Vergesst Aladdin: Der beste Disney-Live-Action-Film hat einen Drachen

Elliot, der Drache
© Disney
Elliot, der Drache
Moviepilot Team
Beeblebrox Matthias Hopf
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Redakteur bei Moviepilot. Schaut zu viel ins Internet, mag den Weltraum und fühlt sich auf Tatooine genauso zu Hause wie in Hogwarts und Mittelerde.

Seit ein paar Jahren werden wir geradezu überschüttet mit Neuverfilmungen beliebter Disney-Klassiker. Zuletzt gehörte dazu der neue Aladdin mit Will Smith als Dschinni sowie Tim Burtons Dumbo-Update. Das bisher beste dieser Remakes liegt allerdings schon drei Jahre zurück - und wird in Anbetracht der großen Namen gerne vergessen: Elliot, der Drache.

Heute Abend feiert der Film von Regisseur David Lowery um 20:15 Uhr auf Sat.1 seine Free-TV-Premiere. Als Grundlage dient die Geschichte des 1977 erschienen Films Elliot, das Schmunzelmonster, der damals nach dem großen Erfolg von Mary Poppins als Mischung aus Real- und Animationsfilm mitsamt Musical-Elementen entstanden ist. Das Remake ist nun ein vollständiger Realfilm - mit tollen CGI-Effekten.

Elliot, der Drache ist ein mitreißender Abenteuerfilm

Die Geschichte von Elliot, der Drache dreht sich um den 10-jährigen Pete (Oakes Fegley), der seine Eltern bei einem tragischen Autounfall verliert. Daraufhin irrt er verloren durch den Wald, ehe er dem Drachen Elliot begegnet.

Dieser haust in einer Höhle und kann sich unsichtbar machen - von seiner Existenz weiß jedoch nicht einmal die Naturpark-Hüterin Grace (Bryce Dallas Howard). Nur ihr Vater (Robert Redford) ist dem Glauben an die Legende nicht abgeneigt.

Was folgt, ist ein berührendes Abenteuer, das mit eben jener Frage nach dem Glauben an das Fantastische spielt und sich darüber hinaus als Metapher für die Trauer und den Verlust versteht, den der kleine Pete verkraften muss.

Besonders schön ist dabei, wie David Lowery den Fantasy-Anteil der Geschichte mit dem zwischenmenschlichen Drama verwebt. In diesem Zuge profitiert der Film auch von seinem tollen Ensemble, das insgesamt drei Generationen abdeckt.

Vorsichtig erforscht Elliot, der Drache die Beziehung zwischen den Figuren und schreckt auch nicht vor den düsteren Seiten der Geschichte zurück. Während das Verhältnis von Mensch und Tier bzw. Drache auf die Probe gestellt wird, geht es ebenfalls um den Eingriff in die Natur, die Kameramann Bojan Bazelli in träumerischen Bildern einfängt. Dadurch avanciert der Wald mit seinen großen Bäumen zum heimlichen Hauptdarstellers des Films.

Ein fluffiger Drache, der euch zu Tränen rühren wird

David Lowery bringt somit nicht nur ein ausgesprochenes Gefühl für seine Figuren mit, sondern versteht es, die Umgebung eindrucksvoll zum Leben zu erwecken. Hier existiert ein kleines, unangetastetes Paradies - und trotzdem sind die Kettensägen nicht weit, die sich früher oder später auch in die Richtung des fluffigen Fabelwesens bewegen, das trotz des staunenden Blicks schnell die dunkle Seite der Erwachsenen zum Vorschein bringt.

Der größte Schlüssel zum Erfolg von Elliot, der Drache offenbart sich aber durch das Zusammenspiel zwischen dem haarigen Ungeheuer und dem Jungen. Zuerst ist da die Neugier, aber auch ein bisschen Angst. Mit der Zeit entsteht zwischen Pete und Elliot jedoch eine außergewöhnliche Freundschaft, die durch vorsichtige Annäherungen und Berührungen sowie aufmerksame Bilder erzählt wird.

Dazwischen versteckt sich ein Prise Spielberg, während David Lowery das wohl ausgeglichenste Disney-Remake in Szene setzt. Wo sich Filme wie Die Schöne und das Biest zu sklavisch an die Vorlage halten, nimmt sich Elliot, der Drache entscheidende Freiheiten und entwickelt eine eigene, angenehm geerdete Identität, ohne die Disney-Magie zu vergessen.

Dieser Film ist so wohltuend wie Robert Redford, der eine Gute-Nacht-Geschichte vorliest.

Elliot, der Drache feiert heute Abend um 20:15 Uhr auf Sat.1 seine Free-TV-Premiere.

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