Neu bei Amazon Prime: Friedhof der Kuscheltiere ist besser als das Original

Friedhof der Kuscheltiere
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Friedhof der Kuscheltiere
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Das Mainstream-Horrorkino wurde in den letzten Jahren vor allem von Es und ES Kapitel 2 dominiert. Währenddessen rangierte mit Friedhof der Kuscheltiere eine andere Stephen King-Adaption trotz moderatem Erfolg am Box Office etwas unter ferner liefen. Zu Unrecht, werden hier die Schwächen der durchwachsenden Erstverfilmung aus den 1980er Jahren doch bisweilen korrigiert.

Die zutiefst tragische Geschichte eines Familienvaters, der alles dafür tun würde, um seine Liebsten vor dem Tode zu bewahren, war von Stephen King nicht primär als Horror-Roman gedacht. Stattdessen verstand sich Friedhof der Kuscheltiere als ein sehr persönlich eingefärbtes Protokoll tiefschürfender Ängste, in dem das vielgestaltige Wesen der Trauer auf bedrückend-komplexe Art und Weise erforscht wird.

Das Missverständnis zwischen Horror-Schocker und Verlust-Drama

1989 scheiterte Mary Lambert noch an dem Stoff, weil sie das beklemmende Familien-Drama der Vorlage ausschließlich auf den plakativen Horrormoment verkürzte. Kevin Kölsch und Dennis Widmyer gelingt es in der dreißig Jahre später entstandenen Neuverfilmung ein Stück weit geschlossener, die Vorlage in ihren psychologischen Gräuel zu fassen zu bekommen.

Die neue Version ist im Gegensatz zur ersten Adaption hochwertiger produziert, atmosphärischer inszeniert und vor allem deutlich besser gespielt. Während Jason Clarke es in der Hauptrolle vollbringt, den lähmenden, bis ins Irrationale hineingreifenden Schmerz seines Charakters einnehmend auszuspielen, war Dale Midkiff zuvor eine reinrassige Fehlbesetzung: Steif, ausdruckslos, unbeholfen. Passend zum Gesamteindruck des unverständlicherweise zum Kultfilm avancierten Friedhof der Kuscheltiere.

Zwei Genre-Handwerker sorgen für atmosphärisches Schaudern

Auch Kevin Kölsch und Dennis Widmyer werden dem Roman nicht gerecht, weil sie Friedhof der Kuscheltier ebenfalls zu sehr als Horrorfilm begreifen. Angenehmerweise aber erweist sich ihre Regie trotz Jump Scare-Überdruss als konzentriert und sieht sich nicht dazu gezwungen, eine absurde Laufzeit von fast drei Stunden herbeizuphantasieren, wie es ES Kapitel 2 noch getan hat – ohne seinem Kernmotiv, den menschlichen Urängsten, auch nur im Geringsten gerecht zu werden.

Zusammengefasst bedeutet das: Auch diese Friedhof der Kuscheltiere-Variante wird nicht in die Annalen der Filmhistorie einziehen, was letztlich daran liegt, dass man Stephen Kings brillante Vorlage noch zu selten als intimes Psychogramm versteht. Kevin Kölsch und Dennis Widmyer aber sind kompetente Genre-Handwerker, die nicht nur ein Händchen für Schauspielführung haben, sondern auch durchaus in der Lage sind, wirkungsträchtige Einzelmomente zu erschaffen.

Friedhof der Kuscheltiere steht ab sofort auf Amazon Prime zur Verfügung.

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