Vorwärts immer! - Jörg Schüttauf über seine Honecker-Doppelrolle

Jörg Schüttauf als Erich Honecker in Vorwärts immer!
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Jörg Schüttauf als Erich Honecker in Vorwärts immer!
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"I love you. I forgive you. Forgive me. Thank you. Goodbye." (Danny Meyerowitz)

Schon vor 13 Jahren gab es die ersten Ideen zum Kinofilm Vorwärts immer! Morgen, am 12.10.2017, startet die deutsche Komödie nun in den Kinos. Jörg Schüttauf spielt darin den Schauspieler Otto, dessen Tochter Anne (Josefine Preuß) zu den Demonstrationen in Leipzig fährt. Um sie vor gewaltsamen Ausschreitungen zu retten, schlüpft Otto in die Rolle des Erich Honecker. So hofft er, die Auflösung der Demo zu verhindern. Alles geht gut, bis plötzlich der echte Honecker vor ihm steht.

Jörg Schüttauf übernimmt in Vorwärts immer! eine Doppelrolle. Er ist als echter Erich Honecker und als Schauspieler Otto zu sehen. Uns hat er zum Kinostart ein paar Fragen zum Film beantwortet.

Wie kam es dazu, dass du in der Honecker-Komödie die Hauptrolle spielst?
Jörg Schüttauf: Ist nur eine Vermutung, aber ich schätze mal, die haben gewartet bis ich endlich Zeit hatte. (lacht)

Wie aufwendig war es, jeden Tag aufs Neue in die Rolle des Erich Honecker zu schlüpfen?
Jörg Schüttauf: Als erstes wurde mir mein Haar genommen, um diverse Perücken schnell hin und her zu wechseln. Dann setzte ich mich auf einen Stuhl und ließ mich zwei Stunden schminken. Dann drehten wir ein bisschen. Danach setzte ich mich wieder auf den Stuhl und wurde eine Stunde auf mich zurück geschminkt. So ging das ca. 24 Tage. So gesehen war täglich genug Zeit, mich auf die Rolle einzugrooven.

Wie schwierig ist es für dich, solch eine Doppelrolle in einem Film zu spielen?
Jörg Schüttauf: Ich kann nicht behaupten, dass es einfach war, aber wenn man es einmal hat, dann geht es wie geschmiert.

Wie hast du dich darauf vorbereitet, Erich Honecker authentisch wiederzugeben?
Jörg Schüttauf: Ich hatte einen Coach und der schaute sehr genau hin, ob das was und wie ich es mache dem Original ähnlich ist oder eben nicht. Das war viel Arbeit, aber es hat sich gelohnt.

Die Leipziger Demonstrationen 1989 markierten den Anfang vom Ende der DDR. Wie hattest du dieses bahnbrechende Ereignis damals miterlebt?
Jörg Schüttauf: Ich war zu dem Zeitpunkt am Theater. Jeden Tag passierte etwas Neues. Bekannte und Freunde waren plötzlich weg. Abgehauen in den Westen. So konnte es nicht weitergehen. Ein runder Tisch formierte sich, Partei und Staatsführung fingen endlich an, auf die Bürgerrechtsbewegung zu zugehen. Immer mehr trauten sich, ihren Protest stumm oder medial wirksam zu artikulieren. Ich war einmal in der Kirche in Babelsberg dabei. Aber ehrlich gesagt hab ich für den Verlauf der sich überstürzenden Ereignisse bis hin zur Maueröffnung keinen bemerkenswert großen Anteil.

Die Idee des Films rief damals nicht nur die positive Reaktionen hervor. Warum glaubst du, ist es wichtig, diese Geschichte heute als Komödie zu erzählen?
Jörg Schüttauf: Wir sind ein freies Land. Jeder darf sagen, was er denkt und wenn jemand meint, aus welchem Grund auch immer, man dürfte über dieses Thema nicht lachen, dann sage ich ihm, doch man darf, weil es die einzige Art ist, auf diese spannende und bedrohliche Zeit mit Vergnügen zu schauen. Nicht zuletzt deshalb, weil es ohne Blut vergießen ausgegangen ist.

Freut ihr euch auf die deutsche Honecker-Komödie?

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