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Menschenversuche in Film und Literatur

MK ULTRA

Ich grill dich, Baby!
© Warner Bros.
Ich grill dich, Baby!

Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten? Sie rauschen vorbei, wie nächtliche Schatten. Kein Mensch kann sie wissen, kein Jäger sie schießen mit Pulver und Blei: Die Gedanken sind frei!

Die erste Strophe des bekannten Volksliedes Die Gedanken sind frei. Beinahe jeder würde diesen Worten wohl zustimmen. Keiner kann wissen, was ein anderer Mensch denkt und schon gar nicht kann man Menschen befehlen, was sie zu denken haben. Wirklich? Durch die Medien wird uns jeden Tag aufs Neue eine bestimmte Meinung vorgeschrieben, in der Werbung werden uns Idealvorstellungen eingetrichtert und auch in sozialen Netzwerken im Internet wird kaum noch ein Gedanke für sich behalten und versucht, andere von ihrer Meinung zu überzeugen. Gedankenmanipulation ist heute beinahe überall zu finden. Auch in der Weltpolitik. Bereits in den 1950er und 1960er Jahren herrschte in der Central Intelligence Agency (CIA), dem Geheimdienst der Vereinigten Staaten von Amerika, die Angst vor, dass ihre Feinde im Kalten Krieg, besonders die Sowjetunion und die Volksrepublik China, Gedanken und Informationen durch spezielle Befragungstechniken, Drogen und Menschenversuche herausbekommen könnten und gleichzeitig die Gehirne der Menschen manipulierten, um sie für ihre eigenen Zwecke zu missbrauchen. Angeblich wurden in den kommunistischen Staaten sogar ganze Projekte aufgebaut, um die Möglichkeiten zur Gedankenkontrolle zu erforschen. Darum hat man versucht, es seinen Kontrahenten nachzutun. Auch die CIA begann, zahlreiche Projekte zur Gedankenkontrolle einzurichten. Das bekannteste dieser Projekte und vor allem auch größte seiner Art war wohl das Projekt MK ULTRA.

In diesem Artikel will ich zunächst darstellen, wie die CIA im Rahmen des Projekts MK ULTRA mit zum Teil brutalen und folterähnlichen Experimenten an Menschen die Forschung zur Gedankenkontrolle und –manipulation vorangetrieben hatte. Danach werde ich anhand des Films Botschafter der Angst von John Frankenheimer und dessen Neuverfilmung Der Manchurian Kandidat (2004) von Jonathan Demme, des Films Shutter Island (2010) von Martin Scorsese, der auf der gleichnamigen Romanvorlage von Dennis Lehane aus dem Jahr 2003 beruht, und Ken Kesey Roman Einer flog über das Kuckucksnestaus dem Jahr 1962 und dessen Verfilmung (1975) von Milos Forman zeigen, wie dieses Projekt mit seinen Inhalten, Experimenten und Auswirkungen in Film und Literatur verarbeitet wurde.

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Immer dran denken: „Ein Tag ohne Lächeln ist ein verlorener Tag.“ (Charlie Chaplin)
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