District 9

Peter Jackson: Kein Halo, aber dafür District 9

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25.03.2009 - 15:27 Uhr
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Szene auf Alive in Joburg
© Spy Films
Szene auf Alive in Joburg
Der fast Halo-Regisseur Neill Blomkamp und Produzent Peter Jackson drehen einen kritischen SciFi-Film.

Sie müssen zu jeder Zeit ein Identifikationskennzeichen tragen. Sie dürfen kein Hab und Gut besitzen. Sie dürfen die Arbeitszone nicht verlassen. Sie haben in Parks für sie speziell aufgebaute Sitze. Sie dürfen von Restaurants nicht bedient werden. Sie dürfen keinen Alkohol trinken. Sie dürfen nur bestimmte Internetseiten sehen. Sie dürfen nicht wählen. Sie dürfen keine Gewerkschaften bilden. Sie stehen unter ständiger Beobachtung.
Das sind nur ein paar der unzähligen Richtlinien, die die fiktive Firma MNU (Multi-National United) auf ihrer Internetseite aufzählt und die von den außerirdischen Immigranten eingehalten werden müssen. Die sind nämlich in Johannesburg gelandet und werden von MNU als mindere Existenz festgehalten und unterdrückt.

Das ist der grobe Rahmen des Science-Fiction-Streifens District 9 von Neill Blomkamp, der vor einer Weile im Gespräch war als Regisseur des Halo-Films, den Peter Jackson produzieren sollte. Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten wird wohl in naher Zukunft nichts aus der Adaption, dafür scheinen sich Blomkamp und Jackson so gut verstanden zu haben, dass sie basierend auf dem Kurzfilm Alive in Joburg nun einen Spielfilm machen werden. Jackson wird dabei als Produzent und Blomkamp als Regisseur agieren. Den sehenswerten Kurzfilm des südafrikanischen Regisseurs und Special-Effects-Experten könnt Ihr Euch auf Vimeo anschauen:

Alive in Joburg wird von vielen als sozialkritische Beobachtung der derzeitigen Anti-Simbabwe-Haltung vieler Südafrikaner und der inzwischen vergangenen Zeit der südafrikanischen Apartheid verstanden. In dokumentarischem Stil gehalten, ist der Kurzfilm ein aufwändiger Kommentar zur dortigen Situation und besticht vor allem durch die Verschmelzung von Dokumentation, Science Fiction und damit einhergehenden Spezialeffekten, die nahtlos eingefügt zu sein scheinen.
Die Aliens, oft als ein Extrem für den Vergleich zwischen verschiedenen Rassen genutzt, sollen dabei – ähnliche wie die TV-Serie Alien Nation aus dem Jahre 1989 – stellvertretend für die von der Gesellschaft Zurückgewiesenen und Ausgebeuteten stehen.

Vor diesem Hintergrund ist es vielleicht fast schon ironisch, dass sich Blomkamp in den letzten Jahren vor allem einen Namen als Werberegisseur gemacht hat. Die Nike-Werbespots Evolution und Crab sind zum Beispiel genauso von ihm wie der Kurzfilm Yellow für Adidas.

US-Kinostart soll zurzeit der 14. August 2009 sein. Die Viralkampagne währenddessen läuft auf Hochtouren: Es gibt eine Informationsseite der MNU über District 9 und eine über die MNU selbst. Zudem gibt es noch ein fiktives Anti-MNU-Blog, den Ihr entweder in Aliensprache oder auf englisch lesen könnt. In der Propaganda-Sektion könnt Ihr Euch nette Wallpaper herunterladen, um Eure Unterstützung gegen die Apartheid zu zeigen.

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