Men in Black: International - Das neue Alien nervt einfach nur tierisch

Pawny in Men in Black: International
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Pawny in Men in Black: International
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Volontär bei moviepilot. Berichtet am liebsten über Gangsterstreifen und Werke, in denen sich Literatur und Filmkunst vereinen. Weiß, wo Leute hinkommen, die guten Scotch verschwenden.

Für ein Spin-off funktioniert Men in Black: International erstaunlich gut. Zugegeben, die Handlung und die Animationen sind nicht wirklich überraschend oder einfallsreich, dafür aber sorgen die Effekte für Kurzweiligkeit. Der größte Pluspunkt des Films ist derweil die passende Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern Chris Hemsworth und Tessa Thompson.

Die witzigen Rededuelle zwischen den MiB-Agenten könnte der Zuschauer jedoch viel besser genießen, wäre da nicht das nervige und völlig unpassende Alien Pawny (im Original: Kumail Nanjiani), das immer wieder hineinplappert.

Deswegen nervt Pawny in Men in Black: International

  • Pawny ist künstlich und ohne Hintergrund und charakterliche Eigenschaften.
  • Sein kindlicher Humor wirkt im Film wie ein Fremdkörper und over the top.
  • Pawny dient einfach nur als Stichwortgeber und lässt die Ironie von Frank, dem Mops, vermissen.

Kein guter Alien-Sidekick in Men in Black: International

Zunächst einmal habe ich nichts gegen witzige, außerdische Sidekicks, wenn sie denn auch gut gemacht und wirklich witzig sind. Selbstverständlich ist Comedy dabei nicht alles. Was wäre zum Beispiel Captain Kirk ohne seinen logisch-rationalen Mr. Spock? Oder Han Solo ohne seinen treuen Schmuggel-Kumpanen Chewbacca? Okay, beide Figuren können auch für sich allein stehen und sind daher vielleicht kein guter Vergleich.

Pawny kann nämlich in jedem Fall nicht für sich allein stehen, denn er ist nur dazu da, kindliche Kommentare in den Raum zu werfen. Selbst die früheren Men in Black-Filme haben sich in Sachen Sidekicks mehr Mühe gegeben - angefangen bei den Wurmlingen und Mops Frank in Men in Black und Men In Black 2 bis hin zu Griff aus Men in Black 3. Selbst wenn sie als Comic Reliefs angelegt waren, hatten sie stets mehr zu bieten.

Pawnys Rolle in Men in Black: International

Ihre ironischen und eigenständigen Persönlichkeiten passten zum sarkastischen Grundton der Filme. Pawny wirkt demgegenüber zwischen den souverän handelnden Figuren in Men in Black: International wie ein Fremdkörper, dessen einzige Charaktereigenschaft darin besteht, bis in den Freitod einer Königin dienen zu wollen und ab und zu mal in die Handlung zu ploppen.

Überhaupt ist er in seiner Alice im Wunderland-Schachbrett-Verkleidung so fehl am Platz, dass sich nicht einmal die Filmmacher bemühen, ihm einen anständigen Hintergrund zu geben.

So wird nicht erklärt, welcher Alienrasse er angehört, warum er mit seinen Artgenossen wie Schachfiguren verkleidet in einem marokkanischen Hinterzimmer residiert, was seine Königin von ihm hält und warum sich Les Twins ausgerechnet bei ihnen für ein Attentat erkundigen.

Wie ein Assassine sieht Pawny nämlich nicht gerade aus und das markt man auch ziemlich schnell. Im weiteren Verlauf des Films ist eine Vertiefung des Charakters gar nicht mehr nötig, da Pawnys Aufgabe nur noch darin besteht, Tessa Thompson anzuhimmeln, Witze mit dem Holzhammer zu machen und im Finale überraschenderweise über sich hinaus zu wachsen.

Ernsthaft, diese Fähigkeiten hätte ich gerne schon früher von ihm gesehen! Passend zu meiner Einstellung verschwindet das kleine Alien am Ende des Films übrigens im Handschuhfach.

Merkwürdige Witze in Men in Black: International

Ich gebe dabei gerne zu, dass ich auch ein oder zweimal bei seinen Sprüchen geschmunzelt und gelacht habe. Ich bin ja kein Eisbrocken und es ist nicht immer alles hundertprozentig schlecht, was man kritisiert. Nur haben mich Pawnys Witze eben eher aus der Handlung herauskatapultiert.

Sie haben sich in ihrer Gezwungenheit nicht wirklich als Teil des Films angefühlt, wie etwa die flotten Rededuelle zwischen Agent J (Will Smith) und Frank in Men in Black 2.

Und da kam mir doch der schlimme Verdacht, dass Pawny deswegen so negativ aus dem Film heraussticht, weil er eben genau das tun soll und sein kindlicher Humor für ein jüngeres Publikum gedacht ist, das noch nicht alt genug ist, die früheren Men in Black-Filme gesehen zu haben. Eine familienfreundliche Alien-Tour also, die nicht weh tut und nicht aneckt.

Dass sein CGI zudem nicht gut aussieht, kann man Pawny dabei gar nicht zum Vorwurf machen - das scheint ein viel allgemeineres Problem zu sein.

Men in Black: International ist trotz Pawny sehenswert

Der Ableger Men in Black: International ist kein schlechter Film. Über weite Teile ist er sogar sehr unterhaltsam. Nur ein besonders guter Film ist er eben auch nicht unbedingt. Einzelne Sequenzen wie Chris Hemsworths Einführungsszene - eine Mischung aus James Bond und Indiana Jones - scheinen gedankenlos in die größere Handlung gepresst.

Genauso wirkt auch Pawny. Er ist der Jar Jar Binks im Men in Black-Universum. Okay, das war vielleicht zu hart. Men in Black: International bleibt aber trotz des nervigen Alien-Sidekicks sehenswert. Ich zumindest werde mir den Film auf jeden Fall noch einmal anschauen - und dann bei Pawny-Szenen einfach tief durchatmen.

Men in Black: International läuft seit dem 13.06.2019 in den deutschen Kinos.

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