Aktion Lieblingsstar

Tim Roth - Genie neben dem Rampenlicht

Tim Roth
© 20th Century Fox
Tim Roth

Ich stelle eine These auf: Die Aufgabe, über seinen Lieblingsstar zu schreiben, ist für jeden unmöglich. Dafür gibt es einfach viel zu viele gute Schauspieler – und viel zu viele schlechte, die sich „Stars“ schimpfen. Wie soll man sich da auf einen Lieblingsstar festlegen? Richtige Stars sind die, die es über viele Jahre hinweg immer wieder geschafft haben, in Filmen und Serien zu überzeugen. Durch gute Arbeit – und nicht nur durch gutes Marketing. Judi Dench, Christopher Walken,Sigourney Weaver fallen mir da ein – und eben Tim Roth.

Bei ihm ist es egal, ob er die Hauptrolle, oder nur eine Nebenrolle zum Leben erweckt. Er spielt nicht seine Figur, er verwandelt sich in sie. Das klingt schizophren – und bei vielen seiner Charaktere schwingt auch immer ein wenig Wahnsinn mit. Vielleicht nimmt man ihm seine Darstellung deshalb so gut ab?
Ich kann gar nicht auf all seine Leistungen eingehen – das würde den Rahmen sprengen. Aber besonders beeindruckt hat mich Roth in Four Rooms. Als Verbindungsstück vier einzelner Episoden musste er natürlich zu jedem dieser Teile passen – obwohl alle von unterschiedlichen Regisseuren stammen und jeder von ihnen seiner Episode die eigene Handschrift aufgedrückt hat. Quirlig, einfach gestrickt aber trotzdem ideenreich springt der von Roth gespielte Page Ted von einer Episode in die nächste. Die einzelnen Teile sind dabei so durchgeknallt, dass nur ein Halbwahnsinniger den Überblick behalten kann. Vierfache Leistung für Tim Roth.
Wahnsinn und Genie liegen bekanntlich nah bei einander.

Das wird besonders deutlich in Lie to Me – einer Serie, die aus fast 50 Episoden besteht. Roth spielt hier Dr. Cal Lightman, einen genialen Wissenschaftler und Psychologen, der durch das Lesen von Körpersprache und sogenannten Mikroausdrücken jede Menge Lügner entlarvt. Er geht dabei oft nicht zimperlich und nie nach den Regeln der Gesellschaft vor, kommt so aber immer zum Ziel. Das Geniale an dieser Serie ist die gesunde Mischung zwischen spannend, unterhaltsam, witzig, überraschend und interessant. Nicht selten erwische ich mich dabei, wie ich versuche Lightmans Tricks und Techniken, in meinem realen Umfeld anzuwenden. Da muss ich mich wirklich daran erinnern, dass ich keine Doku, sondern eine Fiktion gesehen hat. Und ist es nicht genau das, was ein guter Darsteller schaffen sollte? Den Zuschauer so zu fesseln, dass er noch immer in der Scheinwelt gefangen ist, selbst wenn der Film oder die Serie schon vorbei ist?

Und wenn ein Schauspieler es dann noch schafft, ohne Skandale, Geschichten aus dem Privatleben, Sektendiskussionen oder einem schönen Gesicht über viele Jahre Erfolg zu haben – dann hat er es wirklich verdient, ein „Lieblingsstar“ zu sein. Wie Tim Roth.


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