Französischer Konzertfilm

Das Erfolgsteam Mélanie Laurent und Radu Mihaileanu

Das Konzert
© Concorde Filmverleih
Das Konzert

Heute laufen nicht nur große Blockbuster wie Inception und Toy Story 3 in den Kinos an, sondern auch ein französischer Arthausfilm, den ich euch besonders ans Herz legen möchte. Denn Das Konzert ist ein weiteres Regiewerk eines ganz besonderen europäischen Regisseurs, der unter anderem für einen meiner Lieblingsfilme Geh und Lebe verantwortlich zeichnet (wer dieses außergewöhnliche Drama über einen äthiopischen Jungen, der durch eine kleine Lüge in einer israelischen Adoptivfamilie landet, noch nicht gesehen hat, sollte es schleunigst aufholen).

Das Konzert zog in Frankreich mehr als zwei Millionen Besucher in die Kinos, erhielt vorwiegend sehr gute Kritiken und gewann zwei Césars. Drei französische Vorzeigeschauspieler übernahmen Rollen im dritten Regiewerk des Rumänen: Newcomerin Mélanie Laurent (Keine Sorge, mir geht’s gut, Inglourious Basterds) sowie die legendären Charakterdarsteller Miou-Miou und François Berléand.

Wovon handelt Das Konzert?

Andreï Filipov (Aleksey Guskov) galt einst als Wunderknabe, als Dirigent des legendären Bolschoi-Orchesters feierte er Triumphe. Inzwischen ist er 50 Jahre alt und arbeitet immer noch am selben Haus – mittlerweile jedoch als Putzmann. Seine Weigerung während des kommunistischen Regimes – „Zionisten sind Volksfeinde!“ – jüdische Mitmusiker zu entlassen, hat ihn den Posten gekostet – und auch seinem besten Freund, dem Cellisten Sacha Grossman (Dmitri Nazarov).

Seit jenen Tagen trinkt Andreï und ihn plagen Depressionen. Am schlimmsten sind aber die ewigen Demütigungen des Direktors, eines bornierten Apparatschiks, der seinem Ex-Star immer wieder höhnisch verspricht, ihn und sein Orchester demnächst zu reaktivieren. Da fällt ihm eines Tages, während er das Büro seines Chefs reinigt, zufällig ein Fax des Pariser Théâtre du Châtelet in die Hände. Der dortige Direktor Olivier Morne Duplessis (François Berléand) sucht händeringend Ersatz für die indisponierten Philharmoniker aus San Francisco.

Deswegen fragt Duplessis beim Bolschoi-Orchester nach, ob dieses Interesse und Zeit hätte einzuspringen. Kurzentschlossen steckt Andreï das Fax ein und löscht die dazugehörige E-Mail. Er beschließt, das Orchester in alter Besetzung wieder aufleben zu lassen und an Stelle des jetzigen in der französischen Metropole zu spielen. Ein schwieriges Unterfangen, denn die Ex-Kollegen, sind in alle Winde zerstreut, arbeiten inzwischen als Möbelpacker, Taxifahrer, Straßenmusiker, Handyverkäufer und Flohmarkthändler – ja einer liefert sogar die Soundeffekte für Pornofilme.

An der Seine bereitet man sich unterdessen fieberhaft darauf vor, das legendäre Orchester zu empfangen. Es gilt vor allem, die französische Geigerin Anne-Marie Jacquet (Mélanie Laurent) zu kontaktieren. Andreï hat für seine Teilnahme nämlich eine Bedingung gestellt: Das junge Talent soll ein Solo beim Auftritt des Orchesters spielen. Derweilen macht sich die wilde Truppe auf den Weg in den Westen, eine Reise mit höchst ungewissem Ausgang …

Wer ist Radu Mihaileanu?

Mit seiner Tragikomödie über einen äthiopischen Jungen, der von israelischen Eltern adoptiert wird (Geh und Lebe) und seine schwarze Komödie über ein jüdisches, osteuropäisches Dorf, welches die eigene Deportation inszeniert, um den Nazis zu entgehen (Zug des Lebens), konnte Mihăileanu bereits so manches Cineastenherz erobern. Bekannt wurde er mit seinem Debüt Betrayal über einen Künstler, der in Bukarest dem Stalinismus zum Opfer fällt.

Kennzeichen der Filme des in Frankreich lebenden Regisseurs ist die Vermischung vielfältiger Emotionen. Keines der Werke ist “bloß” Drama, “bloß” Trauerspiel, “bloß” Komödie. Vielmehr kommt die ganze Bandbreite der menschlichen Emotionen darin zum Tragen.

Falls ihr euch für Das Konzert interessiert, werft doch einen Blick in das Kinoprogramm und schaut euch den Trailer an:


Das Konzert läuft heute, am 29. Juli 2010, in unseren Kinos an.

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