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DAS INTERVIEW: KONSTANTIN GEORGIOU

Interview mit Drehbuchautor Konstantin Georgiou

Konstantin Georgiou
© Stefanie Rex
Konstantin Georgiou

Konstantin Georgiou ist ein Multitalent in Sachen Film und Medien. Geboren im Jahre 1972 in Bielefeld, wurde er als Baby regelmäßig mit ins Kino genommen und ist seitdem ein bekennender Filmfan. Nach einem Abstecher in die Filmtheater Branche entschied er sich 1995 für ein Studium an der New York Film Academy, um sein Wissen in den Gebieten Regie, Drehbuch, Kamera und Schnitt zu erweitern. Konstantins Kurzfilm/Trailer „Novak“ war Teil des internationalen Kurzfilm-Festivals in Richmond, USA. Für dieses Projekt wurde Konstantin als „Filmemacher des Jahres“ nominiert. Momentan arbeitet Konstantin an einigen interessanten Projekten die sicherlich die eine oder andere unerwartete Überraschung mit sich bringen wird.

Interview mit Konstantin Gerogiou

MW: Wie bist du zu der Idee gekommen, Drehbuchautor zu werden? Was hat dich dazu veranlasst?

KG: Hauptsächlich war es der Kino-Besuch des Films „E.T.“ und der damit verbundene Fan-Wahn zu Steven Spielberg. Aber das war erst der Wunsch Regisseur zu werden. Aber als ich dann mein anderes Vorbild, Robert Zemeckis, traf und er mir auf meine Frage hin, was er einem jungen Filmemacher raten würde, mit „Write, Write, Write“ beantwortete, kam der Wunsch auf Drehbuchautor zu werden.

MW: Was war das erste Drehbuch, das du geschrieben hast?

KG: Mein erstes Lang-Drehbuch war ein Super-Helden-Abenteuer mit dem Titel „Teutoneer“. 115 Seiten lang und der Plan war es den Film alleine mit Freunden und Bekannten überall in der Stadt Bielefeld zu drehen. Hat nicht ganz so hin gehauen, es gibt mehrere Szenen des Films aus jeweils drei verschiedenen Version des Drehbuchs. Zur Zeit nutze ich Elemente aus der Story für ein anderes Projekt.

MW: Was war deine beste Erfahrung als Drehbuchautor?

KG: Ich muss ganz ehrlich sagen, die zum Kriegsdrama „Save the last Bullet“, der sich gerade in der Pre-Production befindet.

MW: Wo ist dein Schreibplatz? Büro, Cafè, Toilette? Geheim?

KG: Cafés hauptsächlich, ich brauche diesen Geräuschpegel. Hab sogar eine App die exakt diese Geräusche abspielt wenn ich mal nicht in einem Café bin.

Aber auch andere Orte, wie z.b. am Strand von Lefkada (West-Griechenland) wo ich extrem viele Momente aus meiner Musical-Theater-Komödie „Pendelton und die Theaterleichen“ geschrieben habe und die in der Form dann auch phantastisch von Regisseur Nik Breidenbach und Choreografin Silvia Varelli auf die Bühne gezaubert wurden.

MW: Führst du auch Regie oder hättest du Interesse Regie zu führen?

KG: Ich hab bei einigen Kurzfilmen und bei der Webserie „Jäger & Sammler“ Regie geführt. Natürlich interessiert mich Regie - siehe eben Spielberg weiter oben - und es ist einiges in der Planung, unter anderem die Regie bei der Fortsetzung von „C.L.E.A.N.

MW: Wie kam es zum Drehbuch „C.L.E.A.N.“?

KG: Manchmal müssen Sachen passieren wie sie eben passieren müssen:

Ich hatte in meinem Drehbuch Podcast „Storyville“ einen Drehbuchautoren zu Gast, der bereits für Produzent Vjekoslav Katusin einen Film geschrieben hat und jemanden vorschlagen wollte, der die kommende Produktion - eben „C.L.E.A.N.“ schreiben sollte. So kam eins zum anderen!

https://www.youtube.com/watch?v=qQfWFic4nS0&t=28s


MW: Wie war die Zusammenarbeit mit Vjekoslav Katusin? Was ist er für ein Mensch?

KG: Vjekoslav Katusin, auch Vjeko genannt, ist eine Bereicherung der kreativen Zusammenarbeit. Wir haben uns ein paar Mal getroffen und waren - eigentlich seit dem ersten Telefonat - auf der gleichen Wellenlänge. „C.L.E.A.N.“ war nur der Anfang - mittlerweile ist das Kriegsdrama „Save the last Bullet“ fertig und wir entwickeln gleichzeitig vier bis fünf weitere Projekte.

Da er ein großer Bud Spencer Fan ist kann ich nur folgendes Gleichnis ziehen: ich bin der Terence Hill zu seinem Bud!

MW: Hast du einen Lieblings-Drehbuchautor? Ein Vorbild, eine Inspiration?

KG: Meine Vorbilder sind meistens die Filmemacher die eine Kombination aus Autor/Regisseur sind. Ganz weit oben: Robert Zemeckis, James Cameron und George Lucas. Das „Back to the Future“ Drehbuch wird auf ewig meine Inspiration sein.

MW: Was ist/sind dein(e) aktuelles(n) Projekt(e)?

KG: Da ich gerne für alle Medien schreibe sind meine aktuellen Projekte überall vertreten: die „C.L.E.A.N“ Fortsetzung, „Thadeus Welt“ (ein VR Abenteuer), „Die Diva in mir“ (eine Verwechslungs-Komödie fürs Theater), eine Fantasy-Story für ein Graphic Novel, „DressCode“ (ein Stage-Spektakel für die Bühne) und „Explicit P.O.V.“ (ein Erotic-Suspense-Thriller).

MW: Hast du hilfreiche Ratschläge oder Tipps für Menschen die gerne ein Drehbuch schreiben wollen?

KG: Da muss ich eben Zemeckis Ratschlag an mich zitieren „schreiben, schreiben, schreiben“. Wenn nichts vorhanden ist kann auch nichts vorgewiesen werden. „Ich hab da ne geile Story für einen Film“ ist eben nur ein Satz und keine Story, geschweige denn ein Drehbuch. Immer wieder weiterschreiben und am besten Leuten zum Testlesen geben die nicht selber Autor werden wollen.

Unbedingt viele Filme schauen und viele Drehbücher lesen. Alle Arten von Filmen. Auch die nicht so guten. Man lernt eher etwas von nicht-perfekten Filmen als von perfekten. Es ist produktiver zu sagen „das hätte ich aber so-und-so gemacht“, als nur dazusitzen und zu denken „perfekt, dem ist nichts hinzuzufügen“. Und ganz wichtig: am Leben Teilnehmen. Da kommen die besten Charaktere, Momente und Geschichten zusammen.

Vielen Dank für das tolle Interview. Michael Wald



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