Wir sind was wir sind

Gestörte Familien - Kannibalen, Fanatiker & Inzest

24.05.2011 - 08:50 Uhr
22
20
Mutter & Söhne aus Wir sind was wir sind
© Alamode Filmverleih
Mutter & Söhne aus Wir sind was wir sind
Wir sind was wir sind, ein Kannibalendrama von Jorge Michel Grau, startet bald ins Kino. Aus diesem Anlass betrachten wir abnorme Familien in Filmen einmal genauer.

Der Film Wir sind was wir sind, zu dem wir auch Premierenkarten verlosen, konzentriert sich auf eine Familie, deren Leben innerhalb der grauen und unsozialen mexikanischen Gesellschaft geprägt ist von angedeuteter inzestuöser Liebe, problembehaftetem, innerfamiliären Generationenkonflikt und passionierter Leidenschaft für menschliches Fleisch. Solche dysfunktionalen oder misslungen funktionalen Familien begegnen uns häufig in Filmen. Dabei sind die Arten der Störung des Familienlebens mannigfaltig. Sie zeigt sich durch Verrohung und Gewalt, missverstandene Loyalität oder enthemmten Fanatismus.

Wir möchten euch zur Einstimmung auf einen möglichen Kinobesuch von Wir sind was wir sind einige Ausprägungen aus dem Bereich der zer- und gebrochenen Sippen zeigen. Einige Filme dazu sind uns sofort eingefallen.

Die extern gewalttätige Familie
Diese Sippen-Spezies treffen wir oftmals in Horrorfilmenn. Deren ausgeprägte Störung entlädt sich normalerweise gegenüber Fremden, häufig durchgeführt durch einige wenige Mitglieder der Familie, jedoch akzeptiert und unterstützt durch den Rest des Clans. Paradebeispiele für diese besondere und meist sehr grobschlächtige Form der Verwandtschaftsabnormität sind die Familien aus Blutgericht in Texas, Muttertag – Ein Alptraum aus Blut und Gewalt, Hügel der blutigen Augen oder Haus der 1000 Leichen bzw. The Devil’s Rejects. Alle diese Sippen haben herausstechende Gemeinsamkeiten: Missbildungen und andere genetische Defizite gibt es bei allen, oftmals begleitet von bewusst herbeigeführter Isolation aufgrund der abnormen Familienmitglieder. Grundlage des gestörten Verhaltens scheint somit eine Kombination aus genetischer Disposition und sozialer Unfähigkeit, vermutlich verbunden mit einer Gewaltakzeptanz und -ausübung.

Die intern gewalttätige Familie
Nach außen hui, nach innen pfui – oft zeigen Familien mit einem gestörten internen Verhältnis ihrer Umwelt nicht, dass sich hinter der Fassade das Grauen abspielt. Die Form des häuslichen Terrors kann sich auf unterschiedlichste Weise äußern, entweder durch verbale Erniedrigung oder durch den tatsächlichen Gebrauch körperlicher Gewalt. Nicht selten wird diese auch in sexualisierter Art genutzt, um die eigene Machtposition zu stärken oder um einfach zu demonstrieren, dass die Möglichkeit besteht, sich das zu nehmen, was einem der eigenen Ansicht nach zusteht. Die defizitären Persönlichkeiten sind überwiegend männlich, nicht selten gucken ihre Partnerinnen aber beiseite oder wirken aktiv mit. In An American Crime, Precious – Das Leben ist kostbar oder auch Die Farbe Lila nehmen Teile der Familie sich das Recht heraus, andere Familienmitglieder, beinahe immer die Kinder, zu misshandeln.

Die überbeschützende oder fanatische Familie
Das Familienleben bricht hier zusammen, da es manch einer zu gut gemeint hat oder sich fanatisch einer Idee zuwendet. Letzteres können wir in Dämonisch oder Carrie – Des Satans jüngste Tochter sehen, in z.B. The Virgin Suicides – Verlorene Jugend oder Weißer Oleander hingegen wird dem Schutz einzelner Mitglieder der Familie ein übergroßer Stellenwert eingeräumt, der sich in krankhafter Fürsorge oder in Form von Kontrollwahn äußert. Nicht selten besteht hier ein religiöser Hintergrund, der die bestimmenden Personen dazu bringt, zwanghaft die Sippe beieinander zu halten und zu kontrollieren. Die Entwicklung zu einer gestörten Persönlichkeit durch fehlgeleitete da herrische Erziehung demonstrierte nicht zuletzt Norman Bates in Psycho.

Abnorme familiäre Verhältnisse finden sich noch in zahlreichen anderen Filmen. Von Freitag der 13. über The Village – Das Dorf bis hin zu Little Miss Sunshine treffen wir häufig Familien an, die in ihrer Funktionalität extrem eingeschränkt sind. Die Gründe und Auswirkungen unterscheiden sich jedoch oft gravierend.

Welche abnormen Familien in Filmen fallen euch noch ein? Und werdet ihr euch Wir sind was wir sind angucken?

Das könnte dich auch interessieren

Angebote zum Thema

Kommentare

Aktuelle News