Ricks Ausstieg rettet The Walking Dead aus 3 Gründen

The Walking Dead
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The Walking Dead
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sciencefiction Andrea Wöger
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Rick ist raus. Mit einem wortwörtlich Knall verlässt Andrew Lincoln die Erfolgsserie The Walking Dead, die er mehr als acht Jahre als Hauptfigur getragen und geformt hat. Ich liebe Rick Grimes, seinen Leidensweg und seine Kämpfe, dennoch hätte es keinen besseren Zeitpunkt für seinen Ausstieg geben können, kaum eine elegantere Umsetzung, keine bessere Vorarbeit. Ricks Ausstieg zeigt zweifelnden Fans und langjährigen Begleitern, wie gut The Walking Dead sein kann. Denn die neue Showrunnerin Angela Kang schafft es nicht nur, eine Ära zu Ende gehen zu lassen, sie entflammt in den Fans das Gefühl, dass eine neue Ära anbricht, nämlich die Ära von Judith, Judith Grimes.

Grund 1: Ricks Ausstieg aus The Walking Dead gibt uns Badass Judith Grimes

Es ist der offensichtlichste Grund und vielleicht auch der wichtigste. Wenn The Walking Dead von seinen Marketing-Stunts eines gelernt hat, dann, dass massive Cliffhanger und monatelange Ungewissheit, welche Hauptfiguren im nächsten Staffelauftakt stirbt, bei Fans nicht gut ankommen. Ricks Abgang wurde im größtmöglichen Stil angekündigt und trotzdem ist es nicht das Highlight seiner Abschiedsfolge. Sein Vermächtnis ist der Höhepunkt. Jeder, der seine letzte Folge sah, wusste, dass es seine letzte Folge ist. Was absolut niemand wusste: Rick bleibt am Leben und bekommt drei The Walking Dead-Filme, während wir einen großen Zeitsprung erleben, um die Ankunft der 10-jährige Judith Grimes zu bezeugen. Ein Mini-Katana von Mamachonne auf dem Rücken, Papas viel zu großen Colt im Halfter, Carls Hut am Kopf. Bloß ihre biologischen Eltern Shane und Lori gehen beim Fan-Service leer aus (aber wer weiß, welche Wesenszüge sich noch offenbaren).

Judith trägt das Vermächtnis ihres Vaters fort, das sich schon seit mehreren Staffel ankündigt, denn Sheriff Rick Grimes ist auch innerhalb der Seriewelt eine Berühmtheit. Der Mann, der Negan bezwungen, seine Gruppe über all die Jahre hinweg am Leben gehalten und ihr Alexandria ermöglicht, hat. Rick ist der Anführer, der die harten Entscheidungen trifft und selbst in der hoffnungslosesten Stunde für alle den Glauben findet, weiterzumachen. Er gab Maggie das Versprechen, abzutreten, wenn der Krieg mit Negan vorbei ist - und das hat er endlich eingelöst. Andere dürfen das Ruder (beziehungsweise den Colt) übernehmen.

Grund 2: Ricks Ausstieg aus The Walking Dead schließt Überflüssiges ab

Ricks Geschichte für die Serie wurde zu Ende erzählt. Im Vorfeld seines Abgangs kam Angst auf, dass sich die Serie angesichts seines baldigen Ausstiegs zu sehr auf ihn konzentriert und dann in ein großes Loch fällt (fast so wie Rick und Daryl). Ihn mit der Aussicht auf Spielfilme ziehen zu lassen und gleichzeitig Judith als 10-jährige Nachwuchs-Zombie-Killerin einzuführen, stellt jede Trauer in den Schatten. Der erste Zeitsprung von Staffel 8 auf 9 war notwendig, um mit dem Krieg um Negan abzuschließen und uns eine neue Ordnung der Gemeinschaften zu präsentieren. Zum ersten Mal in über acht Jahren erforscht The Walking Dead Neuland, es wird Landwirtschaft betrieben und über Infrastruktur nachgedacht. Aber es gibt immer noch das leidige Saviors-Thema, die Figuren haben sich noch nicht mit ihren neuen Rollen arrangiert und die Trauer um Carl sitzt tief. Doch all das hängt an Ricks Figur und findet mit seinem Abschied ein Ende in der Serie.

Nicht nur wird durch den Fokus auf Rick seine Geschichte innerhalb der Serie vernünftig zu Ende erzählt, auch zeigt es die Emanzipation aller weiteren Hauptfiguren von ihm. Dazu gehört die Aussprache mit Daryl, Carols Rolle im Kingdom, Maggies konträrer Führungsstil und Michonnes Eigenantrieb, zu erschaffen und zu vergessen. Nichts hängt mehr von Rick ab. Diesen Seelenfrieden finden auch die Zuschauer in den herzergreifenden Cameos der Folge von Shane, Hershel und Sasha. Sie symbolisieren Ricks Sehnsucht nach Vergebung für alles, was seine Entscheidungen bewirkt und entfacht haben und die bekommt er - genauso wie wir Zuschauer. Ricks Charakter ist damit für die Serie auserzählt, die sich stets um seine Suche nach der Kraft weiterzumachen drehte und schafft den notwendigen Platz für Neues.

Grund 3: Ricks Ausstieg aus The Walking Dead schafft überfällige Neuerungen

Meine größte Angst vor Ricks Abgang war die Redundanz, die dadurch entstehen könnte. Die gesamte zweite Hälfte der 8. Staffel haben wir Rick, Michonne und andere um Ricks Sohn Carl trauern sehen und auch Maggies Storyline ist von ihrer Rache für den ermordeten Glenn geprägt. Bloß nicht noch mehr Trauerarbeit. Der überraschende Zeitsprung von sechs Jahren am Ende von Ricks Ausstiegsfolge ermöglicht den Figuren wie uns Zuschauern, all die negativen Emotionen, die mit seinem Abgang verbunden sind, hinter sich zu lassen, ohne die Verbindungen zu kappen (Im Vorschau-Trailer sehen wir Judith mit einer Rick-Actionfigur spielen). Neue Verhältnisse können erforscht werden - zwischen den Figuren und zwischen den Gemeinschaften. Welche Gesetze haben sich etabliert? Wie funktioniert der Handel, die Selbstversorgung, das Gesundheitswesen, die Bildung in dieser postapokalyptischen Zombie-verseuchten Welt? Warum hat Carol ihre Haare wachsen lassen, hält Ezekiel immer noch um ihre Hand an und wieso trägt Aaron einen Rick-Gedächtnisbart?

AMC mag mit all den neuen The Walking Dead-Plänen von Spielfilmen bis weiteren Spin-offs größenwahnsinnig geworden sein. Vielleicht ist es aber das Beste, was dem Original passieren kann. Entschlackung, Auslagerung, neuer Fokus. Wenn Angela Kang und ihr Team eines bewiesen haben, dann, dass es eine Hoffnung auf ein gutes The Walking Dead ohne Rick Grimes gibt. Und daran haben vor ein paar Tagen nur die wenigsten geglaubt.

Die 9. Staffel von The Walking Dead wird sonntags in den USA auf AMC ausgestrahlt und ist hierzulande einen Tag später auf FOX und über Sky Ticket zu sehen.

Habt ihr Hoffnungen auf ein gutes The Walking Dead ohne Rick Grimes?

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