Top 7

Sieben Gründe, Twilight zu hassen

Twilight
© Concorde
Twilight

Robert Pattinson wird vergöttert, weil er einen glitzernden Vampir spielt. Warum ist bislang eigentlich niemand auf die Idee gekommen, eine Liste von Gründen zu erstellen, warum Twilight gehasst gehört? Dieses Vakuum ist nicht gesund. Deshalb gibt es jetzt die Sieben Gründe, Twilight zu hassen.

1. STEPHEN KING FINDET’S SCHEISSE
„"J.K. Rowling (J.K. Rowling)":/people/jk-rowling und Stephenie Meyer sprechen direkt junge Menschen an… Der wahre Unterschied aber ist, dass Jo Rowling eine großartige Schriftstellerin ist und Stephenie Meyer ums Verrecken nicht schreiben kann. Sie ist nicht besonders gut.“

Ich bin wirklich kein Stephen King Fan, kenne wenige der Romanverfilmungen und habe auch nicht den Drang, alle seine Bücher zu verschlingen. Ich stimme ihm dennoch zu: Stephenie Meyer ist wie Dan Brown. Der kann auch nicht schreiben, ist ein mieser Schriftsteller, der weiß, wie Spannung erzeugt wird, aber in seiner Wortwahl so eingeschränkt ist wie Mr. Bean. Das muss nicht zwangsläufig schlecht sein, denn Meyer hat anscheinend auch nicht den Anspruch, eine gute Schriftstellerin zu sein, sondern will schlicht und ergreifend eine Geschichte erzählen. Wenn sie allerdings den Thesaurus ausschlachtet wie George Lucas seine Star-Wars-Franchise, ist das einfach nur noch traurig.

2. „ICH BIN NICHT ANTIFEMINISTISCH, ICH BIN ANTI-MENSCHLICH“
Es gibt genug Kritiker, die Meyer für ihr frauenfeindliches Portrait der Bella kritisieren. Sie antwortet darauf mit unerschrockener Dummheit: „Ich bin nicht antifeministisch. Ich bin antimenschlich.“ Man könnte fast Gefahr laufen, diesen Satz zu lesen und ihn zu ignorieren. „Ach, wenn’s so ist.“

Aber das tun wir hier natürlich nicht. Sie begründet diese Aussage auch: „Wenn ein menschliches Wesen umgeben wird von Kreaturen mit übernatürlichen Kräften, Geschwindigkeiten, Sinnen und diversen anderen unheimlichen Fähigkeiten, wird er oder sie nicht in der Lage sein, sich behaupten zu können. Sorry. Aber das ist einfach so. Wir können nicht alle Mörder sein.“ Wichtig ist, festzuhalten, dass diese Wenn-Form natürlich Quatsch ist und denkbar ungünstig für eine Argumentation, da dieser Fall noch nie eingetreten ist. Zudem scheint sie die Kritik nicht verstanden zu haben: Es geht um die für viele Frauen beleidigende Art und Weise, in der Bella beschrieben wird. Eine Person, die sich alles gefallen lässt von ihrem verrückten und eifersüchtigen Freund und Träume und Ambitionen aufgibt, um mit ihm zusammen zu sein. Viele sagen, das sei sexistisch. Meyer sagt, das sei anti-menschlich. Irgendwie kommt das dann doch auf dasselbe hinaus…

Gina R. Dalfonzo von der National Review Online schreibt in ihrem Text “In Love with Death”: „Edward verhält sich wie ein Raubtier in jeder möglichen Art und Weise. Er spioniert Bella aus, während sie schläft, belauscht ihre Gespräche, liest die Gedanken ihrer Schulkameraden, fälscht ihre Unterschrift, versucht, die Wahl ihrer Freunde zu diktieren, bestärkt sie dabei, ihren Vater zu hintergehen, setzt ihren Truck außer Betrieb, lässt seine Familie sie gegen ihren Willen in seinem Haus halten und betritt ihr Haus, wenn niemand da ist – alles nur, so erklärt er, um sie zu beschützen. Er schleppt sie sogar zum Schulball gegen ihren ausdrücklichen Wunsch. Er ist, um es kurz zu sagen, in der modernen Literatur einer der perfekten Kandidaten für eine einstweilige Verfügung.“

3. DIE REGISSEURIN DES ERSTEN TWILIGHT-FILMS IST VERRÜCKT
Catherine Hardwicke, die den ersten Teil der Twilight-Saga Twilight – Bis(s) zum Morgengrauen drehen durfte und dann gefeuert wurde, erzählt über den Casting-Prozess und wie schwierig es gewesen ist, den perfekten Edward zu finden. Sie sei sehr unbeeindruckt gewesen von einem Foto von Robert Pattinson, war allerdings von seinem Vorsprechen begeistert, als er eine Liebesszene mit Kristen Stewart spielen sollte. Anschnallen, jetzt kommt’s: „Es war elektrisch. Der Raum wurde plötzlich enger, der Himmel öffnete sich.“ Ja, dann fielen bunte Herzchen von den Wolken und rosa Kaninchen hüpften plötzlich durch die Gegend, Hunderte von Regenbögen erschienen und Vampire glitzerten. Moment mal…

4. GLITZERNDE VAMPIRE
Als Filmfreund und Bücherwurm ist man ja so einigen Blödsinn gewöhnt. Aber welcher Vogel muss der Meyer eigentlich in das Hirn ein Geschäft verrichtet haben, bis sie auf die kongeniale Idee gekommen ist, ihre Vampire wie Diamanten glitzern zu lassen, wenn Sonnenstrahlen sie treffen? Die sollen verdammt nochmal verbrennen und nicht glitzern! Ringe sollen glitzern. Meinetwegen auch Tränen in den Augen. Frisch polierte Autos sollten glitzern und viel zu teure Halsketten auch. Verdammt, sogar Glitzer soll glitzern. Aber – Himmel, Kruzifix und Bayern – Vampire, die glitzern? Das ist grotesk!

5. MEYERS SELBSTVERSTÄNDNIS VON EINEM NORMALEN MÄDCHEN
„Bella ist keine Heldin und sie kennt nicht den Unterscheid zwischen Prada und was auch immer es noch so gibt. Sie muss nicht immer cool sein oder die coolsten Klamotten tragen. Sie ist normal. Es gibt nicht viele Mädchen in der Literatur, die normal sind. Zudem ist Bella ein gutes Mädchen, so stelle ich mir zumindest Teenager vor, weil meine Teenage-Jahre auch so waren“, so die Twilight-Autorin Stephenie Meyer.

Es ist schon ein wenig dreist, wenn Menschen sich anmaßen, „normal“ zu definieren. Vor allem finde ich es faszinierend, dass damit alle anderen, als unnormal beschimpft werden. Paris Hilton mag unausstehlich sein, aber ist nicht weniger normal als andere Mädchen auch. Wer Wert auf das Äußere legt, ist nicht zwangsläufig geistesgestört und wer gerne cool sein möchte, um sich zu behaupten, auch nicht. Zudem werden wohl wenige der Millionen von Teenager, die Twilight gelesen und gesehen haben, tatsächlich Enthaltsamkeitsringe tragen und bis zur Hochzeit warten, um das erste Mal mit einem Jungen zu schlafen. Dann zu sagen, dass diese Teenager keine guten Mädchen sind, ist nicht nur anmaßend, sondern mit dem Bild, das sie transportiert, geradezu gefährlich. Außerdem redet hier eine Autorin, die ihre Vampire glitzern lässt, zum Teufel nochmal!

6. MEYERS ANBIEDERUNG AN DAS KONSERVATIVE AMERIKA
„Ich wuchs in einer Gesellschaft auf, in der es nicht die Ausnahme gewesen ist, ein gutes Mädchen zu sein. Es wurde geradezu erwartet. Und alle meine Freundinnen waren auch gute Mädchen und meine Freunde waren gute Jungen. Alle waren sie ziemlich nett. Und das wirkt sich natürlich auf die Art, wie ich meine Charaktere schreibe, aus. Es gibt nicht viele böse Menschen in meinen Romanen. Und sogar die haben im Grunde genommen gute Gründe für ihr Verhalten und einige von ihnen kommen am Ende sogar geläutert heraus. Ich sehe die Welt nicht als etwas Negatives.“

Eindimensionale, moralisch als auch menschlich fragwürdige, Puppen der Gesellschaft zu kreieren und ihnen die Möglichkeit zu rauben, sich eigene Definitionen von „gut“ und „böse“ zu schaffen, ist kein Ausdruck individueller Freiheit, sondern Diktatur. Ich finde es beängstigend, dass sie diese Werte versucht in ihren Büchern zu transportieren wie ein Trojanisches Pferd. Wo ist die BPjM, wenn man sie braucht?

7. MTV
Ich bekomme Gänsehaut, wenn ich Hype sehe. Manchmal aus positiven Gründen, weil es Dinge gibt, die es verdient haben, gehypt zu werden, um ein größeres Publikum zu erreichen. Doch wenn MTV Dinge hypt und somit den Teenagern diktiert, was gerade so angesagt ist, wird mir schlecht. In diesem besonderen Fall auf eine außergewöhnlich ekelhafte Art und Weise, weil es heuchlerisch ist und somit ärgerlich: Da werden auf der einen Seite zur Onanier-Vorlage degradierte halbnackte Frauen gezeigt und auf der anderen Seite kommmt die Meyer mit ihrer Gut-Mädchen-Geschichte daher. Auf der einen Seite steht da die Tila Tiquila, die mit ihrer angeblichen Bi-Sexualität Kohle macht und auf der anderen Seite steht da Bella, die schon mit ihrem Namen andeutet, man soll sie um Gottes Willen nicht anfassen. Natürlich, MTV treibt auch nur an, was gerade angesagt ist. Aber zumindest sollte der Konsenz nicht aus der Bahn geworfen werden: Tokio Hotel stehen wenigstens dazu, ihre Groupies flachzulegen.

Extra-Grund, Twilight zu hassen:
ROBERT PATTINSON
Trotz meiner Zuneigung dem weiblichen Geschlecht gegenüber, mache ich gerne Zugeständnisse bei gutaussehnden Männern. Das darf ja wohl noch erlaubt sein.
Deshalb nehmen mir das die Teenies jetzt vielleicht übel, aber ich pfeif einfach mal drauf: Robert Pattinson ist nicht süß. Schokoladenstangen sind süß. Diese ekelhaften Haribo-Variationen sind süß. Türkische Süßigkeiten sind süß. Aber Robert Pattinson. der aussieht, als wäre er einer Gruft entstiegen und hätte die letzten Jahre seines Lebens in irgendwelchen Party-Katakomben verbracht, ist nicht süß. Würde Koks in einer menschlichen Gestalt über die Erde stolzieren, würde er sich Pattinsons Haut holen. Und wenn Pattinson glitzert, erinnert das an Blutdiamanten. Und das ist doch einfach nur noch unanständig!

Quellenangaben & Weitere Informationen
Exclusive: Stephen King on J.K. Rowling, Stephenie Meyer
“Stephenie Meyer’s ‘Twilight’ Zone ":http://www.ew.com/ew/article/0,,20049578,00.html
News Review interview: Stephenie Meyer
“‘Twilight’: Inside the First Stephenie Meyer Movie ":http://www.ew.com/ew/article/0,,20211840_2,00.html
In Love with Death
‘Twilight’ Sucks… And Not In A Good Way
The Story Behind the Writing of New Moon

Community Autor
folgen
du folgst
entfolgen
Look!
Deine Meinung zum Artikel Sieben Gründe, Twilight zu hassen