Mr. Long - Kritik

Mr. Long

JP/DE/CN/TW/HK · 2017 · Laufzeit 128 Minuten · FSK 16 · Drama · Kinostart
Du
  • 9

    [...]Mr. Long ist Kino nahe an der Perfektion. Ein wilder Genreritt, der, augenscheinlich blind, doch genau weiß, wohin er treten muss. Die grandiosen Darsteller sorgen für die nötige Glaubwürdigkeit, nichts wirkt aufgesetzt oder effekthascherisch. Man lacht zusammen mit den Dorfbewohnern, bewundert das kulinarische Talent der tödlichen Hauptfigur und ist gerührt von der zarten Quasi-Vater-Sohn-Beziehung, die sich entspinnt. Jedes Wagnis ein Treffer und so zielgerichtet, wie das Messer in der Hand unseres Killers. Empathie für einen Mörder – man muss ihm nur ein Stück Lauch geben. Der bislang beste Film des Jahres, der sich tief ins Herz pflanzt.

    9
    • 7

      Während das Gemüse gart, wechselt auch der Film seinen Aggregatzustand: vom „hard-boiled“ Killerfilm zur Culture-Clash-Farce. [Barbara Schweizerhof]

      • 7 .5

        Den eindringlichsten Kampf erlebt man freilich im Innern des von Chang Chen sehr nuanciert gespielten Auftragskillers: Wie er auf nachvollziehbarem Weg Schritt für Schritt lernt, seinen bisherigen Gewaltkodex zu hinterfragen, stellt an Spannung selbst den Showdown in den Schatten. [Marius Nobach]

        • 7

          Sabus Bildsprache ist wie gewohnt einfallsreich, der Plot stets überraschend und der gesamte Film durchzogen von einem warmherzigen Humor und kauzigen Charakteren. [Lars Tuncay]

          • 7

            Humor auf der einen, Action und Gewalt auf der anderen Seite. Sabus Film ist ein forscher Genremix, der visuell überzeugt, aber dann doch allzu viel inhaltlichen Leerlauf bietet. [Kai-Oliver Derks]

            • 8

              Sabus Geschichte eines verirrten Profikillers beginnt glamourös und blutig. Und entwickelt sich zu einem atmosphärischen Autorenfilm um die Frage, wie man die Ökonomie der Rackets überwinden kann. [Sabine Horst]

              1
              • 7

                Was Mr. Long zu einem wild-unterhaltsamen Film macht, ist der typische SABU-Touch. Der Japaner inszeniert mitreißende Martial-Arts-Action, setzt die Musik eigensinnig ein und schlägt viele Haken. [Christian Horn]

                • 9

                  Zerbrochene Leben und einstürzende Neubauten, extrem erheiternde Passagen wie schockierende Wendungen stehen auf einer Stufe. Vordergründig geht es dabei um die Suche nach Liebe und Glück. Aufgrund von Sabus kunstvoller Inszenierung, des selbst geschriebenen Drehbuchs und der starken Bilder ist „Mr. Long“ ein weiterer Film aus Asien, den man auch Nichtkennern und Filmmuffeln zum Einstieg empfehlen kann. Kenner sollten aber ebenso keinen Bogen um Long machen: Selbst der allseits beliebte Schauwert des Gemetzels, das von avantgardistischen Musikeinlagen unterstützt wird, serviert Sabu in raren Portionen, die brutalen Szenen sind wie gewohnt nicht gerade Well done gebraten. Das Endprodukt hingegen ist mehr als Well done, ein potenzielles Leibgericht für den cinephilen Bärenhunger auch jenseits der Berlinale.

                  7
                  • 4 .5

                    " Eine Story bleibt im Treibsand des Bilderbuchlebens stecken: Sabu konfrontiert einen Profikiller mit der Möglichkeit schlichten Glücks. Tun muss der Auftragsmörder dafür nichts."

                    • 6 .5

                      Mr. Long weiß auf stylische Weise und mit mildem Spott zu amüsieren. [Deborah Young]

                      • 8
                        Variety 17.02.2017, 11:30 Geändert 15.09.2017, 11:36

                        Sabu hat mit Mr. Long ein Profikiller-Märchen erschaffen, das so ist, als würde Charlie Chaplin auf Takeshi Miike treffen. Und das Verrückteste daran: Es funktioniert! [Owen Gleiberman]