Dwayne Johnson als Black Adam: Die abscheulichste Figur seiner Karriere

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© DC Comics/Warner Bros., Universal
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Begann er seine Karriere noch als Wrestling-Superstar The Rock, ist er mittlerweile in Hollywoods Oberliga aufgestiegen: Dwayne Johnson. Gerade in den vergangenen Jahren wurde er immer wieder für einen bestimmten Rollentyp besetzt, den des strahlenden Helden, der allen Gefahren trotzt, um am Ende den Tag zu retten.

Seine Rolle im DC-Film Black Adam fällt hingegen aus dem Raster und könnte zu einer echten Herausforderung werden.

Dwayne Johnson spielt mit Black Adam einen Bösewicht

Vor einiger Zeit verkündete Johnson offiziell den Kinostart seines Black Adam, eine Rolle, die "anders ist als alle, die ich zuvor in meiner Karriere gespielt habe" - und das sind keine leeren Worte. Blicken wir auf seine bisherige Hollywood-Laufbahn zurück, war er meistens der Retter in der Not, seine Schurken-Rollen besitzen Seltenheitswert.

Johnson spielte zwar in der Vergangenheit Film-Bösewichte, etwa den Scorpion King in Die Mumie kehrt zurück oder den Schurken Agent 23 in Get Smart. Dennoch lassen sich die Filme, in denen Johnson den Bösewicht verkörperte, an einer Hand abzählen. Black Adam stellt hier, so weit lehne ich mich aus dem Fenster, ein gänzlich anderes Kaliber dar.

Genau als Bösewicht wird Johnson seine Reise beginnen und das, obwohl er nicht müde wird, auf die guten Seiten seines Charakters zu verweisen. Bereits jetzt stehe für den Darsteller fest, sein Black Adam werde sich zu einem Antihelden mausern und das vermutlich eher früher denn später.

Johnson betont: Black Adam folgt einem fehlerhaften moralischen Kompass

Der Black Adam, den wir im kommenden DC-Film sehen werden, folge einem moralischen Kompass, auch wenn dieser, laut Johnson, nicht einwandfrei funktioniere. Sein Image dürfte wohl keinen geringen Einfluss auf die Auslegung sowie letztendlich die Wirkung seiner Rolle haben.

Mit Aktionen wie zuletzt auf einem Hochzeitsvideo zu sehen, dürfte er auf viele Fans eine sympathische Wirkung haben, um die der Darsteller sicherlich auch selbst weiß und die seinen Erfolg in Hollywood mitbegründete. Solche Aktionen sowie sein zumeist offener Umgang mit seinen Fans werden seine Rolle als Black Adam unweigerlich prägen.

Es wäre durchaus denkbar, dass Johnson sein positives Image auf seine Rolle übertragen möchte, um seinem Black Adam früh eine sympathische Seite hinzuzufügen, mit der sich das Publikum identifizieren kann. Dass es so kommen könnte, legen zumindest seine Äußerungen in bisherigen Interviews über seinen DC-Charakter nahe, denn wie er darin bereits mehrfach erzählte, sei Black Adam nicht nur ein Schurke.

Black Adam war in den Comics für Jahrzehnte kein Antiheld

In der Comic-Vorlage sieht dies jedoch anders aus, denn die meiste Zeit über war Black Adam bei seinen Auftritten im DC-Universum genau das: ein verdorbener Bösewicht. Sehr lange besaß er keinerlei positive Wesenszüge, manipulierte seine Mitmenschen, beging abscheuliche Taten, einmal metzelte er sogar eine ganze Nation praktisch restlos nieder. Eine solch niederträchtige Figur hat Johnson bisher noch nie gespielt und diese Seite wird auch der Film nicht gänzlich ausblenden können.

Wie in den Comics wird Black Adam zwar auch im Film seine Reise als Schurke beginnen und dort voraussichtlich ebenfalls schreckliche Dinge tun, doch anders als in der Vorlage könnte er seine Wandlung zum Antihelden merklich schneller vollziehen. Was in den Comics Jahrzehnte benötigte, könnte bereits innerhalb seines ersten Film-Abenteuers abgehandelt werden.

Sollte diese Entwicklung vom Schurken zum Antihelden tatsächlich so schnell vollzogen werden, muss sie den Zuschauern glaubhaft vermittelt werden. Johnson verfügt zweifelsohne über die Physis, um einen Charakter wie Black Adam glaubhaft zu spielen, doch ähnliche Klauseln wie jene in seinen Fast & Furious-Filmen dürften diesem Vorhaben eher im Wege stehen, denn so ungern Johnson es vermutlich hören wird: Er wird in der Rolle viel einstecken müssen.

"Fast and Furious-Klausel" dürfte hinderlich für Black Adam sein

Sein Black Adam muss verlieren und er wird verlieren - mehrfach. Er wird verlieren, was ihm am Teuersten ist, durch die Taten anderer oder seine eigenen. In diesen zermürbenden Momenten liegt jedoch gleichsam eine Chance, schließlich darf Johnson so eine ganz neue Seite von sich zeigen und beweisen, dass er als Schauspieler gewachsen ist.

In seiner Rolle wird Johnson - folgt der Film ach nur ansatzweise den Comics - persönliche Schicksalsschläge verkraften. Er wird nahezu unaussprechliche Taten vollbringen müssen, etwa die eigenhändige Ermordung seines Neffen, ehe er zu dem Antihelden werden kann, als den er seinen Charakter sieht. Doch Black Adam wird nie jemand sein, der den Tag rettet, nie ein strahlender Held sein, wie Johnson sie in seinen anderen Filmen verkörpert.

Wenn wir im Laufe seiner Geschichte seinen Schmerz, seinen Verlust wirklich fühlen können, lernen wir ihn zu verstehen und können uns vielleicht sogar mit ihm identifizieren.

Damit dieses Vorhaben gelingt, muss uns Johnson jedoch eine andere und ja, neue Seite von sich zeigen. Er muss uns zeigen, dass er als Schauspieler mehr als nur den strahlenden Helden mimen kann. Black Adam könnte seine bisher größte Herausforderung werden.

Glaubt ihr, die Rolle des Black Adam könnte Dwayne Johnsons Karriere prägen?

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