Lee Marvin

Beteiligt an 45 Filmen (als Schauspieler/in)
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Poster zu Lee Marvin
Geschlecht: männlich
Anzahl Fans: 30

Lange Zeit war Lee Marvin, geboren am 19. Februar 1924 in New Yor City, einer von Hollywoods Standardbösewichtern. Von den 50er bis zu den 60er Jahren sah man ihn auf der Leinwand vornehmlich als hinterlistigen oder sadistischen Schurken.

Bevor der Schauspieler zu einem der meist engagierten Darsteller von Bösewichtern wurde, hatte er allerdings schon eine durchaus heroische Karriere als Soldat hinter sich, die einen starken Einfluss auf seinen Charakter und auf die Charaktere, die er auf der Leinwand spielen würde, ausüben sollte.

Regisseur John Boorman (Beim Sterben ist jeder der Erste, Hope and Glory), ein guter Freund von Lee Marvin, formulierte dies einmal so: “Lee kannte durch seine Kriegserfahrungen die Tiefe unserer Bereitschaft für Grausamkeit und das Böse. Er hatte entsprechende Dinge getan, hatte diese Tiefe ausgelotet und war bereit zu erzählen, was er dort unten sah. Was seine Darstellungen auszeichnete, war der unbeirrbare Drang zur Wahrheit, der manchmal unerträglich war.“

Boorman sollte sich diese “Tiefe” 1967 in dem Gangster-Thriller Point Blank und 1968 in dem Kriegsdrama Hell in the Pacific – Die Hölle sind wir zu Nutzen machen. Im ersteren spielt Lee Marvin Walker, einen beinharten Berufskriinellen, der sich auf einem Rachefeldzug durch Los Angeles befindet. Der lakonisch-stoische Antiheld macht – wie auch der Film – keinerlei Kompromisse. Doch ist er trotzdem der Held des Filmes. Bis Marvin zu dieser Position kommen sollte, war es allerdings ein langer weg.

Zum Film kam der Veteran des zweiten Weltkrieges als er in seiner Funktion als Klempnergehilfe eine Toilette in einem Theater reparierte (!) und gebeten wurde, einen kranken Schauspieler bei der Probe zu vertreten. Marvin verliebte sich sofort in das Theater. Stetige Arbeit auf der Bühne brachte ihn zum Film, wo er sein Leinwanddebüt in You’re in the Navy Now von Henry Hathaway gab.

Bis Mitte der 60er Jahre wuchsen Marvins Rollen, blieben allerdings größtenteils auf Bösewichtrollen begrenzt. Als Höhepunkt wären hier Heißes Eisen in dem der von Lee Marvin gespielte Schurke Gloria Grahame eine Kanne kochend heisses Wasser ins Gesicht schüttet, und Der Mann, der Liberty Valance erschoß von John Ford zu nennen.

Der Film, der Marvin’s Karriere für immer ändern sollte und den Schauspieler in die erste Starriege Hollywoods beförderte, war seine Doppelrolle als besoffener Revolverheld Kid Shelleen und den Bösewicht Tim Strawn in der Westernkomödie Cat Ballou – Hängen sollst du in Wyoming. Lee Marvin erhielt für seine Darstellng den Oscar für den besten Hauptdarsteller. In seiner Dankesrede dankte Marvin – ganz Understatement – seinem Pferd “irgendwo da draußen, im Tal”, ohne das er diesen Preis nie gewonnen hätte.

In der Folge spielte Marvin nicht mehr den Bösewicht, sondern tyischerweise den gebrochenen Antihelden: Neben den Rollen in den beiden Bohrman Filmen spielte Lee Marvin den toughen Sergeant Reitman in dem enorm erfolgreichen Das dreckige Dutzend und – bizarrerweise – einen Farmer in dem Westernmusical Westwärts zieht der Wind. Trotz zweifelhafter Gesangskünste wurde der von Marvin gesungene Song “Wanderin’ Star” ein großer Hit und schaffte es auf Nummer 1 der britischen Hitparaden.

Der Höhepunkt von Marvins Karriere waren eindeutig die späten 1960er Jahre. Aber auch in den 1970ern wirkte Lee Marvin noch in überaus interessanten, wenn auch finanziell nicht sonderlich erfolgreichen Projekten mit, wie in John Frankenheimers Verfilmung von Eugene O’Neills The Iceman Cometh und dem rauem Hoboepos Ein Zug für zwei Halunken von Robert Aldrich.
1980 wurde Samuel Fullers Traumprojekt veröffentlicht: The Big Red One erzählt die Geschichte eines Platoons von Soldaten während des zweiten Weltkrieges. Lee Marvin spielt hier einen erfahrenen Sergeant, der offensichtlich viel, vielleicht zu viel vom Krieg gesehen hat. Die zärtliche Szene, in der Marvin einen jungen, sterbenden KZ-Häftling trägt, gehört sicherlich zu einem der definierenden Momente in der Karriere des Schauspielers.

Der letzte Film des Oscarpreisträgers war ironischerweise der Hurrah-patriotische Actionfilm Delta Force an der Seite von Chuck Norris. Ironisch vor allem deswegen, weil Marvin sein Leben lang – trotz, oder vielmehr wegen seiner Kriegserfahrung – politisch im linken Lager zu verorten und äußerst kritisch gegenüber dem Vietnamkrieg eingestellt war.

Lee Marvins Privatleben war recht stürmisch: Er war zweimal verheiratet, Alkohol ein konstanter Begleiter, und seine 6-jährige Beziehung zu Michele Triola führte zu einem berüchtigten Rechtsstreit.

Am 29. August 1987 verstarb der legendäre Schauspieler Lee Marvin an einem Herzinfakt. (KJ)

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