Adams Äpfel - Kritik

Adams æbler

DE/DK · 2006 · Laufzeit 95 Minuten · FSK 16 · Komödie, Drama · Kinostart
  • 6

    Mag witzig sein aber ist nicht schön anzusehen, sodass ich mir das kein zweites mal antun würde. Einen Lachkrampf habe ich nicht bekommen.

    • 8 .5

      Wer auf rabenschwarzem Humor steht: Ansehen!

      • Ein Meisterwerk in meinem Augen.
        5 Sterne von mir.

        • 10

          Einfach genial!

          • 9

            Ich hab Adams Äpfel zum ersten Mal vor ein paar Monaten mit meinem Vater geguckt. Es war wahrscheinlich schon zuemlich spät und vielleicht bin ich zwischendurch eingeschlafen, denn ich hatte nicht mehr wirklich viel Erinnerung an den Film. Bis wir ihn in den letzten zwei Wochen in Religion geguckt haben. Wir haben über die Hiobs-Geschichte gesprochen und da Adams Äpfel einer der absoluten Lieblingsfilme meiner Lehrerin ist, war natürlich klar, was wir zum Abschluss des Themas machen.
            Ich muss sagen, den Film ein zweites Mal zu gucken, hat mir wirklich gut getan. Der schwarze, trockene, dänische Humor hat mich echt manchmal vom Stuhl gehauen und mit der Hions-Geschichte im Hinterkopf guckt es sich nochmal ganz anders.
            Es ist alles in allem ein toller Film, absolut gelungen, mit tollen Schauspielern und einer tollen Story, den ich so noch nie gesehen und so auch nie erwartet hätte!

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            • 7 .5

              Mads Mikkelsen ist ohnehin ein absoluter Hitgarant. 'Adams Äpfel' ist lustig, traurig, bodenständig, auch mystisch, leichte Kost und doch so berührend mit tieferer Botschaft.

              • 7

                Ein super Mix aus Humor, Gewalt und absurden Gesprächen. Allein Mads Mikkelsen macht den Film sehenswert.

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                • 10
                  Srics213 04.12.2015, 09:13 Geändert 05.12.2015, 06:52

                  Adams Äpfel(2005)

                  Als ich diesen Film letztens mit einem guten Bekannten sah, der ihn noch nicht kannte, fragte er mich geknickt, wieso ich dauernd von diesem Machwerk spreche und ihn ziemlich regelmäßig schaue. Bei seiner Frage, war mir klar, das sich unsere Freundschaft über diesen Film nicht vertiefen ließe. Ich antwortete natürlich ohne tiefere Bedeutung, dass ich solche Filme liebe, bei denen Gewalt, Humor und Missachtung auf den Rücken derer ausgetragen wird, die gar nichts dafür können und das Lachen häufig im Halse stecken bleibt. Tja, danach gab es nicht mehr viel, um ihn zu bekehren.

                  Ich hätte nicht gedacht, dass dieser Film doch noch so kontrovers aufgenommen werden kann. Die meisten wollen der Hässlichkeit des Lebens wenigstens im Film entfliehen und diese nicht noch so zelebrieren, wie es das Autorenwunderkind Anders Thomas Jensen eben ganz und gar tut. Adams Äpfel ist ein Film der wahren Worte, hier wird nichts kaschiert. Wie es Autor und Regisseur Jensen so pointiert schafft Humor, Drama, Ekel, Religion, Zynismus und Freundschaft unter einen Hut bringt ist bemerkenswert. All diesen schönen Wortspiele, die tollen Dialoge, die fantastischen Oneliner von Adams Äpfel machen diesen Film einzigartig - ja, selbst im dänischen Metier!

                  Adams Äpfel ist ein Film, der durch seine Schichten zum Klassiker wurde. Er nimmt die zunächst Klischeebeladenen Protagonisten, pfercht sie in eine ernste Situation, einer der Figuren redet das eigentlich ernste Szenario in die Lächerlichkeit und der Dritte nebst Zuschauer schaut fassungslos zu. Die Szene mit dem äußerst gutgläubigen Pfarrer Ivan(Mikkelsen), der alkoholkranken Sarah(Steen) und dem zu resozialisierenden Adam(Thomsen), als sie offeriert mit einem behinderten Kind schwanger zu sein und Adam ihr zwei Kekse und Ivan drei Kekse hinstellt, ist exemplarisch für diesen schiefen und intelligenten Film. Man lacht im besten Fall, obwohl es eigentlich ziemlich finster ist. Das ist eine Kunst, mit der man wahrscheinlich auch im echten Leben etwas fröhlicher seine auch durchaus dunkleren Stunden überwindet.

                  Diese ruhige Magie voller edler Drehbuchzeilen durchzieht den gesamten Film. Die Handvoll Figuren sind allesamt klasse gezeichnet, bieten immer genug Menschlichkeit um über ihr eingeführtes Klischee hinwegzutäuschen. Jensen wäre nicht Jensen, würde er seine schon so geniale Geschichte nicht auch noch in biblischem Wasser baden. Das Buch Hiob und auch andere Ecken aus der Bibel werden einfach wundervoll in das Geflecht eingebunden. Das ist zu jeder Zeit interessant und schlau gewichtelt...dieses Drehbuch ist Jensens Meisterstück.

                  Der Cast besteht vornehmlich aus alten Bekannten, die immer wieder präsent sind im dänischen Kino. Mikkelsen und Thomsen zeigen die besten Leistungen ihrer gesamten Karriere...ein höchst amüsanter Schlagabtausch.

                  Aus dieser Einstellung heraus entstehen nicht nur Kuchen, sondern Klassiker. Ein unwiederholbares Meisterwerk. Ich versuche schon lange ein paar Worte zu diesem Lieblingsfilm zu finden. Da meine Ehrfrucht vor diesem Juwel so groß ist, bin ich mir nicht sicher, ob man Adams Äpfel wirklich mit Worten würdigen kann.

                  Kein Review ohne die wohl beste Einbindung der Geschichte überhaupt. Das Motiv von Pfarrer Ivan wird durch kein bestehendes Wort so gut durchzogen, wie von diesem Popklassiker der 90er. Take That - How Deep is your Love...besser als tausend Worte. Adams Äpfel ist der Film für mich. Vor allem der mit dem besten Wiederschauwert. Auf Wiedersehen...10 herzförmige Apfelkuchen.

                  How Deep is your Love...nicht nur ein fantastischer Klingelton...

                  https://www.youtube.com/watch?v=CTqabbIPfc0

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                  • 7

                    Völlig absurd, makaber und böse aber auch ganz schön witzig.

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                    • 8 .5
                      chrischris 05.11.2015, 22:14 Geändert 26.11.2015, 23:01

                      ein ganz guter Film mit Mega viel Humor. Man kann auch Vögel mit der Pistole schiessen.

                      • 7 .5
                        RolfMuller 14.10.2015, 16:13 Geändert 14.10.2015, 16:14

                        „Adams Äpfel“ stellt vielleicht wie kein zweiter Film zuvor den Humor des Zuschauers auf die Probe und in Frage. Denn unvergleichlich schwarz und skurril kommt dieser fast schon unverschämte dänische Streifen daher. Da weiß man manchmal gar nicht so recht „Soll ich jetzt lachen?“, „Darf ich jetzt lachen?“. Das schafft der Film tatasächlich wie kaum ein Anderer.

                        Denn es schwingt fast in jedem Gag auch etwas manchmal auch ziemlich viel Tragisches mit. Da verschluckt man sich fast beim Lachen. Schuld daran ist vorallem Mads Mikkelsen, der den unbelehrbaren Pfarrer Ivam spielt. Für ihn passt einfach alles. Er denkt und redet sich die Welt schön. Obwohl eigentlich gar Nichts um und mit ihm stimmt. Eines Tages nimmt er den Neonazi Adam in seiner Obhut auf. Dieser bekommt den Realitästverlust des Pfarrers mit und versucht nach und nach dessen Traumgebilde zum Einstürzen zu bringen...

                        Der Film lebt von der Figur des Pfarrers und von der sehr eindrücklichen Performance von Mads Mikkelsen. Ganz stark was der hier unterm Apfelbaum abliefert. Die anderen Figuren sind auch großartig geschrieben.
                        Khalid „Verfluch mich nochmal“ ragt dabei besonders heraus und sorgt auch für einige Lacher mit seinen laut Pfarrer Ivan immer besser werdenden Deutschkenntnissen.

                        Adams Äpfel punktet mit skurrilen Figuren, mitunter triple-bödigen Witzen und einer sonderbaren Story. Sehenswert auf jeden Fall. Aber ich empfand ihn als nicht so herausragend wie die meisten hier. Warum auch immer. „Verfluch mich nochmal!“

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                        • 10

                          Gunnar: "Er hat meinen Kater erschossen."
                          Ivan: "Nein, wir dürfen uns nicht immer wegen jeder Kleinigkeit gegenseitig beschuldigen. Er war des Lebens überdrüssig und da war unsere kleine Schießerei eine gute Gelegenheit Abschied zu nehmen."

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                          • 7 .5
                            Mr_Phil 29.09.2015, 17:05 Geändert 15.10.2015, 02:13

                            Ist einem zum Lachen oder zum Weinen zu Mute?
                            Genau diese Frage stellt man sich während solcher Tragik-Komödien andauernd. Wenn diese beiden Ansätze dann, so gegensätzlich sie auch erst erscheinen mögen, clever kombiniert werden, ist das Endprodukt meistens ein gelungener Film. "Adams Äpfel" ist genau so ein Beispiel, denn hier geht dieser Drahtseilakt nicht schief.
                            Die Tragik ist dem Film definitiv nicht von der Hand zuweisen und ist für mich ganz klar der Teil, der überwiegt. Aber auch der schwarze Humor weiß meistens zu überzeugen und wird passend eingestreut, weshalb die Kombination hier für meine Begriffe äußerst gelungen ist. Der Film benötigt zwar anfänglich ein wenig Zeit, um in Fahrt zu kommen, kann dann aber aufgrund der somit ausreichend dargestellten Charakterzeichnung punkten.
                            Der Film setzt fortan seinen Fokus natürlich auf das Innenleben der Charaktere und füllt diese immer mehr und mehr mit zunehmender Spielzeit aus, weshalb der Film auch abseits des komödiantischen Teils zu überzeugen weiß, weil dadurch ein gewisser Tiefgang in die Geschichte gebracht wird.
                            Insgesamt muss man festhalten, dass es aber kein Film ist, bei dem man einfach so lauthals loslacht. Der Film versucht stattdessen mit Ernsthaftigkeit und dem dann teils auflockernden schwarzem Humor absurde Gegebenheiten zu kreieren, was in einen gewissen Anspruch an den Zuschauer mündet. Genau das mochte ich aber, da ich plattem und albernem Humor wenig bis gar nichts abgewinnen kann.
                            Leider bleibt der Film streckenweise dann doch hinter meinen Erwartungen zurück, da er manchmal einfach so vor sich hinplätschert, ohne interessante neue Impulse zu setzen. Sehr sehenswert bleibt er jedoch trotzdem und hat mein Interesse am dänischen Kino geweckt.

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                            • 9

                              Herrliche "schwarze" Geschichte , schauspielerisch perfekt dargeboten ! Hier kommt nichts zu kurz . Hier kann man lache , sich wunder und einfach nur staunen ! Super sind die Charaktere ausgestattet ( Wie Geil ist den der Arzt bitte !?! ) . Nur eine Szene mag ich nicht ...also fast Perfekt !

                              • 8

                                Adams Äpfel handelt von dem Neonazi Adam Pedersen (Ulrich Thomsen), der sich im Rahmen einer Resozialisierungsmaßnahme für drei Monate in den Dienst des Pastors Ivan Fjeldsted (Mads Mikkelsen) stellen muss. In seinem neuen Heim angekommen, macht er sofort Bekanntschaft mit Alkoholiker Gunnar (Nicolas Bro) und dem Tankstellenräuber Khalid (Ali Kazim). Die Eigenarten und Methoden des Pastors gehen auch an dem überzeugten Neonazi Adam nicht spurlos vorbei.

                                Ich habe von Adams Äpfel nur gehört, dass es sich um eine sehr finstere Komödie mit schwarzem Humor gehen soll. Als ich ihn mir dann jedoch angeschaut habe, musste ich dieses Bild revidieren. Adams Äpfel ist viel mehr als nur ein klassische schwarze Komödie. Der Film setzt nicht auf halbwitzige Dialoge oder Wortgefechte, sondern eher auf den Wahnsinn und die Psychopathie seiner Figuren.
                                Die Story beginnt so, wie man es sich vorstellt. Ein Neonazi, der sich im Rahmen einer Strafe in die Kirche begeben muss, möchte sich den christlich-frommen Werten und Manieren nicht fügen und rebelliert, wo er nur kann.
                                [SPOILER:] Die Wandlung Adams finde ich sehr schön dargestellt, ebenso die Idee mit dem Apfelkuchen, dessen Bedeutung wahrscheinlich nicht jeder auf Anhieb erkennt. Adams Sinneswandlung ist in keinem Fall ein billiges Klischee von einem Neonazi, der sich vom Saulus zum Paulus wandelt.

                                Schauspielerisch überzeugen Mads Mikkelsen, der scheinbar alles spielen kann, und Ulrich Thomsen absolut. Es macht richtig Spaß, sich den Film anzuschauen.
                                Ich persönlich habe einen etwas anderen Film erwartet, bin jedoch mit dem Film absolut zufrieden. Adams Äpfel ist meiner Meinung nach kein Film für Zwischendurch. Ich bedanke mich hier noch einmal recht herzlich bei Anders Thomas Jensen für den tollen Film.

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                                • 7 .5

                                  Dänische Filme sind ja bekanntlich bisweilen abstrus und gewöhnungsbedürftig. „Adams Äpfel“ bildet dahingehend keine Ausnahme. Der bitterbösen Gesellschaftssatire gelingt es, innerhalb einer Gemeinde voll schräger Vögel und Versager, einen Skinhead zum Sympathieträger zu machen. Der Umgang mit Gewalt, Andersartigkeit und der Sturz in eine wahre Glaubenskrise sind Themen, auf die Regisseur Jensen explizit eingeht und den Zuschauer am Ende mit einem fast schon irritierten Gemütszustand zurücklässt.

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                                  • 10

                                    Eine Rabenschwarze Komödie des Dänischen Meisters.

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                                    • 7
                                      mo 15.07.2015, 01:04

                                      Eine Tragikomödie im besten Sinne, deren Handlung zu keinem Zeitpunkt überraschen kann - aber die skurrilen Figuren dafür umso mehr. Die Schauspieler agieren überragend, auch Nebenfiguren wie der Dorfarzt sind zum Schreien.
                                      Am Ende geht alles etwas zu glatt, die Musik ist etwas zu dominant, die Symbolik etwas zu plump, aber die irre Situationskomik mit viel schwarzem Humor und der unvermeidliche BeeGees-Song trösten darüber doch hinweg. Letztlich hätte dem Film ein weniger kitschiges Ende gut gestanden. Alles in allem ein Genuss, wenn auch ein leicht schaler.

                                      • 9
                                        Angel Twist 03.07.2015, 01:42 Geändert 03.07.2015, 12:05

                                        Sieht fast so aus, als sei schwarzer Humor perfekt geeignet, um Gut - Böse so auf die Spitze zu treiben, dass die Unterscheidung selbst in ihrer ganzen Absurdität auf dem Tisch tanzt. Echt gut - ehm böse - gemacht.

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                                        • 10

                                          Wunderbare dänische Komödie mit viel schwarzem Humor. Vor allem aber auch eine Komödie mit viel Herz und bewegenden Momenten. Absolut gelungene Mischung, angeführt von einer tollen Schauspielerriege um den immer guten Mads Mikkelsen und Ulrich Thomsen. Starkes Ding!

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                                          • 10

                                            einer der besten filme der letzten jahre..wenn nicht...der beste!

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                                            • 8

                                              Adams Äpfel ist traurig, lustig und interessant. Der beste dänische Film aller Zeiten

                                              • 5 .5

                                                Selten habe ich mich so schwer getan eben gesehenes einzuordnen.
                                                Der Film hat seine Momente, sicherlich.
                                                In den Kritiken hier wurde die Spannung hervor gehoben. Tatsächlich, möchte man fragen?
                                                Der Humor wurde als excellent beschrieben. Diese Art Humor konnte ich allerdings an einer Hand abzählen. Zu finden war dann doch sehr viel platter Humor.
                                                Die Charakterentwicklung wurde mehrmals als noch nie da gewesen, einzigartig beschrieben. Nun, der Dorfpfarrer bleibt wer er ist. Beim Nazi war nach 20 minuten absehbar dass er bekehrt wird. Alles zig mal gesehen.
                                                Wie gesagt, er hatte sicherlich seine Momente.

                                                Positiv (natürlich) Mikkelsen. Die restlichen Schauspieler sind nicht ganz Ernst, oder zumindest realistisch, zu sehen. Insbesondere der vom Saulus zum Paulus mutierende Nazi

                                                Alles in allem möchte und kann ich mich der Lobhudelei allerdings nicht anschließen. Dazu ist er mir dann doch zu sehr auf "Glaub an Gott sonst..." angelehnt. Die Bekehrung des NeoNazis gibt ihr übriges.
                                                Man wird gut und fast schon kurzweilig unterhalten aber nicht ohne die Gewissheit entlassen, dass da (deutlich?) mehr heraus zu holen gewesen wäre.

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                                                • 10

                                                  Wer ein Freund von skandinavischen, tiefstschwarzen Komödien mit skuriller Geschichte und noch skurilleren Charakteren ist, wird hier glücklich werden. Zuerst bin ich zugegebenermassen etwas enttäuscht gewesen, weil ich mehr erwartet hatte, aber während ich darüber sinniert habe, was ich hier schreiben könnte, ist mir bewusst geworden, wie derb genial der Film eigentlich ist. Er entfaltet seinen vollen Charme aber nicht sofort, sondern erst im Nachhinein, wenn man sich gewisse Szenen nochmals durch den Kopf gehen lässt.

                                                  Die Geschichte ist kurz zusammengefasst: Ein aus dem Knast entlassener Neonazi muss in ein Besserungsprogramm (Resozialisierung?), in eine Kirche, wo er drei Monate Zeit kriegt, ein ganz besonderes Ziel zu erreichen. Er soll einen Apfelkuchen backen.Ich will nicht spoilern, weshalb ich hier nicht hinschreibe, ob er es schafft.

                                                  Zu den Charakteren: Adam ist ein wortkarger Neonazi, der in seiner Klause erst einmal das Kruzifix von der Wand nimmt und ein Portrait von Hitler aufhängt («Ist das dein Vater?» – «Nein, das ist Hitler.» – «Nee, der hatte einen Vollbart … Ach, nein, du hast Recht. Ich habe ihn mit dem Russen verwechselt.»). Natürlich schlägt er gerne erstmal drein, bevor er das Gespräch sucht. Kommt ihm einer quer, gibt es erstmal was auf die Fresse. Wir alle lernen von klein auf, wie falsch ein solches Verhalten ist. Adam müsste also der geborene Antipathieträger sein.

                                                  Ivan ist der gutmenschlichste Gutmensch, den man sich überhaupt nur vorstellen kann. Er sieht immer das Positive, ist unempfänglich für alles Negative, weiss immer einen guten Rat. Einer Schwangeren, deren Kind behindert zur Welt kommen könnte, kann er in – ungelogen – 30 Sekunden die perfekte, alle Fragen beantwortende Antwort geben. Zack, Problem gelöst! Was auch geschieht, Ivan verliert nie seinen Glauben ans Gute im Menschen, und das, obwohl er selbst schon Schlimmes durchgemacht hat. Als Kind musste er beispielsweise stehend Fahrrad fahren, weil er … äh … keinen Sattel am Velo hatte. Ivan ist also der geborene Sympathieträger.

                                                  Gunnar ist der liebenswerte Dicke in der Runde. Er hat das Klauen und Trinken während seiner Zeit bei Ivan aufgegeben. Khalid ist der Quotenausländer, dem Ivan das Überfallen von Tankstellen abgewöhnt hat. Die beiden sind voll resozialisiert, haben ihre Zeit bei Ivan aber so genossen, dass sie beide freiwillig verlängert haben und auf Dauer in der Kirche bleiben.

                                                  Jensen müsste man nur schon für diese strunzdoofe Geschichte und die Charaktere Beifall klatschen. Es liest sich unspektakulär, weiss aber als Film zu unterhalten. Von unerreichter Genialität ist aber Jensens Art, den eigentlichen Sympathieträger, den Gutmenschen, so abgedreht darzustellen, dass sich der Zuschauer jedes Mal tierisch mitfreut, wenn er eins auf die Fresse kriegt. Schlimmer noch, man entwickelt vollstes Verständnis für den Neonazi/Schläger Adam. Ivans Äusserungen sind teilweise so völlig hohl, dass man absolut versteht, wenn Adam einfach nicht anders kann, als ihm mal ordentlich die Fresse zu polieren. Man würde es ja gerne selbst tun, aber ist ja nur ein Film. Deshalb ist man dankbar, wenn Adam den Job übernimmt. Das alles ist so verdreht, das ist einfach nur noch genial. Der Film ist die fieseste, schonungsloseste Abrechnung mit Gutmenschen, die mir je über den Weg gekommen ist. Da wird der Gutmensch wirklich völlig demontiert und auseinandergenommen, da kann gar kein Auge trocken bleiben. Der Humor ist absolut derb und teils arg unter der Gürtellinie, aber niemals platt. Teilweise erschliesst er sich dem Zuschauer erst nachträglich. Man denkt darüber nach, was man gesehen hat, wird sich erst dann bewusst, wie krank das war, und kommt aus dem Grinsen nicht mehr raus.

                                                  Erst wollte ich dem Film «nur» so sieben bis acht Punkte geben. Während ich geschrieben und über den Film nachgedacht habe, ist mir erst wirklich bewusst geworden, wie herausragend er ist und wie köstlich er mich unterhalten hat. Diese nachträgliche Erkenntnis ist für mich irgendwie das Typische für diesen Film.

                                                  Wenn ich Mads Mikkelsen nicht eh schon einen der coolsten Typen überhaupt finden würde, für sein Spiel in Adams Äpfel müsste ich ihn sofort ins Herz schliessen. Was er da abliefert, ist absolut genial.

                                                  Was bleibt noch zu sagen? Nicht mehr viel. Man muss sich den Film anschauen.

                                                  «Den können Sie nur noch öffnen und als Scheisshaus gebrauchen.»

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                                                  • 8

                                                    Schade, zum Ende hin verliert sich der Film meiner Meinung nach etwas und wird vorhersehbarer. Vorher habe ich aber das ein oder andere Mal wirklich lachen müssen über die grandiosen Charaktere und die unglaubliche Situationskomik. Meiner Meinung nach die beste Szene des Films: Khalid fängt an die Vogelplage zu beenden.