer), hat in Hollywood zu vielen Missverständnissen geführt. Daniel Day-Lewis war daran, zugegeben, nicht ganz unbeteiligt, obschon er sich selten auf die bloße Technik der Praxis beschränkte – seine Leistung in There Will Be Blood wäre als lediglich methodisches Schauspiel sehr unzureichend beschrieben. Bestimmt wird Eddie Redmayne, der kein Method Actor sein möchte, trotzdem Mein linker Fuß gesehen, studiert und auf falsche Weise verinnerlicht haben, als er sich in alle Himmelsrichtungen zum Oscar grimassierte. Nichts schindet so sehr Eindruck wie die verkleidete Darstellung einer schweren Krankheit. Für The Danish Girl erhielt Redmayne gleich darauf die zweite Oscarnominierung und spielte in Jupiter Ascending quasi eine Mischung aus beidem, weil selbst offenkundigster Unsinn ihm noch große Anstrengungen wert ist. Da Eddie Redmayne nun dauerhaft an filmpreisunverdächtige Harry-Potter-Spin-offs gebunden scheint, kann er seine Karriere eigentlich auch beenden. Mit 35 war Shirley Temple bereits 12 Jahre im Ruhestand.

Arnold Schwarzenegger

Es ist ein bislang ungelöstes Rätsel, warum Arnold Schwarzenegger immer noch Filme dreht. An den Kinokassen erlitt er schon vor seinem Wechsel in die Politik kommerzielle Niederlagen, eher verzweifelt wirkte damals das rein wahlkampfstrategische Aufkochen des Terminator-Franchises. Seit der Rückkehr nach Hollywood ist Schwarzenegger kein einziger Hit geglückt. Von altersbetonten Rollen, die den geschundenen Actionkörper für dramatische Erzählungen produktiv machen, wollte er nichts wissen. Sein Comeback inszenierte der einstige Bodybuilding-Champion wie ein Megastar, der zehn Jahre Film- und Weltgeschichte verschlafen hat, ohne davon etwas wissen zu wollen. Anders als Sylvester Stallone scheint ihm der Wandel zum Schauspieler schwer zu fallen. Und obwohl Schwarzenegger derzeit nur noch auf Streaming-Plattformen stattfindet (Maggie und Aftermath kamen hierzulande gar nicht mehr ins Kino), bringt er ständig Fortsetzungen früherer Erfolge ins Gespräch, deren Pläne die Studios längst verworfen haben. Ziemlich triste Angelegenheit. Bezeichnend auch, dass die öffentliche Fehde mit Donald Trump unterhaltsamer ist als die meisten seiner jüngeren Filme.

Robert Downey Jr.

Gibt es Menschen, denen Tony Stark bzw. Iron Man nicht zum Hals raus hängt? Robert Downey Jr. wird diese Rolle in The Avengers 3: Infinity War zum neunten Mal spielen. Vor knapp einem Jahrzehnt, als Iron Man den Beginn des Marvel Cinematic Universe markierte (das mittlerweile alles repräsentiert, was im Kino falsch läuft), ließ sich noch nicht ahnen, dass die Freude über das Comeback des viel zu lange unter Wert gehandelten Schauspielers bald in Ernüchterung umschlagen würde. Denn mehr als Tony Stark ist von Robert Downey Jr. nicht mehr zu erwarten, keine Lust und keine Neugier, Anstrengungen oder Versuche, die über die Saturiertheit als Marvel-Posterboy auf Lebenszeit hinausgehen. Vermutlich war der Punkt ohne Wiederkehr bereits erreicht, als Downey Jr. sich ausgerechnet über Independent-Filmemacher lustig machte – über ein Kino, das ihn in Zeiten von Drogeneskapaden nicht nur auffing, sondern vor allem auch aufpäppelte. Es ist davon auszugehen, dass RDJ, wie ihn Fans nennen, die nie Chaplin oder Short Cuts gesehen haben, jedes ernsthaftes Interesse an Schauspiel verloren hat. Unter solchen Bedingungen wäre ein Kinoabtritt keine schlechte Entscheidung.

Mark Wahlberg

Bevor Mark Wahlberg zum gefragten Hauptdarsteller ungefragter Filme wurde, machte er Karriere als Schwerverbrecher und Eurodance-Rapper (was für manche unverständlicherweise dasselbe ist). Boogie Nights weckte 1997 buchstäblich große Lust auf den Schauspieler Marky Mark, der sein ungeliebtes Image als schwule Fleischbeschauungsikone mit der vielleicht schönsten Schwanzprothese der Kinogeschichte persiflierte. Recht konsequent begab sich Wahlberg danach in die Hände überwiegend uninteressanter Hollywood-Filmemacher. Er gehört zu den wenigen Darstellern, die sich mühelos von einem Computer-Teddy an die Wand spielen lassen können, und meistert die Herausforderungen vielfältiger Genres mit zuverlässig einfältigem Blick. Den harten Hund Mark Wahlberg bekommt dabei niemand weich. Als Ang Lee es trotzdem versuchte und ihn für Brokeback Mountain gewinnen wollte, hat er den Wunschkandidaten fast zu Tode erschreckt. Seither lässt Wahlberg seine Muskeln für Michael Bay spielen. Er kann sich damit rühmen, in die Fußstapfen des großen Shia LaBeouf getreten zu sein. Was soll da noch kommen? Besser nichts.

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