Jim Carreys existenzielles Interview über Nicht-Existenz von Persönlichkeit

Jim Carrey in Vergiss mein nicht!
© Constantin Film
Jim Carrey in Vergiss mein nicht!

"All dies hat keine Bedeutung. Also wollte ich die bedeutungsloseste Sache finden, zu der ich gehen und der ich mich anschließen konnte, und hier bin ich", so Jim Carrey gegenüber einer Reporterin von E News und Daily Pop auf dem roten Teppich zur Harper's Bazaar-Party in New York. Die von der Ex-Vogue-Paris-Chefredakteurin Carine Roitfeld initiierte Veranstaltung fand im Rahmen der New York Fashion Week statt und feiert Ikonen aka Berühmtheiten. Dazu sagte der Schauspieler weiter, der nicht nur einmal umissverständlich seine Ablehnung gegenüber solcher Events zu verstehen gab:

"Ich glaube nicht an Ikonen. Ich glaube nicht an Persönlichkeiten. Ich glaube, dass Frieden jenseits von Persönlichkeiten liegt, jenseits von Erfindung und Verkleidung, jenseits deines roten S, das du auf deiner Brust trägst, das Kugeln abprallen lässt." Zu seinem auffälligen, schillernden Sakko ließ Jim Carrey noch wissen: "Ich habe mich nicht schick gemacht. Es gibt kein Ich. Es gibt einfach nur Dinge, die passieren. Die Sache ist die: Es ist nicht unsere Welt. Wir zählen nicht." Das Interview könnt ihr hier sehen:

Im Gespräch mit The Wrap führte Jim Carrey seine Aussagen nun erklärend aus. Der eigene Charakter sei, wie er beim tiefen Hineinschlüpfen in Figuren erfahre, "ziemlich dünn". Es gibt seines Erachtens nach lediglich eine "relative Manifestation eines Bewusstseins [...], und irgendjemand gab ihm [...] einen Namen, eine Religion, eine Nationalität [...]" Diese Dinge würden zu etwas zusammengeworfen, das als Persönlichkeit fungieren soll, die aber tatsächlich nicht existiere: "Nichts von dem Zeug, wenn man gründlich nachforscht, ist real."

Jim Carreys eigener Ruhm finde inzwischen ohne ihn statt: "Ich bin kein Teil mehr davon. Ankleiden geschieht, sich das Haar machen geschieht, Interviews geben geschieht, aber es geschieht ohne mich, ohne die Vorstellung eines 'Ich'." Ob er sein Ego in Erscheinung treten lässt oder nicht, sei egal, denn die Dinge passierten ohnehin. Der Schauspieler wolle Menschen von ihren Sorgen befreien und ihnen die Bedeutung seiner Aussagen näherbringen, "damit sie ebenfalls in den Abgrund blicken können! Es klingt angsteinflößend, aber das ist es nicht. Alles passiert noch immer."

Das klärende Gespräch mit The Wrap fand im Rahmen des Toronto International Film Festival (TIFF) statt, auf dem sich Jim Carrey anlässlich der Dokumentation Jim and Andy: The Great Beyond aufhielt. Diese befasst sich mit dem Eintauchen des Darstellers in die Rolle von Andy Kaufman, den er 1999 in Der Mondmann porträtierte. Kaufman habe dieselbe Erkenntnis repräsentiert, die er nun kennenlerne. "Er war The Great Beyond. Und The Great Beyond repräsentiert für mich Andy, repräsentiert Künstler, die willens sind, die Grenze zu überschreiten ins Unakzeptierte und Unerwartete."

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NeonFox Alexander Börste
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