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Nach dem MCU-Urknall herrscht bei anderen das große Chaos

Iron Man
© Walt Disney
Iron Man
01.05.2018 - 09:00 UhrVor 3 Jahren aktualisiert
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Das Marvel Cinematic Universe ist mit seinem Erfolg die Blaupause für andere Universen. Aber DCEU, Dark Universe und das MonsterVerse haben es nicht leicht.

Kevin Feige hat alles richtig gemacht. Nach 10 Jahren ist das Marvel Cinematic Universe eine Blaupause für alle Franchises und Universen, die die Zuschauer über Jahrzehnte in die Kinos und vor die Bildschirme locken wollen. An Aufbau, Kontinuität und Erfolg des MCU müssen sie sich messen lassen. Trotz einiger Versuche ist es bis dato allerdings noch keinem anderem Studio nebst Universum gelungen, überhaupt in die Nähe des Erfolges der MCU-Hits zu gelangen. Das hat verschiedene Gründe, über die bestimmt irgendwann richtig dicke Doktorarbeiten geschrieben werden. Wir präsentieren euch hier einen kurzen Überblick über die wichtigsten Universen, die geplant sind, aber vielleicht auch gleich wieder verschwunden sein könnten.

DC Extended Universe (DCEU) - Warner Bros. Pictures

DC Extended Universe

Das DC Extended Universe ist als direkter Konkurrent des MCUs in der Pflicht, für die Zuschauer eine nachvollziehbare Kontinuität um Superman, Batman, The Flash & Co. herzustellen. Dass sich das Personalkarussell heftig dreht, trägt nicht gerade dazu bei, die Hoffnungen vieler DC-Fans nach gut erzählten und anspruchsvollen Filmen zu bestätigen. Es gibt eher Verwirrung über zwei Joker in Gestalt von Jared Leto und Joaquin Phoenix, über den möglichen Ausstieg von Batman etc.

Fakt ist: Es fehlt eine ordnende Hand, die die DCEU-Hauptsaga definiert und frischen Solo-Charakteren die Chance einräumt, sich zu entwickeln. Wonder Woman ist bis dato die mutige und rühmliche Ausnahme. Der Streifen zeigte, dass Solofilme nur leicht mit der Hauptsaga verknüpft werden müssen und trotzdem funktionieren können. Das wäre vielleicht ein eigenständiger Weg fürs DCEU, um langfristig einen ähnlichen Erfolg wie das MCU einzufahren.

Dark Universe - Universal Pictures

Dark Universe

Das Dark Universe aus dem Hause Universal blickt auf eine lange Tradition zurück, immerhin stammen ikonische Klassiker wie Frankenstein, Dracula sowie der Wolfsmensch aus diesem Hause. Schon mehrfach gab es Versuche des Studios, den Horror wieder aufleben zu lassen. Aber wer erinnert sich noch guten Gewissens an Van Helsing, Dracula Untold oder Wolfman. Sommer 2017 sollte der große Neustart beginnen, aber alles wirkte wieder irgendwie falsch und niemand glaubte an einen Erfolg. Das Horrorfilm-Remake Die Mumie hat dann auch nicht wirklich funktioniert. Es ist nicht nur ein erzählerisches Debakel, auch der Grusel- sowie Monsteraspekt kam viel zu kurz.

Wenn wir der Tentpole-Theorie folgen, muss der Start eines Universums deutlich besser bei Zuschauern und Kritikern ankommen sowie ein höheres Kassenergebnis erzielen. Universal sieht dies selbst und hat weitere Startdaten der Filme des Dark Universe zurückgestellt. Es wird gemunkelt, dass ein komplett neuer Start ins Auge gefasst wird. Ob es wirklich zu einem neuen Horror-Universum kommt, ist aktuell also unklar. Universal sollte sich ein Beispiel an Es nehmen, der im letzten Kinojahr zeigte, wie Horror im Blockbuster-Segment funktionieren kann.

Transformers Cinematic Universe - Paramount Pictures

Transformers Cinematic Universe

Bumblebee kommt, aber ob der Film das Transformers Cinematic Universe retten kann? Verloren ist das Franchise noch nicht wirklich, aber von Film zu Film sinkt das Interesse der Zuschauer, nur in China ist es nach wie vor enorm. Das Paramount-Studio plant gemeinsam mit Hasbro ein Universum mit Autobots und Decepticons, mit G.I. Joes sowie diversen Spielzeugreihen, die so illustre Namen tragen wie Micronauts, Visionaries, M.A.S.K. und ROM. Sogar ein Writers' Room wurde eingerichtet. Eine richtige Entscheidung, denn während Action und CGI im Überfluss zu haben sind, mangelt es den Filmen an erzählerischer Tiefe. Häme und diverse Goldene Himbeeren sind das Ergebnis. Aber aus dem Writers' Room drang schon lange keine richtige Meldung mehr.

MonsterVerse - Legendary Entertainment/Toho/Warner Bros. Pictures

MonsterVerse

Legendär sind auch die Figuren aus dem MonsterVerse: Hier geben sich King Kong und Godzilla die Hand beziehungsweise treten gegeneinander an. Die Kolosse aus Pacific Rim stehen ebenfalls bereit, obwohl dazu noch offizielle Bestätigungen fehlen. Die Riesenmonster-Verbindungen bieten für die Zusammenarbeit der Studios Warner Bros. Pictures, Legendary Entertainment sowie Toho einiges an Potential. Gemeinsam haben sie es verstanden, die Figuren jeweils in Solofilmen für ein Blockbuster-Publikum zu etablieren. Jetzt kommt es darauf an, ihr Zusammenspiel in ähnliche und noch bessere Box-Office-Dimensionen zu heben. Aller Wahrscheinlichkeit nach könnte dies mit dem großen Zusammentreffen der Ikonen in Godzilla vs. Kong funktionieren. Der Streifen kommt allerdings erst 2020 in die Kinos.

Star Wars Expanded Universe - Walt Disney Pictures

Star Wars

Das Star Wars Universe ist riesig und nur hartgesottene Fans behalten den Überblick bei allen den Filmen, Serien, Büchern, Videospielen etc. Das wird schon deutlich in der Wahl der Begrifflichkeiten, die für das Studio immer wieder eine Rolle spielen: Kanon, Anthology und Legends. Sie sollten einerseits Sortierhilfen für Fans sein, andererseits das kreative Potential in die richtigen Bahnen lenken, stiften aber für Nicht-Kenner eher Verwirrung.

Der Beginn der Star Wars-Neuauflage mit Star Wars 7 begeisterte weltweit die Fans, aber irgendwie scheint die Luft raus. Verwirrungen in der Personalpolitik, Ankündigungen zahlreicher Filme, die dann nicht wieder auftauchen: Auch bei Star Wars ist der Erfolgsdruck durch das MCU zu spüren. Immerhin ist das Star Wars EU nur noch ein Universum von vielen, wirkt solide, aber nicht mehr derart berauschend wie zu Anfangstagen. Millionen spielen die Filme trotzdem ein und werden uns auch in den nächsten Jahren begleiten.

X-Men - ehemals 20th Century Fox, bald wohl Walt Disney Pictures

X-Men

X-Men hat noch keinen Universums-Namen, und vielleicht bekommen ihn die Mutanten auch nie. Nach dem beabsichtigten Kauf von Disney wird sich für die X-Men alles verändern und noch einiges definitiv in andere Richtungen schieben. Ob es zu guten oder schlechten Modifikationen kommt, müssen wir abwarten. Deadpool und die Fantastic Four waren nie mit dem MCU verbunden, könnten jetzt aber ähnlich wie Spider-Man wieder aufgenommen werden. Das MCU wird also noch größer und könnte damit seine Vormachtstellung weiter ausbauen. Es könnte auch weitere Standards für kommende Cinematic Universes setzen und ganz nebenbei das eigene Universum mit erzählerischer Leichtigkeit sowie übersichtlicher Kontinuität in unendliche galaktische Dimensionen führen.

Was sagt ihr zu den Universen, mit denen uns Hollywood vor die Leinwände locken will?

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