A.I. - Künstliche Intelligenz - Kritik

A.I. Artificial Intelligence

US · 2001 · Laufzeit 146 Minuten · FSK 12 · Science Fiction-Film, Drama · Kinostart
Du
  • 8

    Steven Spielberg bekam “A.I.” von Stanley Kubrick übertragen, nachdem dieser bereits einiges an Vorproduktion für den Film geleistet hatte. Kubrick hatte bereits einen Drehbuch-Entwurf und einige Skizzen für das Design-Konzept. Doch er wusste, dass die digitale Filmtechnik noch nicht weit genug war, um seine Vorstellungen umzusetzen. Da er “Jurassic Park” bewunderte, in dem sein Freund und Kollege Steven Spielberg erfolgreich unter Beweis gestellt hatte, dass er sowohl den Umgang mit digitalen Spezialeffekten beherrschte, als auch mit Kinder-Schauspielern arbeiten konnte, gab er das Projekt in dessen Hände.

    Mit diesem Hintergedanken, lässt sich ausmalen, was “A.I.” für ein Film hätte werden können; das Ende wäre vermutlich düsterer geworden, die Flesh Fair-Szene wäre weniger actionreich ausgefallen und die Sexroboter und Rouge City hätten wohl eine größere Rolle eingenommen. Doch was wäre, wenn…

    Was Spielberg aus dem Film gemacht hat, ist eine eigenständige Vision der Geschichte, ohne sich von Kubricks Erbe beirren zu lassen. Der Film erzählt seine Geschichte mit viel Herz und Menschlichkeit, was ihn von anderen Beiträgen in diesem Genre abhebt. Man fühlt mit dem kleinen David, anstatt ihn nur zu beobachten, wie es beispielsweise bei Ava aus “Ex Machina” der Fall ist. “A.I.” mag zwar letzten Endes etwas zu gezuckert wirken, doch der Film bietet genügend Denkanstöße und bereitet ein immer aktueller werdendes Thema für ein breites Publikum auf.
    Für mich, ein zu Unrecht missachtetes Meisterwerk aus Spielbergs Filmographie, da er hier erneut zeigt, was für ein begnadeter Geschichtenerzähler er ist und wie mühelos er persönliche Geschichten in fantastische Welten einbetten kann.

    • 9

      Das Ende schnürt mir jedesmal die Brust zu.

      Heartbreaking!

      Der ganz grosse Film mit einem ganz "grossen" Kinderdarsteller.

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      • 10

        A.I. von Steven Spielberg: ein Meisterwerk par excellence !

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        • 6 .5

          Ja, ich kenne den Background. Stanley Kubrick hat 15 Jahre lang an Vorbereitungen für diesen Film gearbeitet, wollte ihn aber nicht machen, da ihm die Tricktechnik nicht fortgeschritten genug war und vererbte das Projekt kurz vor seinem Tod an Steven Spielberg. Eine schöne Hintergrundgeschichte, die aber nichts daran ändert, dass der Film todlangweilig ausfällt – für mich zumindest. Ok, Spielberg ist ein Meister seines Faches, was Effekte und Inszenierung angeht (die überaus üppige Ausstattung der Zukunft raubt einem echt stellenweise den Atem) und er schafft es durchaus in einigen sehr emotionalen Szenen den richtigen Ton zu treffen – das ändert aber nichts daran, dass ich den Film vielleicht nicht wirklich gerafft habe. Mir kam er einfach nur unerträglich lang und schleppend vor. Die einzigen Gründe, die das Anschauen des Filmes rechtfertigen, sind die beiden Hauptdarsteller: Jude Law liefert als Liebesroboter eine wunderbar kauzige Darstellung ab, daneben brilliert der unglaubliche Haley Joel Osment wieder einmal in unfassbarer Form als Roboterkind. Sei es wie es ist, ich fand den Streifen lausig – aber ich verdamme keinen dafür, der ihn toll findet.Fazit: Toll gespielt und ausgestattet, trotzdem fehlt es dem Film inhaltlich an Esprit, so dass er schleppend und langweilig wird!

          • 9
            vannorden 23.02.2018, 11:19 Geändert 26.02.2018, 13:57

            Vll war es nur Zufall, vll ist es ein zentraler, von mir bisher nicht wahrgenommener Teil von Spielbergs Œuvre. ALWAYS und AI bilden jedenfalls ein schönes Double Feature zum Thema Loslassen und darüber hinaus über Loslassen per Selbstmord. Da wo in ALWAYS Dorinda (Holly Hunter) in ein Flammenmeer gen sicheren Tod fliegt und schließlich nach einem Absturz zu ertrinken droht, nur um die Erinnerungen an ihren gestorbenen Verliebten zu exorzieren, da springt hier David (Haley Joel Osment) von einem Hochhaus im überfluteten Manhattan, um endlich den Schmerz des Verlustes seiner Mutter zu überwinden. Der Erfolg von David ist aber ein sehr bitterer, seltsamer.
            In drei Teile fällt A.I. auseinander, wobei die ersten beiden von diversen Schrecken bestimmt sind. Zuerst ist da das Familiendrama, in dem eine Mutter erst einen gruseligen, seelenlosen Androiden als Ersatz für den leiblichen Sohn im Koma erhält. Dieser künstliche Junge entwickelt mit der gegenseitigen Liebe zwischen Mutter und Sohn zwar eine Seele, aber damit entwickelt sich auch der Schmerz. Es ist wie in der Geschichte von Adam und Eva. Erst scheint er glücklich, was auch immer das bei einem künstlichen Wesen heißt, der nur seinem programmierten Protokoll folgt. Die Angst, die er bereitet, nimmt er jedenfalls nicht wahr und grinst. Sobald die Liebe aber da ist, ist es als hätte er vom Apfel des Baums der Erkenntnis von Gut und Böse gekostet. Auf einen kurzen Schritt wird bei beiden Szenarien die Entstehung eines Selbstbewusstseins verkürzt. Preis ist dafür jeweils die Vertreibung aus dem Paradies. An Stelle einer simplen, hingenommenen Welt, die vielleicht manchmal Unannehmlichkeiten bietet, die aber schnell vergessen sind, setzt sich eine, in der wir ahnen, was Schreckliches passieren kann, in der wir sehnen, aber nicht bekommen, uswusf. Bei David sind es Vater, Bruder oder andere Kinder, die sein kleines Paradies mit der Mutter zunehmend mit Angst und Leid befüllen.
            Irgendwann muss David aber sein Heim und seine Geborgenheit verlassen. Vertrieben wurde er durch die Angst der Leute vor seinem künstlichen Sein. Pinocchio muss David nun in sich sehen, um mit der Möglichkeit der Menschwerdung noch eine Chance auf eine Rückkehr zu haben. Und so wandelt sich A.I. von einem verträumten, sachten Horrormelodrama zu einem wilden, zirkusartigen Märchen, in dem die Welt von Monstern, Lynchmobs, Enttäuschungen und der Suche nach einer Fee beherrscht ist. David möchte gerne Mensch sein. Was er nicht versteht, was die Leute um ihn – aus Angst vor dem Anderen – nur teilweise erkennen (wollen), er ist es schon längst geworden. Und wir sehen einen Menschen mit der unzerstörbaren Hoffnung, seine Mutter wiedersehen zu können … und wie dessen naives, kleines Herz ein ums andere Mal gebrochen wird. Es ist vll eine kindliche Hoffnung, dass wieder alles Gut werden kann, paradiesisch, aber es ist auch eine sehr verständliche. Was es beim Zuschauen umso schmerzlicher machen kann. Dass dies ein Film von Stanley Kubrick hätte werden können, es ist kaum vorzustellbar, da Spielberg keine hermetischen Häuser voller Didaktik baut, sondern diese Gefühle mit all den ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten Ausdruck verleiht. Das Ergebnis ist brutal. Ich fühlte mich, als würde ich mein inneres Kind zu Grabe tragen müssen. Weil Menschsein hier leiden heißt. Scheinbar oder anscheinend, ich bin mir nicht sicher.
            Aber da ist ja noch der dritte Teil. Diese ewig lange Coda. Vll ist sie der Traum eines Gestorbenen, vll die Möglichkeit des Erwachsenseins. David betet, unsterblich wie er ist, für mehrere Jahrhunderte für die Rückkehr seiner Mutter und landet bei Gleichgesinnten. Bei Androiden, die wie Außerirdische aussehen. Ihre Liebe zu den Menschen, welche inzwischen ausgestorben sind, macht sie aber auch zu Kindern, die von ihren Eltern verlassen wurden. In einem unsagbar wohligen Kissen endet A.I. mit diesen. Dem Realismus des ersten Teils und dem makabren Surrealismus des zweiten wird ein sanftes Traumhaus entgegengesetzt. Eine Entschädigung vll, vll aber auch nur die Perspektive, dass Erwachsenwerden möglich ist.

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            • 7

              Welch Gefühle... wenn auch nur künstliche .
              Was für eine Suche ... über 2000 Jahre .
              Was für eine fantastisch aussehende Droidenvielfalt .
              Aber spätestens ab dem Punkt , an dem E.T .getarnt als Rosswell47-Alien auftaucht , wird es leider doch etwas merkwürdig !

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              • 4

                Für mich einer der wenigen Spielbergfilme, der mir nicht gefallen hat. Das Kind nervt und seine Suche war mir irgendwann egal.

                • 4 .5

                  Die Fleisch-Fest-Szene ist genial, zum Ende des Films hin breitet sich jedoch immer mehr Langeweile aus.
                  Die Idee eines Roboterkindes, das lieben kann, ist dermaßen krank, so etwas wird nie erschaffen werden. Wer will ein Kind, das nie älter wird?

                  • 4 .5

                    Schade. Ted war in dem Film noch nicht annähernd so witzig, wie in den Filmen, in denen er die Hauptrolle hatte. ;-)

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                    • 4 .5

                      Zirka zwei Drittel des Filmes sind sehr unterhaltsam und man glaubt tatsächlich, man hat es mit einer originellen, spannenden Geschichte zu tun. Aber was einem im letzten Drittel für ein esotherisch, kitschiger Unsinn geboten wird, ist kaum zu ertragen und hat mich echt wütend gemacht.

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                      • 7
                        cycloo77 16.08.2017, 02:58 Geändert 16.08.2017, 03:41

                        Steven Spielberg versucht Stanley Kubrick mit diesem Film zu huldigen und gerecht zu werden, dies gelingt ihm aber nur zeitweise.

                        Bildersprache, Settings und Inszenierung sind 100% Spielberg, gewisse Szenen erinnern aber an Kubricks Art, nur fehlt diesen Szenen der einzigartige Kubricksche Stil.

                        Diese bunte teilweise überfrachtete Dystopie einer Welt, in der Roboter und sogar Kinderroboter uns Menschen zum ersehnten vollkommenen Glück verhelfen sollen.
                        Mecha und Orga im Einklang, eine Vorstellung die Spielberg zwar zeigt, aber ohne Hintergründe und Tiefe erzählt.

                        Sehr gute und starke Darsteller Riege halten den Film immer auf einem guten Niveau, auch wenn Spielberg manchmal nicht ganz so dick hätte aufgetragen müssen.

                        Hätte diese Geschichte gerne mal von Stanley Kubrick verfilmt gesehen!

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                        • 9 .5

                          Besonders "Herausragend" ist dieser Film, weil er auf spannende, unterhaltende und gleichsam rührselige Weise komplexe, philosophische Inhalte vermittelt, die uns alle angehen: Was ist es, was uns menschlich macht? Was unterscheidet uns vom Tier und von intelligenten Maschinen, die wir bauen, um uns nicht einsam zu fühlen? Schon heute werden Roboter in Altenheimen bei Demenzpatienten eingesetzt und erfüllen unter anderem genau diese Funktion - Freund/-in zu sein für die, die keine Freunde mehr haben. Hier wird Evolution als Möglichkeit konsequent weitergedacht und in eine kindgerechte Geschichte verpackt, die ebenso als Märchen für Erwachsene taugt, weil sie ein Märchen als Vorlage hat. Weitergedacht wird das Ganze mit der Frage, ob sich der Mensch in seine eigene Schöpfung verlieben darf und wann diese Roboter ein Recht auf Leben haben. "Der 200-Jahre-Mann", damals genial gespielt von Robin Williams, würde beifällig nicken bei dieser Inszenierung. Dann der dritte Teil, der zum Schluss überleitet: Wenn dieser Roboter dem Menschen ähnlich ist, ist er dann religionsfähig, kann er dann zum Schöpfer seines Schöpfers beten? Die Antwort ist ebenso spannend wie originell und sprengt alles bisher Dagewesene in frappierender Logik. "Herausragend" ist weiterhin die Tatsache, dass es sich um die Fortführung der Arbeit des sterbenden Stanley Kubrick handelt, welcher ausgerechnet Steven Spielberg seine Arbeit anvertraut hat. Da kann man jetzt meckern, wie er das anders gemacht hätte, vielleicht weniger kindertauglich, aber der Respekt vor Kubrick ist dem Film jederzeit anzumerken. Der Film ist also größer, als er auf den ersten Blick erscheint und obwohl das Thema nicht neu ist, treibt er es auf die Spitze, wo wir uns Gedanken über die moralische Zukunft unserer eigenen Existenz und ihren Sinn machen müssen. In dem legendären Klassiker "2001- Odyssee im Weltraum" stellte Kubrick die Frage: "Woher kommen wir und warum?", hier ist es "Wo gehen wir hin und warum?". Ich habe lange keinen Film mehr gesehen, der das menschliche Drama derart intelligent hinterfragt, wie diesen hier. Fazit: Handwerklich nahezu perfekt gemachtes und von der Kritik stark unterschätztes SciFi-Drama, inspiriert von der Machart mehrerer Regisseure (die Szene auf dem Jahrmarkt könnte ebenso von Ridley Scott sein). Kino für die große Leinwand mit starken Bildern und mit ebenso großartiger Musik. Mit einem unglaublichen Harley Joel Osment in der Hauptrolle und einem ebenso wunderbar spielenden Jude Law an seiner Seite. Für mich ist das bisher DER Film des 21. Jahrhunderts: Wer in 90ern geboren ist, muss ihn sehen, wer in den 60ern geboren ist, sollte ihn sehen. Ein kaltes Buffett für den Tisch mit mehreren kleinen Schalen Leckereien für kleine Teller passt hervorragend dazu. Und Prosecco - neben Mineralwasser!

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                          • 7

                            >>> Achtung!!! Enthält Spoiler!!! <<<
                            Ansprechender SciFi-Spielfilm aus Versatzstücken von anderen Plots. Obwohl ich das alles irgendwo schon mal gesehen hatte, so versteht es Steven Spielberg wie kein Zweiter, mit den Emotionen der Zuschauer zu spielen und auf diese Weise das Bekannte doch ansprechend und interessant rüber zu bringen. Und so erlebt man während der zweieinhalb Stunden Freude, Belustigung, Trauer, Hoffnung und Bangen. Dies alles wurde in ruhigem Erzähltempo vorgetragen, damit wurde den Charakteren genügend Zeit zur Entwicklung gegeben, was wegen des Verzichts auf Stereotype auch nötig war. Ich fand jedoch rasch in den Film hinein und blieb wegen der durchgehend interessanten Atmosphäre eigentlich auch fast die ganze Zeit dabei. Die Grundaussage war durchaus klar erkennbar: Schafft man Leben, so ist man dafür verantwortlich. Die Swintons stehlen sich wegen emotionaler Überforderung aus dieser Verantwortung, setzen ihren Frankenstein-Sohn (der sich wie das Monster vergeblich nach elterlicher Liebe sehnt) wie Hänsel und Gretel im Wald aus (wenngleich auch nicht wie im Märchen wegen einem wirtschaftlichen Hintergrund) und glauben damit das Richtige (weil einzig mögliche) zu tun. David wird in weiterer Folge mit an Rassismus grenzender Anfeindung konfrontiert und schafft es nach einigen Irrungen und Wirrungen schlussendlich mit Hilfe von de facto göttlicher Macht, der kindlichen Liebe zu seiner Mutter Entfaltung zu verschaffen, also quasi ein „echtes“ Kind zu werden.
                            Haley Joel Osment brachte eine hervorragende Leistung und mimte das Cyborg-Kind absolut glaubwürdig - der hatte mich schon in „The Sixth Sence“ begeistert und lieferte auch hier eine tadellose Leistung ab. Jude Law ebenfalls ansprechend, brachte die Balance zwischen Mensch und Maschine sehr fein nuanciert und auf Top-Niveau. Die beiden degradierten die anderen zu Nebendarstellern, Frances O´Connor und Sam Roberts schienen zuweilen reine Stichwortgeber zu sein.
                            Die langsame und einfühlsame Inszenierung stellt schnell eine Beziehung mit der Hauptperson her, ließ mich mitunter mit David so richtig mitleiden. Ich glaube aber, dass der Streifen bei wiederholten Sichtungen Längen aufweisen würde, daher lasse ich das auch sein. Manche Szenen zogen sich schon auch bei der ersten Sichtung kaugummiartig dahin, verhagelten die Atmosphäre dadurch aber kaum (was bei mehrmaligem Schauen glaube ich aber sehr wohl der Fall wäre). An der Optik ist auch nichts auszusetzen, grundsätzlich finde ich den Streifen ganz gut gemacht. Wenngleich er auch nicht mein bevorzugtes Genre darstellt, war ich vom Dargebotenen durchaus angetan. Eine Bewertung fällt schwer - handwerklich ist er tatsächlich sehr gut und die Produktion ebenfalls eine hochwertige, da eigentlich an allen Stellen Könner saßen. Wie gesagt ist die Thematik nicht so die meine, daher vergebe ich eine Sieben, mit mehr Bezug dazu wäre es womöglich eine acht oder neun geworden.

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                            • 4

                              jetzt bei dritten mal hab ich ihn auch ganz gesehen und mir war klar...hätte ich nicht machen müssen
                              weder story/darsteller oder optisch gefällt er mir--für mich wolh der schlechteste spielberg film

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                              • 9 .5

                                Drama und Kitsch wie man es von Spielberg gewohnt ist. Das macht den Film aus und mir gefällt es - Spielberg ist und bleibt einer meiner Lieblingsregisseure.
                                Der Film ist genial, ich gebe ihm durchgehend 10 Punkte für Optik, Handlung, Atmosphäre, Idee (auch wenn die natürlich nicht unbedingt was neues ist, s. Der 200-Jahre-Mann oder auch Pinocchio).
                                Einzig und allein das Ende, die letzten 10 Minuten des Films haben mir nicht sooo gut gefallen. Es trägt m. M. n. nichts bewegendes zum Film bei (diese Zukunftsgeschichte) und verplempert somit Zeit, die man gut hätte auf andere Weise umsetzen können; bspw. noch ein bisschen tiefer in die Welt der Liebesroboter oder die Gefühlswelt des Jungen einführen.

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                                • 4 .5
                                  JimiAntiloop 11.09.2016, 20:00 Geändert 11.09.2016, 20:04

                                  Bis zu 3/4 des Filmes richtig Top, aber das Endviertel ist meinem Verständnis nach ganz fieses Geschwurbel.

                                  Boaaaah hab ich gelitten!

                                  Aber ich glaub ich weiß was die da geritten hat.
                                  Voll gehackte Träume!
                                  ...bei der Koffeinwerbeformel am Schluss eigentlich eindeutig.

                                  • 8 .5

                                    Finde den Film unterbewertet. Das Thema ist aktuell wie nie und wird hier kritisch beleuchtet. Klar ist der Film kitschig, aber ich glaube das geht bei Spielberg auch gar nicht anders. Trotzdem gelungen, und Jude Law gefällt mir hier wieder sehr gut!

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                                    • 8

                                      Auch wenn der Film sehr lange ist und ein durchgehender Handlungsstrang an sich etwas durcheinander gekommen ist, ist der Film sehr gelungen. Am Anfang noch sehr dramatisch aufgebaut, nimmt er zur Mitte hin Züge eines Adventurefilmes, dann eines Thrillers an. Das Ende wird er sehr sehr herzlich. Die Inszenierung ist wirklich sehenswert und der Gedanke dahinter auch sehr tiefgründig.

                                      • 7 .5

                                        Kubrick übergab damals seine Konzepte für diesen Film an Spielberg und meinte, dieser sei besser für den Film geeignet.
                                        Zum Ende hin wird der Film sehr herzlich. Spielberg hat das ordentlich umgesetzt, aber ein ganz großer Film ist es leider doch nicht geworden. Sehenswert ja, aber mehr auch nicht.
                                        Vielleicht war er nach dem plötzlichen Tod von Kubrick auch etwas zu verbissen gewesen.

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                                        • 7

                                          "Viele halten die Liebe für etwas irrationales, etwas, was „einfach da ist“, trotzdem werden massenweise Bücher veröffentlicht, in denen erklärt wird, wie man eine(n) Frau/Mann zu verführen hat. Zeugt von einer gewissen Widersprüchlichkeit. Diese Widersprüchlichkeit wird in A.I. sehr schön hervorgehoben in einer Szene, in der David seine „Mutter“ zum ersten Mal als Mutter wahrnimmt und sie dementsprechend ins Herz schließt."

                                          https://blogtogetherwritealone.wordpress.com/2016/06/24/a-i/

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                                          • 6 .5

                                            Spielberg verfilmt nichts anderes als die Pinocchio-Geschichte, die er in eine Zukunft verlegt, die irgendetwas zwischen Utopie und Dystopie ist und für den Zuschauer unerforscht bleibt, weil sie nur sehr vage skizziert wird, weil Spielberg in dem zweiten Akt seiner Geschichte förmlich über die Settings hinweg fliegt, geradezu gehetzt auf sein Ziel zusteuert, sich nicht die Zeit für einen Überblick gönnt. Demnach sind es auch nur einzelne Eindrücke, die schließlich von dieser Welt hängen bleiben, meist nur wenige Sekunden, die dieses Gefühl des Staunens vor dieser futuristischen Welt vermitteln (In meiner Erinnerung war Rouge City von Spielberg als Beispiel ausführlicher geschildert worden).

                                            Es ist ein märchenhafter Film, der dieses Element des Märchenhaften auszuleben versucht, dabei sogar düstere Züge in der Geschichte offenbart (das Fleischfest und der aufgehende Mond). Es ist ein Film zwischen aseptischer Kälte (Anzeichen, Einstellungen, die besonders zu Beginn immer wieder Kubrick nachempfunden scheinen) und emotionalen Kitsch, der sich in der Familiengeschichte findet, das Herz pochen lässt, gefühlsbetont arbeitet, eben das, von dem Spielberg nicht lassen kann, das hier sogar zu etwas schmerzhaft herzzerreißenden (wunderbar ambivalenter Begriff) wird. Das Ende gefällt mir nach wie vor nicht. Das ist im Grunde ein Schuss Harmonie zu viel für mich. Auch mit den Aliens, die halt klassische Spielberg-Aliens sind, werde ich nicht warm. Hier zeigt sich für mich am deutlichsten die These, dass Kubrick Fragen stellte und Spielberg schlichte Antworten gibt.

                                            Aber trotzdem muss man sagen, dass Spielbergs Film spannend ist, weil er immer wieder besondere Szenen und Augenblicke findet auf seiner abenteuerlichen Odyssee, die eigentlich viel zu kurz ist, etwas zu oberflächlich skizziert bleibt, Magie aber nichtsdestotrotz transportieren. Man wünscht sich einfach, dass der zweite Akt mehr bieten würde, von dem, was er andeutet, aber nicht ausführt. Denn dieser Film wird weniger von der (schalen) Entwicklung getrieben, sondern mehr von der Neugier, die in den einzelnen Szenen liegt, der Neugier, die auch in den Augen eines Kindes liegt, das Spielberg als seinen Protagonisten benutzt. Diese Film ist schlichtweg holperig, der dritte Akt hat einen unbefriedigenden Nachklappcharakter, vielleicht auch, weil der Film damit viel zu früh zur Ruhe kommt, in die Entschleunigung und aus dem Abenteuer geht. Dieser Film schwankt, ist faszinierend, aber man wünscht sich einfach, dass er besser geworden wäre.

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                                            • 3

                                              Ein paar Wissenschaftler schaffen es tatsächlich einen Roboter mit Gefühlen zu erschaffen, den man nicht von einem Kind unterscheiden kann. Roboter sind bereits die besseren Liebhaber und verbrauchen obendrein auch noch nahezu 0 Energie. Soweit so unlogisch. Schauspielerisch und so ist er OK.

                                              (Spoiler)
                                              Das Ende ist absolut beknackt. Die Roboter haben sich über die Eiszeit um ein vielfaches weiter entwickelt als der Mensch und sind sogar im Stande Leute wieder aufzuwecken. Zwar nur für einen Tag aber dafür brauchen sie dafür nur eine Haarlocke. Wer kommt auf sowas?

                                              • 7 .5

                                                Ein Spielberg-Film der nicht "typischer" für eben jenen sein könnte. Und das merkt man dem Film auch in jeder Minute sofort an. Und wie so oft kommt hier vorallem die Kitsch-, sowie "Schnulz- und Schluchz"-Schiene an einigen Stellen viel zu dick aufgetragen herüber, so daß man selbst wenn man Gefühle dafür entwickeln möchte, diese gleich wieder unterdrückt, weil man fühlt sie werden hier einem künstlich auferzwungen. Die psychologischen Auf- und Ab's des gradlinig denkenden Androidenkindes nerven leider auch doch zu häufig. Emotionen, die (da eben "nur" eine "Maschine") lediglich in schwarz und weiß fungieren. Da hat man es sich vielleicht doch nur eine Spur zu einfach gemacht. Dennoch transportiert der Film aber auch viele Visionen, Thematiken die zum nachdenken und diskutieren anregen und immer wieder interessante Denkanreize. Vom Aufwand her sehr hochwertig und ausgeklügelt umgesetzt, fehlt dem Film aber doch irgendwie und irgendwo das "gewisse etwas". Da hat das spätere "I, Robot" aber schon wesentlich besser die Kurve bekommen. Ich denke mal, hier hätte man vielleicht doch noch wesentlich mehr draus machen können, oder vielleicht sogar an einigen Stellen etwas "weniger" diesem und jenem.... Ansonsten aber, ja, ein insgesamt betrachtet dennoch interessanter Film, den man zumindest einmal anschauen kann/sollte.

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                                                • 7

                                                  Diese futuristische Pinocchio-Variante legt zu viel Wert auf Optik und Effekte.
                                                  So werden zwangsläufig die Figuren und ihre Geschichte vernachlässigt.
                                                  Das macht aus "A.I" nicht unbedingt einen schlechten Film, aber ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, dass man hier die Möglichkeit eines Meisterwerks verschenkt hat.
                                                  Denn die Visionen von Kubrick und Spielberg haben richtig gute Ansätze.

                                                  • 6 .5

                                                    Bemerkenswerter, hochinteressanter Stuss, der filmisch eindringlich und merkwürdig kalt und herzerwärmend zugleich von Spielberg als ein dunkles Märchen der Zukunft erzählt wird. Inszenatorisch seltsam und ungewohnt ungleichmäßig in seiner Form, nähert sich Steven Spielberg einem narzisstisch gestörten Jungen, der an einem krankhaften Ödipuskomplex leidet. Die Mutter steht hier über allem. Und so darf der kleine Junge im Epilog endlich mit seiner Mutter verschmelzen...

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