Fluch der Karibik 5 mit Johnny Depp ist der endgültige Untergang der Reihe

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Pirates of the Caribbean 5: Salazars Rache
10.04.2020 - 10:30 UhrVor 4 Monaten aktualisiert
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Heute Abend könnt ihr Zeuge werden, wie eines der beliebtesten Film-Franchises zu Grunde geht. Denn um 20:15 Uhr zeigt ProSieben den Tiefpunkt Fluch der Karibik 5.

Ursprünglich als Disneyland-Attraktion bekannt geworden, avancierte die Marke Fluch der Karibik (Pirates of the Caribbean) zu einem der größten Film-Franchises aller Zeiten. Sowohl im Hinblick auf die Popularität als auch die Summen, die die Filme seit dem ersten Ableger aus dem Jahr 2003 in die Truhen Disneys spülen.

Heute Abend um 20:15 Uhr zeigt ProSieben mit Pirates of the Caribbean 5: Salazars Rache das fünfte Abenteuer des ikonischen Piraten-Captains Jack Sparrow. Der Film, der endgültig den Untergang der heißgeliebten Fluch der Karibik-Reihe mit Johnny Depp zu verantworten hat.

Fluch der Karibik: Ein sich wiederholendes Franchise

Einst als ansehnliches Piraten-Epos gestartet, entwickelte sich Fluch der Karibik mit der Zeit zu einer Quatschparade ersten Grades. Bereits Pirates of the Caribbean - Am Ende der Welt setzte die Segel in die Richtung abtrünniger Gefilde, bevor Pirates of the Caribbean - Fremde Gezeiten den Sarg für das Franchise zusammenschusterte und Salazars Rache unter der Regie von Joachim Roenning und Espen Sandberg schließlich die Nägel in das Holz schlug.

Die Reihe hat sich nicht nur wenig weiterentwickelt, sondern schlimmer noch: Sie wiederholt sich.

Pirates of the Caribbean 5: Salazars Rache

Denn während die bizarren Situationen, in die Jack Sparrow mit jedem freien Schritt hineinstolpert und aus denen er sich jedes Mal mit einen exorbitanten Maß an Glück herauswinden kann, in den ersten Filmen noch spektakulär und amüsant wirkten, erscheinen seine letzten Machenschaften äußerst konstruiert und repetitiv.

Im Video wünschen wir uns trotzdem eine Fluch der Karibik-Rückkehr

Fluch der Karibik 6 - Deshalb brauchen wir die Fortsetzung mit Jack Sparrow!
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Johnny Depps Art, den Piraten-Captain in Fluch der Karibik zu verkörpern, ist nach wie vor sehr lobens- und sehenswert, doch hat sich die Figur seit ihrem ersten Abenteuer keineswegs entwickelt. Nach wie vor säuft sie sich die Hucke voll, stolpert in skurrile Situationen und klopft dabei die alten, immer gleichen Sprüche: „Fehlt da nicht irgendwo ein Captain?“

Ein Franchise wie zum Beispiel James Bond ist stets darum bemüht, die für die Reihe ikonische Dialogzeile stets in einen neuen Kontext einzubetten und dem Zuschauer ein Schmunzeln abzugewinnen. Dagegen präsentiert Fluch der Karibik den selben Gag immer und immer wieder und sorgt für den Überdruss, den sich die Reihe gerade jetzt nicht mehr erlauben darf. Pirates of the Caribbean dreht sich mittlerweile derart im Kreis wie die namensgebende Attraktion im Disneyland.

Javier Bardem als vertane Chance in Pirates of the Caribbean 5: Salazars Rache

Jack Sparrow tut also das, was er immer tut und bekämpft auf die immer selbe Art unerklärliche, böse Mächte. Natürlich gehörte schon immer etwas Mystik und Magie zu Fluch der Karibik, doch wurde sie in den ersten Filmen auf eine subtilere und vor allem erklärende Weise in die Welt eingebaut. Dieses Mal gibt es eine Piraten-Crew von Untoten, die Jack ans Leder will. Kommt euch bekannt vor? Haben wir nämlich schon ein paar Mal gesehen.

Pirates of the Caribbean 5: Salazars Rache

Und bei einem großkalibrigen Darsteller wie Javier Bardem in der Rolle von Armando Salazar bestand zumindest die Chance, Jack Sparrow, Barbossa und ihren Weggefährten einen ebenbürtigen Gegenspieler zu liefern. Doch die Effekte sowie die Aufmachung des untoten Seeräubers lassen ihn wie einen im defekten Tiefkühlfach vergessenen Fisch aussehen, der mit Dialogen aus der letzten Seegrotte gefüttert wurde.

Dafür, dass tote Männer keine Geschichten erzählen (denn der Originaltitel von Fluch der Karibik 5 lautet Pirates of the Caribbean: Dead Man Tell No Tales), quatscht man hier ganz schön viel abstrusen Seemannsgarn.

Pirates of the Caribbean 5: Salazars Rache

Schließlich wäre da noch die kurze Präsenz von Orlando Bloom als der altbekannte William Turner, dessen Geschichte als verfluchter Captain der Flying Dutchman enormes Potential bot. Doch statt dieses Potential sinnvoll zu nutzen, wird Turners Geschichte nur als Vehikel am Rande für die Etablierung einer neuen, vollkommen naiv gezeichneten und irrelevanten Figur genutzt, nämlich Henry Turner, dem Sohn von Will und Elizabeth Turner.

Fluch der Karibik erlebt auch einen finanziellen Tiefpunkt

Während Pirates of the Caribbean 5: Salazars Rache für das Publikum eine 130-minütige Nonsens-Expedition durch ein Effektgewitter nach dem nächsten darstellt, sollte es für Disney eine weitere Segelfahrt durch die sieben Geldmeere werden. Doch dem Megakonzern ging die große Beute letzten Endes genauso durch die Lappen wie Jack Sparrow bei einem seiner Raubzüge.

Denn auch aus wirtschaftlicher Sicht erwies sich das fünfte Abenteuer des berühmt berüchtigten Piraten-Lords als Tiefpunkt für die Reihe. Bei einem Budget von ganzen 230 Millionen US-Dollar wurden nur 794 Millionen eingespielt.

Das mag als Einspielergebnis immer noch eine Mordssumme sein, doch im Vergleich zu den drei Vorgängern, die beinahe alle drei die 1 Milliarde-Marke geknackt haben, stellt dieser Streifen einen gewaltigen Einbruch in der Erfolgsgeschichte von Fluch der Karibik dar. Als hätte die Reihe nun endgültig der titelgebende Fluch ereilt.

Pirates of the Caribbean 5: Salazars Rache

Wenn Will in der Post-Credit-Szene von Pirates of the Caribbean 5: Salazars Rache dann obendrein noch ein vermeintlicher Traum ereilt, der eine mögliche Fortsetzung andeutet, dann bleibt einem der Gedanke nicht fern, dass Disney manch untergegangenes Film-Franchise besser auf dem Meeresgrund ruhen lassen sollte.

Konntet ihr Fluch der Karibik 5 noch etwas Positives abgewinnen?

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