Ghost in the Shell - Kritik

Kokaku Kidotai

JP/GB · 1995 · Laufzeit 85 Minuten · FSK 16 · Science Fiction-Film, Animationsfilm · Kinostart
Du
  • 8

    Ich habe in meinem Leben noch nie zuvor einen Anime gesehen. Schon als Kind weigerte ich mich steht's davor. Mir gefiel der Stil einfach nicht. Für mich war und ist diese Art von Film ein Einblick in eine völlig andere Kultur, die mir, rein optisch betrachtet, nie gefiel. Da ich allerdings schon öfter über "Ghost in the Shell" gestoßen bin, gab ich mir einen Ruck ihn mir anzusehen.
    Was soll ich sagen? Ich bin begeistert! Es wird vermutlich mein einziger Film aus diesem Gebiet bleiben, aber dafür zeigt er, dass egal, welches Genre er angehört, er doch ziemlich gut sein kann.
    "Ghost in the Shell" hat etwas, was viele Filme nicht haben - eine gute Story! Als Zuschauer hat man andauernd sogenannte mindfuck - Momente. Die Handlung ist sehr komplex und man stellt Vieles in Frage. Ähnlich wie bei der Netflix Serie "Black Mirror".
    Fazit: absolut sehenswert!

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    • 8

      Wer ihn noch nicht gesehen hat: GitS gibt es jetzt bei Prime Video! :)

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      • 8

        Nur zur Info - die Inspiration zu Matrix hatten die Wachowskis von Ghost in the Shell...

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        • 10

          Glück gehabt. Ausgerechnet das Kino welches zu Fuß bequem zu
          erreichen ist, hat mich im Juni mit Major Kusanagi beschenkt.
          Kopfhörer wären optimal gewesen, aber es haben sowieso fast alle
          durchgehend die Klappe gehalten. Nach dem Anfang herrschte
          bedächtige Stille bis zum Schluß. Im Anschluß draußen vor dem
          Saal glotzte mich ein grenzdebiles Grinsen an. Wie dämlich sieht
          der denn aus? Mein Gesicht an einer verspiegelten Säule... Das sah
          zwar zum fremdschämen peinlich aus, aber ich war glücklich, nicht
          ganz, noch im Rauschzustand mit verzerrten Gesichtsmuskeln.
          Da reift die gesicherte Erkenntnis heran, ganz sicher NIEMALS ein
          reaction video zu machen. Von Kenji Kawai und dem tranceartigen
          Androidentraum weggebeamt. Die berauschende Symbiose aus
          Klängen und Bildern spielte wieder mal unartig auf der Neurotransmitter
          Klaviatur herum. Wie jeder weiß, sind Botenstoffe/Glückshormone vom
          Körper produzierte Drogen. Wer nein zu Drogen sagt, müsste sich
          demnach konsequenterweise 365 Tage im Jahr um miese Laune
          bemühen. Ghost in the Shell macht zudem die Angebote der
          Krankenkassen für autogenes Training überflüssig, die Kraft die aus
          der Ruhe und den zaghaften Trommlern empor kriecht, versetzt
          mich jedesmal in einen meditativen Ruhezustand der vollkommenen
          Entschleunigung und Faszination. Staunen, mit ausreichend Sauerstoff
          für 80 Minuten abtauchen und dann diese sich breitmachende, gänzlich abschirmende Gelassenheit.
          Habe wirklich keine Idee wie ich es beschreiben soll, dies dann noch
          mit Peter-Lorre-Froschaugen auf der großen Leinwand zu erleben. Es
          hat gekribbelt und war jeden Cent wert. Die Intensität bei den ersten
          Tönen ist jedesmal so überraschend elektrisierend und einnehmend,
          schlichtweg erstaunlich dass ein über 20 jahre alter Zeichentrickfilm
          rappelweise tolle Filme und große Namen hinter sich lässt. Immer
          wieder ein Erlebnis, Mamoru Oshii sei Dank. Der Mann sollte wenigstens
          eine Büste mit seinem Konterfei bekommen. Wenn ich mir jetzt gerade
          wieder das Intro nach Kusanagis Auftritt im Lichtwellenbrecher
          Tarnanzug ansehe, seufz, bekomme ich schon wieder Lust in dem
          Film zu versinken. https://www.youtube.com/watch?v=sAzVt87G5Cs

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          • 9

            Philosophisch und aktueller denn je. Kann eine KI ein Bewusstsein über sich selbst erlangen? Und wenn ja, wie wirkt sich das aus? Diese Fragen werden unter anderem gestellt. Ich bin ja mal gespannt, wie ich den Film in zehn Jahren finde.

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            • 4 .5

              Irgendwann kommt man an dem Hype um diesen Film nicht mehr vorbei, daher waren meine Erwartungen auch ziemlich hoch. Die Optik ist gut aber der Rest hat mich so gar nicht mitgerissen und das Ende war für mich auch eher enttäuschend.

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                Wahrscheinlich einfach 22 Jahre zu spät gesehen. Schnarch.

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                • 8

                  Das Babylon Kino in Berlin zeigt den Film am 9. Juni. Ich bin gespannt :)

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                  • 8

                    Anfang Juni zeigt Kazé den Film deutschlandweit auf Leinwand. Au, super!

                    http://www.kaze-online.de/news/artikel/cyberklasse-bei-den-anime-nights/

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                      lieber_tee 05.05.2017, 15:32 Geändert 08.05.2017, 02:36

                      Als der Manga (1989) und seine erste Verfilmung (1995) entstanden, steckten das Internet und damit die virtuelle Vernetzung von Massen noch in den Anfängen. Nahezu prophetisch setzten sich die japanische Künstler Masamune Shirow und Mamoru Oshii mit den Themen Privatsphäre, Individualität, Bewusstseinserweiterung und dem verbrecherischen Hacken von Daten auseinander.
                      Die Anime-Perle beeinflusste nachhaltig das SF-Genre, nicht nur im Cyberpunk-Bereich. Sie schaffte es, dass japanische Zeichentrickfilme in der westlichen Hemisphäre einen erwachsenen Bekanntheitsgrad erlangten und dass Regisseure, wie die Wachowski-Schwestern und James Cameron, nachhaltig inspiriert wurden.
                      Dabei ist der Film nicht leicht zugänglich.
                      Zwischen hyperaktiven Action-Sequenzen und meditativer Bewegungslosigkeit, zu Chorälen und trommelnden Beats, entsteht eine suggestive Stimmung, die bis heute noch ihresgleichen sucht. Bewusst wird auf konventionellen Erzählrhytmus und Auflösungs-Erklärbär verzichtet. Die merkwürdige Mischung aus gespenstischen Bildern, nerdiger Technik-Erotik, verkopft-philosophischen Monologen und ästhetisierten Gewalt-Ausbrüchen, in einem japanischen Ghetto-Moloch, lässt den Zuschauer wie schwerelos treiben. Die Psychologisierung findet durch Bilder statt, zieht den Betrachter IN seine Figuren hinein. Die visuellen Räume erweitern sich, wie sie sich verdichten. Superrealistische Landschaften verschmelzen mit Körperbildern und philosophischen Zukunftsbetrachtungen. Geist und Körper entfremden und vereinen sich im Cyber-Raum, zu einer neuen menschlichen Entwicklungsstufe. Die Atmosphäre ist dabei ebenso mechanisch wie melancholisch. Wenn die unnahbar wirkenden Figuren ihre existenziellen Monologe aufführen ist der „Blade Runner“ immer nahe. Die eher assoziative Struktur prallt auf die Hirnrinde des optisch bereits völlig verstrahlten Zuschauer.
                      „Ghost in the Shell“ ist inhaltlich nicht auf den ersten Blick komplett zu erfassen, visuell aber so rauschhaft, dass er dazu einlädt in dieses Sci-Fi-Universum immer und immer wieder einzutauchen.
                      8 passende Cyberimplantate.

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                      • 8
                        Theokrat 28.04.2017, 00:02 Geändert 28.04.2017, 15:12

                        Düstere Zukunftsvision, die fasziniert und zum Nachdenken anregt.
                        Filmisch beeindruckend umgesetzt, mit einem fantastischen Soundtrack und großartigen Bildern.

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                        • 6 .5
                          Truther 17.04.2017, 21:56 Geändert 17.04.2017, 21:57

                          Obwohl ich Animes mag, habe ich mich immer gestreut diesen anzuschauen, da mir dieses Setting nicht gefällt. Auf Empfehlung aus allen Seiten muss ich sagen, er hat mir besser gefallen als gedacht, jedoch reicht es nicht den Lobesbeeren stand zuhalten. Tiefgang wird hier klein geschrieben, ab und an langweilige Dialoge und am ende stellt sich mir die frage, wars das schon? Ich habe versucht Ihn besser zu verstehen und zu mögen, kann es aber nicht. Ansonsten kann man sich Ihn anschauen, wenn man auf das Setting steht.

                          • 8

                            Als großer Matrix-Fan wollte ich immer schon den Vorlagen bzw. Inspirationen nachspüren, die den Wachowskis dazumals angediehen sind, so also Baudrillard lesen ("Simulacra und Simulation") und "Ghost in the Shell" sehen. Nun, Mission completed!

                            Der Film um die Robo-Mensch-Frau und die sich daran anschließenden philosophischen Fragen zu Identität und Bewusstsein ist ja bereits nach wenigen Jahren ein Kultklassiker geworden und kriegt durch die aktuelle Realverfilmung wohl nochmals richtig Aufwind. Transhumanisten geht ohnehin gleich einer ab bei der Vorstellung, dass Bewusstsein und Selbst bloß in einem kleinem Stückchen Hirn zu verorten wäre. In der Realität zeigen z.B. die mit Organtransplantationen einhergehenden Persönlichkeitsveränderungen, um nur eines von vielen Beispielen zu nennen, dass Bewusstsein holistischer gefasst werden muss und der Reduktionismus des Selbsts bloß aufs Neuronale und der Ausklammerung des Qualia-Problems ein Fehlschluss sein dürfte, der bloß einem materialistischen Paradigma geschuldet ist. Aber wir sind im fiktionalen Bereich und da ist ja alles ausdenkbar, und das ist auch sehr gut so.

                            Was mich an diesem Anime übrigens am allermeisten erstaunt hat, ist die außergewöhnliche Musik. Bei hochtechnisiertem SciFi rechnet man immer mit dem üblichen unterlegen Synthesizer-Soundteppich, wenn nicht gar basslastigem Techno, doch weit gefehlt, hier wird sanft und lieblich die spanische Gitarre gezupft und der hymnische Mädchenchor eingesetzt, ganz wunderbar.

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                            • 8

                              Gerade der philosophische Ansatz mit genügend Raum für Interpretationen macht den Film auch heute noch so besonders. Dabei ist "Ghost in the Shell" grundsätzlich etwas zu kurz geraten, um dieser komplexen Thematik in einem vernünftigen Umfang gerecht zu werden. Atmosphärisch stechen die Eröffnungssequenz sowie der Soundtrack heraus. Das Ganze gipfelt dann in einem großartigen Finale.

                              • 8 .5

                                Die alte deutsche Synchro ist aber auch übel! Wüsste ich's nicht besser, würde ich glatt annehmen, dass für den Major die deutsche Stimme vom Google Translator verwendet wurde.

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                                • 6

                                  Ich bin eigentlich überhaupt kein so großer Anime-Fan (ich habe zwar einige Pflichtwerke wie Akira oder Paprika im Regal stehen, aber das wars dann auch schon wieder), und habe mir hier vermutlich ein bisschen zu viel erhofft. Definitiv ein sehr interessantes, aber gleichermaßen auch unheimlich überschätztes Machwerk. Bei wirklich näherer Betrachtung ist der Film zudem nicht so tiefgründig, wie es stets von allen angepriesen wurde. Ich würde den Anime jedoch trotzdem als sehenswert einschätzen, da man hier sicherlich auch auf technischer Ebene viel fürs Auge bekommt. Und damit meine ich nicht nur Anime-Brüste.

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                                  • 8
                                    Filmpflaume 03.04.2017, 01:48 Geändert 03.04.2017, 02:02

                                    Der originale “Ghost in the Shell” ist eine Musterübung des Nachdenkens darüber, wo Identität liegt und was den Menschen zum Menschen macht. Auch wenn (gerade in der deutschen Fassung) die intellektuellen Ergüsse zum Teil etwas plötzlich und plump aus den Figuren sprudeln, ist das Werk ein herausragendes Beispiel philosophischen Fragens im Film, das sein Medium entsprechend zu nutzen weiß. Mamoru Oshiis meisterhafte Ausführung und die künstlerische Gestaltung sind es nämlich erst, die diese Gedanken in einer Atmosphäre aufgehen lassen, die ebenso meditativ wie bedeutungsschwanger ist.
                                    “Ghost in the Shell” sucht das menschliche Wesen, indem er im technologischen Gedankenexperiment alles auflöst, was man für gewöhnlich damit verwechseln könnte, und stellt, statt falsche Antworten zu geben, die richtigen Fragen: Wo das Bewusstsein aufhört oder anfängt, wenn seine äußerlichen Merkmale nahezu perfekt virtuell replizierbar sind, und welche Bedeutung der Körper noch haben kann in einer entkörperlichten, digitalen Welt - Fragen, die in über 20 Jahren nichts an Faszination eingebüßt haben. Der Film verzweifelt mit seiner Hauptfigur an der Zerbrechlichkeit menschlicher Existenz vor der Unauffindbarkeit ihrer Essenz - oder nicht? Die Ambivalenz seines Endes wird dem Niveau seines Fragens gerecht.

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                                    • 8

                                      Ghost in The Shell liefert eine phantastische Optik, das zeichnerische Niveau ist sehr hoch...zur damaligen Zeit!
                                      Der Anime bietet dem Betrachter eine komplexe Story, trotz der relativ leider viel zu geringen Laufzeit. GITS ist kompleexes Kino und Sicherlich braucht man hier zwei oder gar drei Anläufe, um wirklich fast alles zu verstehen, und selbst dann bleiben noch gewisse Fragen offen. Stellenweise hat man den Eindruck, dass der Fragenkatalog arg breit gefächert ist, zumal die Antworten grösstenteils ausbleiben.
                                      Die Charaktere haben Ihre Berechtigungen denn sie spiegeln sich perfekt in die Verlorenheit zwischen Mensch und Maschinen. Die daraus resultierenden Zweifel an der eigenen Persönlichkeit, dem Status und der Rolle in der Gesellschaft und die resultierenden Probleme, behandelt der Anime...trotzdem hätte ich gerne mehr davon gesehen.
                                      Das Internet ist längst zu einer Erweiterung unserer Persönlichkeit geworden...mehr denn je ist unser Geist mit anderen verlinkt.
                                      GITS hat mich zum nachdenken animiert und hat somit seine pflicht vollends erfüllt, denn ich bin gespannt wie ich ihn beim zweiten mal sichten sehen werde!!!

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                                      • 6

                                        Dem gefeierten Anime Klassiker "Ghost in the Shell" fehlt es in vielen Momenten an Tiefgang und weiterführenden Erklärungen. Da hilft auch nicht der eine Dialog in der Mitte des Films zwischen Major und Batou, der den philosophischen Ansatz endlich mal ausdehnt. Insofern ist es mir ein Rätsel wofür der Anime so stark geschätzt wird, zumal das Ende relativ schwach ist und in seiner Auflösung fast schon unverständlich wirkt. Der einstige Ansatz wird hiermit durch eine völlig andere Richtung vermischt und verläuft leider ins Leere.
                                        So lässt sich "Ghost in the Shell" aufgrund der ordentlichen Technik, der rasanten Action und den gelungenen Charakteren mit gesenkten Erwartungen ganz gut ansehen. Letztendlich ist der Anime aber nur knapp über Mittelmaß einzuordnen.

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                                        • 5 .5

                                          Hochgefeierter Anime-Klassiker aus dem Jahre 1995, den ich bisher noch nicht gesehen habe. Aufgewachsen bin ich mit Serien wie Sailor Moon, Pokemon, Captain Tsubasa uvm., das Interesse für Anime ließ später zwar stark nach, also bin ich weder ein Fan von den animierten Filmen aus Japan noch diesen wirklich abgeneigt. Es kommt dann halt generell auf den Inhalt an.
                                          Als erstes stechen bei dem Film die starken Animationen und der schöne aber auch beklemmende Soundtrack raus. Das ganze Thema ist natürlich sehr fiktiv, aber wenn man durch die Straßen geht und sieht wie jeder auf sein Handy schaut, dann wird einem schon auffallen, dass man sich auch in unserer Welt sehr stark auf die Technik verlässt.
                                          Bionik mit künstlichen Körperteilen ist ja auch schon länger keine Zukunftsversion mehr, wenn auch hier stark weitergesponnen. Thematisch wird man schon sehr mit Informationen überschüttet und es ist einer dieser Filme, wo man sich danach noch etwas reinlesen müsste, um ihn komplett zu verstehen. Ich habe auch mitbekommen, dass der Manga, der diesem Film vorausgeht ein sehr textlastiger ist, was bei anderen Reihen ja nicht so stark der Fall ist. Das kann ich mir sehr gut vorstellen.

                                          • 2 .5

                                            Ich werd wohl nie verstehen, warum man synthetischen Körpern Nippel gibt. "Weil es realistisch aussehen soll, du idiot!" denken einige, bevor ihnen einfällt, dass mangelnde Geschlechtsorgane dieses Argument entkräften. Wer also einen guten, sinnvollen Grund nennen kann darf und soll gerne antworten.

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                                            • 7
                                              Ecto1 30.03.2017, 09:12 Geändert 30.03.2017, 12:43

                                              Bevor ich die Realverfilmung im Kino begutachten durfte, wollte ich mir nach laaanger Zeit mal wieder den original Anime von damals ansehen. Den hatte ich sicher vor fast 10 Jahren das letzte Mal im Player und ich war gespannt ob er seine Wirkung noch immer entfalten kann und sich das „damals“ Gefühl einstellen kann. Bei der bekannten Eröffnungssequenz welche dank der eindrücklichen Sounduntermalung sprichwörtlich unter die Haut geht, war ich schon wieder Feuer und Flamme!

                                              Auch wenn die Zeichnungen nicht mehr so frisch wie vor 15-20 Jahren wirken, ist der Film relativ gut gealtert und kann vor allem in den gewaltigen Actionszenen noch immer überzeugen. Die Story ist in ihrer Konsequenz noch immer besser als diejenige der aktuellen Realverfilmung, was aber auch nicht verwundern sollte, da der philosophische Ansatz wie man Leben zu definieren hat hier mehr Beachtung findet.

                                              Auch wenn die Deutsche-Synchro manchen Fremdschäm-Porno Moment andeutet („Endlich bin ich in dich eingedrungen“, Brüller seit Jahren) und auch mancher Dialog etwas zu lang wirkt, hätte ich mir gewünscht dass der Film eine längere Laufzeit aufweist. In den 85 Minuten bleibt einfach zu wenig Zeit um der Geschichte wirklich gerecht zu werden, vieles wirkt dadurch etwas gehetzt, vor allem da andere Aspekte wieder mehr Raum einnehmen und am Ende ein fieser Cliffhanger wartet.

                                              Atmosphärisch ist „Ghost in the Shell“ noch immer grosses Kino für einen Zeichentrickfilm, wirkt in der Originalversion (Nicht die CGI 2.0 Variante) zwar leicht angestaubt, aber gerade dies macht ja auch den Charme solcher Klassiker aus. Auch wenn ich „Akira“ immer bevorzugen werde, ist dies sicher einer der Animes die mich damals am meisten beeindrucken konnten. Kult, Klassiker, prägend für eine Generation, dies sind keine zu grossen Worte wenn man jemandem den Film verkaufen müsste.

                                              Um bei mir eine höhere Wertung einzufahren bin ich wohl zu wenig Anime-Fan aber auch zu wenig euphorisch wenn es um diesen Streifen geht. Gerade die Deutsche-Synchro passt mir überhaupt nicht, egal in welcher Version. Dem japanischen bin ich dann auch zu wenig mächtig um damit Spass zu haben, aber evtl. werde ich mir den Spass mal gönnen um zu sehen, wie hoch der Gewinn an Atmosphäre im OT ist.

                                              Ein wirklich toller Anime-Film ist „Ghost in the Shell“ aber auch so.

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                                              • 8 .5

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                                                https://youtu.be/gsEgQImLhyQ
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                                                Sehr erwachsen, hatte ich so nicht erwartet. Es wird nichts künstlich gestreckt, man fokussiert sich aufs Wesentliche und hält dabei wenige, aber effektive Gewaltspitzen bereit. Zudem ist der Film philosophisch und stellt die Frage nach den Grenzen zwischen Mensch und Maschine. Mehr in meiner Videokritik.

                                                • 8

                                                  Der Choralgesang des Soundtracks bildet einen reizvollen Kontrast zum Science-Fiction- und Cyberpunk-Setting von „Ghost in the Shell“. Die Anime-Optik ist für Genre-Unbeleckte wie mich natürlich gewöhnungsbedürftig, erst recht, da unsere westlichen Sehgewohnheiten beim Animationsfilm mittlerweile doch arg durch die großen Studios wie Disney/Pixar und DreamWorks beeinflusst sind. Wer das abschalten kann, den erwartet ein visuell betörendes Werk in detailgenauen, gleichwohl ruhigen Bildern, die mit gelegentlichen Action- und auch Gewalteruptionen gespickt sind. (...) Wie auch immer die Realverfilmung von Rupert Sanders („Snow White and the Huntsman“) ausfallen wird, am Status von „Ghost in the Shell“ als visionäres Meisterwerk wird das nichts ändern.

                                                  Ausführlich bei DIE NACHT DER LEBENDEN TEXTE.

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                                                  • 6
                                                    Dady 26.03.2017, 00:05 Geändert 26.03.2017, 00:06

                                                    Endlich, Endlich, Endlich....nach einer Ewigkeit des Wartens habe ich es geschafft "Ghost in the Shell" zusehen. Meine Erwartungen an diesen Kultfilm waren schon recht hoch nur so richtig wurde ich leider nicht überzeugt.
                                                    Alleine von der Optik ist der Film nah an der Perfektion. Diese Bilder sind einfach einmalig und wurden von einem einzigartigen Soundtrack unterstützt. Dazu kracht es bei der Action gewaltig und zählt somit zu den Höhepunkten des Films. Es ist leider die Story mit der ich nicht viel anfangen konnte. Nicht das die Geschehnisse mich hier kalt gelassen haben, nur so richtig erreicht hat mich das Ganze leider nicht. Schade eigentlich.....
                                                    Fazit: Von der Optik her ist "Ghost in the Shell" ein Meisterwerk, doch der Rest ist in meinen Augen eher schwierig.

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