Mark Hamill - Ein Leben lang Star Wars

Mark Hamill als Luke Skywalker
© Walt Disney/20th Century Fox
Mark Hamill als Luke Skywalker
03.02.2018 - 08:50 UhrVor 4 Jahren aktualisiert
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Der vierzigjährige Krieg der Sterne forderte Luke Skywalkers Leben schließlich in Star Wars 8 ein. Mark Hamill hat seine Aufgabe erfüllt, sein Gesicht dem neuen Star Wars einen wichtigen Dienst erwiesen. Loslassen wird er die Welt nie.

Als Harrison Ford seine Rückkehr zu Star Wars zusagte , war Mark Hamill überrascht und zog einen Vergleich zwischen sich und Ford, wie es vielleicht Brüder tun, die sich nur selten sehen, aber gut verstehen, wenn sie sich mal treffen. Er, Ford, habe keine Geduld mit Menschen, die sich nicht auf das konzentrieren, was jetzt gerade passiere und "lieber die Erinnerungsstraße herunterspazieren." Das tut eher Mark Hamill, der kein Problem damit hatte, zwanzig Jahre nach dem letzten Star Wars-Teil auf Fan-Conventions und in Simpsons-Parodien aufzutreten. Einwenden könnte man nun, dass sich Fords und Hamills Karrieren nach Star Wars denkbar unterschiedlich entwickelten und Hamill nichts anderes übrig blieb, als die eine große Rolle fortzuleben, die er ausfüllte. Das aber hat auch Hamill, der eine solide Karriere nach bzw. zwischen Star Wars vorweisen kann, nicht nötig. Da ist noch etwas anderes, das Hamill und Ford unterscheidet.

Auch 2017 noch, als das Internet über Luke Skywalkers wortlosen Cameo in Das Erwachen der Macht theoretisierte, erinnerte Hamill sich gerne an Star Wars. In einem Video seiner Webserie Pop Culture Quest konfrontierte ihn ein professioneller Sammler mit Lukes alter Lichtschwert-Attrappe, und aus Hamills Augen sprach echte Rührung. Die Erinnerungen bei der Besichtigung der nachgebauten Millenium Falcon-Kulisse hatten ihn so tief berührt wie der Besuch des Elternhauses, er habe die Tränen zurückhalten müssen. Dazwischen teilte er im Internet, wie eine stolze und etwas wehmütige Mutter am Ende eines Familienessens, das womöglich erste aufgenommene Star Wars-Setfoto, ein schönes, verschrammtes Stück Papier. Mark Hamill ist nicht anders als die einzigartig leidenschaftlichen Star Wars-Fans, die Sammler von Star Wars-Requisiten, die mittlerweile Antiquitäten sind. Ihm ist Star Wars wichtig.

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Wie wichtig Luke Skywalkers Rückkehr für die neue Trilogie war, ließ Disney Mark Hamill zunächst nicht spüren. Fast fünf Jahre sollten vergehen von der ersten Kontaktaufnahme bis zum ersten Luke Skywalker-Satz in einem Disney-Star Wars-Film in Die letzten Jedi. George Lucas, damals noch vertraut mit den neuen Inhabern, organisierte die ersten Treffen. Wenn er wollte, sagte Lucas , könne Hamill eine große Rolle übernehmen. Und wenn nicht, würde man sie eben wieder aus dem Film schreiben. Dann wurde das Das Erwachen der Macht-Skript zu voll für einen Auftritt von dieser Größe und der Skywalker-Arc verschoben auf 2017, was auch Mark Hamill nicht gefallen haben soll. Aber wenn es dann so weit ist, v ersprach Star Wars 8-Regisseur Rian Johnson später , "wird jeder an den ersten Worten kleben, die du sagst."

Die kluge Star Wars-Verwalterin Kathleen Kennedy hielt ihn ein wenig hin und ließ ihn seine Maskottchen-Rolle weiterspielen. Sie hatte die schiere Präsenz Hamills im Star Wars-Zirkel fest eingeplant. Hamill und Skywalker waren die großen Marketing-Faktoren. Er ist die besondere Zutat, der Geschmack der Heimat, dieses eine Haus in der Heimatstadt, das nie verfällt, und wenn doch, dann ist alles nicht mehr, wie es mal war. "Ich muss nicht in der Show sein, ich will in der Nähe der Show sein", umschreibt Hamill sein gelassenes Verhältnis zum Filmgeschäft. Es war die Nostalgie und Disneys kühle ökonomische Verwertung dieser Vergangenheitssehnsucht, die ihn zurücksaugte, wieder mitten hinein in die Show.

Nostalgie, das ist der Schmerz einer alten Wunde, sagt der Werbefachman Don Draper in Mad Men . Ein Gefühl wie "ein Ziehen im Herzen, weit machtvoller als Erinnerung allein. Es bringt uns an einen Ort, an den wir uns sehnen, zurückzukehren." Das Karussell heißt die Episode, ein Gefährt, das sich vorwärts und gleichzeitig zurück bewegt. "Und irgendwann zurück nach Hause."

Star Wars 7

Zurück nach Hause war das große Versprechen, mit dem Disney sein neues Star Wars nach dem Kauf von Lucasfilm und der Installierung von Kathleen Kennedy anstelle von George Lucas überschrieb. Mit Spucke besiegelt wurde der Handschlag mit den von der Prequel-Trilogie noch beleidigten Fans im zweiten Trailer zu Star Wars 7: Das Erwachen der Macht, in dem Han Solo in knappe Worte kleidet, was sonst nur warme Männertränen ausdrücken können. "Chewie, wir sind zu Hause." In diesem Erinnerungscocktail von einem Trailer  ist das bekannte affirmative Röhren des Wookies ein genauso wichtiges Aroma wie Fords erhelltes, von einem Hollywood-Leben zerfurchtes Han Solo-Gesicht, die abgestürzten Sternzerstörer-Wracks in der Wüste, die geschmolzene Darth Vader-Maske und die jugendliche Stimme von Luke Skywalker, dessen Machtgelübde, zitiert aus Die Rückkehr der Jedi-Ritter, sich über einen Teil des Trailers legt.

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