Irans grüne Revolution in The Green Wave
Miss Kubelik (Constanze Brinkschulte), Veröffentlicht am 05.05.2012, 07:00
Eine trauernde Mutter auf den Straßen Teherans.
© Camino Filmverleih
Grün ist nicht nur die Farbe der Hoffnung, sondern auch des Lebens, des Islam und des Iran. Und mit dieser Farbe setzten die Anhänger des iranischen Präsidentschaftskandidaten Mir Hossein Mussawi noch ein weiteres symbolisches Zeichen: das Erkennungszeichen ihres Widerstandskampfes gegen Präsident Mahmud Ahmadinedschad.
In The Green Wave wird deutlich, wie die grüne Farbe ein immenses Wir-Gefühl unter den Widerständlern erzeugte und gleichzeitig auch die Zuversicht, dass es einen Ausweg aus der Unterdrückung durch Ahmadinedschad geben muss. In Teheran entstand eine Euphorie, die sich in Tüchern, Armbändern und sogar Nagellack widerspiegelte. Und durch soziale Netzwerke im Zusammenspiel mit iranischen Bloggern waren die Gesten der Auflehnung schließlich auch bei uns zu spüren. Zwar wissen wir alle, dass der friedliche Widerstand letztlich scheiterte, aber die Dokumentation von Ali Samadi Ahadi vermittelt trotzdem den Eindruck, dass es sich lohnt zu kämpfen. Das Besondere an dem Film ist die Tatsache, dass sie nicht nur begleitend die “grüne Revolution” nachzeichnet, sondern in uns das Bedürfnis weckt, selbst etwas zu verändern, sich politisch zu engagieren. Der Film preist die Demokratie und fordert Zivilcourage ein. Er schafft es auf ganz spezielle Weise, uns Mut zu machen.
Der von Jan Krüger und Oliver Stoltz produzierte Film wurde als einziger deutscher Beitrag in den Wettbewerb der “World Cinema Documentary” beim Sundance Film Festival 2011 aufgenommen. Bemerkenswert ist an The Green Wave vor allem auch sein Mut zum stilistischen und dramaturgischen Experiment, denn der in Köln lebende Regisseur Ahadi wechselt gekonnt zwischen Blog-Zitaten, Interview-Abschnitten und realen Aufnahmen. Außerdem begleiten wir in Comic-Erzählweise à la Waltz with Bashir zwei Studenten, deren Gedanken uns durch die Anfänge der “grünen Revolution” führen. Gerade diese Szenen sind es letztlich, die uns ganz nah ans Geschehen bringen und die uns fast mehr aufwühlen als es jede Dokumentaraufnahme könnte. Wer sich diese eindringliche, spannende und aufwühlende Dokumentation nicht anschaut, ist also selbst Schuld.
Was: The Green Wave (2010)
Wann: 22:15 Uhr
Wo: 3SAT
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Kommentare
über Irans grüne Revolution in The Green Wave
syrbal Sat, 05 May 2012 14:21:22 -0000
Kommentar löschenhuch! bei dem trailer bekomme ich ja richtig gänsehaut. der wird vorgemerkt! vielen danke für den hervorragenden tipp, frau kubelik! :)
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BaltiCineManiac Sat, 05 May 2012 12:59:23 -0000
Kommentar löschenSchöner Tipp! Steht auch schon ewig auf der Sichtungsliste und muss endlich mal geguckt werden. Ansonsten ist auch nicht gerade wenig los ...
3sat macht um 16.15 Uhr weiter mit seiner Animationsfilmreihe und erzählt im französischen Zeichentrick „Kiriku und die wilden Tiere“ von den Abenteuern eines Jungen in Afrika. Aber Vorsicht, das ist eine Fortsetzung!
ServusTV serviert um 22.20 Uhr den südkoreanischen Psychthriller „Mother“ (Wdh. 2.05 Uhr) von Bong Joon-ho. Doch zuvor um 20.15 Uhr sind u.a. Susan Sarandon, Winona Ryder, Claire Danes und Kirsten Dunst in der x-ten „Little Women“-Verfilmung „Betty und ihre Schwestern“ zu bewundern.
Im Sozialdrama „Fish Tank“ um 21.45 Uhr auf Einsfestival versucht Katie Jarvis in ihrem tollen Schauspieldebüt der Vororttristesse per Street Dance zu entfliehen und gerät an den viel älteren Michael Fassbender (Wdh. 01.30 Uhr). Danach wird einem Brüsseler Kurierfahrer im Multikulti-Roadmovie „25 Grad im Winter“ um 23.40 Uhr ganz jahreszeituntypisch ziemlich warm.
In der beim Sundance-Filmfestival prämierten Doku „Space Tourists“ um 22.30 Uhr auf Phoenix kann man der Multimilliardärin Anousheh Ansari bei ihren Vorbereitungen als Weltraumtouristin zuschauen. „City of God“-Regisseur Fernando Meirelles nimmt in „Die Stadt der Blinden“ um 23.55 Uhr im WDR der Welt das Augenlicht. Für Robert De Niro und Jean Reno dreht sich in dem Actionthriller „Ronin“ um 0.10 Uhr im MDR alles um einen Koffer.
Um 22.30 Uhr auf ZDFneo verfolgen Lisbeth Salander in „Verdammnis“, dem zweiten Teil von Stieg Larssons Millennium-Triologie, erneut die Schatten ihrer Vergangenheit. In „Amok – He Was a Quiet Man“ um 22.25 Uhr auf ZDFkultur wird Amokläufer Christian Slater ungewollt zum Helden (Wdh. 0.15 Uhr).
Nicht nur im RBB herrscht um 23.15 Uhr Westernzeit, wenn Marlene Dietrich in Fritz Langs „Engel der Gejagten“ Verbrechern Unterschlupf gewährt, sondern auch das ZDF schickt um 0.20 Uhr in „Das Geheimnis der fünf Gräber“ und um 1.40 Uhr in „Die Uhr ist abgelaufen“ einmal Richard Widmark und einmal James Stewart in die Weiten der Prärie.
Um 1.35 Uhr in der ARD gibt es einen deutschen Filmklassiker im Director's Cut, denn „Das Boot“ U-96 bricht mit illustrer Schauspielermannschaft zur spannungsgeladen Feindfahrt im Nordatlantik auf. Im Drama „Das 11. Gebot“ um 3.05 Uhr im ZDF stillt der uneheliche Pfarrerssohn Gael García Bernal seinen Rachedurst an seinem Vater William Hurt und dessen Familie.
Doch die größte cineastische Perle des heutigen Tages kommt zum Schluss: 3sat versendet in der tiefsten Nacht um 3.15 Uhr King Vidors epochales und einflussreiches Stummfilm-Kriegsdrama „Die große Parade“, für das er schon 1925 erste Farbsequenzen verwendete.
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fabel Sat, 05 May 2012 09:15:40 -0000
Kommentar löschenHeute Abend nichts, heute Nachmittag Radsport, gekuppelt mit Liveticker.
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DerMarvin Sat, 05 May 2012 09:02:39 -0000
Kommentar löschenAlternativ läuft heute noch:
"Fish Tank", 21:40 Uhr, EinsFestival;
"Mother", 22;20 Uhr auf ServusTV;
"Das Boot", 1:35 Uhr, ARD;
"The Big Lebowski", 22:25 Uhr, AXN;
"Das Urteil", 22:15 Uhr, SAT1;
"Ronin", 00:10 Uhr auf MDR;
"Das Schloss im Himmel", 22:00 Uhr auf SuperRTL;
"Die Stadt der Blinden" 23:55 Uhr, WDR.
Die Bundesligakonferenz um 15:30 Uhr zählt natürlich zum Pflichtprogramm!
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Schmax Sat, 05 May 2012 08:51:06 -0000
Kommentar löschenUm 15:30 findet heute das eigentliche Spektakel im TV statt. Die Abstiegskonferenz zwischen der Hertha und dem FC. Mit hoffentlich glücklichem Ausgang für meinen FC Kölle.
Abends guck ich dann auch lieber die phantastische Julianne Moore in " Die Stadt der Blinden" um 23:55 im WDR oder aber die Wiederholung von "Das Schloss im Himmel" um 22:00 auf SuperRTL
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Höllebs543 Sat, 05 May 2012 16:40:06 -0000
Antwort löschenDas mit den Kölnern hat ja nicht so geklappt...
Weiterführendes zum Artikel ?
Wirf einen Blick in unser Fernsehprogramm, um herauszufinden, was heute im Fernsehen so läuft.






Revolution ist vielleicht der falsche Begriff für Aufstände, nach denen der Präsident noch immer im Amt ist... So sind es "nur" Revolten!
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