Captain Phillips - Kritik

Captain Phillips

US · 2013 · Laufzeit 134 Minuten · FSK 12 · Thriller, Drama · Kinostart
Du
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    J.F.Lannister 30.08.2018, 01:39 Geändert 30.08.2018, 01:41

    Ein hochspannender und überragend gespielter Actionthriller ohne eine klare gute und böse Seite. Schiffsbesatzung, somalische Piraten und US-Navy begegnen sich auf Augenhöhe, Greengrass legt den Fokus auf die Sorge des Kapitäns um seine Crew, die Handlungsmotive der Piraten und auf eine authentische Darstellung der nervlichen Belastung und Zermürbung seiner Charaktere.

    Hier und da aufgrund des Zimmer-esken Soundtracks von Henry Jackman zu sentimental und Kapitän Phillips wird für mich gelegentlich zu heroisiert gezeichnet, zumindest während der Endszene fehlte mir eine Gegenüberstellung von Phillips und dem Piraten Abduwali Muse.

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    • 8 .5
      Adventpuss 22.08.2018, 13:56 Geändert 18.09.2018, 14:22

      "Captain Philips" ist auf keinen Fall einer der leichtfüßigeren Werke mit Tom Hanks. Was man zu sehen bekommt ist ein Seefahrtsthriller, der in den richtigen Momenten durch die Haut gehen kann. Ein Eindruck davon, was es wirklich bedeutet, von Piraten entführt zu werden. Welche psychologische Folgen daraus entstehen. Hochspannend und mit einem tragischen Ende. Großartiges Kino von Tom Hanks und auch von Abdi, der den Anführer der Piraten spielt.

      • 7

        Die Entführung der US MaerskAlabama durch somalische Piraten im Jahr 2009, wird hier aus Sicht des Captains des Containerschiffs wieder gegeben. Der durch die Bourne Filme bekannte Brite Paul Greengrass inszenierte ein spannendes Thriller-Drama mit überzeugender Besetzung. Neben einem (endlich wieder) ausgezeichneten Tom Hanks in der Titelrolle, kann vor allem Barkhad Abdi als Piratenanführer glänzen.
        Hollywood macht aus dem "Glücksfall" des echten Captain Phillips ein dramatisiertes Heldenstück. Okay, wer erwartet denn schon die wirklich wahre Wahrheit in einem Spielfilm?! Doch leider stören mich die (minimalen) Unzulänglichkeiten in der Dramaturgie dann so weit, das ich dem Film das in der Bewertung ankreide. Die Machtlosigkeit, wie der echte Phillips es nannte, bringt der fiktive Phillips hier nicht rüber. er scheint immer überlegt zu handeln. Das nennt man dann "künstlerische Freiheit der Autoren".
        Wer aber das Wissen um die wahren Begebenheiten ausblendet, der bekommt einen packenden Hijacker-Movie zu sehen.

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        • 9 .5

          Dieser Film gewinnt mit einem starken Anfang und einer schauspielerischen Glanzleistung ganz am Ende.

          Der Spannungsbogen des Films lässt, wenn man etwas besseres als immer gleiche Actionfilme (z.B. Mission Impossible) gewöhnt ist, nicht zu wünschen übrig und es kommt auch wenn es sich leicht zieht, keine Langeweile auf. Es ist sehr schön, wie sehr die Schauspielerische Leistung diesen Film dominiert und den Zuschauer für sich einnimmt. Wie schon erwähnt kann man hierbei Hanks Darstellung nach der Geiselnahme bei der Sanitätern Hervorheben, in der man einen kurzen Blick auf die Auswirkungen dieser Tat sieht.

          Eine solche Rückmeldung vom Somalischen Dorf wäre interessant gewesen, aber der Film war schon lang genug.

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          • 7
            BossMarco 21.01.2018, 13:38 Geändert 21.01.2018, 13:40

            Captain Phillips

            Der Film fängt sehr spannend, weiss aber von vornherein was passieren wird:Das Thema ist ja nicht unbekannt und die Zeitschriften waren voll von Piraten aus Somalia entführten ein Frachter. Also war das Thema des Films akuell. Tom Hanks spielt seine Rolle wiederma sehr gut und konnte hiermit an seine alte Bestform anküpfen. Auch der Somaliache Schauspieler Barkhad Abdi spielt hervorragend. Seine authentische Performance fand ich sehr gut. Tom Hanks wurde hier leider von Arne Elsholtz synchronisiert. Arne Elsholtz war eine Legende aber irgendwann fing er an zu lispeln als hätte er keine Zähne mehr, bei “Larry Crown“ und “Illuminati“ war es nicht auszuhalten. Aber auch Bill Murray verhunzte er in den letzten Jahren. Kein Film von Bill Murray konnte ich noch auf deutsch schauen nur im O-Ton. Ich weiss Arne Elsholtz war krank aber macht keinen Sinn wenn er nicht mehr richtig sprechen konnte.Arne Elsholtz ist zwischenzeitlich gestorben und somit verloren wir eine sehr bekannte Stimme. Bei “Captain Phillips“ war das lispeln nicht so schlimm aber man merkte es und irgendwann ging es mir auch auf die Nerven.

            Der Anfang des Films war sehr spannend vor allem als Phillips noch auf dem Schiff war. Irgendwann steigt Phillips mit den Piraten in ein Rettungsboot und wurde entführt. Leider kommt der Film danach nur noch schleppend voran und ich wurde Zeuge von teilweise sagen wir es mal so Langeweile. Der Film ist eindeutig zu lange. Am Schluss fieberte ich nicht einmal mehr mit sondern wartete nur noch auf das Ende, das einfach nicht kommen wollte. Irgendwann kam es aber aber da war es zu spät, meine Ausdauer war aufgebraucht und war einfach froh das ich den Film überstanden habe.

            Der Film rettete die sehr starke erste Hälfte des Films. Ich muss zugeben das mir der Film schlussendlich trotzdem gefallen hat, bei der zweiten Sichtung des Films hatte ich die selben Probleme mit diesem Film.

            Plot

            Im Frühjahr 2009 bricht der amerikanische Kapitän Richard Phillips (Tom Hanks) mit seinem Frachtschiff, der Maersk Alabama, zu einer Fahrt von Oman nach Kenia auf. Die Route führt an der somalischen Küste vorbei, wo Phillips einen Piratenangriff befürchtet. TatsächIich gelingt es vier bewaffneten Somaliern nach einer dramatischen Jagd, das Schiff zu entern. lhr Anführer Muse (Barkhad Abdi) wiIl GeiseIn nehmen, um eine MiIlionensumme von der Versicherung zu kassieren. PhiIlips versteckt seine Crew, aber schIiessIich entführen ihn die Piraten im Rettungsboot. Die amerikanische Navy macht sich auf den Weg...

            Der Regisseur des Films ist Paul Greengrass (Green Zone). Mir persönlich gefallen seine Filme nicht, “Captain Phillips“ ist bisher sein mit Abstand bester Film. Bei den Executive Producers ist auch der Skandal Schauspieler Kevin Spacey aufgelistet.

            Unterhaltsam.

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            • 8

              Oje, vor diesem Film nicht allzuviel Essen, dachte ich mir. Schließlich ist es ein Film von Paul Greengrass der insbesondere mit dem zweiten und dritten „Bourne“ Film die Wackelkamera ind großen Poduktionen etabliert hat. Und dann ist es nach „United 93“ wieder mal ein Film von ihm in dem er einen scheußlichen realen Vorfall so lebensnah wie möglich nachstellt. Im Endeffekt wackelt die Kamera wieder ganz schön, aber nicht mehr ganz so wild. Das heißt aber nicht daß der Film friedlicher oder gar „versöhnlicher“ daherkommt. Und weniger schockierend. Die Geschichte eines Frachters der entführt wird und einen starken Captains der durch die Situation und eine eskalierende Geiselnahme durchkommen muß verzichtet auf filmische Mätzchen, irgendwelche inszenierten Wendungen oder sonstigem Heldentum. Das schockierende und spannende ist eben wie unspektakulär und undramatisiert alles vorgeht. Und es sind die Darsteller, ebenso sehr Tom Hanks wie auch die Darsteller der Kidnapper die eine unglaubliche Präsenz entwickeln.

              Fazit: Schockierendes und lebensnahes Drama über einen harmlosen Mann in einer furchtbaren Laeg

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              • 8

                Nach einigen nicht so starken Leistungen und kleineren Rollen zeigt Tom Hanks in "Captain Phillips" seine ganze Klasse.

                Auch wenn die Handlung zugegebener Maßen nicht wirklich umfangreich ist weiß dieses Actiondrama durch die beklemmende Stimmung und sehr guten Darsteller durchaus zu überzeugen und zu fesseln. Der starke Soundtrack liefert sein übriges bei.

                Den 2014 für mehrere Oscars (darunter Bester Film) nomnierten "Captain Phillips" kann ich bedenkenlos jedem empfehlen, der eine Schwäche für packende Actiondramen oder Thriller hat.

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                • 8

                  Taktisches Geisel-Drama mit 'ner satten Ladung Thrill an Bord!
                  Der auf wahre Begebenheiten beruhende Hochsee-Trip weiß mittels authentischer Inszenierung und überzeugender Schauspiel-Darbietungen die Zuschauer-Crew von Anfang bis Ende gefangen zu nehmen!
                  Beim Oscar-Fischen 2014 hat der mehrfach nominierte CAPTAIN PHILLIPS zwar nichts an Land ziehen können, vom richtigen Kurs aber, ist er trotz langer Fahrzeit nicht abgekommen!
                  ...
                  Fazit: MOVIE-PIRATEN aufgepasst!
                  Wertvolle Fracht, Kapern Lohnt!!!
                  ...
                  8 / 10 ergriffenen Gegenmaßnahmen

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                  • 9

                    Kann man einen kompletten Kinofilm machen nur über die Kaperung eines Containerschiffes durch somalische Piraten ? Man kann ! Und das sogar äusserst spannend. Kein anderer als Paul Greengras traute sich an das dramaturgisch schwierige Thema heran. Doch wir wissen aufgrund einiger Bourne-Filme, dass er temporeich inszenieren kann.

                    Dabei stützt sich sein Streifen auf eine wahre Geschichte des Captain Phillips auf der Maersk Alabama, die 2009 von somalischen Piraten gekapert wurde. Greengras hät sich strikt an die Fakten. Wieviel nun tatsächlich noch von Hollywood hinzugedichtet oder erweitert wurde, spielt letztlich keine Rolle. Greengras zeigt uns in atemberaubenden Aufnahmen die Kaperung des gewaltigen Schiffs mit Nußschalen, auf denen barfüssig und in Sandalen völlig verarmte Somalies mit der schäumenden Gischt wie einst Captain Ahab dem großen Weissen Wal entgegenreiten. Nur dass der Wal hier ein Containerschiff ist, für das Lösegeld gefordert werden soll. Die Männer riskieren alles, und legen sich vor allem mit einem Gegner an, den sie unmöglich besiegen können.

                    Spätestens als die Navy und dann die Seals übernehmen, ist Schluss mit lustig. Hier trifft die ungebildete Armut in Sandalen auf eine taktikerprobte durchtrainierte Hightech-Maschinerie. Zwei Welten prallen aufeinander.

                    Neben einer grandiosen One-Man-Show von Tom Hanks muss man hier vor allem die absolut authentisch wirkenden somalischen Piratendarsteller loben. Sie spielen so intensiv, als würde dies alles tatsächlich gerade geschehen. Ihre Wutausbrüche und Reaktionen sind einfach erstklassig.

                    Der Score von Henry Jackman hält die Spannung gekonnt aufrecht.

                    Greengras bebildert grandios, und was den Streifen einzigartig macht, ist der fast dokumentarische Stil. Wir lernen, wie es überhaupt möglich ist, so einen Ozeanriesen zu kapern, und wie verzweifelt die Somalies sein müssen, um sich dieser Gefahr auszusetzen. Obwohl Phillips (Hanks) alles versucht, um mit Tricks Zeit zu schinden und seine Mannschaft zu verstecken, muss er letztlich durch ein Martyrium gehen. Die ganze Anspannung entlädt sich erst ganz am Schluss in Hanks, als er seine Tränen nicht mehr zurückhalten kann bei der Untersuchung nach der Rettungsaktion. Hier zeigt sich die wahre Schauspielgröße von Tom Hanks.

                    Das Aufeinanderprallen der Kulturen wird spätestens überdeutlich, als die Militärmaschinerie losgeht. Dabei fällt positiv auf, dass Greengras jede Form des Pathos vermeidet. Hier wehen keine Flaggen wie in „Top Gun“, hier grinst kein überheblicher Tom Cruise aus dem Cockpit. Die Seals gehen ihren Job eiskalt und nüchtern an, sie gehen genau nach Plan vor, und genau so wird es von Greengras gezeigt.

                    Fazit: Klasse gemacht Herr Greengras. Man kann hier eigentlich keine Punkte abziehen. Danke für diesen Einblick in ein so noch nie gezeigtes Thema. Ich gebe „nur“ 9 Punkte, da es kein Lieblingsfilm von mir ist.

                    • 8 .5

                      Viel zu lange einen Bogen um Captain Phillips gemacht, aufgrund falscher Erwartungen, von denen ich nicht einmal weiß, woher diese rührten. Wie schon des Öfteren in Greengrass Werken, zeichnet sich auch dieser durch eine große Authentizität aus. Ich muss ehrlich sagen, dass mich seit einiger Zeit kein Film mehr von der ersten bis zur letzten Minute so gefesselt hat. Auch aufgrund der kameratechnischen Nähe zu den Protagonisten erzeugt der Film vor allem in der zweiten Hälfte eine ungeheure Immersion. Bin tatsächlich zu begeistert gerade (wo hier tatsächlich noch der Abspann läuft) um mehr Worte zu finden. Ein Brett.

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                      • 8

                        Wow. Der war gut. Spannend!

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                        • 7 .5

                          Ich fand Hrn.Elsholtz als Synchronstimme von Hrn.Hanks ja immer ganz gut. Aber hier klingt er wirklich wie ein 90-jähriger, bei dem die Haftcreme nicht hält.

                          • 7 .5

                            Während sich andere Filme die Emotionen der Zuschauer durch appellierende Musik oder höchstdrastischen Darstellungen erkaufen, schafft es Captain Phillips durch dokumentarisch aufgefangener Authentizität und realitätsnahen Empfindungen ein Produkt von absoluter Reinheit zu erschaffen. Dank seiner Wertungsfreiheit zeichnet Regisseur Paul Greengrass ein vollkommen unverfälschtes Bild, welches mehr Stellungsnahme vom Publikum wünscht als es äußerlich zu erscheinen mag. Zudem werden Thematiken aufgriffen, die zu Zeiten der aktuellen Flüchtlingswelle eine bedeutende Position einnehmen. [...]

                            Die komplette Kritik: https://inglouriousfilmgeeks.com/2016/06/04/captain-phillips/

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                            • 8

                              packender und , aufgrund der wahren begebenheiten, erschreckender thriller... kein wohlfühlpopcornfilm abr dennoch großes kino mit 2 tollen hauptdarstellern.

                              • 7 .5
                                Framolf 04.05.2016, 05:00 Geändert 04.05.2016, 05:00

                                Spannendes Katz- und Mausspiel. Atmosphärisch intensiv. Die erste Hälfte und die letzte halbe Stunde sind hochspannend. Die vier Entführer-Darsteller spielen großartig! Tom Hanks natürlich auch. Der pseudodokumentarische Kamerastil lässt einen (ähnlich wie beispielsweise in "The Shield") noch näher an die Handlung rücken. Er geht zwar hier und da zu Lasten wuchtigerer Bilder, aber er erfüllt seinen Zweck voll und ganz. Greengrass bemüht sich, die gängigsten Genreklischees nicht allzusehr überzustrapazieren, was ihm streckenweise auch recht gut gelingt. Der Film ist nicht in allen Facetten perfekt, aber dennoch von recht hoher Qualität - und sehenswert ist er allemal!

                                • 9

                                  Großes Kino!
                                  Dem Film gelingt es, durchgehend die Spannung zu halten. Tom Hanks als Hauptdarsteller spielt wie immer großartig, aber auch die übrigen Darsteller sind wirklich gut und überzeugend.
                                  Einfach durchweg mitreißend und fesselnd und dadurch wirklich empfehlenswert!

                                  • 7

                                    Definitiv ein sehenswerter Film, der sich relativ eng an die wahren Ereignisse hält und somit erfrischend wirkt. Die Darsteller machen ihre Sache wirklich gut, allen voran Hanks und Abdi, die glaube ich auch beide für den Oskar nominiert wurden (?). Die zweite Filmhälfte ist etwas lang geraten finde ich, weshalb die Spannung zwischenzeitlich ein wenig sinkt. Wer ein Freund von handgemachten Filmen ohne viele Effekte ist, ist hier schonmal richtig. Greengrass dreht den Film schon fast etwas in dokumentarischer Form mit der für ihn typischen Kameraführung, die den Zuschauer in ihren Bann zieht.

                                    • 7 .5

                                      Der Film ist definitiv stark, durch und durch fesselnd und vor allem Hanks liefert eine tolle Show ab, aber wieso ist die Kameraführung so miserabel! Das zieht den Film leider etwas runter!

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                                      • 8
                                        Dady 21.03.2016, 20:38 Geändert 21.03.2016, 20:39

                                        Top! Endlich mal wieder ein Film der hält was er verspricht.
                                        Eine Geschichte die leider immer noch aktuell ist und somit nichts an Brisanz verloren hat. Dazu sind die Darsteller natürlich richtig stark. Tom Hanks spielt mal wieder alles an die Wand und hat mich einfach nur beeindruckt. Die Story hat zwar einige Längen und ist aber trotzdem nie Langweilig. Dazu ist die Spannung in der zweiten Hälfte des Films wirklich heftig. "Captain Phillips" war wieder so aufregend das ich mich zum Ende hin von meiner Couch aufrichten musste um mich gerade hinzusetzen. Das schaffen nicht viele Filme.
                                        Dieses Drama zeigt einfach die bittere Realität die auf einigen Weltmeeren herrscht. Die Hintergründe zu solchen Taten werden beleuchtet weshalb man auch die andere Seite der Geschichte sieht. Wer "Captain Phillips " also noch nicht gesehen hat sollte das schnellsten nachholen.

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                                        • 8

                                          Boah der Film hat mich stellenweise echt agressiv gemacht... so viel Tumult nur wegen ein paar hirnlosen Hinterwäldlern.
                                          Die schauspielerische Leistung war in meinen Augen grandios und das Ende von Hanks war so berührend und überzeugend das mir das Wasser in den Augen stand TOP!
                                          Fazit: Auch wenn der Film hier und da ein paar Längen hat ,war die Story die ja an eine wahre Begebenheit angelehnt ist echt spannend und mitreißend!

                                          • 8

                                            wirklich spannend vom Anfang bis zum Ende!

                                            • 7 .5

                                              Es hat ein paar Jahre gedauert, bis Hollywood die Realität aufgreift und zu einem Film verarbeitet. Lange Zeit hatten ‘Piraten‘ vor der Küste von Somalia Tanker gekidnappt und Lösegeldforderungen in Millionenhöhe gestellt. Paul Greengrass hat ein dokumentarisches Drama mit etwas Hintergrund und ein bisschen Tiefgang abgeliefert. Dabei wird einerseits auf die Auswahl der kleinen Fischer eingegangen, die hier für Warlords das schmutzige Handwerk aufführen und andererseits darauf hingewiesen, dass sich die zufällig ausgewählte Truppe keineswegs immer einig ist. Die Entwicklung ist logisch nachvollziehbar und bleibt spannend, weil es immer wieder auf beiden Seiten kleinere Imponderabilien gibt, die so von den Akteuren nicht vorgesehen waren. Der Ausgang ist jedem klar. Es interessiert nur, wie es ging? Es ist nicht nur die technische Allmacht der USA, die hier vorgeführt wird, sondern auch die intellektuelle Überlegenheit der westlichen Seeleute. Tom Hanks in der Titelrolle gibt trotz seiner Gefangenschaft den Piraten einerseits noch Tipps, andererseits ist er aber auch permanent bereit, ihnen Knüppel zwischen die terroristischen Beine zu werfen. Absolut authentisch wirkt dabei das Kauderwelsch, das zwischen den Parteien gesprochen wird, vor allem mit dem Anführer der Piraten Muse (Barkhad Abdi). Die sind glaubhaft gecastet: unsympathisch, böse und unberechenbar. Die Handcam ist hier bildendes Stilmittel.
                                              Ehefrau Andrea (Catherine Keener) taucht in diesem reinen Männerfilm nur ganz kurz auf. Darstellerisches Highlight ist die Reaktion von Captain Phillips nach seiner Befreiung. Der Zuschauer kann die Erleichterung aber auch das mögliche Trauma nachvollziehen. Spannende Dokumentation.

                                              • 7 .5

                                                Hanks mal wieder in überragender Form. Die Spannung steigt stetig an, was auch an den starken Leistungen der vier Entführer liegt.

                                                • 9

                                                  Selten so wenig geblinzelt bei einem Film. Selten so einen hohen Herzschlag gehabt. Herausragender Film. Traurig, dass dies die Realität auf den Meeren ist.

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                                                  • 7
                                                    mikkean 15.02.2016, 16:06 Geändert 15.02.2016, 16:18

                                                    Captain Richard Phillips, verlässlicher Seemann und Familienmensch. Dann plötzlich Mittelpunkt einer dramatischen Geiselnahme auf dem Indischen Ozean. Vier Tage in der Gewalt somalischer Piraten. Die brutale Anspannung, die qualvolle Ungewissheit und nackte Angst, jederzeit von Kugeln durchlöchert zu werden – das alles können wir und wollen wir uns nicht mal im Ansatz vorstellen.

                                                    Aber "Captain Phillips" lässt es uns erleben. So hautnah, wie es filmisch betrachtet, eben nur geht. Und dank drei wichtiger Pfeiler bleibt einem diese Aufbereitung nachhaltig in Erinnerung.

                                                    Zuerst wegen der Besetzung von Tom Hanks als Titelhelden. Sympathisch legt er diesen Captain an. Als einfachen Working Class Hero, der auf hoher See um den Zusammenhalt seiner Crew bemüht ist. Einer, der sich auch ganz selbstverständlich schützend vor seine Mannschaft stellt und sich lieber selbst als Faustpfand anbietet. Dass Hanks diese Rolle und diesen Spagat – zwischen Normalo und Streitobjekt im Mexican Standoff zwischen der Ersten und der Dritten Welt – gut meistern würde, war abzusehen. Dass er einen mit seiner Leistung derart durchrütteln würde, überrascht trotzdem.

                                                    Hanks Darstellung passt jedoch hervorragend zu Handhabung von Regisseur Paul Greengrass. Ruhig, besonnen und selbst im größten Sturm nach dem letzten Fitzelchen Vernunft greifend. So wie Phillips im Film, versteht es auch Greengrass, ein mal qualvolles, mal erdrückendes Maß Nähe durch objektive Distanz zu erzeugen. Was nichts anderes bedeuten soll, dass Greengrass zu jenen gesegneten Regie-Assen gehört, denen konsequent tolle Beobachtungen und Schilderungen gelingen, ohne sich in der Hast oder störenden politischen Untertönen zu verzetteln.

                                                    Schon bei "Flug 93" gelang ihm das sprichwörtlich Unmögliche: einen dichten wie verstörenden Film über jene Ereignisse an Bord der United-Airlines-Maschine zu realisieren. Das Spekulative greifbar und lebensnah erscheinen zu lassen. Und den Vorwürfen der Tragödien-Ausbeutung oder Instrumentalisierung am Ende standhalten zu können. So wie "Flug 93" ist auch "Captain Phillips" kein propagandistisches Heldenlied auf unverwüstliche Amerikaner, die grinsend einem Gewehrlauf trotzen. Noch verkommt der Film in keinem Moment zu einem Werbeclip für die High-Tech-Errungenschaften einer, bis an die Zähne bewaffneten, US-Marine.

                                                    Für derartige Mätzchen ist Paul Greengrass zu klug. Er bleibt lieber an allen Beteiligten kleben und lässt uns Zuschauer spüren, wie sich die Ereignisse mit jeder vergangenen Stunde umso dramatischer wie auswegloser entwickeln. Und dass sich diese Geiselnahme nicht auf eine denkbar simple Gleichung mit Faktoren wie unbescholtene Seefahrer und brutale Freibeuter aus der unterentwickelten Ecke der Welt, reduzieren lässt.

                                                    Wenngleich "Captain Phillips" auch keine anklagende Sozial-Kritik übt, so fährt der Film bei der Darstellung der somalischen Piraten einen weiteren und vielleicht sogar den wichtigsten Trumpf auf. So werden uns Abduwali Muse und seine Mitstreiter nicht einseitig als Hasardeure und Geisel-Gangster präsentiert. Greengrass widmet sich zumindest in einem kleinen, gut nachvollziehbaren Fenster, den weniger selbst-süchtigen Motiven dieser verhärmten Freibeuter.

                                                    Plötzlich geht es nicht um adrenalinsüchtige junge Verbrecher, die in Motor-Booten auf Kaperfahrt gehen. Es sind Fischer und Menschen wie du und ich, am anderen Ende dieser unserer Welt, die mit Waffengewalt um ihr Leben fürchten. Wo die Fischerei fast ausgestorben ist, muss eben nach anderem Wild gejagt werden. Gut, "Captain Phillips" kann diese Problematik nur anschneiden und wird sich auch nicht lösen können. Aber immerhin bleibt der Film auch bei der Betrachtung dieser Aspekte seinem Credo treu. Und liefert uns keine rücksichtslosen Feindbilder, sondern schon bemitleidenswerte Typen, die aus der Not, und mit der Aussicht auf den eigenen Tod in der Heimat, in aller Verzweiflung bis zum Äußersten gehen.

                                                    So wird das von Ober-Geiselnehmer Muse beschworene Amerika, von einer Träumerei zum sprichwörtlichen Sinnbild einer Sehnsucht, die unerfüllbar bleiben wird. Und die er dennoch nicht aufgeben wird, weil er schon weniger als nichts zu verlieren hat.

                                                    Und wenn "Captain Phillips" diese reale Problematik schon nicht lösen kann, dann kann er sie uns ungeschönt um die Ohren hauen. Oder uns mit der Besetzung von Barkhad Abdi ins Gesicht schubsen. Abdi, der selber mal auf der Straße vertickt hat und zufällig für den Film entdeckt wurde, erweist sich als letzter Pfeiler dieses Geisel-Dramas. Er sieht so aus wie jemand, der den Schmutz seine Wiege und das Elend seine Bettdecke nennen darf. Vor allem gelingt es diesem unbeschriebenen Blatt, an manchen Stellen mit Tom Hanks auf Augenhöhe zu spielen.

                                                    "Captain Phillips" erhebt keinen Anspruch darauf, ein Geiseldrama mit all seinen verschiedenen Facetten zu schildern. Und doch gelingt Paul Greengrass mehr als nur das Einfangen einer beklemmenden Enge und das Suggerieren konstanter Todesangst. Und trotz nüchterner Perspektive gibt es Momente wahrer Gänsehaut. Augenblicke wie jener, in denen Phillips kurz vor dem finalen Schusswechsel auf einem Stück Papier seinen Abschiedsbrief zu kritzeln beginnt. Nur kurz ist das, aber ohne Kommentar dennoch umso bewegender. Selbst ein komischer Nachgeschmack bleibt, denn "Captain Phillips" zeigt keine versöhnliche Wiedervereinigung mit den Liebsten. Keine Siegesfeier oder Schulterklopfen. Am Ende dieses sehr ungleichen Duells hat ein Mann sein Leben wieder, während andere es verloren haben. Und einer, der von Amerika geträumt hat, tauscht die eine Misere gegen den Kerker. Was für ein Film.

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