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Rudolf Thome entführt in Das rote Zimmer

02.11.2012 - 15:00 UhrVor 9 Jahren aktualisiert
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Rudolf Thomes rotes Zimmer
© Prometheus Filmverleih / barnsteiner-film
Rudolf Thomes rotes Zimmer
Heute Abend strahlt EinsFestival das außergewöhnliche und ruhige Drama Das rote Zimmer von Rudolf Thome aus. Ein sehenswerter Film des deutschen Regisseurs, der zuletzt mit Ins Blaue auf der großen Leinwand vertreten war.

Seit mehr als 40 Jahren ist Rudolf Thome (Rot und Blau) in Deutschland als Autorenfilmer unterwegs und hat in seiner langjährigen Karriere als Regisseur bis dato eine beachtliche Filmographie geschaffen. Selbst wenn er im Kinogeschehen fast gänzlich untergeht, meldet er sich regelmäßig mit Spielfilmen auf der großen Leinwand zurück und so begeisterte erst vor wenigen Wochen sein feinfühliges Drama Ins Blaue mit Vadim Glowna, Alice Dwyer und Esther Zimmering – selbst wenn der Film nur in einer sehr überschaubaren Anzahl von Lichtspielhäusern zu betrachten war. Letztes Jahr konnte er mit Das rote Zimmer die deutsche Filmlandschaft ebenfalls um ein starkes Werk bereichern und EinsFestival sendet heute Abend zur besten Zeit um 20:15 den zweitjüngsten Spielfilm des Regisseurs.

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Fred Hintermeier (Peter Knaack) verfolgt ihm Rahmen seines Berufes die Vorgänge im menschlichen Organismus während sich zwei Personen küssen. Als sogenannter Kussforscher im Institut für Biochemie in Berlin hat er sich so sehr in seine Arbeit zurückgezogen, dass er kaum noch soziale Kontakte pflegt und darüber hinaus liegt die Scheidung von seiner Ehefrau an. Eines Tages lernt er jedoch durch Zufall die attraktive Luzie (Katharina Lorenz) kennen sowie deren Geliebte Sibil (Seyneb Saleh), die aktuell damit beschäftigt sind, das innere Seelenleben der Männerwelt zu erforschen. Was folgt, ist eine außergewöhnliche Beziehung zwischen drei Personen, die sich alle auf der Suche nach einem Stück vom wahrem Leben sowie der Liebe befinden.

Die Themen, die Rudolf Thome in Das rote Zimmer anspricht, sind im Grunde nicht weniger, als alltägliche Fragen, die jedoch in seiner ruhigen sowie meditativen Aufarbeitung poetisches Ausmaß erlangen. Drei andersartige Seelen, die sich alle nicht mit den Standartkonventionen der Gesellschaft kurzschließen wollen, finden zufällig zusammen und kommen ihrem inneren Verlangen näher – selbst wenn es letzten Endes auch nie komplett erfüllt wird. Im Gegensatz zum ähnlichen Drei von Tom Tykwer (Cloud Atlas – Alles ist verbunden), inszeniert Rudolf Thome die Beziehung zu dritt mit erstaunlicher Natürlichkeit und lässt seine Darsteller eine Symbiose mit ihren Figuren eingehen, die völlig ohne Zwang und Konventionen vonstattengeht. Gefühle entstehen im authentischen Kontext und selten überrumpelt Das rote Zimmer den Zuschauer mit richtendem Finger. Allerdings fordert die unaufgeregte Herangehensweise auch ihren Preis: Wer sich nicht auf das besondere Drama einlässt, läuft Gefahr das Ganze als langweilig und belanglos abzustempeln.

Was: Das rote Zimmer (2010)
Wann: 20:15 Uhr
Wo: EinsFestival

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