Ursprüngliche Obi-Wan-Pläne enthüllt: 3 Star Wars-Filme mit Ewan McGregor waren geplant

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Obi-Wan Kenobi
29.06.2022 - 12:55 UhrVor 1 Monat aktualisiert
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Nach dem Finale von Obi-Wan Kenobi kommen spannende Infos zur Entstehung des Projekts ans Tageslicht. Ursprünglich war eine ganze Star Wars-Trilogie mit Ewan McGregor geplant.

Es ist kein Geheimnis, dass Obi-Wan Kenobi eine sehr lange Reise hinter sich hat. Schon vor Jahren erreichten uns Gerüchte, dass Ewan McGregors Jedi-Ritter auf der großen Leinwand zurückkehren könnte, ehe das Projekt in eine Serie für Disney+ umgewandelt wurde. Nun gibt es neue Details zu den ursprünglichen Plänen.

Wie sich herausstellt, wollte Lucasfilm aus Obi-Wan Kenobi zuerst eine eigene Trilogie fürs Kino machen. Das verrät Drehbuchautor Stuart Beattie in einem aufschlussreichen Interview mit The Direct . Er war damals eine der ersten kreativen Kräfte, die damit beauftragt wurden, sich eine Geschichte für Kenobi auszudenken.

Obi-Wan Kenobi: Das waren die Pläne für die nie umgesetzte Kino-Trilogie mit Ewan McGregor

Beattie ist bekannt für Filme wie wie Collateral und Fluch der Karibik. Er hat für vier der sechs Episoden von Obi-Wan Kenobi eine Nennung im Abspann erhalten. Tatsächlich war er aber an keinem der Drehbücher konkret beteiligt. Dennoch gehen sie auf Ideen zurück, die er für seine Obi-Wan Kenobi-Trilogie bei Lucasfilm vorgestellt hatte.

Hier könnt ihr den Trailer zu Obi-Wan Kenobi schauen:

Obi-Wan Kenobi - S01 Trailer (Deutsch) HD
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Wie aus dem Interview hervorgeht, hatte Beattie ambitionierte Pläne für seine Star Wars-Trilogie, die ebenfalls zwischen den Ereignissen von Star Wars 3: Die Rache der Sith und Star Wars 4: Eine neue Hoffnung angesiedelt gewesen wäre.

Ich habe den [Obi-Wan Kenobi-]Film geschrieben, auf dem die Serie basiert. Ungefähr ein bis eineinhalb Jahre habe ich daran gearbeitet. Als nach [dem Flop von] Solo: A Star Wars Story die Entscheidung getroffen wurde, keine weiteren Spin-off-Filme mehr zu drehen, habe ich das Projekt verlassen und mich anderen Dingen gewidmet. Joby [Harold] kam an Bord und hat meine Drehbücher von zwei in sechs Stunden umgewandelt. Ich habe mit der Serie gar nichts zu tun. Ich habe nur eine Nennung in den Episoden erhalten, weil es meine Ideen waren.

Beattie hatte bereits ausformulierte Storylines entwickelt, die das Gerüst der Kenobi-Trilogie gebildet hätten. Der erste Film hätte tief in die Seele von Obi-Wan geblickt, der nach den Ereignissen der Order 66 mit seiner Existenz als Jedi und seiner Aufgabe als Beschützer des jungen Luke Skywalkers auf Tatooine gekämpft hätte.

Als ich bei Lucasfilm meine Obi-Wan-Geschichte vorgestellt habe, sagte ich: 'Eigentlich sind das drei Geschichten, weil es verschiedene Entwicklungsstufen gibt, die die Figur durchläuft, bevor sie von Obi-Wan zu Ben wird.' Der erste Film, der jetzt die Serie ist, folgte dem Motto: 'Ergib dich dem Willen der Macht. Transportiere deinen Willen, gib deinen Willen auf. Lass das Kind in Ruhe.'

Die Obi-Wan Kenobi-Trilogie hätte gezielt auf Episode 4 hingearbeitet und Qui-Gon Jinn zurückgebracht

Der zweite Film hätte uns näher an die Ereignisse von Eine neue Hoffnung herangebracht und besonders auf Obi-Wans Tod im Kampf gegen Darth Vader hingearbeitet.

Der zweite [Film] handelt davon, wo Kenobis Reise endet. Einer der stärksten Momente in Obi-Wans Geschichte ist der Moment, wenn er sich in Eine neue Hoffnung opfert. Ein großartiger Moment, der dich zum Weinen bringt. Aber wenn du darüber nachdenkst, passiert die Sache sehr plötzlich – einfach gegen [Darth Vader] kämpfen, Luke sehen und dann sagen: 'Ich werde sterben.' Das erfordert für mich Voraussicht. Das erfordert eine gewisse Vorab-Akzeptanz, dass das passieren würde.
Liam Neeson als Qui-Gon Jinn in Obi-Wan Kenobi

Hier bringt Beattie Qui-Gon Jinn ins Spiel, der Obi-Wan im zweiten Film als Machtgeist auf seinen Tod vorbereitet hätte. Zudem spricht Beattie über das übergeordnete Thema der Fortsetzung: die Akzeptanz der eigenen Sterblichkeit.

Eine Sache, mit der wir alle kämpfen, ist, dass wir uns mit unserer eigenen Sterblichkeit abfinden müssen. Das war der zweite Schritt für mich. Obi-Wan muss sich jetzt mit seiner Sterblichkeit abfinden, etwa durch eine Prophezeiung oder Qui-Gon, der ihm erzählt: 'Es wird ein Moment kommen, an dem du dich für das Gute opfern musst.' Und Obi-Wan sagt daraufhin: 'Was? Nein, nein, nein, nein, ich bin hier, um zu helfen ... das kann ich nicht.'

Das ist ein Aspekt, der in der jetzigen Serie noch gar nicht angekratzt wurde. Für Beattie stellt er einen wichtigen Konflikt dar, um aus Obi-Wan die Figur werden zu lassen, die sich später für Luke, Leia und Co. auf dem Todesstern opfert.

Schließlich kommen wir zu dem Punkt, an dem Obi-Wan akzeptiert, dass er sterben muss und dass er sich freiwillig dafür entscheidet. Danach versteht man den Moment [in Eine neue Hoffnung]. Auch [Obi-Wan] versteht, dass er sich die ganze Zeit schon auf diesem Weg befand und dass jetzt der Moment gekommen ist. Deswegen kann er sich so einfach opfern und sterben. Das war für mich die zweite Entwicklung, der zweite Film, die zweite Geschichte.

Wie der dritte Obi-Wan-Film ausgesehen hätte, verrät Beattie nicht. Am Ende des Interviews lässt er aber durchblicken, dass sowohl Lucasfilm als auch McGregor bei der Kenobi-Trilogie an Bord waren, bevor der verheerende Flop von Solo: A Star Wars Story zu einem Umdenken bei Lucasfilm geführt hat.

[Ich war] absolut am Boden zerstört. Aber so läuft das Geschäft, es gibt Höhen und Tiefen. [...] Ich bin stolz, dass meine Geschichte erzählt wurde. Ich bin froh, dass meine Figuren da auftauchen und dass ich dafür Anerkennung bekommen habe. Ich wünschte nur, sie hätten meine Filme machen können.

Mit seiner letzten Aussagen macht Beattie nochmal deutlich, dass offenbar sehr viele Ereignisse und Figuren aus den sechs Episoden von Obi-Wan Kenobi auf seine Ideen zurückgehen. Wir dürfen gespannt sein, ob in Zukunft noch weitere davon aufgegriffen werden. Nicht zuletzt steht die Frage nach einer 2. Staffel im Raum.

Obwohl Obi-Wan Kenobi als Miniserie angekündigt wurde, haben mehrere Beteiligte signalisiert, dass sie für weitere Episoden zurückkehren würden. Offiziell bestätigt ist die Arbeit an der 2. Staffel von Obi-Wan Kenobi noch nicht. Ausgehend von Beatties Aussagen scheint zumindest reichlich Stoff für eine Fortsetzung zu existieren.

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Hättet ihr gerne die Obi-Wan-Trilogie im Kino gesehen?

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