Deutschlands Lieblingskino 2018

Warum gibt es im Kino eigentlich Popcorn?

Kinobesuch mit Popcorn in Burn After Reading
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moviepilot Team
Lord C Christoph Dederichs
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Auch wenn sich nicht jeder Zuschauer mit einer randvoll gefüllten Tüte Puffmais in den Kinosessel setzt, gehört das Popcorn doch zumindest in der Vorstellungswelt genau so fest zum Kino wie die Leinwand, der Projektor und der Film. Doch während diese drei direkt mit dem Akt des gemeinsamen Filmeschauens verbunden sind, könnte statt süßen oder salzigen aufgeplatzten Maiskörnern doch auch vielerlei anderes standardmäßig verzehrt werden. Warum es gerade das Popcorn ist, das zum prototypischen Kino-Snack wurde, dieser Frage gehen wir heute im Rahmen von Deutschlands Lieblingskino 2018 nach. Weiter unten könnt ihr dann über euer #Lieblingskino2018 abstimmen, vielleicht wählt ihr ja eines, in dem es besonders leckeres Popcorn gibt. Die Geschichte des Popcorns im Kino erklärt ein Artikel auf Smithsonian.com, der sich seinerseits auf das Buch Popped Culture: A Social History of Popcorn von Andrew Smith beruft.

Popcorn - In den ersten Kinos streng verboten

In den USA breitete sich das Popcorn zunächst auf Jahrmärkten, in Zirkussen und ähnlichen Vergnügungsstätten aus, besonders, nachdem 1885 die erste mobile Popcorn-Maschine erfunden wurde, dampfbetrieben. Im Gegensatz zu Konkurrenten wie Kartoffelchips war Popcorn auch außerhalb einer Küche herzustellen und verbreitete noch dazu seinen spezifischen Duft in der Umgebung und lockte so neue Kunden an. Keinen Einlass fand das Popcorn Anfang des 20. Jahrhunderts aber in Kinos, denn als "Filmtheater" orientierten diese sich an klassischen Theatern, und da wären solch laute, Schmutz verursachende Snacks fehl am Platze gewesen. Popcorn, das Zuschauer vor dem Kinobesuch auf der Straße gekauft hatten, mussten diese im Kino sogar abgeben, obwohl dort noch gar keine konkurrierenden Knabbereien angeboten wurden.

Die Große Depression macht Popcornverkäufer fröhlich

Diese Einstellung änderte sich erst in der Großen Depression der 1930er-Jahre, in der die Einnahmen aus Kinokarten sanken und Popcorn den Kinos half, ihren Umsatz zu stabilisieren. Zunächst schlossen sie mit Popcornverkäufern Verträge, die es ihnen gestatteten, ihre Snacks vor dem Eingang oder sogar in den Lobbys der Kinos anzubieten. Schließlich übernahmen die Kinos den Popcorn-Verkauf selbst und sicherten sich so noch höhere Einnahmen, zumal Popcornmais billig war. Für die Zuschauer waren Kinokarten und Popcorn ebenso ein erschwinglicher "Luxus", trotz der Einschränkungen der Finanzkrise.

Der Siegeszug des Popcorns im Zweiten Weltkrieg

Das letzte Glied der Kette, die Kinos und Popcorn untrennbar zusammenschmiedete, war schließlich eine Begleiterscheinung des Zweiten Weltkriegs: Durch Zuckermangel und die damit einhergehende Rationierung ging es süßen Snacks an den Kragen, wohingegen salziges Popcorn nicht davon betroffen war. Nach Deutschland soll das Popcorn im Kino einem Artikel der Berliner Zeitung zufolge hingegen erst Ende der 70er-Jahre gekommen sein. Der Münchner "Film-Aktivist" Dieter Buchwald habe es nach einer USA-Reise in seinem Kino Cinema eingeführt und dort einige Jahre lang ein deutsches Popcorn-Monopol gehabt, bevor auch andere Kinos auf den Geschmack kamen. Ob die heutigen moviepiloten wiederum eher süßes oder salziges Popcorn bevorzugen, haben wir bei unserer letztjährigen Aktion Lieblingskino erfragt.

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