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Lange vor Avengers: Endgame - So genial hat schon Hitchcock vor Spoilern gewarnt

Thanos und Alfred Hitchcock
© Disney/Gemeinfrei
Thanos und Alfred Hitchcock
21.04.2019 - 09:30 UhrVor 1 Jahr aktualisiert
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Heutzutage verlangt Thanos von Kinozuschauern, nichts zu verraten, früher war es Alfred Hitchcock. Lest, wie schon vor Jahrzehnten für Spoiler-Freiheit gesorgt wurde.

Wie schon zu Avengers 3: Infinity War, haben die Regie-Brüder Anthony und Joe Russo auch zu Avengers 4: Endgame eine Brief an die Fans geschrieben. In ihm bitten sie die Zuschauer abermals, keine Spoiler auszuplaudern, damit alle vom Film gleichermaßen überrascht und emotional mitgenommen werden können.

Solcherlei Bitten von höchster Ebene, die Überraschungen eines Film ja niemandem zu verraten, sind allerdings nicht erst im Superhelden-Blockbuster-Zeitalter zur Begleiterscheinung des Kinos geworden.

Alfred Hitchcock und die Psycho-Spoiler

Schon Suspense-Meister Alfred Hitchcock bat die Zuschauer von Psycho 1960 in Zeitungsanzeigen, das Ende niemandem zu verraten:

Wenn Sie kein Geheimnis bewahren können, halten Sie sich bitte von Leuten fern, nachdem Sie Psycho gesehen haben.
Nachdem Sie Psycho gesehen haben, verraten Sie nicht das Ende. Es ist das Einzige, das wir haben.

Kein Zuschauer wurde nachträglich in den Kinosaal gelassen, sobald der Film einmal begonnen hatte. Während es heute selbstverständlich erscheint, pünktlich zum Anfang eines Films im Kinosessel zu sitzen, war es damals nicht ungewöhnlich, auch mal mittendrin zu einer Vorstellung zu erscheinen, wie der Independent  schreibt. Ein Film wurde gewissermaßen in Endlosschleife gezeigt, so dass Zuschauer oft zunächst das Ende sahen und erst danach den Anfang.

Einen exzellenten Eindruck der Anti-Spoiler-Bemühungen verschafft das folgende Promo-Video für Kinobetreiber zum Psycho-Start:

Zusätzlich zu Zeitungsanzeigen und Kino-Aushängen war Hitchcock auch in Form von Papp-Aufstellern bei Psycho-Vorführungen präsent. Dergestalt warnte er, nachträglich eingelassen würden nicht einmal

[...] der Bruder des Kino-Managers, der Präsident der Vereinigten Staaten oder die Königin von England (Gott segne sie)!

Wer erst zwischendrin die Vorstellung betrete, würde sich selbst beschummeln. Hitchcock nahm zudem Audio-Botschaften auf, die den Wartenden vorgespielt wurden und sie beruhigte, alles geschehe nur zu ihrem Besten.

Selbst die Führungskräfte des Psycho-Studios Paramount durften das Drehbuch nicht lesen. Der Legende nach kaufte Hitchcock sogar alle Exemplare des zugrundeliegenden Romans von Robert Bloch auf, derer er habhaft werden konnte.

Spoiler-Bekämpfung vor Hitchcock

Allerdings war Hitchcock nicht der erste Regisseur, der die Zuschauer zu Verbündeten im Kampf gegen Spoiler machen wollte. Schon der "französische Hitchcock" Henri-Georges Clouzot beendete seine Die Teuflischen 1955 mit der Aufforderung

Seien Sie keine Teuflischen! Zerstören Sie nicht das Interesse, das Ihre Freude an diesem Film haben könnten. Erzählen Sie ihnen nicht, was Sie gesehen haben. Danke, in ihrem Namen.

Die Teuflischen diente Hitchcock dabei nicht nur als Inspiration für die Anti-Spoiler-Werbekampagne für Psycho, sondern war auch einer der Anstöße, den Film überhaupt zu drehen.

Die Teuflischen

Außerhalb des Filmgeschäfts endet bereits seit 1952 jede Aufführung des Agatha Christie-Theaterstücks Die Mausefalle im Londoner West End mit der Bitte der Darsteller, die Identität des Mörders niemandem zu verraten.

Ab dem 24.04.2019 wissen wir, ob sich die Russos lediglich bei der Anti-Spoiler-Bitte für Avengers: Endgame von Hitchcock haben inspirieren lassen, oder ob, Achtung, Psycho-Spoiler, Captain America vielleicht schon in der ersten Filmhälfte von Thanos' vermeintlicher Mutter unter der Dusche erstochen wird.

Habt ihr schon mal jemandem einen Film gespoilt?

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