Am Ende ein Fest - Kritik

Mita Tova / AT: The Farewell Party

DE/IL · 2014 · Laufzeit 93 Minuten · FSK 12 · Drama · Kinostart
Du
  • 7

    [...] Aber Sterbehilfe ist auch ein wichtiges Thema, eines, das nicht unter den Teppich gekehrt werden soll. Wie weit geht die Selbstbestimmung und wer darf wann wo Grenzen ziehen? Ist es eine Entscheidung, die Unbetroffene oder Überlebende treffen sollen, müssen oder dürfen und wird die Tat dann zum Mord oder zur Erlösung? Das ist alles natürlich harter Tobak, der aber hin und wieder gekonnt aufgelockert wird. Nicht primär für den Zuschauer, sondern für die Charaktere. Auch das ist ein Aspekt, der den Film so angenehm macht. Er versucht nicht, der Gewohnheit des Publikums zu entsprechen, es geht ihm vor allem anderen um seine Figuren. Durch die Zärtlichkeit und dem Respekt, den die Figuren genießen, fühlt sich dann auch gleichermaßen der Zuschauer wohl. Er fühlt sich wohl dabei, ernste Gedanken und Gespräche zu führen. Es ist einfach nötig, über das Leben und den Tod nachzudenken. Ist es manchmal. Und es ist einfach nötig, wirklich ernst darüber zu reden. Ohne Faxen, aber auch ohne Furcht. Denn furchtlos ist auch der Film. Furchtlos im Umgang mit Sterbehilfe, dem Tod, Trauer, dem Älterwerden, tödlichen Krankheiten, Alzheimer. Nimm das, „Honig im Kopf“. Völlig ohne pubertären Albernheiten, völlig ohne Respektlosigkeiten gegenüber den Betroffenen. [...] Der Film geht derart gekonnt mit diesen ernsten Themen um, dass man eben nicht nicht weiß, ob man weinen oder lachen soll, sondern weinend lacht. Eben weil der Film nicht „entweder oder“ bewirkt und den Zuschauer etwas verunsichert im Regen stehen lässt, sondern weil er alles im Menschen in Bewegung setzt. Ein reinigendes Erlebnis.

    11
    • 6

      Doch angesichts des Elends ist dieser Galgenhumor nicht befreiend, er lockert nur die Schlinge um den Hals so weit, dass man besser schluchzen kann.

      • 8

        Das tolle Ensemble spielt prächtig zusammen und füllt die Figuren mit menschlicher Wärme. Ihnen allen gelingt eine wunderbar schelmische Komödie über das Abschiednehmen, gleichermaßen mit einem lachenden wie einem weinenden Auge.

        • 8

          Bewegendes Arthouse-Kino der Premium-Klasse, das gekonnt das Herz des Publikums trifft!

          • 8

            Einfühlsame Dramedy über eine Freundesgruppe in einem Jerusalemer Altersheim, die sich mit dem Thema Sterbehilfe auseinandersetzen und notgedrungen eigene Lösungen finden muss. Stark gespielt und inszeniert, weiß der Film klug und differenziert mit dem Thema umzugehen – und dass sich mit dem Tod durchaus spaßen lässt. [Frank Schnelle]

            • 6

              Für all seine Sensibilität für das Thema enthält Am Ende ein Fest eine Reihe von Fehltritten. Die Einfügung einer Musiknummer zerstört die ansonsten vernünftige Balance zwischen dem Komödiantischen und dem Morbiden.