An ihrer Stelle - Kritik

Lemale et ha'halal

IL · 2012 · Laufzeit 94 Minuten · FSK 6 · Drama · Kinostart
Du
  • 3

    Irgendwo hier habe ich was gelesen wie "das ist kein guter Film, aber er ist interessant". Dem kann ich mich uneingeschränkt anschließen. Ein interessanter Einblick in eine unbekannte, nach außen fast abgeschlossene Parallelgesellschaft, aber packende oder auch nur interessante Inszenierung ist für mich was anderes.
    Kein Film für mich.

    2
    • 8

      Überhaupt lebt der Film von Mimik und Gestik der Schauspieler und setzt die wenigen Dialoge sehr gezielt ein.

      • 7

        Mit welcher Konsequenz und welcher Präzision das Leben dieser Menschen gezeigt wird, das ist schon eindrucksvoll. [...] Künstlerisch vorbildlich demonstriert – und gespielt.

        • 6 .5

          [An ihrer Stelle] erlaubt einen Blick in eine echte Parallelgesellschaft [...]. Der Film zeigt eine fremde Welt. Aber deren Bewohner sind Menschen, mit denen wir mitleiden.

          • 5 .5

            An ihrer Stelle ist kein guter, aber ein interessanter Film. Überdeutlich führt er uns vor Augen, dass es nicht nur auf die Geschichte, sondern auf die Form ankommt, mit der sie erzählt wird.

            • 8

              Die Annäherung an einen unbekannten Kosmos wird von sorgfältig ausgearbeiteten, soghaften Bildern getragen. An ihrer Stelle erzählt eine ganz außergewöhnliche Coming-of-Age-Geschichte [...].

              • 8

                Für die 18-jährige, aus einer orthodoxen chassidischen Gemeinde in Tel Aviv stammende Shira (Hadas Yaron) ist die Zeit gekommen, an ihre Hochzeit zu denken. Ehe aber sie prüfen kann, ob sie den von ihrer Familie vorgeschlagenen jungen Mann heiraten möchte, stirbt ihre ältere Schwester Esther (Renana Raz) bei der Geburt ihres Kindes. Ihre Mutter Rivka (Irit Sheleg) konfrontiert Shira mit dem Vorschlag, ihren verwitweten Schwager Yochay (Yiftach Klein) zu heiraten und für dessen Kind die Mutter-Stelle einzunehmen. Shira steht vor der schweren Entscheidung, auf ihr Herz zu hören und die Wünsche der Familie zu berücksichtigen.

                Als erster Spielfilm, der in einer chassidischen Gemeinde gedreht wurde, gewährt Rama Burshteins „An ihrer Stelle“ („Fill the Void“) einen Einblick in eine fremde Kultur. Von der Kleidung – die verheirateten Frauen tragen eine Art Turban, der ihr gesamtes Haupthaar verdeckt, die Männer Schillerlocken und Gebetsriemen – über die Anrede „Frau“ zur eigenen Ehefrau bis hin zur strikten Trennung etwa zwischen einem Männer- und einem Frauentisch am Purimfest scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Shiras Familie ist wohlhabend, wovon nicht nur das Geldverteilen unter Gemeindemitgliedern, sondern auch die beeindruckende Bücherwand zeugt. Dennoch erzählt „An ihrer Stelle“ in seinem Kern eine universelle Geschichte – die einer jungen Frau, die in einer geschlossenen Welt mit festgelegten Konventionen ihren Weg finden, ihrem Herzen folgen muss. Das hervorragende Spiel der jungen Hadas Yaron als Shira, aber auch von Yiftach Klein als Yochay wird durch Asaf Sudrys sensible Kameraführung und durch eine großartige Musik mit hebräischen Chorälen bestens unterstützt.

                Nachfolgend ein Interview mit Regisseurin Rama Burshtein und Darstellerin Irit Sheleg

                • 10

                  ich finde es schade das dieser flim anscheinend nicht überall gezeigt wird!!!
                  ich würde ihn gerne sehn, da ich glaube das dieser film das leben zeigt.
                  und das hat NICHTS mit religiösität zu tun!!
                  sondern ist eine Glaubensgeschichte, die sich im herzen abspielt!!!
                  während religiösität sich nur im kopf abspielt.
                  diesen unterschied sollte wir kennen bevor wir uns über dinge auslassen, von denen wir nichts verstehen
                  http://www.moviepilot.de/movies/an-ihrer-stelle/comments#

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                  • 7

                    [An ihrer Stelle] liefert nicht nur einen intimen Einblick in die chassidische Lebenswelt, sondern mutet eine Identifikation mit deren Werten zu.

                    • bei dem film sehe ich rot: dass sich auch noch das kino vom religiösen wahn infizieren lässt, hat uns gerade noch gefehlt. sämtliche Religionen gehören abgeschafft, im namen ihrer sind schon endlose verbrechen geschehen und so ziemlich alles lässt sich mit so genannter Religionsfreiheit legitimieren. frau burshtein ist vermutlich auch so eine religiöse fanatikerin und wenn ich lese, dass sie die frauendiskriminierungen in ihrem film und in der orthodoxen gesellschaft noch nicht mal kritisiert, dann finde ich das sehr bedenklich. klingt nach versuchter gehirnwäsche.... nein danke!!!!!