Alita: Battle Angel - Regisseur Robert Rodriguez erklärt die riesigen Augen

Alita: Battle Angel
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Alita: Battle Angel

Als vergangene Woche der erste Trailer zu Alita: Battle Angel veröffentlicht wurde, stach ein Merkmal besonders hervor: Die digital vergrößerten Augen von Hauptdarstellerin Rosa Salazar. Die Absicht hinter dieser Entscheidung war klar, Alita: Battle Angel würde damit ein wichtiges Element der Manga- und Anime-Ästhetik, die auch in Yukito Kishiros Vorlage und der animierten Umsetzung Battle Angel Alita Anwendung fand, in Live-Action umsetzen. Dies war eine einzigartige Entscheidung, an der sich noch kein Anime-Realfilm versuchte, doch das ganze Konzept wäre am besten unmittelbar nach der Sichtung des ersten Testaufnahmen als gescheitertes Experiment aufgegeben worden. In einem Interview äußerte sich Regisseur Robert Rodriguez zu der Entscheidung.

Es wäre nicht unwahrscheinlich, dass Rodriguez eine Rolle bei Alitas Design spielte, schließlich finden sich abseits seiner Splatter-Orgien auch einige Realfilm-Cartoons wie die Spy Kids-Reihe oder Shark Boy und Lava Girl. Tatsächlich wurde Alitas Aussehen aber aus der Zeit übertragen, als James Cameron noch als Regisseur für Alita: Battle Angel eingeplant war. In einem Interview mit Empire gab Rodriguez einige Hintergründe zur Produktion preis, darunter auch die Absichten hinter den großen Augen. So Rodriguez:

Jim [Cameron] hatte immer vor, eine photorealistische Version der Manga-Augen zu schaffen, die wir so gewohnt sind. Wir wollten diese Tradition ehren und sehen, wie sie neben einem beliebigen menschlichen Charakter wirkt. Die richtige Person zu haben, die die Emotionen rüberbringt, war unverzichtbar. Ihr Ursprung ist im Film und es wird vermittelt, warum sie so aussieht. Wenn die Augen das Fenster zur Seele sind, haben wir ein paar ziemlich große Fenster. Da drin ist eine Menge zu erkennen! In den emotionalen Szenen ist das echt unheimlich und auffällig. Und fesselnd!

Cameron ist immer noch als Co-Autor und Produzent von Alita: Battle Angel involviert, nachdem er den Regiestuhl an Rodriguez abgab, um sich bis zum Hitzetod des Universums der Produktion seiner Avatar-Sequels zu widmen. Das Unbehagen, das sein Design bei den Zuschauern auslöst, scheint gewollt, und fesselnd ist der Anblick allemal. Schließlich fällt es als Zuschauer schwer, sich davon abzuwenden. Aber ob das Design wirklich zu allen beabsichtigten Reaktionen führt, ist fraglich. Manche Stilmittel funktionieren eben nur in einer abstrakteren Form und sorgen in einem Realfilm für Unbehagen. Das klappt hervorragend, um zum Beispiel in Horrorfilmen eine beunruhigende Atmosphäre zu schaffen, aber Alita ist als Sympathieträgerin gedacht, eine Rolle, die ihr durch die unnatürlichen Augen schwerer fallen wird.

Dazu kommt, dass Alita als einziger Charakter dieses Merkmal trägt, das durch das Wegfallen anderer Elemente des Stils (Stupsnasen, übergroße Schweißtropfen, vereinfachte Gesichtsausdrücke und Schuluniformen), mit denen die verniedlichten Augen eigentlich zusammenarbeiten, umso mehr fehl am Platze wirkt. Wir können Alitas Augen ab dem 19.07.2018 bewundern und fürchten, wenn Alita: Battle Angel in den deutschen Kinos startet.

Was haltet ihr von der Erklärung? Stören euch die Augen in Alita: Battle Angel?

moviepilot Team
Thunderdrome Sebastian Wienecke
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