Das Boot zieht in den Krieg, bringt Tod und Verderben

Das Boot
© Sky / Bavaria Studios
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Das Boot nimmt an Fahrt auf und beweist uns, was die Sky-Serie in dramaturgischer Hinsicht viel zu bieten hat. Eine starke Exposition sahen wir bereits. Sie scheut dabei nicht davor zurück, uns gewaltige Action zu liefern. Die Konflikte verhärten sich sowohl an Land zwischen den Nationalsozialisten und dem Widerstand als auch an See unter den Crew-Mitgliedern. U-Boote waren schon immer spannende Handlungsorte. Auf See wie an Land entwickeln sich die Orte zu brodelnden Fässern, die bald überlaufen und dabei eine Menge Schaden anrichten werden.

In La Rochelle kommt es zu gewalttätigen Ausschreitungen

Während sich die Handlung in La Rochelle sehr stark an der Übersetzerin Simone Strasser (Vicky Krieps) orientiert, steht auf der U-612 überraschenderweise weniger der Leutnant Kommandant Klaus Hoffmann (Rick Okon) im Fokus der Erzählung. Stattdessen wird das Augenmerk auf Tennsted (August Wittgenstein) gelenkt. Dabei wird beiden Figuren eine Tiefe und Dynamik verliehen, die der Serie zugutekommt.

Die Übersetzerin Simone Strasser (Vicky Krieps) entwickelt sich zum Bindeglied zwischen dem Widerstand und den Nazis. Vertreter beider Seiten zeigen romantisches Interesse an ihr. So entwickelt sich ein Liebesdreieck, das noch für eine Menge Chaos und Drama sorgen dürfte. Kriminalrat Forster macht Simone den Hof, während er sie gleichzeitig davon überzeugen möchte, seine persönliche Übersetzerin zu werden. Damit wäre sie in die Ermittlungen gegen den Widerstand involviert, was diesem einen enormen Vorteil verschaffen würde. Den kann die Gruppe gut gebrauchen, denn der Nazi-Ermittler ist Carla Monroe (Lizzy Caplan) dicht auf den Versen.

Außerdem stellen sich Simones Bestreben, Nathalie ein neues Leben zu verschaffen, als vergebene Müh heraus. Es ist ihr zwar gelungen im Austausch gegen ihren erledigten Auftrag die Pässe für ihren Bruder Frank (Leonard Scheicher) zu erhalten, jedoch können diese nie zum Einsatz kommen. Als das Glück, endlich Europa zu verlassen und sich ein Leben fernab von Nazis aufzubauen, zum Greifen nahe ist, haben es die Deutschen in der Bar auf sie abgesehen. Dies und die strengen Maßnahmen, die die Deutschen nach einem Attentat auf einen ihrer Kriegshelden einleiten, führt bei Simone dazu, dass sie sich immer mehr dem Widerstand zugehörig fühlt. Abgesehen davon führt der angesprochene Anschlag zu einer Verhärtung der Fronten zwischen den Franzosen und den Nationalsozialisten.

Simone steht in der 3. Episode von Das Boot im Zentrum der Handlung, da sie sowohl die Verbindung zum Untergrund, zu den Nazis an Land als auch auf See darstellt. Es wird sich zeigen, wie die zurückhaltende Französin damit zurechtkommt, dass sie ihrem neuen Arbeitsgeber und potentiellen Liebhaber wichtige Informationen zurückhält, die eine laufende Ermittlung betreffen. Bisher wirkte Simone eher wie eine gehorsame Mitarbeiterin und Landsfrau. Wie die letzten Folgen aber bewiesen haben, ist dem nicht so. Sie hintergeht nicht nur ihren Arbeitgeber, sondern auch ihr Land. Aber es ist nur eine Frage der Zeit, wann sie entdeckt wird. Oder - und das wäre die interessantere Handlung – Simone wendet sich dem Widerstand zu und arbeitet verdeckt. Das würde ihrem Charakter einen neuen Schliff und ihrem Handlungsstrang eine neue Dynamik verleihen.

Auch auf dem Boot kommt es zu Intrigen, Machtspielen und jeder Menge Action

In der 3. und 4. Folge lernen wir den neuen Passagier der U-612 besser kennen. Dieser mischt sich unter die Besatzung und verbindet sich hier schnell mit Frank Strasser, der von den restlichen Crew-Mitgliedern ausgeschlossen wird. Dabei erfahren wir auch Näheres über Samuel Greenwood (Vincent Kartheiser). Er ist ein wohlhabender Amerikaner, der den Krieg als Geschäft sieht. Das bringt er bei seinem Austausch in der wohl stärksten Szene der 4. Episode deutlich zum Ausdruck. Hier holt der Schauspieler alles aus seinem Monolog heraus. Dem Zuschauer wird die traurige Wahrheit hinter seinen Worten bewusst. Währenddessen gerät die U-612 in einen Hinterhalt. Lediglich durch das Vorsorgen von Leutnant Hoffmann können er und seine Crew sicher das Schiff mit Kommandant Wrangel, der gegen Greenwood ausgetauscht wurde, verlassen. Es stellt sich die Frage, was an diesem Kommandanten so besonders ist, dass er es wert ist, ein U-Boot mit voller Mannschaft den Auftrag zu geben, ihn sicher nach La Rochelle zu transportieren.

Außerdem wird Karl Tennsted näher in den Fokus der Erzählung gerückt, durch die Darstellung seiner Ängste und Süchte wird er menschlicher dargestellt und wirkt dem vorherigen Bild eines überkorrekten Kommandanten entgegen. Eifersucht, Neid und Gier wurden uns bisher präsentiert. Diese Eigenschaften erreichen ihren bisherigen Höhepunkt. Er lässt sich weniger von logischem Denken und Regel, sondern viel mehr von seinen niederen Emotionen leiten. Letztlich hintergeht er seinen Vorgesetzten und bringt die Mission in Gefahr.

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