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Teil 1: Am Anfang war das Nein

08.09.2015 - 09:22 UhrVor 6 Jahren aktualisiert
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Britisch, elegant, tödlich.
© United Artists
Britisch, elegant, tödlich.
Mit Dr. No begann die größte Filmreihe aller Zeiten und machte Sean Connery zum Star. *Spoilerwarnung*

1962: James Bond jagt Dr. No
Auf Jamaika wird ein britischer Agent ermordet. Um den Todesfall aufzuklären, schickt MI6-Chef M (Bernard Lee) den Agenten mit der Codenummer 007, James Bond (Sean Connery), auf die Karibikinsel. Vor Ort merkt Bond schnell, dass auch sein Leben in Gefahr ist und alles auf den geheimnisumwobenen Dr. No (Joseph Wiseman) hinweist, der auf einer nahen Insel haust. Zwischen Mordanschlägen, Intrigen und dem knüpfen neuer Allianzen mit dem CIA-Agenten Felix Leiter (Jack Lord) muss Bond herausfinden, was Kollege Strangways über den Doktor herausgefunden hat, dass er dafür sterben musste.

Ich als Kind der späten 90er habe die Bond-Filme natürlich nicht von Anfang an im Kino oder in Reihenfolge sehen können - meine ersten Erfahrungen mit dem Agenten waren Goldfinger, Die Welt ist nicht genug und Leben und sterben lassen. Deshalb war ich... nein nicht verschreckt, aber definitiv überrascht, als der Vorspann von Dr. No zum ersten Mal über meinen Bildschirm lief. Tanzende, bunte Punkte und tanzende, bunte Menschen, das ganze unterlegt mit einem wechselnden 60er-Jahre-Calypso-Soundtrack, bevor ein erstaunlich flüssiger Übergang in den eigentlichen Film mit dem Song “Three Blind Mice” eingeläutet wird. So kannte ich das bisher nicht, auch wenn dieses psychedelisch anmutende Intro zum Teil starke Ähnlichkeit mit den späteren Arbeiten von Maurice Binder aufweist.

Man merkt als Bond-erfahrener Zuschauer, wie sehr das Franchise hier noch auf der Identitätssuche war. Kein Wunder, es war ja auch das allererste Auftreten von Bond im Kino. Viele Elemente, die heute in jeden Bond gehören, werden schon etabliert, wirken aber aus heutiger Sicht ein klitzekleines bisschen unausgereift. Wiederum, kein Wunder.

Kein Bond ohne Casino

Was aber zu 100 Prozent funktioniert, ist Sean Connery als James Bond 007. Suave, mit einer natürlichen körperlichen Präsenz und Eleganz ausgestattet und nicht auf den Mund gefallen, so präsentiert sich der britische Agent mit dem schottischen Akzent. Man nimmt ihm sofort ab, dass er in einer Sekunde eine Frau verführt, um ihr in der nächsten eine Waffe an die Schläfe zu halten. Und, mal ehrlich, niemand sagt die berühmten Worte “Bond. James Bond.” so schön wie Connery. Produktionsberichten zufolge ließ sich der Schauspieler in Vorbereitung auf die Rolle in einigen der erlesensten Geschäfte Londons einkleiden und schlief in einem eigens für ihn geschneiderten Anzug, um ein Gefühl für die Rolle zu bekommen. Einen überzeugenderen ersten Bond hätten die Produzenten Saltzman und Broccoli nicht finden können.

Dass der Film im Grunde nur auf Jamaika spielt (die kurze Sequenz in London mal außen vor gelassen), mutet für den Location-hopping-besessenen Bond seltsam an, aber es funktioniert sehr gut, denn dadurch konzentriert sich Dr. No auf das Wesentliche; Charaktere und Handlung. Und die schönen Insellandschaften sind allemal eine Augenweide. Aber auch die von Ken Adam kreierten Sets sind einfach umwerfend und gehörten zu ihrer Zeit zum Besten, was man im Kino sehen konnte. Auch heute bleiben sie beeindruckend.

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