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Nur eine kleine Lobeshymne auf THE GODFATHER: PART 2

Al Pacino ist Michael Corleone
© Paramount
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Der erste Teil ist schon großartig, aber dieser legt nochmal eine Schippe drauf. Das beginnt schon bei der ausgefeilten Story, die zum einen den Werdegang des jungen Immigranten Vito aus dem kleinen Örtchen Corleone erzählt, der Anfang des 20. Jahrhunderts nach New York flüchtet, dort aufwächst und sich langsam das Imperium aufbaut, um das es im 1. Teil geht. Und andererseits die Fortführung des Vorgängers und wie Michael Corleone das ihm von Papa Vito übergebene Imperium mit seinen aggressiven Maßnahmen langsam in den Abgrund zieht.

Musikalisch spielt der Film ebenfalls in der obersten Liga. Die zu keiner Zeit langweilig werdenden 202 Minuten Lauflänge werden mal heiter, mal düster, aber immer perfekt komponiert untermalt von Nino Rotas herausragendem Score. Dabei meine ich nicht das allseits bekannte Theme, das jeder mitpfeifen kann. Ich rede von klein Vitos musikalischer Begleitung, wenn sich seine Erleichterung und die aufkommende Hoffnung auf ein besseres Leben beim Anblick der Freiheitsstatue in Rotas musikalischem Stich ins Herzen äußert. Oder der Spannungsaufbau kurz vorm Mordanschlag auf Don Fanucci, wenn Robert De Niro über die Dächer Little Italys spaziert, während unten auf den Straßen seine Zielperson selbstverliebt die letzten Meter seines Lebens geht. Oder der Score kurz vor der Intermission… In jeder Note steckt so viel Emotion, Leid und Freude, Aufregung und Entspannung, jeder Ton versprüht sizilianischen Flair und italienisches Lebensgefühl. Großartig, einfach großartig und völlig zu Recht mit einem Oscar ausgezeichnet.

https://www.youtube.com/watch?v=sVk2UCEdJoQ

Ebenso verdient auch die anderen fünf Goldjungen, die an den Film und damit die erste Fortsetzung, die je einen Oscar bekommen hat, an Robert De Niro für seine hervorragende Darstellung des jungen Vito Corleone, an das Drehbuch sowie die Art Direction gingen. Letztere ist gerade in den Rückblicksequenzen so überzeugend gelungen. Das New York im frühen 20. Jahrhundert ist so detailverliebt und durch dezenten Einsatz von Farbfiltern, die den Look der Prohibitionsära atmosphärisch unterstreichen, in Szene gesetzt wurden, ich könnte mir das drei Stunden länger anschauen.

Der sechste Oscar ging an Francis Ford Coppola für seine bemerkenswerte Regiearbeit. Schaut man auf diesen Film, auf seinen Vorgänger und auf seine anderen filmhistorisch relevanten Werke wie Apocalypse Now, Bram Stoker's Dracula, Die Outsider und Rumble Fish, so tut es einem im Herzen weh, dass der Mann seit langer Zeit kein solches Meisterwerk abgeliefert hat. Vielleicht ist er zu alt, vielleicht fehlt ihm das richtige Drehbuch oder womöglich ist im heutigen Hollywood einfach kein Platz mehr für derartige Risikoprojekte und Regiegrößen seiner Rangordnung.

Nichtsdestotrotz oder gerade deshalb schätzt man den Wert eines gigantischen, meisterhaften Kalibers wie Der Pate 2 aka „die best investierten 3 1/2 Stunden deines Lebens“ umso mehr. Ein so unfassbar guter Film, den niemand ablehnen kann!

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