Dschungelkind - Kritik

Dschungelkind

DE · 2011 · Laufzeit 131 Minuten · FSK 12 · Abenteuerfilm, Drama · Kinostart
Du
  • 9

    m.E. wurde hier einiges richtig gemacht. Sehr spannende Handlung, obwohl es sich etwas sehr gezogen hat gegen Schluss, deshalb gibts von mir ein bisschen Abzug. Ein oder zwei Sachen empfand ich als überflüssig und hätte man streichen oder kürzen können.
    Tolle Bilder aus dem tropischen Regenwald und auch ein sehr realistisches Bild der Eingeborenen.
    Insgesamt ein wirklich gelungener Abenteuerfilm. Daumen Hoch

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    • 7
      expendable87 05.03.2018, 12:15 Geändert 05.03.2018, 15:42

      https://www.youtube.com/watch?v=2WFJB4kHIIw
      In Roland Suso Richters 130-minütiger Roman-Verfilmung zieht eine fünfköpfige Familie aus Deutschland in den tropischen Regenwald Westneuguineas, wo sie sich fortan mit dem Leben und der Kultur des einheimischen Fayu-Stammes auseinandersetzen!
      ...
      DSCHUNGELKIND ist eine autobiographische Geschichte, die einige interessante Eindrücke liefert und vor allem durch ihre authentisch wirkende Darstellung und gefühlvolle Score-Untermalung zu gefallen weiß!
      Mit den Charakteren lebt man sich nach und nach ein, sodass trotz anfänglicher Skepsis mit zunehmender Laufzeit auch die Anteilnahme an den Ereignissen steigt!
      Die Darsteller, darunter auch Thomas Kretschmann (U-571, Jungle), wegen welchem ich ursprünglich überhaupt erst einen Blick riskierte, liefern ein soweit tadelloses Schauspiel ab!
      ...
      Fazit: Abenteuerliches Familien-Drama, welches ich zumindest Genre-Freunden, die deutschem Fernsehen nicht völlig abgeneigt sind, guten Gewissens weiter empfehlen kann!
      ...
      Sabine Kuegler, Zentral-Person & Autorin des Bestsellers 'Dschungelkind': 'Ich war sehr gerührt, als ich den Film zum ersten Mal gesehen habe!'
      Sabine Kuegler über Darstellerin Stella Kunkat (Das Tagebuch Der Anne Frank): 'Sie spielt ihre Rolle sehr authentisch...ich habe mich ganz stark wiedererkannt!'
      ...
      7 / 10 Begrüßungstänzen

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      • Ein großartiger Film! Ich habe ihn erst heute auf 3Sat gesehen. 2011 war ich noch im Ausland. Die Herausforderung, in zwei Kulturen zu leben, kenne ich aus eigener Erfahrung. Der Platz dazwischen ist oft schwierig und man fragt sich, wie lange es wohl dauern wird, bis die Menschen begreifen, dass die grundlegenden Dinge überall die selben sind.

        • 9
          realkontrol.com 28.01.2018, 17:18 Geändert 28.01.2018, 18:29

          Jeder Stamm, jedes Volk hat seine Regeln, die Fremde zumindest tolerieren sollten, da es sonst zu ernsthaften Konflikten kommen kann.
          Der Film wäre ein schöner Lehrfilm für alle geldgierigen, machtbesessenen und religionseifernden Anführer auf diesem Planeten.
          Ein sehr berührender Abenteuerfilm!

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          • 6 .5

            Filmisch ist das wirklich ok was Richter hier abliefert, starke Bilder, tolle Soundkulisse und auch gute Miemen.
            Der Film ist auf eine Weise schon interessant und fesselnd, die Kids spielen alle toll und man möchte und will der Geschichte folgen.Auch wenn in manchen Szenen weniger mehr gewesen wäre.
            Nur zwischendrin habe ich mich desöfteren die frage gestellt, warum tut eine fünf Köpfige Familie sich das an, in einer völlig fremden Kultur und Lebensweise sich einzunissten, "nur" um eine Fremdsprache zu erforschen, nimmt man all das ganze über zig Jahre in kauf.
            Das ist eine Frage die mich den ganzen Film beschäftigt hat und bei der mir auch kein Grund einfällt wo da die Motivation liegen soll.
            Dieser Gedanke nimmt für mich persönlich dem Film die Stärke und Aussagekraft.

            Aber für einen deutschen Film, im unendlich scheinenden Komödien Himmel eine filmisch angenehme Ausnahme.

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            • 6

              In seiner Verfilmung von Sabine Kueglers Erlebnisroman nähert sich Roland Suso Richter den Abenteuern im dunklen Kontinent mit den naiv unschuldigen und neugierigen Augen eines achtjährigen Mädchens, und unterzieht dabei sowohl Zivilisation als auch archaisches Leben im Urwald einer Kritik. [Anke Sterneborg]

              • 9

                Ich erinnere mich an die Hippie-Trilogie über die "Abenteuer der Familie Robinson" in der Wildnis von Alaska und muss darüber lachen wie harmlos und sentimental es erscheint gegenüber dem Film "Dschungelkind", welcher sich fast 30 Jahre später nahezu dokumentarisch und überaus authentisch der Thematik Ausstieg aus der Industriegesellschaft widmet, jedoch rückblickend auf eine Zeit Anfang der 80er Jahre.

                130 Minuten darf man Teil haben am Leben der Sabine Kuegler mit ihrer Familie in der Wildnis unter Eingeborenen und das ist eigentlich das Maximale was man von einer Verfilmung erwarten darf, für mehr sollte man sich schon den Büchern zuwenden. Zu keiner Zeit langweilte ich mich. Obwohl es dem Film nicht um die reine Unterhaltung ging hat mich das Ganze dramaturgisch doch sehr mitgenommen.

                Mitten im nicht immer so schönen Dschungel, einer Welt die uns "zivilisierten" unordentlich und dreckig vorkommen mag, ist Platz für Zwischenmenschliches, jedoch auf der profansten natürlichen Ebene, eine Welt die gleichzeitig Paradies und Hölle ist und sich deshalb im grundlegendsten aller Dinge nicht von der Welt der Industrieländer unterscheidet. Gerade aus ethnologischer und religiöser Perspektive hat "Dschungelkind" viel zu bieten. Ich werde wohl kaum darum herumkommen zu lesen um mehr darüber zu erfahren, wie schwer es war mit nativen Menschen in Kontakt zu treten und aus zu kommen, die verschiedener von uns nicht sein könnten. Nur angedeutet ist der Kontrast der verschiedenen Welten. Nun muss man dazu sagen, dass die persönliche Prägung von Sabine Kuegler und ihre Bewertung der "zivilisierten" Welt in Deutschland "wo man zu funktionieren hat" eine subjektive Bewertung ist. So mancher Kritiker der modernen Leistungsgesellschaft wird dafür romantische Gefühle hegen. Doch das was man gewöhnt ist und mit dem man aufgewachsenen ist, bestimmt auch sehr stark das was man als Heimat bezeichnet. Dies kann man an der Entwicklung und am Verhalten der älteren Schwester sehr gut nachvollziehen. Sie hat die Industriegesellschaft so verinnerlicht, dass es eine große Leistung von ihr war für mehrere Jahre mit der ganzen Familie in den Dschungel umzuziehen. Allen Naturromantikern soll damit und mit den vielen gefährlichen Situationen im Urwald gesagt werden, dass ein Survival Urlaub oder der Gang des Jakobsweges ein Kinderspiel dagegen ist.

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                • 5

                  Die Tatsache, dass "Dschungelkind" auf einer wahren Begebenheit basiert, zählt bei mir leider nicht viel. Da ich weder eine Ahnung von der Buchvorlage, dem Stamm der Faju oder den tatsächlichen Begebenheiten dieser Geschichte besitze, bleibt mir nichts anderes übrig, als den Film für das zu nehmen, was er ist: Ein episch bebildertes Drama um ein Kind, dass bei einem Stamm im Dschungel Südamerikas aufwächst und dort ihr Zuhause findet.
                  Filme mit einer solchen Konstellation haben es wirklich nicht leicht. Entweder glorifizieren sie die Naturvölker zu sehr, betreiben Naturverherrlichung und erschaffen ein Porträt von Rosseaus "goldenem Zeitalter", oder aber die Stämme werden barbarisch, primitiv und grausam dargestellt, um von den 'guten' Weißen die Zivilisation, Frieden, Mitgefühl und Vergebung gelehrt zu bekommen. Letzteres scheint bei "Dschungelkind" recht deutlich der Fall zu sein. Das Dorf der Faju scheint zunächst ein düsterer Ort, an dem Aberglaube und unmenschliche Sitten herrschen. Doch gegen Ende ist dies ein paradiesisches Plätzchen, in dem die Familie mit dem Stamm in Harmonie und Verständigung lebt. Meinetwegen.
                  Die Naturaufnahmen von "Dschungelkind" sind wahnsinnig schön, die Musik romantisiert das Geschehen in ausgiebiger Weise und man bekommt ein schön erhabenes Gefühl. Allerdings hätte die Geschichte ein bisschen mehr auf den Kontakt und die Kennenlernphase mit den Faju eingehen können. Quasi von einer Szene zur anderen ist Sabine (Stella Kunkat) mit den sehr schüchternen Stammeskindern auf Du und Du und spricht ihre Sprache zudem fließend. Die Faszination von Klaus (Thomas Kretschmann) an der Sprache der Faju hätte vielleicht auch ein bisschen mehr in den Mittelpunkt gerückt werden können, sodass wir als Zuschauer mit ihm lernen, einen Einblick in ihre Kultur zu gewinnen.
                  Was mich hingegen nervte, waren die trivialen Kapiteleinblendungen, welche das Geschehen ohne wirklichen Grund immer wieder unterbrechen. So landet die Familie Kuegler beispielsweise mit dem Hubschrauber im Urwald, der Bildschirm wir schwarz und wir lesen: "Erste Begegnung". In den folgenden Szenen kommen Mitglieder des Stammes aus dem Dickicht hervor und wir sehen: Die erste Begegnung. Genauso gut hätte man diese Schrift einblenden können: "2 Minuten später". Wären dies vereinzelte Momente, welche alle halbe Stunde mal erscheinen, kein Problem. Doch diese Kapiteleinblendungen ziehen sich durch den ganzen Film.
                  Ansonsten scheint der Film ein bisschen Substanz zu ermangeln. Zwar gibt es Charaktermomente, aber wenig Entwicklung und Dynamik. So schreitet "Dschungelkind" eher von einer edel fotografierten Szene zur nächsten. Am Ende wird durch einen inneren Monolog noch versucht, einen tieferen Sinn in den Film zu packen und dem Zuschauer eine Botschaft mitzugeben. Vielleicht bin ich ja zu abgestumpft, aber ich sah keinen großen Zusammenhang zwischen den 2 Stunden Film und diesen Schlussmonolog.
                  Leider resonnierte der Film nicht wirklich mit mir, aber er war nett anzuschauen und hatte seine Momente.

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                  • 10

                    Es gibt so Sachen, die passen oder sie passen eben nicht. Vielleicht kennt ihr das ja. Man macht einen Film an und weiß in den ersten 5 Minuten, der Film taugt nix.

                    Nun bei Dschungelkind war das ähnlich. Allerdings nicht mit taugt nix, sondern ich wusste nach 5 Minuten ich sitze im richtigen Film.

                    Wenn man mich nun fragt, wieso? Keine Ahnung. War es die Musik, waren es die Bilder, war es die Einleitung oder war es alles zusammen.

                    Die Story ist eigentlich simpelst. Aber wie das erzählt wurde, fand ich grandios. Grandiose Bilder & Aufnahmen, starke Musik, starke Schauspieler. Nicht die Bohne von langweile. Man sieht da einfach. Es ist nicht immer nur wichtig was man erzählt, sondern auch wie man etwas erzählt. Sprich der Film sprach mich einfach emotional voll an.

                    Das Es ein Deutscher Film ist, viel mir nicht auf. Habe das eben zufällig gelesen. Hätte auch einwandfrei von Steven Spielberg sein können. Auch so einer der wusste, wie man Geschichten erzählt. Also in seinen besten Zeiten.

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                    • 9

                      Ein für mich wirklich berührender Film. Mir hat er sehr sehr gut gefallen.

                      • 5 .5

                        Habe das Buch gelesen und fand es sehr interessant und spannend. Wollt immer mal den Film sehen aber niemand hatte große Lust auf den Film. Dann wurde er irgendwann verdrängt. Die Tage in der Videothek zufällig daran vorbei gelaufen und ausgeliehen.

                        Ich war skeptisch, wie so oft bei Filmen mit Buchvorlage, aber positiv überascht. Der Film ist ganz o.k. und auch weitestgehend authentisch gespielt. Viele Sachen werden im Film allerdings nur mehr oder weniger angedeutet, da ist es ganz gut wenn man das Buch im Rücken hat und entsprechende Stellen "ausfüllen" kann. Trotzdem war es schön das Geschriebene visualisiert zu erleben.

                        Was mich generell an dem Thema stört, ohne der Autorin jetzt zu nahe treten zu wollen oder ihr etwas zu unterstellen, dafür bin ich zu wenig bzw. gar nicht über sie informiert, ist dieses unterschwellige "weiße Familie geht in Urwald und bringt wilden Zivilisation bei" Getue gemischt mit dem Mythos vom "edlen Wilden". Da kommt vor allem die Mutter stellenweise etwas naiv rüber. Es sind eben (unreflektierte?) Kindheitserinnerungen.

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                        • 7

                          Wieder einmal ein Film vor der unheimlich berauschend-malerischen Kulisse des Malaysischen Dschungels. Da ich vorab das Buch gelesen hatte, war ich am Ende überrascht, wie gelungen man versucht hat aus einem autobiografischen Roman doch noch eine schlüssige Familiengeschichte zu erzählen.
                          Einen kleinen Wehrmutstropfen gabs für mich dann doch und dieser heißt Nadja Uhl. Irgendwie hat sie die Mutter nicht mit so herzlichen Strenge gespielt, wie man es aus den Bucherzählungen gewöhnt ist. Sie wirkte zickig, eitel und irgendwie komplett deplatziert. Dabei hätte es so einfach sein können! Denn Thomas Kretschmann spielte Klaus Kuegler wahrlich so herzlich, sorgend und ehrlich wie der Vater aus den Erzählungen rüberkam. Lag es daran, weil er sich vorab mit selbigem getroffen hat?! Oder weil er sich auch privat bereits lange Zeit mit dem Stoff auseinandersetzte?!
                          Wie auch immer, ein außergewöhnlich bewegendes Familienmärchen in einem sensibel erzähltem und opulenten Bildermeer. Sehenswert!

                          • 4 .5

                            Ein sehr bodenständiges Familiendrama, das zwar nicht zu jeder Minute fesstelt jedoch auch seine Glanzmomente besitzt. Anfangs erzeugt die äußerst ruhige Geschichte für leichte Langweile und man wird nur schwer warm mit den Charakteren, deren Darstellung von Schauspeiler zu Schauspieler sehr variieren. Doch nach fast 70 Minuten war ich langsam dabei und konnte eine gewisse Atmosphäre bemerken. Und obwohl man dem Film durch und druch ansah, ein Deutscher zu sein, war es selten so, dass ich mich fremdschämen musste, denn es wurde stets alles glaubhaft gehalten. In das ein oder andere Klischeefettnäpfchen sind die Macher trotzdem getreten, aber das war durchaus verschmerzbar. Zum Ende hin wurde es jedoch leicht fade und ich war dann doch zeimlich erleichtert, diesen Film beenden zu können und mich an dieses vollkommen aus der Luft gerissene und bedanglose Kommentar zu machen.

                            • 7

                              Dieses Buch hab ich nicht gelesen und weiss über die Geschichte nur, was man halt so in den letzten Jahren aus der Presse erfahren hat. Es scheint mir aber, dass hier ein gelungener Filme entstanden ist. Ob man nun das Thema im Allgemeinen oder die eigene Geschichte dieser Frau insgesamt interessant findet, sei jedem selber überlassen. An der filmischen Umsetzung und auch an der schauspielerischen Leistung gibt es meiner Meinung aber nicht das Geringste auszusetzen. Dabei erscheinen vor allem die Drehorte sehr authentisch, was sie wahrscheinlich auch sind und die geschilderten Zustände scheinen sich auch für die Filmcrew ganz änhlich dargestellt zu haben. Natürlich ist vieles hier überdramatisiert, verklärt und mit einer etwas falschen Romantik belegt; so wie es wahrscheinlich auch der Erinnerung oder der Ansicht der Autorin entspricht. Trotz stattlicher Länge weiss dieser Film aber durchaus zu überzeugen und zu unterhalten.

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                              • Bei "Fans dieses Films gefiel auch:", ist nicht einer dabei, der mir gefällt. Mir wird angezeigt: Krabat, Vorstadtkrokodile 3, Knockin' On Heaven's Door und richtig buhhhbähhhh, Zweiohrküken und Kokowääh.
                                Danke MP für die eindeutige Entscheidungshilfe, ob ich meine Zeit dafür verschwenden soll: Nein!

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                                • 5 .5

                                  Leider ein sehr seichter Film, aber von deutschen Spielfilmen kann man ja nicht wirklich mehr erwarten- obwohl ich sicher bin, dass man aus dem interessanten Drehbuch einiges mehr hätte rausholen können. So bleibt es hier leider bei einer niedrigen Bewertung...

                                  • 9

                                    Absolut sehenswert !!!

                                    • 6

                                      Ein Guter Film... wenn auch die Geschichte sich von Sabine Kuegler persönlich erzählt deutlich näher und mitreißender anhört....stellenweise auch (aus dramaturgischen Gründen) einfach anders ist.

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                                      • 5

                                        Wie sich beim Buch Dschungelkind der demonstrativ unschuldigen Selbstvermarkterin Sabine Kuegler die Echtsheitsfrage stellte, stellt sich bei der Filmadaption die Kitschfrage. Trieft doch die Story des blonden deutschen Mädchens und seiner tapferen Kleinfamilie unter Horden von edlen Wilden vor Klischeefallen wie der Regenwald im Monsun. Süß und idyllisch jedenfalls wird es so gut wie nie.

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                                          Dschungelkind bietet nicht viel mehr als Folklorismen. Eindimensionaler Ethno-Kitsch, uninspiriert und wenig überraschend, kommt jetzt mit Dschungelkind ins Kino. An der Verfilmung des autobiografischen Buches von Sabine Kuegler war die ARD beteiligt, und es reicht zu warten, bis der Film zur besten Sendezeit über die Bildschirme flackert.

                                          • 5 .5

                                            Von bröckelnder Identität und den Schwierigkeiten einer Kindheit fern der gewohnten Umgebung müsste Dschungelkind, die Verfilmung des Bestsellers von Sabine Kuegler, handeln; aber Entbehrung, Konfrontation mit Tod, Krankheit und Fremdheit werden hier mit pittoresker Exotik, abenteuerlichen Begegnungen und Mutproben wattiert, allesamt Ingredienzien, die längst ihren Weg ins Trash-TV gefunden haben. Da verwundert es nicht, dass das Ergebnis aus der Hand von Roland Suso Richter trotz respektabler Darstellerleistungen nicht mehr als solide Familienunterhaltung zu bieten hat.

                                            • 8 .5

                                              Der Stoff birgt die Gefahr in sich, ein primitives Volk mit seinen urzeitlichen Ritualen auszustellen und vom Kino-Publikum begaffen zu lassen wie einst die schwarzen "Wilden" im Völkerkundemuseum. Doch Regisseur Roland Suso Richter hält sich fern von dieser Art Folklore-Kitsch. In den Mittelpunkt von Dschungelkind rückt er ganz klar das Aufeinandertreffen zweier Kulturen und die Auseinandersetzung miteinander. Das macht diesen Film so ungeheuer spannend!

                                              • 6

                                                "Dschungelkind" besitzt keine wirkliche Dramaturgie, besteht eher aus Episoden und hat trotz seiner geduldigen Erzählweise seine Schwächen. Während die Kinder mit großer Selbstverständlichkeit agieren, holpert es überraschenderweise bei Uhl und Kretschmann öfter. Immer wieder wirken ihre Charaktere gestelzt und hölzerner, als man es den beiden Darstellern überhaupt zugetraut hätte. Dem Zuschauer verlangt die in Malaysia gedrehte Produktion damit Geduld ab, erzählt aber auch viel zwischen den Zeilen und schwingt sich nicht zum Richter über die Kulturen der Welt auf.

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                                                • 6 .5

                                                  Dschungelkind überzeugt als nettes Familienabenteuer, welches 90 Minuten Spass macht und den Zuschauer dank sympathischen Darstellern und schönen Bildern bei der Stange hält. Die letzte halbe Stunde wirkt jedoch hingewurstelt, und es werden noch schnell spannende Themen wie Kulturschock und die Suche nach sich selbst angesprochen. Interessante Themen, welche aber deutlich mehr Zeit brauchen, um nahezugehen.

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