Top oder Flop

Was sagen die Kritiker zu... No Turning Back?

19.06.2014 - 08:50 UhrVor 8 Jahren aktualisiert
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Tom Hardy in No Turning Back
© IM Global/ Shoebox Films
Tom Hardy in No Turning Back
Mit No Turning Back nimmt erneut ein Thriller die inszenatorische Mammutaufgabe in Angriff, eine Handlung in Echtzeit zu erzählen. In den Hauptrollen sehen wir dabei Tom Hardy, sein Auto und ein Handy. Was sagen wohl die Kritiker zu diesem Ansatz?

Ein Autobahnfahrt von Birmingham bis nach London dauert normalerweise 90 Minuten. Genauso viel Zeit nimmt der Echtzeit-Thriller No Turning Back in Anspruch. In Birmingham steht ein gigantisches Bauprojekt an, für dessen reibungslosen Ablauf Ivan Locke (Tom Hardy) verantwortlich ist. Allerdings wird Lockes Geliebte ein Kind gebären – in London. Die Strecke von der Baustelle bis zur Hauptstadt legt der gut situierte Ingenieur mit seinem PKW zurück. Gleichzeitig erwartet er eine wichtige Betonlieferung, mit der das Bauprojekt steht und fällt. Dann klingelt das Handy und plötzlich stehen seine Ehe und sein Job auf dem Spiel. Vom Steuer aus muss Locke die Verhältnisse wieder gerade biegen. Aber ist das mit ein paar Anrufen wirklich getan?

Bevor wir euch die Kritiken zu No Turning Back zeigen, lassen wir die Zahlen sprechen:
10 Kritiker-Bewertungen mit einem Durchschnittswert von 7,3
9 Kommentare und 9 Kritiken
1 x Lieblingsfilm und 0 x Hassfilm
521 haben den Film vorgemerkt und 3 sind uninteressiert

Was sagen die englischsprachigen Kritiker zu No Turning Back?
David Rooney vom Hollywood Reporter ist vor allem vom Hauptdarsteller überzeugt: Tom Hardy spielt überwältigend in diesem virtuosen, erzählerisch wie technisch experimentellen Film, der weder an dramatischer Komplexität noch an Gefühl spart.”

Chris Nashawaty von Entertainment Weekly weiß Hardys Präsenz ebenfalls zu schätzen: “Tom Hardy ist als Titelheld Locke in No Turning Back einfach phänomenal. Eine brillante One-Man-Show!”

Alan Scherstuhl von der Village Voice betrachtet in seiner Kritik eher die formale Ebene des Films: “Wie viel kann man wegnehmen und das Ergebnis dann immer noch Film nennen? No Turning Back reduziert das Storytelling auf seine essentiellen Bestandteile. Aber auf ein paar gewöhnliche Bestandteile hätte noch verzichtet werden können.”

Was sagen die deutschsprachigen Kritiker zu No Turning Back?
Andreas Borcholte vom Spiegel hebt besonders die Filmschaffenden hervor: “Regisseur Steven Knight, der auch das Drehbuch schrieb, gelingt in seiner zweiten Regie-Arbeit nach dem sehenswerten Jason-Statham-Thriller Redemption eine eindrucksvoll-existenzialistische Charakterstudie über einen Mann, Ivan Locke, der den unverziehenen Fehler seines Vaters nicht wiederholen will und dafür den Kollaps von Karriere und Familie in Kauf nimmt.”

In eine ähnliche Kerbe schlägt der Autor des Tagesspiegels, Martin Schwickert: “Schon der Minimalismus des Settings fasziniert, mit dem Regisseur Steven Knight hier zu Werk geht – ungleich mehr aber noch, mit welchen Mitteln er ihn zugleich vergessen macht.”

Irene Genhart vom Film Dienst fühlte sich gepackt von der Dynamik des Drehbuches: “No Turning Back ist ein großartig komponiertes, packendes und fatales Ein-Personen-Drama. Es lebt von seinen sensationell guten, aus der Feder des Regisseurs stammenden Dialogen, dargeboten in zahllosen Telefonaten und Selbstgesprächen, um während der nahezu in Echtzeit gefilmten Fahrt nach London sein Leben neu zu regeln.”

Fazit
Die Kritiker loben bei No Turning Back einhellig Tom Hardys intensive Darstellung eines auf engstem Raum hin- und hergerissenen Charakters. Auch die Umsetzung des Anspruches, den Thriller in Echtzeit zu drehen und das reduzierte Setting, werden deutlich hervorgehoben. Mit No Turning Back erwartet uns also ein fesselndes Thrillerdrama, mit einer Figur, die uns emotional und räumlich unheimlich nahe kommt. Das scheint sich doch zu lohnen.

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