Sicario 2 - Deshalb ist Emily Blunt nicht im Sequel dabei

Emily Blunt in Sicario
© Studiocanal
Emily Blunt in Sicario

In Denis Villeneuves Sicario stürzte Emily Blunt in der Rolle von FBI-Agentin Kate Mercer im Jahre 2015 in den Drogenkrieg der mexikanischen Kartelle. Im am 19.07.2018 in den deutschen Kinos startenden Sicario 2 ist sie, anders als ihre Kollegen Benicio del Toro und Josh Brolin, nicht mehr zu sehen. Gegenüber CinemaBlend sprach Regisseur Stefano Sollima nun über den Grund ihres Fehlens, der auf einen moralisch orientierungslosen Nachfolger schließen lässt, der erzählerisch konsequent auf den Erstling folgt.

Sicario 2: Das Ende der Moral

In Sicario verkörperte Emily Blunt noch eine Art moralische Instanz in einer Welt ohne Moral, die nach dem Der-Zweck-heiligt-die-Mittel-Prinzip funktionierte. Diese Richtschnur fehlt laut Stefano Sollima nun in Sicario 2, der als Film im Original den Beinamen Day of the Soldado trägt:

Emily Blunt ist eine fantastische Schauspielerin, aber ihre Rolle war eine Art moralischer Leitfaden für das Publikum. In Soldado haben wir das nicht. Dies ist näher an meiner Vision vom Geschichtenerzählen dran. Ich ziehe es vor, keinen moralischen Leitfaden für das Publikum zu haben.

Der Bericht verweist überdies auf frühere Aussagen von Drehbuchautor Taylor Sheridan, demzufolge Emily Blunt in Sicario einen kompletten (am Ende abgeschlossenen) Handlungsbogen durchlief. Dadurch wirkt die Entscheidung, ihre Figur für Sicario 2 nicht zurückzuholen, tatsächlich konsequent.

"Sie sind kein Wolf. Und das hier ist jetzt das Land der Wölfe."

Vorsicht, es folgen Spoiler zu Sicario. Für Emily Blunts Kate Mercer avancierte ihre Mission im amerikanisch-mexikanischen Grenzgebiet zu einer desillusionierenden Erfahrung. Denis Villeneuve, der im Blu-ray-Making-of von Sicario die Dualität von Licht und Dunkelheit betonte, ließ seine Hauptdarstellerin zunehmend in der Dunkelheit des brutalen Kartellkonfliktes versinken. Sie ist die einzige in dem undurchsichtigen Team von Josh Brolins Matt Graver und Benicio del Toros Alejandro Gillick, die versuchte, die Regeln zu befolgen. Vergebens.

In Sicario verlagerte sich der narrative Schwerpunkt in gewisser Weise mehr und mehr hin zu Alejandro, der eine persönliche (wenn auch in der Welt von Sicario unmögliche) Beziehung zu Kate aufbaut. Er arbeitete einst selbst auf Seiten des Gesetzes, wurde durch den Verlust seiner Familie jedoch zu der Rache-Mission getrieben, den Boss des Sonora-Kartells auszuschalten. Es geht ihm, wie Spezial-Agent Matt Kate erklärte, um die Wiederherstellung einer Ordnung, in welcher das Medellín-Kartell als einziges die Macht des Drogenhandels auf sich vereint. Alejandro wurde als Auftragsmörder daher Teil des Vorhabens, das Kate mit ihrer Unterschrift am Ende des Films, während er ihr eine Waffe an den Kopf hält, legitimieren soll. "Sie sind kein Wolf. Und das hier ist jetzt das Land der Wölfe", sagt er ihr zum Abschied. Und damit ist Emily Blunts Figur gleich mehrfach am Ende, nämlich narrativ ebenso wie mental.

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moviepilot Team
NeonFox Alexander Börste
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