Bei welchem Film würdest du die Altersfreigabe erhöhen?

Unten am Fluss
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Sicherlich ist das jedem von uns als Kind passiert. Nichtsahnend gaben uns die Eltern einen lieblichen FSK 6-Film zu sehen, damit für zwei Stunden Ruhe ist und das Trauma hält lebenslang. Nicht alle Filme werden als problematisch erachtet, die wir damals, obwohl wir alt genug waren, nicht ertragen haben. Letzte Woche haben wir gefragt, bei welchem Film die Altersfreigabe zu hoch ist. Jetzt fragen wir andersrum: Bei welchen Filmen würdest du die Altersfreigabe dringend erhöhen?

Die letzten Glühwürmchen ab 6 – Jenny von T kann es kaum glauben

Mit Die letzten Glühwürmchen schuf Isao Takahata einen erschütternden Anti-Kriegsfilm, den man kleinen Kindern auf keinen Fall zumuten sollte. Kurioserweise ist das Werk hierzulande aber ab 6 Jahren freigegeben. Dies wäre theoretisch allenfalls mit dem Argument vertretbar, ein Grundschüler könne die emotionale Wucht des Animationsfilms überhaupt noch nicht wahrnehmen. Jedoch wartet Die letzten Glühwürmchen auch mit verstörenden Bildern auf, die das Grauen des Krieges unmissverständlich dokumentieren. Ich jedenfalls bin denkbar froh, dass mir dieses bedrückende Filmerlebnis in jungen Jahren erspart blieb. Eine Freigabe ab 12 oder vielleicht sogar erst ab 16 Jahren wäre gerechtfertigt.

Patrick hält den verstörenden Ex Drummer nicht für Jugendliche geeignet

Auch wenn der eher unbekannte Ex Drummer von Koen Mortier zu meinen Lieblingsfilmen zählt und ich mir wünsche, dass noch mehr Menschen den Streifen aufgrund der niedrigeren Altersfreigabe für sich entdecken, bin ich bis heute erstaunt über die FSK 16-Freigabe des Films. Mit Ex Drummer hat Koen Mortier einen unglaublich verstörenden Alptraum von einem Film geschaffen, der nicht nur mit explizit brutalen Szenen wie Kindesmisshandlung, Vergewaltigung und Verstümmelungen aufwartet, sondern die Zuschauer unnachgiebig in sein dreckiges Milieu aus sozialen Verlierern und kaputten Typen zieht. Kaum einem anderen FSK 16-Film würde ich dringender eine FSK 18-Freigabe verleihen, um unvorbereitete Minderjährige vor dem Verstörungspotenzial des Films zu schützen.

Christian hält Hereditary nicht für Teenie-Horror

Ein typisches minderjähriges Horror-Publikum kann mit Hereditary - Das Vermächtnis aufgrund seiner ausufernden Länge und langsamen Erzählweise wahrscheinlich ohnehin nicht viel anfangen. Dennoch finde ich, dass seine Mischung aus konstanter emotionaler Schikane, markerschütternder Bosheit und einer höchst beunruhigenden Atmosphäre für die meisten 16-Jährigen zu aufwühlend sein könnte. Zwar ist das im Film vermittelte Welt- und Menschenbild um einiges sensibler und erwachsener als beispielsweise das im einen Monat zuvor erschienenen Schund Wahrheit oder Pflicht, der dieselbe Freigabe erhielt, das führt aber auch dazu, dass der gezeigte Terror um vieles greifbarer und realer wirkt. Unterm Strich ist die Einstufung ab 16 zwar, anders als bei anderen Einträgen in dieser Liste, noch vertretbar, zartbesaitete Gemüter, die vielleicht darüber hinaus noch auf typischen Mainstream-Horror konditioniert sind, sollten den Film so jung jedoch mit höchster Vorsicht genießen.

Bei Sarah hat Watership Down Spuren hinterlassen

Der britische Zeichentrickfilm Unten am Fluß ist ein grandioser Film. Er gilt als einer der ersten westlichen Trickfilme für Erwachsene und das zu Recht. Die schön animierten Kaninchen können aber auch einige Eltern hinters Licht führen, denn der Film entpuppte sich als alles andere als kinderfreundlich. Ähnlich wie in seiner Romanvorlage geht es in Unten am Fluß des Öfteren brutal und blutig zu. Auch mein Vater hat sich von den niedlichen Tierchen auf dem Cover der VHS-Kassette blenden lassen. Bei mir hat der Film seine Spuren hinterlassen. Welches Kind sieht gerne süßen Kaninchen dabei zu, wie sie sich gegenseitig zerfleischen und brutal sterben? Eine FSK 6-Freigabe finde ich mehr als fragwürdig. Selbst mit 12 hätte ich den Film wahrscheinlich als verstörend empfunden.

Sven findet, Bonds jüngste Origin-Story hätte FSK 16 verdient

Vor 12 Jahren wollten ein Freund und ich den aktuellsten 007-Reboot im Kino erleben. Im Vorfeld waren wir unschlüssig, ob Daniel Craig den besagten Martini-liebenden Titelhelden glaubhaft verkörpern kann. Nach der Vorstellung hatten sich diese Zweifel weitestgehend in Rauch aufgelöst, denn Craigs Darbietung in James Bond 007 - Casino Royale fanden wir absolut überzeugend. Allerdings waren wir nicht auf die schonungslose Härte gefasst, mit der die Action inszeniert wurde. Speziell der kurze Flashback zu Beginn des Films ist mir dabei im Gedächtnis geblieben und ich frage mich bis heute, wie der Film eine FSK 12 bekommen konnte. Denn angesichts der Intensität dieser Szene, in der wir Zeuge wurden, wie James Bond zu 007 wurde, wäre sicherlich auch eine FSK 16 vertretbar gewesen.

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