Riverdale: Luke Perry-Abschied ist die emotionalste Folge seit Langem

Archie aus Riverdale
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Achtung, Spoiler für Riverdale: Vor sieben Monaten verstarb Luke Perry, der nach seinem Durchbruch in Beverly Hills, 90210 in den letzten Jahren vor allem für seine Rolle als Fred Andrews in Riverdale Aufmerksamkeit bekam. In der Rolle des verständnisvollen Vaters leitete er seinen impulsiven Sohn Archie und dessen Freunde an, doch nun mussten sich auch die Charaktere der Serie von ihm verabschieden.

Fred Andrews hinterlässt eine klaffende Lücke in Riverdale

Zu Beginn der Episode bekommt Archie die schockierende Nachricht, sein Vater sei bei einem Verkehrsunfall in Cherry Creek ums Leben gekommen. Er wollte jemandem helfen, wurde dann jedoch von einem Auto erfasst und erlag schließlich seinen Verletzungen. Seine Freunde sind es, die ihm in diesen schwierigen Stunden Halt geben und die in einer kleinen Runde ihre Erinnerungen an Fred austauschen.

Schön zu sehen ist, dass die meisten übergeordneten Handlungsstränge der Serie pausieren, weshalb diese Folge vielleicht hinsichtlich ihrer Narrative die geradlinigste der Riverdale-Historie ist. Dies ist absolut konsequent und zudem auch notwendig, denn so steht die Episode vollkommen im Zeichen von Luke Perrys Fred Andrews, ohne irgendwelche störenden Nebengeräusche, die diesen Nachruf überschatten.

Dabei sind es zunächst die jungen Riverdale-Figuren, die in Erinnerungen an ihre Erlebnisse mit Fred schwelgen, denn für jeden von ihnen war er, das wird sehr schnell klar, irgendwo auch eine Vaterfigur. Wenn er gebraucht wurde, war er da, wenn jemand ein offenes Ohr brauchte, hörte er zu. Archie selbst bleibt jedoch stumm, zu tief sitzt der Schock über seinen Verlust.

Archies Trauer ist die größte Stärke der emotionalen Abschiedsfolge

Jeder von uns geht mit seiner Trauer anders um. Manch einer braucht die Nähe zu seinen Liebsten, andere wiederum wollen eher für sich sein und manche suchen sich ein Ventil, um ihren Verlust zu verarbeiten. Bei mir selbst war es vergangenes Jahr eine Mischung aus all diesen Sachen, die mir dabei halfen, den Tod eines geliebten Menschen zu verarbeiten, weshalb ich Archies Handlungen in der aktuellen Episode nur allzu gut verstehe.

Archie verliert mit seinem Dad nicht nur sein Vorbild, sondern den vermutlich wichtigsten Menschen in seinem Leben, seine Bezugsperson und seinen Helden. Albträume plagen ihn, weshalb er seinen Vater nach Hause zurückholen will. Er bittet seine Freunde um Hilfe, doch er kann sich ihnen gegenüber nicht immer öffnen und geht schließlich auf eigene Faust los, um den vermeintlichen Mörder seines Dads zur Rede zu stellen.

K.J. Apa liefert in dieser Folge seine vermutlich bisher beste Leistung in Riverdale ab und kann den Schmerz sowie die verschiedenen Trauerphasen seines Archie gekonnt vermitteln. Archie ist wütend, zweifelnd und traurig, bis er letztendlich das Geschehene akzeptieren kann. Als er den wahren Verantwortlichen für den Tod seines Vaters trifft, erkennt er, dass auch seine Taten früher solch schreckliche Konsequenzen hätten haben können.

Statt von seinem Zorn zerfressen zu werden, lässt er diesen los, um fortan jeden Tag das Andenken seines Vaters zu ehren. Von nun an dürften wir einen neuen Archie sehen, der durch diesen reinen Wunsch in seinem Inneren etwas Neues erschaffen und in Riverdale bewirken will.

Fred Andrews starb wie er gelebt hat: als Held

Archies Dad stand jedem in Riverdale mit Rat und Tat zur Seite, genoss einen überaus guten Ruf in der Stadt. Wie sehr er das Leben seiner Familie, Freunde, Nachbarn und sogar Fremder berührte, wird nun nochmal besonders klar. Fred starb wie er gelebt hat: als Held in Flannellrüstung. Luke Perrys Fred Andrews den Heldentod sterben zu lassen, erscheint deshalb nur konsequent und, bedeutend wichtiger, es fühlt sich richtig an.

Dass mit Shannen Doherty zudem eine langjährige Wegbegleiterin für eine Nebenrolle verpflichtet werden konnte, verleiht dem Abschied von Luke Perry noch zusätzliches Gewicht, schließlich kannten sich beide noch aus gemeinsamen Beverly Hills, 90210-Zeiten. Es verlieh dem Abschied eine weiter Dimension, als sie gemeinsam mit Archie und seinen Freunden für Fred betete und ihm so nochmal die Ehre erwies, nachdem er ihr selbstlos das Leben gerettet hatte.

"Fred Andrews wird immer ein Teil von Riverdale sein." - Archie

Riverdale-Schöpfer Roberto Aguirre-Sacasa bezeichnete diesen Abschied von Luke Perry als wohl "wichtigste Folge aller Zeiten". Für die Darsteller, ihre Charaktere und die Fans dürfte dieser Superlativ eine absolut treffende Bezeichnung sein, denn auch ihnen dürfte es dabei geholfen haben, ihre Trauer nach dem Verlust Luke Perrys zu verarbeiten.

Auf jeden Fall ist es jedoch die bis dato emotionalste Episode der bisherigen Riverdale-Historie, die Luke Perry auf gefühlvolle Weise ein letztes Mal ehrt. Die letzten Augenblicke der Folge werden durch kurze Erinnerungen Archies an seinen Vater abgerundet, in denen wir Luke Perry noch einmal sehen können. Nach all dem Wahnsinn, der Riverdale die vergangenen Monate dominierte, war das Städtchen diesmal ein Ort der Anmut. Fred Andrews wird immer zu Riverdale gehören, ebenso wie Luke Perry.

Was sind eure Gefühle zur Abschieds-Episode von Luke Perry?

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