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Christine Neubauer kämpft um ihren autistischen Sohn

03.01.2011 - 09:15 Uhr
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Der kalte Himmel
© ARD
Der kalte Himmel
Heute Abend strahlt die ARD den 1. Teil von Der kalte Himmel aus. Erzählt wird von einem autistischen Jungen in den 1960er Jahren, dessen Mutter einige Entscheidungen treffen muss.

Hallertau, 1967. In Der kalte Himmel ist der sechsjährige Felix (gespielt von den Zwillingen Marc und Eric Hermann), Sohn des einfachen Hopfenbauers Paul (Marcus Mittermeier), ein introvertierter Einzelgänger. Allein für sich lauscht er dem Radio und kennt alle Wetterberichte des vergangenen Jahres auswendig. Kaum jemand ahnt, dass der Sonderling auf seine Weise hochintelligent ist: Felix hat eine große Vorliebe für Zahlen, kann blitzschnell Kopfrechnen, obwohl es ihm niemand beibrachte. Bei seiner Einschulung scheitert er jedoch an den einfachsten Aufgaben. Er kann nicht still sitzen und versteht nicht, was die Lehrerin von ihm will. Nur die Mutter (Christine Neubauer) stämmt sich gegen die abstempelnden Diagnosen des Sohnes als schlecht erzogen, irrsinnig bzw. schizophren. Der kalte Himmel erzählt die Geschichte des autistischen Kindes.

Enttäuscht ist Arne Willander in der Welt. “Der kalte Himmel hat keine Verzauberung, keinen Moment, in dem das Wunderliche ins Wundersame umschlagen würde: Der Realismus ist stets beglaubigt durch den Ernst und die Didaktik des gut gemeinten Fernsehspiels. Christine Neubauer ist schon die beste aller Frauen, Tim Bergmann der verständnisvollste aller Jungmediziner, Großmutter lässt reumütig vom Exorzismus ab, und selbst der bankrotte Hopfenbauer müht sich nach Kräften, kein Stiesel zu sein. Das Pflaster des Jahres 1967 war vermutlich kälter als dieser verhangene Himmel, hinter dem der Kitsch heimleuchtet.”

“Selten wurde ein kompliziertes psychisches Phänomen wie das Asperger-Syndrom – das bei dem Synästhetiker Felix als autistische Entwicklungsstörung hinzukommt – so sensibel und informativ dargestellt”, schreibt Katrin Hillgruber im Tagesspiegel über Der kalte Himmel. “Dass das trotz mancher Klischees bei der Ausmalung des Zeitkolorits gelingt, ist den Zwillingen Eric und Marc Hermann zu verdanken. Die zum Zeitpunkt der Dreharbeiten achtjährigen Brüder schlüpfen mit stupender Echtheit abwechselnd in die Rolle des Felix. Und Christine Neubauer wird mit dem bayerischen Löwenherz Maria Moosbacher so sehr eins, dass die Omnipräsente vieler ihrer Konfektionsrollen vergessen lässt.”

Für Klaudia Wick in der Berliner Zeitung gelingt das Meiste bei Der kalte Himmel. “Christine Neubauer führt ihre Figur glaubwürdig bis ins Westberliner Rotlichtmilieu, um die Therapie ihres Sohnes zu finanzieren. Johannes Fabrick entwirft gemeinsam mit Kameramann Stefan Unterberger eine bilderstarke und ausreichend gefühlige Inszenierung, um so wie nebenher für die gesellschaftskritischen Aspekte des Films zu werben. Gedreht im schneereichen Winter 2009 scheint die Gefühlswelt von Felix – begabt gespielt von den Zwillingen Eric und Marc Hermann – gleichermaßen unter einer unberührten Schneedecke zu liegen.”

Der 1. Teil von Der kalte Himmel mit Christine Neubauer wird heute Abend um 20.15 Uhr in der ARD ausgestrahlt, der 2. Teil folgt morgen Abend. Wenn euch anders in interessiert, dann schaut doch bitte in unser Fernsehprogramm.

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