Babel - Kritik

Babel

US · 2006 · Laufzeit 144 Minuten · FSK 16 · Drama · Kinostart
Du
  • 7 .5

    Auch dies ein Film bei dem ich sehr enttäuscht war weil ich mir von Vorschau oder Kritik viel mehr versprochen wurde. Im Grunde ist es ein Sammelband, eine zusammenstellung verschiedener Dramen zwischen denen auf den ersten Blick kein Zusammenhang besteht, doch zum Ende hin aber eben die Verbindungen aufgezeigt werden. Trotzdem, jede einzelne Geschichte wäre nicht ausreichend für einen ganzen Film gewesen und nur wenn man sie dramaturgisch zusammenknüpft wird das noch lange nicht besser. Der Film ist einfach überlang und dehnt sich zu sehr, zeigt zu oft Szenen in denen wenig bis garnichts passiert und wird durch die vielen Ort und Zeitsprünge sehr schnell sehr unübersichtlich. Trotzdem, unterm Strich rate ich dem Film eine Chance zu geben – zum einen weil sich doch der ein oder andere Promi hinein verirrt hat (mit Brad Pitt und Cate Blanchett sind ja schonmal 2 namhafte Zugpferde dabei), zum andern weil dem Film an etlichen Stellen eine immense Sogwirkung anhaftet, selbst wenn man einige Szenen nicht mag üde rfür bescheuert hält – sie ergreifen.

    Fazit: Dramatisches Kino fürs Herz und Hirn – dabei schockierend dramatisch und ohne jeden Hollywood Hochglanz

    • 6

      Mein Fazit:

      Die Inhaltsangabe ist im Vergleich zur Länge des Films (ca. 143 Minuten) recht kurz. Das liegt daran, weil in vier Episoden Geschichten erzählt werden, die alle in irgendeiner Form mit diesem Schuss zu tun haben. Der Schuss, den zwei Jungen beim Ziegen-Hüten abgeben und nicht an die Folgen oder Konsequenzen ihres Handelns denken.

      Ich habe mir von diesem Film sehr viel versprochen. Hoch gelobt und sehr gut in der TV-Zeitschrift bewertet, so dachte ich mir, schaue ich mir das mal an. Allerdings bin ich ziemlich enttäuscht worden.

      Die vier Episoden in diesem Film spielen auf drei verschiedenen Kontinenten. Afrika: Die Geschichte der zwei Jungen, die durch den Schuß diese ganze Kette auslösen. Das Paar Susan und Richard macht Urlaub, während einer Busfahrt wird sie völlig aus heiterem Himmel angeschossen. USA: Die Haushälterin Amelia will unbedingt zur Hochzeit ihres Sohnes nach Mexiko. Allerdings findet sie keine Betreuung für ihre Schützlinge und muss sie mitnehmen. Japan: Ein junges taubstummes Mädchen trauert um die Mutter und der Vater bemüht sich mehr schlecht als recht um sie. Sie fühlt sich völlig allein gelassen und missdeutet verschiedene Gesten als Zuneigung. Ihre Frustration wächst und wächst!

      Alle vier Episoden sind durch diesen einen Schuss miteinander verbunden und dadurch verändert sich das Leben der Protagonisten, allerding nicht unmittelbar. Dem Zuschauer wird es erst zum Ende hin deutlich, da die Geschichten nicht parallel, sondern zeitlich versetzt erzählt werden. Zwischen den Geschichten liegen also mitunter ein paar Tage, trotzdem ist die Verbindung vorhanden.

      Der Regisseur hat sich bei dem Titel natürlich was dabei gedacht und wollte die verschiedenen Sprachen hervor heben (Bezug zur Geschichte zum Turmbau zu Babel). Das ist dem Regisseur durchaus gelungen – aber bei mir löst es eher Ärgernis aus. Die Geschichten sind ja eh schon verwirrend, so dass man dem Film konzentriert folgen muss, um alles zu verstehen. Und dann wurden die vielen Dialoge eben auch noch in Originalsprache gesprochen und mit deutschen Untertiteln versehen. Es mag Menschen geben, die das nichts ausmacht. Aber bei mir ist es leider nicht so. Mir macht es sehr wohl was aus, denn beim Lesen der Texte werde ich vom Film ziemlich abgelenkt und kann das visuelle mit dem akkustischen nicht immer gut verknüpfen. Wenn ich ehrlich bin, hat mir gerade das den Film so ziemlich verhagelt.

      Die Geschichten selbst sind voller Tragik und Dramatik und die Akteure haben in ihren Szenen durchaus überzeugend agiert. Wäre alles in einer Sprache (vielleicht noch mit Akzent) gewesen, hätte ich dem Werk 90% gegeben, aber so vergebe ich nur 60%.

      1
      • 3

        Leider musste ich diesen Film gezwungenerweise vor einigen Jahren im Schulunterricht auf Englisch ansehen. Mochte den Unterricht nicht besonders. Das hat den Film für mich versaut...

        1
        • 7

          Selten so einen deprimierenden Film gesehen.
          Musste danach erstmal eine AC/DC Vinyl auflegen und ein paar Bier kippen um wieder in Stimmung zu kommen, dennoch konnte ich den Film nicht einfach abschalten, wie beim Verkehrsunfall eben, man sollte nicht aber kann nicht wegsehen

          2
          • 5 .5

            In Marokko kauft ein Familienvater einem Nachbarn ein Gewehr ab und überlässt es seinen beiden Söhnen zum Schutz der Ziegenherde vor Schakalen. Ein US-amerikanisches Ehepaar begibt sich auf eine Reise durch Marokko, um über den Tod ihres jüngsten Kindes hinwegzukommen. Um ihre beiden älteren Kinder kümmert sich währenddessen die mexikanische Haushälterin des Ehe-Paars, welche die Hochzeit ihres in Mexiko lebenden Sohnes feiern möchte. Parallel dazu versucht eine japanische, gehörlose Jugendliche, den Tod ihrer Mutter zu verarbeiten.

            Ähnlich wie in 21 Gramm geht Inarritu auch in Babel den Weg des Leidens, nur erweitert er die Geschichte diesmal auf vier Handlungsstränge und lässt obendrein die titelgebende Sprachbarriere miteinfließen. Man sollte sich auf viele Untertitel einstellen, welche sich allerdings mehrfach auszahlen, da es Inarritu hier wie fast kein zweiter versteht, verschiedensprachige Menschen miteinander interagieren zu lassen. Englisch und Spanisch, Englisch und Arabisch, Japanisch und japanische Gebärdensprache. Abermals konnte Inarritu aus seinem hervorragenden Cast den letzten Rest herauskitzeln, welcher u.A. aus Brad Pitt, Cate Blanchett, Elle Fanning und den beiden Oscar-Nominierten Rinko Kikuchi und Adriana Barraza besteht.

            Nichtsdestotrotz erreichte mich Babel nicht so sehr, wie es 21 Gramm tat. Zum Einen war ich etwas enttäuscht darüber, dass sich die Verknüpfung der Handlungsstränge zum Großteil nur auf Kleinigkeiten beschränkte. Von einer vollkommenen Verschmelzung wie in 21 Gramm ist keine Spur. Zum Anderen legt Inarritu den Weg des Leidens in Babel bedeutend grausamer und deprimierender an als es in 21 Gramm der Fall war. Er führt seine hervorragend geschriebenen Charaktere gnadenlos von einem Unglück ins nächste und irgendwann war es für mich dann einfach zu viel. Mein Fassungsvermögen an Leid lief über, den Rest konnte ich nicht mehr aufnehmen, mein Kopf schaltete also auf Durchzug. Man könnte hier auch von einem konstruierten Drehbuch sprechen, welches genau auf diesen Leidensprozess (nochmal und nochmal und nochmal,...) ausgelegt ist. Selbst die positiv und fröhlich gedachten Momente verschafften keine Linderung, da über ihnen ständig eine schwarze, niederdrückende Wolke des Leids und des "Gleich geschieht etwas Schlimmes"-Gedankens hing. Erlösung erlangte ich erst mit dem Ende des Films und damit meine ich nicht nur das tatsächliche Ende (Abspann) sondern auch Inarritus Entscheidung, manchen Charakteren etwas zurückzugeben, was er ihnen über den gesamten Film hinweg genommen hatte: Hoffnung und Erlösung.

            • 5
              Luke Nightingale 05.10.2016, 19:25 Geändert 05.10.2016, 19:25

              "Der deutsche Regisseur Fatih Akin erklärte, dass 'Babel' ihm eine echte Hilfe gewesen sei, zu verstehen, wie ein dramaturgisches Konzept nicht funktioniert, und es in seinem Film 'Auf der anderen Seite' besser anzugehen."

              -Wikipedia

              22
              • 9

                Alejandro`s bester Film: Babel. Warum? Eine Geschichte die sich von einem Konflikt
                auf den anderen aufbaut.
                SPOILER
                Alles fängt damit an, dass eine mexikanische Babysitterin auf die zwei Kinder
                der Eltern aufpasst, die gerade in Marokko Urlaub (man weiß nicht genau ob die dort
                wegen Urlaub sind.) machen. Bevor das aber alles geschieht bekommt man während des Filmes mit, dass vorher noch was anderes passiert ist. Und zwar, ein Mann aus Tokio, der in Marokko eine Tour durch die Wüste macht, begleitet von einem Führer, dem er dann schließlich seine Jagdwaffe aus Dankbarkeit schenkt.
                Als der Führer mit dem geschenkten Jagdgewehr wieder von der Jagdtour zurückkahm, überreichte er die Waffe an seine Söhne, die dann auf die Jagd gehen
                sollten um Schakale zu töten. Die Söhne jedoch wollten ihr Geschick gegenseitig beweisen und schossen auf einen Tourbus der gerade durch die Wüste von Marokko fuhr. (Der eine Sohn hat auf den Bus geschossen.). Die Kugel traf genau die Schulter von einer Frau die gerade mit ihrem Mann einen Urlaub machte.
                (Die Mutter der Kinder, auf den die mexikanische Babysitterinn aufpasst.). Alle im Bus bekommen das mit und fahren in das nächstliegende Dorf wo die Jungen mit dem Gewehr wohnen. Der Mann und die verletzte Frau müssen ein paar Tage in dem Dorf übernachten um auf einen Rettungshubschrauber zu warten. Während dessen
                findet die Polizei heraus wer den Schuss ausgelöst hat. Der Vater und die beiden Söhne mit dem Gewehr fliehen in die Berge. Die Polizei jedoch erwischt sie und
                erschiest den einen Sohn. Der andere Sohn ergibt sich daurauf und fleht die Polizei seinen Vater und Bruder zu verschohnen. Darauf folgt das nächste Kapitel des Filmes........
                Die mexikanische Babysitterinn will bei der Hochzeit ihres Sohnes dabei sein und muss wiederum die Kinder mitnehmen, weil die Eltern ja in Marokko sind. Die Frau feiert bei der Hochzeit mit und lässt sich von einem Mann der auch bei der Hochzeit dabei war sie und die Kinder nach Hause fahren, dabei müssen sie über die Grenze
                wobei sie verdächtig wirken und illegal durch die Grenze durch fahren. Die Polizei verfolgt sie. Der Mann der sie nach Hause fährt, muss sie in die Wüste aussteigen lassen, damit
                er die Polizei abhängen kann. Er kommt nicht mehr wieder...
                Am nächsten Morgen wacht die Mutter mit den Kindern auf und halten ein Polizeiauto an damit sie gerettet sind. Die Polizei jedoch bekommt heraus, dass die
                Babysitterin illegal arbeitet und wird arbeitslos. Die Kinder bleiben auf der Wache.

                EXTREM ZEITVERSETZT, DRAMATISIEREND UND VOLLKOMMEN HUMORLOS.

                2
                • 4 .5

                  Gute Schauspiel & sinnfreier Film=langweilig. Da bleibt das Popcorn kalt.

                  • 5 .5
                    Waldez 12.05.2016, 17:17 Geändert 13.05.2016, 14:06

                    Wer sich entschließt Babel anzuschauen muss sich schon darauf einlassen und die Zusammenhänge der Ereignisse irgendwie zusammenführen.
                    Angefangen hat es mit einem Spaß und Spiel zweier Jungen, die nicht so recht verstehen, was ein Gewehr aus 3 km Entfernung anrichten kann. Dann kommt eine Asiatin ins Bild, die mit ganz anderen Problemen zu Kämpfen hat und der Zuschauer ist gezwungen den Film bis zu Ende anzuschauen, denn man versteht nicht warum von Marokko auf einmal in Japan und noch eine mexikanische Hochzeit die Runde durch die Kamera machen.

                    Sicherlich alles gewollt von den Meister des menschlichem Leids Alejandro G. Inarritu, der wieder mit guten handwerklichem Engagement und Perfektion zur Sache geht, wie man von seinen späteren Filmen schon kennt.
                    Und die Botschaft des Films wird denke ich zum Ende klar, nämlich das tragische und schwere Leben der Kinder in verschiedenen Ländern und Kulturen.

                    Für mich der bisher schwächste Film von Alejandro G. Inarritu , ein zweites Mal für mich sicherlich nicht.

                    1
                    • 5

                      Leider hat mich der Film nicht wirklich berührt, teilweise langweilig. Bilder und Emotion sind aber gut...

                      • 8
                        sachsenkrieger 30.03.2016, 23:27 Geändert 31.03.2016, 22:21


                        Von Mexiko in die USA und von da in die ganze Welt. Ist es Zufall, das seine ersten drei Filme, die thematisch ein Triptychon bilden, mit der Karriere des Alejandro Gonzalez Inarritu gleichgesetzt werden können? In AMORES PERROS streben drei Figuren, unbemerkt vom Zuschauer, aufeinander zu, treffen sich an einem zentralen Punkt und driften wieder auseinander. In 21 GRAMM ist es eher eine Kettenreaktion, die drei Figuren nach und nach erst am Ende aufeinander zulaufen lässt. BABEL hebt sich ebenfalls von den beiden anderen Filmen dadurch ab, das hier die vier Handlungsstränge räumlich strikt voneinander getrennt sind. Zwei von ihnen spielen an verschiedenen Orten in Marokko, einer im us-mexikanischen Grenzgebiet und der vierte in Japan. Trotzdem hängen auch diese Geschichten miteinander zusammen und es ergibt sich ein Domino- oder Schmetterlingseffekt.

                        Der Bau bzw. eher der Fall des Turmes von Babel, steht im christlichen Glauben, symbolisch für das Sprachenwirrwarr und die Verteilung der verschiedensprachigen Völker über die ganze Erde. Ich hatte aber das Gefühl, das A. G. Inarritu gar nicht so sehr darauf pochen will, das es die räumliche und sprachliche Trennung ist, die uns nicht zum globalen Verständnis finden lässt, sondern eher unsere innere Einstellung, die sich im Laufe des Lebens in uns einbrennt und sich dann nach außen fortsetzt. All diese Vorurteile, die mittlerweile hauptsächlich über die global agierenden und nur nach Kohle und Einschaltquoten gierenden Massenmedien verbreitet werden, gegen die die Deutsche Wochenschau des Zweiten Weltkriegs wie Sandmännchen daher kommt. Wieso scheinen so viele ihr Gehirn nur als ein Gewicht zu nutzen, um nicht wie ein Heliumballon in die Stratosphäre abzupesen? Ist es so viel einfacher, morgens schnell mal die drei Meinungen des Tages auswendig zu lernen, anstatt den eigenen Prozzi anzuwerfen? Macht es so viel Böcke, den Tag mit feiern, fahren, faulenzen, feuern, fortnehmen, fremdgehen, fluchen, furzen, fressen, ficken, filmegucken und facebooken foll ... vollzupfropfen? Ist es wirklich so schwer und achso anstrengend, friedlich und freundlich zu allen zu sein, denen man begegnet? Ist es so schwer, sich Gedanken zu machen, wie man dem Anderen eine Freude machen kann? Ich weiß es bis heute nicht ... was, Film? Oooooh, jetzt nervt der mich schon wieder mit diesem Film. Den haben wir doch gerade gesehen, der ist Geschichte ... Vergangenheit ... Finito.

                        Spoiler Anfang

                        BABEL ist ein Film, der viel tiefer geht, als die vier oberflächlichen Geschichten uns weis machen wollen. Ein japanisches Mädchen, gebeutelt vom Erwachsenwerden, ihrer Taubstummheit, dem Selbstmord der Mutter und dem Nichtvorhandensein des Vaters. Er selbst japanische Oberschicht ... welchen Job macht er? Ist es für uns in Ordnung, das er Großwildjäger war? Welchen Einfluss hatte er auf den Selbstmord seiner Frau? Ein amerikanisches Pärchen der gehobenen Mittelschicht auf einem scheinbar sinnlosen Selbstfindungstrip in Marokko. Er nach außen steinhart wirkend, aber tiefengechillt, sie zickig, nörgelnd, mäkelnd, affektiert wirkend. Warum sind ihre Kinder so schüchtern? Sind sie verhätschelt worden, weil der Bruder gestorben ist? Kümmern sich die Eltern nicht und überlassen ihr eigen Fleisch und Blut der Haushälterin? Die mexikanische, nette Haushälterin, die illegal im Land ist und sich fürsorglich um die "Halbwaisen" kümmert. Hat sie im Rausch der Feier ihren Verstand verloren? Warum fährt sie mit ihrem betrunkenen Neffen nach Hause? Warum flüchtet sie mitten in der Nacht in die unbekannte Wüste? Ein marokkanischer Vater, der seine Familie nach strengen Maßstäben führt. Statt Fußball zu spielen oder zur Schule zu gehen, müssen die beiden Ziegen hüten. Warum gibt er ihnen ein Gewehr und lässt sie allein damit?

                        Spoiler Ende

                        Keine Helden, keine Sympathieträger, sondern Menschen, die wie du und ich sind, wenn du es zulässt, das auch du nicht besser bist in deinem Tun und Handeln. Früh lernen wir, andere zu beneiden, gierig zu sein, zu fordern, zu taktieren, zu betrügen und zu lügen ... und selten gelingt es uns, dieses Verhalten im Laufe des Lebens umzukehren. Inarritu, Arriaga, Prieto, Santaolalla (Oscar für die Filmmusik) - das Quartett beendet eine gewaltige Trilogie um den Menschen und das einzige, was er wirklich richtig gut kann: ein Mensch sein. Alle Schauspieler sind deutlich sichtbar handverlesen und bieten eine zu keinem Zeitpunkt zu bemängelnde, einwandfreie Leistung in einem Film, der sich für mich schwieriger erschloss als seine beiden Geschwister, aber dennoch dasteht als ein Meisterwerk menschlicher Schaffenskraft rund um den Themenkomplex Sich-Seiner-Selbst-Bewusst-Sein...

                        P.S.: Mit BABEL beende ich meine Werkschau anlässlich des neuen Filmes, denn BIUTIFUL und BIRDMAN sind noch zu frisch in Erinnerung, als das ich sie schon wieder sehen möchte. Inarritu hat in meinem "Filmleben" mittlerweile einen nahezu überirdischen Status, der mir Angst macht und ihm wohl noch mehr machen würde.


                        15
                        • 7

                          Sehr gut aber nervig

                          • 8 .5

                            Mein zweiter Film von Iñárritu in diesem Jahr und wieder ein solcher Volltreffer. So langsam sollte ich mir auch mal „Biutiful“ und „Birdman“ besorgen, da kann eigentlich kaum etwas schief gehen.

                            Doch der Reihe nach:

                            „Babel“ wirkt kaum wie ein Film, zu nah scheint man am Geschehen, zu fesselnd werden die einzelnen Episoden, die dem ersten Anschein nach nichts weiter miteinander zu tun haben, inszeniert. Ihren Teil zum Doku-Charakter tragen auch die hervorragend realitätsnah gezeichneten Figuren bei. Man nimmt den Darstellern, die allesamt auf höchstem Niveau agieren, ihre Rollen einfach ab, kann sich in ihre Situationen hinein versetzen, freut sich mit ihnen und empfindet dieselben Ängste und Sorgen wie sie. Solche Gefühlsregungen haben bei mir erst wenige Filme ausgelöst.

                            Aus der Tiefe der Szenen wird man in regelmäßigen Abständen abrupt herausgerissen, was ich jedoch keinesfalls als störend empfunden habe. Gerade dieser Wechsel zwischen den verschiedenen Episoden, wie ich ihn bisher in dieser Form nur aus „Cloud Atlas“ kenne, ist ein belebender Faktor des Dramas. Selten verweilt man länger als 15 bis 20 Minuten in einer Situation, immer wieder wird von Kontinent zu Kontinent gewechselt. Absolut kurzweilig, weil alle Ereignisse einerseits gleich spannend sind und sich zudem nach und nach als eng miteinander verwoben entpuppen.

                            Sehr interessant auch Iñárritus gezielter Einsatz von zwei sehr bekannten Darstellern. Einzeln betrachtet ist das Schicksal des von Kate Blanchett und Brad Pitt gespielten Paares eher unbedeutend, erst die Gesamtheit der Ereignisse macht aus ihrer Geschichte etwas nachvollziehbar Bedeutsames.

                            Etwas schade fand ich, dass sich die Geschichte nach hinten heraus etwas verliert, die einzelnen Schicksale fügen sich zwar schlüssig zusammen, doch irgendetwas fehlt mir bei der Aufklärung der Zusammenhänge. „Der Weg ist das Ziel“, so könnte man „Babel“ gut beschreiben. Ein großartiger und allem voran andersartiger Film, der dem Zuschauer über die gesamte Spieldauer die vielseitigsten Gefühlsregungen entlockt und zum Ende hin unklar in seiner Botschaft bleibt. Vielseitig deutbar, in jedem Fall. Großes Kino allemal.

                            3
                            • 8 .5

                              Ein Drama in Form eines Episodenfilmes, das zeigt, wie von Grund auf verschiedene Kulturen miteinander verknüpft und zeitgleich von Trauer/Verzweiflung umgeben sein können. Eine wirklich packende Inszenierung, die uns Inarritu hier kredenzt.

                              • 8

                                Obwohl mir Brad Pit bisher in dem Film Sieben am besten gefallen hat sind seine Leistungen auch hier ganz ordentlich. Cate Blanchet rundet diesen Streifen gelungen ab.

                                • 7
                                  MetalFan92 25.01.2016, 20:44 Geändert 25.01.2016, 20:44

                                  Das wirklich spannende an "Babel" ist, dass man sich die ganze Zeit über fragt, was das eine mit dem anderen zu tun hat. Inwiefern haben die japanischen Mädchen mit den Menschen aus Marokko zutun. Diese Frage kam mir innerhalb der ersten 30 Minuten. Da heißt es dann dranbleiben.
                                  Insgesamt vergeht der Film recht schnell. Es gab einige gewagte Szenen, mit denen ich nicht gerechnet hätte. Trotzdem wurde ich nicht ganz mitgerissen.
                                  Super Cast und auch super Leistung der Schauspieler. Hätte mehr emotionale Momente erwartet.

                                  1
                                  • 4

                                    Technisch gut umgesetzt bloß leider ein Film der dem Babelturm im Punkto Pompösität in nichts nachsteht. Der Film kommt kaum über das offensichtliche hinaus und hätte in kleinerem Ramen oder mit wesentlich mehr Tiefgang besser funktioniert. Dabei ist das Tokyo Segment wirklich gut, der Film (wie bereits angemerkt) technisch kompetent und Alejandro González Iñárritu ein Regisseur der doch eigentlich weiß wie Episodenfilm geht (Amorres Perros...).

                                    • 8 .5

                                      Ich muss sagen der Film hat mich gefesselt.
                                      Was mir besonders gefallen hat:
                                      Obwohl Cate Blanchet und Prad Pitt als weltbekannte Schauspieler mit im Cast sind, gehen die anderen, weniger bekannten Schauspieler nicht unter bzw. sind nicht unbedeutsam, im Gegenteil.

                                      Der Film hat mich gefesselt, zum nachdenken angeregt.
                                      Die Musik, die tollen, abwechslungsreichen Bilder.
                                      Was ein einziger Moment alles bewirken kann...

                                      Sollte man einmal gesehen haben.

                                      • 6 .5
                                        BlueFox 12.11.2015, 00:33 Geändert 12.11.2015, 01:58

                                        BABEL wird meist vorgeworfen, dass er aufgeblasen sei usw. : Alles wäre global vernetzt und das würde auch für psychotische Mädchen, Munition oder Brad Pitt gelten. Man versteht vielleicht, worauf solche Kritik an BABEL hinaus will. Allerdings kommt sie mir ein bisschen anti-intellektuell vor. Wenn alle dieses "Enigma" schon entschlüsselt haben, warum verhält sich dann kaum einer so, als ob dies der Lauf der Dinge wäre. Und warum ist es dann plötzlich eine besonders intelligente Idee, von irgendwelchen "Depressionsplaneten" oder dem Angriff einer kolonial-galaktischen Firma auf einen Schlumpfplaneten zu erzählen, ganz zu schweigen von einem Mond, der mit reichen Leuten bevölkert wird oder von Typen, die sich in Roboter verlieben. Dieser Film hier wäre allerdings ganz besonders prätentiös. Es geht dabei wohl eher darum, auf welcher Welle man gerade surft und was man persönlich als Unterhaltung empfindet. Wie fast immer sind die Aspekte der Umsetzung viel interessanter als das ganze Zuweisen von angeblicher Doofheit und Intelligenz. Und da hat Iñárritus Film einige Probleme, die schon vielfach kritisiert wurden. Die bestimmt nicht gerade neue Idee von Kurzgeschichten, die aus keinem ersichtlichen Grund vernetzt werden, ist aus meiner Sicht allerdings vollkommen erträglich. Ich glaube, dass er gar nicht vor hatte (vielleicht im Gegensatz zu erwähnten Brüllern), dem Zuschauer etwas Unerhörtes zu erklären. Er wollte diese verschiedenen Geschichten erzählen! Zwei davon fand ich sehr berührend. Ich und der können ja nichts dafür, wenn Leute anfangen mit Oskars zu wedeln.

                                        5
                                        • 7 .5
                                          Daggiolone 29.09.2015, 23:52 Geändert 30.09.2015, 00:06

                                          Gar nicht so einfach diesen Film zu bewerten. Im Prinzip liebe ich Episodenfilme, vor allem dann, wenn die Episoden für sich stehen, und doch irgendwie miteinander verbunden sind.
                                          Was mich hier allerdings stört, ist die Tatsache, dass Iñárritu nicht wirklich etwas zu sagen hat. Die Episoden selbst sind ziemlich platt und sinnlos, wenn nicht sogar völlig überzogen, wie im Falle Mexikos. Am Ende bleibt die Frage offen, was ich nun davon mitnehmen soll.
                                          Dennoch möchte ich diesen Film nicht schlecht bewerten, denn ein Aspekt hat es mir besonders angetan. Der Wechsel zwischen drei verschiedenen Kulturen, ja gar Realitäten ist jedes Mal insbesondere aber am Anfang fantastisch. Diese Kontraste, diese Brüche, diese Wechsel funktionieren, und sobald man in eine Realität eingetaucht ist, wird man plötzlich in die nächste katapultiert, um im gleichen Moment irritiert zu sein, aber vor allem auch um die völlig neue Atmosphäre in sich aufzusaugen.
                                          Wenn dieser Film nicht unbedingt in halbe Katastrophen führen müsste, hätte ich noch mindestens einen Punkt mehr gezückt.

                                          • 7
                                            smartbo 05.09.2015, 19:34 Geändert 06.09.2015, 14:21

                                            Ein außergewöhnlicher Film. Die Handlung ist in Marokko, Mexiko und in Japan angesiedelt, und der Kontext zwischen den so unterschiedlichen Schauplätzen erschließt sich erst im Verlaufe des Filmes. Die Story ist originell und dramaturgisch gut umgesetzt. Der Film erzeugt eine permanente Neugier darauf zu erfahren, wie die Geschichte am Ende ausgeht. Trotz der schauspielerischen Starbesetzung in Persona von Brad Pitt und Cate Blenchett haben mir die marokkannischen Schauspieler wegen der sehr authentischen Art zu spielen am meisten gefallen. Cate Blanchett kann m.E. ohnehin nichts. Ja und Brad Pitt war im Fight Club sicherlich besser.

                                            Nicht ganz klar ist für mich, warum die Rolle des taubstummen japanischen Mädchen für die gesamte Handlung des Filmes so explizit herausgestellt wird und relevant sein soll. Die Verbindung Japan zu den anderen Schauplätzen ist nur in dem Gewehr zu sehen. Aber ansonsten kann ich keinen tieferen Sinn erkennen.

                                            Unabhängig davon finde ich den Film gut und kann ihn empfehlen.

                                            • 8
                                              Olilotron 16.08.2015, 20:41 Geändert 16.08.2015, 20:43

                                              sehr sehenswerter episodenfilm mit starker besetzung und einem anflug von künstlerischem ansatz. es dauert anfangs ein bisschen reinzukommen, aber bald häufen sich die immersiven momente doch deutlich. die einzelnen handlungsstränge sind in sich überraschend interessant und jeder hat seine eigene emotionale färbung, wobei sich der verlust geliebter menschen als hauptmotiv durch alle zieht. eine höhere bewertung kriegt er von mir nur deshalb nicht, weil es in der natur dieses genres liegt, den eindruck einer allgemeinen "hingebogenheit" nicht ganz vermeiden zu können. damit das konzept aufgeht, müssen unwahrscheinliche begebenheiten, zufälle und bisweilen schwer nachvollziehbare handlungen des personals zwingend hineingeschrieben werden. außerdem waren mir die musik und die emotionale lenkung des zuschauers gegen ende dann doch ein bisschen zu plakativ.

                                              • 6

                                                nette story...kann man schauen

                                                • 6

                                                  Starke Regie und Kamera. packt mich aber trotzdem nicht.

                                                  • 6

                                                    Ich habe mich sehr über das faule Drehbuch aufgeregt, in dem dumme Menschen dumme Dinge tun!

                                                    http://www.spaetfilm.de/episode/podcast/sf27-babel/

                                                    1