Detektiv Conan: Die stahlblaue Faust

Anime im Kino - Mein Abend mit Detektiv Conan und Kaito Kid in Bestform

Detektiv Conan: Die stahlblaue Faust (Key-Visual)
© Gosho Aoyama / Shogakukan • YTV • TMS 1996
Detektiv Conan: Die stahlblaue Faust (Key-Visual)
30.06.2020 - 21:00 UhrVor 14 Tagen aktualisiert
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Detektiv Conan kehrt mit einem neuen kniffligen Fall zurück, der ihn mit einem seiner ärgsten Rivalen vereint. Zudem hält der 23. Kinofilm der Reihe noch eine Premiere bereit.

Nach einigen Streaming-Events, unter anderem einem furchterregenden Ghul-Hannibal, kehren die KAZÉ Anime Nights mit ihrer aktuellen Auskopplung wieder in ausgewählte Kinos zurück. Diesmal mit einem absoluten Rekord-Film, denn während Avengers: Endgame letztes Jahr die internationalen Kinokassen dominierte, kamen die Marvel-Helden in Japan nicht auf Anhieb an Detektiv Conan - The Movie 23: Die stahlblaue Faust vorbei.

Mordfälle & Magie in Singapur

Der Mord an einer jungen Frau, eine Explosion, ein ungeheuer wertvoller Edelstein und eine vertraute Visitenkarten. Diese Dinge erwarten uns zu Beginn von Detektiv Conans neuestem Kino-Abenteuer, das sich erstmals außerhalb Japans, nämlich in Singapur ereignet. Wie unser kleiner Held sehr zu seinem Missfallen herausfindet, hat Meisterdieb Kaito Kid ihn entführt, denn seine Visitenkarte wurde am Tatort eines Mordes gefunden. Conan soll ihm nun bei der Lösung dieses Falles helfen und Kids Unschuld beweisen.

Doch natürlich sind die beiden nicht allein unterwegs, denn Kid ist als Shin'ichi Kudo verkleidet gemeinsam mit Ran, ihrem Vater Kogoro sowie ihrer besten Freundin Sonoko nach Singapur gereist. Ein Kampfsportturnier, dessen Gewinner einen überaus wertvollen Edelstein erhalten soll, hat ihr Interesse geweckt. Sonoko will dabei vor allem ihrem Freund Makoto die Daumen drücken, der am Wettkampf teilnehmen will.

Ran und Sonoko stellen sich Conan vor

Soviel zur Story des 23. Films des beliebten Anime-Franchise, die sehr geradlinig und leider über weite Strecken auch recht vorhersehbar erzählt wird. Gerade im Vergleich zum direkten Vorgänger, Detektiv Conan: Zero der Vollstrecker, zieht der aktuellste Film unseres kleinen Meisterdetektivs den Kürzeren. Die eher simple Geschichte ist jedoch zu verschmerzen, denn der Film ist wahnsinnig unterhaltsam und weiß vor allem mit Figuren zu begeistern, wobei das ungleiche Gespann Conan/Kid besonders herausragt.

Detektiv Conan + Kaito Kid = Mordsspaß

Conan und Kid können auf eine lange gemeinsame Historie zurückblicken. Was als Feindschaft begann entwickelte sich mit der Zeit zu einer fast schon freundschaftlichen Rivalität. Beide wissen um die Fähigkeiten des anderes, Kid kennt sogar Conans wahre Identität, und respektieren einander. Der Film macht sich diese Verbindung geschickt zunutze und versteht es, die Beziehung des dynamischen Duos wunderbar zu inszenieren.

Egal ob sie gemeinsam dem Mordfall auf die Spuren kommen oder sich kleinere Streitgespräche liefern, ihre gemeinsamen Szenen gehören zu den absoluten Highlights von Die stahlblaue Faust. Besonders witzig wird es dabei natürlich, wenn Ran in der Nähe ist und Conan mal kurz vorm verzweifeln ist, da seine Freundin doch merken müsse, dass nicht der echte Shin'ichi neben ihr sei, oder er Kid einfach rotzfrech in die Parade fährt.

Kaito Kid muss einiges einstecken

Doch zum Glück kommen auch unsere übrigen Helden wie Sonoko, Makoto oder Kogoro nicht zu kurz. Jeder von ihnen bekommt wenigstens einen Moment, in dem er zeigen kann, was wirklich in ihm steckt. Wirklich süß wird es, wenn Sonoko und Makoto zusammen sind, denn ähnlich wie Ran und Shin'ichi können sie sich ihre wahren Gefühle (noch) nicht wirklich eingestehen. Wenn Sonoko beispielsweise von Kaito Kid schwärmt, was Makoto sichtlich eifersüchtig macht, kann sich der Zuschauer ein Schmunzeln nicht verkneifen.

Die stahlblaue Faust läuft in Actionszenen zu Höchstform auf

Apropos Makoto: Das Kampfsport-Ass darf in einigen körperlichen Auseinandersetzungen zeigen, was er wirklich kann, was stets herrlich animiert wurde. Gerade eine Konfrontation gegen mehrere bewaffnete Gangster sticht hier hervor, die zunächst Sonoko bedrohen. Makoto verweist sie mit eindrucksvollen Moves jedoch schnell auf ihre Plätze.

Weitere Animations-Highlights sind die Szenen rund um Kaito Kid, den die Verantwortlichen spürbar cool in Szene setzen wollten. Während Makotos Kämpfe besonders durch eine klare Bildsprache und aufwendige Choreographien beeindrucken, wissen die Einbrüche unseres jungen Meisterdiebs wiederum mit herrlich dynamischen Kamerafahrten sowie natürlich seinen spektakulär inszenierten Zaubertricks und Einbrüchen zu beeindrucken.

Makoto beschützt Sonoko

Generell lässt sich dem 23. Detektiv Conan-Kinofilm visuell wenig vorwerfen. Singapur wurde mit viel Liebe zum Detail nachgebildet. Insbesondere berühmte Touristen-Spots wie der Merlion Park oder auch das Maxwell Food Centre wurden aufwendig rekonstruiert. Die kräftigen Farben tun ihr übriges, um sich in der exotischen Kulisse verlieren zu können. An manchen Stellen kommt es allerdings bei den Gesichtern der Figuren zu einem merklichen Bruch im Zeichenstil, der das ansonsten sehr stimmige Gesamtbild etwas stört.

Des Weiteren sind natürlich erneut alle aus der TV-Serie bekannten Synchronschauspieler mit an Bord, die in Kombination mit den vertrauten Melodien für ordentlich Stimmung sorgen. Alle sind spürbar mit Herzblut und Spaß bei der Sache, weshalb jede noch so kleine emotionale Regung glaubhaft vermittelt wird. Mini-Wermutstropfen: In einigen nicht-untertitelten Szenen wird Englisch gesprochen. Das Vokabular ist zwar recht simpel gehalten, doch wer schon länger kein Englisch mehr gebrauchte, könnte sich daran stören.

Ein großer Spaß, nicht nur für Detektiv Conan-Fans

Detektiv Conan: Die stahlblaue Faust zählt für mich ohne Übertreibung zu den unterhaltsamsten Filmen, die ich bisher dieses Jahr gesehen habe. Das neuste Abenteuer des kleinen Meisterdetektivs ist keinesfalls frei von Schwächen, so fallen die im Vergleich zu einigen vorherigen Ablegern des Franchise die doch recht flache Spannungskurve oder die teils schwankende zeichnerische Qualität ins Auge. All das ist durchaus ärgerlich und hält den 23. Kinofilm der Reihe davon ab, noch mehr aus seiner Story herauszuholen.

Dafür entschädigen jedoch einmal mehr die extrem sympathischen Charaktere. Ihre Interaktionen untereinander sind, genauso wie die für sich stehende Geschichte, auch für Zuschauer stets nachvollziehbar, die bisher womöglich noch keine Berührungspunkte mit Detektiv Conan hatten. Die Kombination aus der flotten Inszenierung, den liebenswerten Figuren und natürlich den toll gemachten Actionszenen dürften jeden Krimi-Fan in ihren Bann ziehen und garantieren einen spaßigen sowie unterhaltsamen Filmabend.

Detektiv Conan: Die stahlblaue Faust läuft nur zwischen dem 30. Juni und 5. Juli 2020 in ausgewählten deutschen sowie österreichischen Kinos (via Anime2You ).

Jetzt seid ihr gefragt: Wie gefiel euch das Kino-Abenteuer von Conan und Kaito Kid?

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