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Kino » Kinostart

Den Männerherzen von Til Schweiger und Christian Ulmen fehlt Gefühl

Veröffentlicht am 08.10.2009, 08:50

Männerherzen wartet mit einer Starbesetzung auf, zumindest für deutsche Verhältnisse. Das Ensemble um Til Schweiger und Christian Ulmen zeigt Spielfreude, als Gesamtwerk überzeugt die Komödie jedoch nicht.

Männerherzen - Bild 2311263 Männerherzen © Warner

Das starke Geschlecht zeigt mal wieder seine unsichere Seite: In Männerherzen kämpfen fünf Berliner um Liebesglück und maskuline Identität. Verknüpft werden die Episoden rund um Musikproduzent Jerome (Til Schweiger), Choleriker Roland (Wotan Wilke Möhring), Praktikant Philip (Maxim Mehmet), Werber Niklas (Florian David Fitz) und den Verwaltungsbeamten Günther (Christian Ulmen) im Sammelbecken des modernen Männlichkeitskultes: dem Fitnessstudio. Mit Jana Pallaske und Nadja Uhl sind in Männerherzen auch zwei starke Frauen mit von der Partie.

Hier ist der Trailer zu Männerherzen

Kathrin Häger vom Filmdienst ist vom “deutschen Humor-Blockbuster” nicht angetan: “Til Schweiger schweigt, Christian Ulmen labert und Wotan Wilke Möhring rastet aus – jeder darf bei Simon Verhoeven das machen, was er am besten kann, mehr oder weniger Testosteron versprühen. Dennoch will der Funke nicht überspringen. Das Prinzip Publikumsmagnet mag die Zuschauer ins Kino ziehen, strahlt dafür aber wenig Charme aus. Witz oder Gefühl: Für eine der beiden Richtungen hätte man sich entscheiden müssen. Wenn eine Beziehungskomödie derart selbstbewusst mit ihren Erfolgsgaranten auf zwei Beinen jongliert, statt Herz und Verstand in ihre Episoden- und Problemstruktur fließen zu lassen, verkommt alles zur aussageschwachen Wohlgefälligkeit.

Jan Schulz-Ojala vom Tagesspiegel sieht starke Parallelen zwischen Männerherzen und den deutschen Beziehungskomödien der 1980er und 1990er Jahre: “Was einst den Charme des Genres ausmachte, seine pointierte Typen- und Situationskomik, gerät hier zur Materialschlacht, von der umständlichen Exposition bis zu verödenden Nebenhandlungssträngen, die dann umso torschlusspanischer ins allgemeine Tralala eingebunden werden. Lichtblick des Films ist ausgerechnet die einzige Figur, die solo bleibt: Justus von Dohnanyi spielt einen schwulen, in komischer Würde alternden Schlagerstar – und seine köstlichen Mini-Auftritte erzählen mehr über das so selbstmitleidige wie pathetische Wesen des Mannes als alle anderen kraftmeierischen Arrangements zusammen.”

Einen “heiteren Episodenfilm” dagegen sah Philipp Bühler von der Berliner Zeitung, dennoch fällt sein Urteil zwiespältig aus: “Die verwirrende Tatsache ist, dass dieses schlimme Harmoniegesülze im einzelnen todkomisch ausfällt. Sicher, Simon Verhoeven s All-Star-Besetzung kann die Episodenstruktur nicht durchbrechen [..]. Aber Simon Verhoeven s stimmigem Drehbuch folgend geht diese Besetzung wirklich an die Grenzen.” Der Kritiker lobt die schauspielerischen Leistungen von Til Schweiger, Christian Ulmen und insbesondere Justus von Dohnanyi, der als “als schwuler Schlagersänger in einer echten Borderline-Performance” brilliere.

Männerherzen von Simon Verhoeven läuft seit dem 8. Oktober 2009 in den deutschen Kinos. Wenn Euch der Film nicht interessieren sollte, dann schaut doch in unser Kinoprogramm. Vielleicht gibt es etwas anderes im Kino Eurer Nähe.


Malu (Martin Lukas)

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Kommentare

über Den Männerherzen von Til Schweiger und Christian Ulmen fehlt Gefühl

keddschabb

Mich interessiert ja immer noch, welcher Guerilla-Marketing-Azubi die Schnapsidee hatte, auf möglichst plumpe Art und Weise moviepilot-Userbewertungen zum Buzz-Spinning einzusetzen.

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Filmdienst

Ziemlich absurd, gerade dieser Komödie vorzuwerfen, ihr fehle Gefühl. " Männerherzen" ist nicht nur glänzend gemacht und wirklich komisch, sondern hat wirklich emotionale, berührende Momente.
Ein Highlight inmitten der deutschen Komödienlandschaft. Finde ich jedenfalls.

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Filmdienst

@ Keddschapp: Tja, welcher Azubi auch immer die Idee hatte..scheint funktioniert zu haben. Über 1 Mio Besucher in 10 Tagen. Nicht ganz scheisse, oder?

1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir 2 Antworten

keddschabb

Da ist der alte Kalauer fällig: Millionen Fliegen können nicht irren! Scheisse schmeckt nicht ganz scheisse! Ohne damit sagen zu wollen, dass der Film scheisse wäre - er ist lediglich durch 1 Mio Besucher sicher nicht legitimiert und Tiefschläge als Kritiker-Mobbing-Strategie rechtfertigen sie immer noch nicht.


Filmdienst

Ja, das hast Du definitiv mal Recht.
In den Kinos läuft jede Menge Scheiss und Millionen gehen rein und natürlich sagt das gar nichts über die Quali von dem Film aus.
Nur reden wir eben hier nicht von " Männersache" von Mario Barth oder dem neuen Atze Schröder Brüller oder "Dreiohrschneckchen", sondern von einer echt smarte, deutschen Komödie, die gut geschrieben und gespielt ist. Finde ich jedenfalls. Und deshalb finde ich auch die 2 Mio Zuschauer in diesem Fall ziemlich erfreulich.
Die Storyline mit Justus von Dohnanyi als Schlagersänger Bruce Berger war für mich jedenfalls nicht nur die lustigste Geschichte in Männerherzen, sondern auch die lustigste Geschichte in einer deutschen Komödie seit langem. Maxim Mehmet fand ich auch besonders gut, den hatte ich davor nur in "Fleisch ist mein Gemüse" gesehen. Und selbst Til Schweiger, den ich sonst eigentlich nicht ausstehen kann, ist in " Männerherzen" echt unterhaltsam.
Wenn Du anderer Meinung bist, sei es Dir natürlich von Herzen vergönnt.:)



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