Django Unchained

Django Unchained (2012), US Laufzeit 165 Minuten, FSK 16, Drama, Western, Actionfilm, Kinostart 17.01.2013


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7.4
Kritiker
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von Quentin Tarantino, mit Jamie Foxx und Christoph Waltz

Quentin Tarantinos Western Django Unchained befreit Christoph Waltz den Sklaven Jamie Foxx, um Oberfiesling Leonardo DiCaprio einen Besuch abzustatten.

Die Geschichte von Django Unchained ist eine Odyssee voller Entbehrungen und Sehnsucht. Wir befinden uns in den Südstaaten, kurz vorm Bürgerkrieg; Sklaverei ist hier noch eine Alltagserscheinung. Als das Sklavenpaar Django (Jamie Foxx) und seine Frau Broomhilda (Kerry Washington) bei einer Auktion getrennt werden, hat Django nur noch ein Ziel vor Augen: seine Frau wiederzufinden. Die Gelegenheit ergibt sich für den in Fesseln Geschlagenen schneller als erwartet, als er vom früheren Zahnarzt und jetzigen Kopfgeldjäger Dr. Schultz (Christoph Waltz) befreit wird, damit er ihm bei der Identifikation steckbrieflich gesuchter Verbrecher behilflich sei. Zum Dank will Dr. Schultz ihn zum Kopfgeldjäger ausbilden und ihm helfen, seine Frau ausfindig zu machen. Die Zeit von Django Unchained ist gekommen!

Auf der Suche nach Broomhilda hinterlassen die beiden eine Schneise der Gewalt. Während ihrer Odyssee treffen die beiden Kopfgeldjäger auf Gesindel und rassistische Großgrundbesitzer wie Spencer Gordon Bennet (Don Johnson). Schließlich führt Django und Dr. Schultz die Spur nach Candyland, wo Broomhilda in den Besitz des charismatischen und überaus gefährlichen Calvin Candie (Leonardo DiCaprio) übergegangen ist. Sie erschleichen sich erfolgreich das Vertrauen von Candie. Doch der Haussklave Stephen (Samuel L. Jackson) durchschaut ihr Spiel…

Hintergrund & Infos zu Django Unchained
Die erste Einstellung in Inglourious Basterds gab einen kleinen Vorgeschmack auf das, was dem Regisseur von Pulp Fiction und Kill Bill vorschwebte: Mit Django Unchained wollte Quentin Tarantino nun endlich seine ganz eigene Vision eines Spaghetti-Westerns realisieren. Die Versatzstücke sind dem allgemeinen Kanon entlehnt (Musik im Stile Ennio Morricones, extreme Close Ups wie bei Für eine Handvoll Dollar, die üblichen Verdächtigen beim Bösewicht-Personal), um durch die unvergleichliche Art des Kultregisseurs in ein neues Gewand gesteckt zu werden. Die Rolle des Dr. Schultz wurde Christoph Waltz für Django Unchained dabei förmlich auf den Leib geschrieben. Der Oscar-Preisträger (Bester Nebendarsteller für seine Verkörperung des Judenjägers Hans Landa in Inglourious Basterds) zeigte sich sehr dankbar, indem er Tarantino dafür verantwortlich machte, dass er durch ihn zu seiner Berufung wieder zurückgefunden habe.

Frei nach Feld der Träume hieß es bei Django Unchained: Wenn er einen Film dreht, dann kommen sie. Und so fanden sich neben dem regulären Mitspieler Samuel L. Jackson auch die Vertreter der alten Riege aus rechtem Schrot und Korn ein, wie James Remar oder James Russo. In weiteren Nebenrollen waren in Django Unchained auch Joseph Gordon-Levitt, Sacha Baron Cohen oder Kurt Russell eingeplant, konnten ihren Verpflichtungen allerdings nicht nachkommen.

Die Mühe zahlte sich aus: Bei den Oscarverleihungen 2013 gewann Christoph Waltz den Oscar für den Besten Nebendarsteller und Quentin Tarantino für das Beste Originaldrehbuch. (EM)

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Cast & Crew

Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails Django Unchained
Genre
Drama, Western, Actionfilm, Neo-Western
Zeit
19. Jahrhundert
Ort
Südstaaten
Handlung
Ausbildung, Befreiungsaktion, Besitz, Blut, Ehefrau, Freiheit, Freiheitsdrang, Gefangenenbefreiung, Geheime Identität, Geheime Mission, Gewalt, Großgrundbesitzer, Kollaborateur, Kopfgeldjäger, Mann sucht Ehefrau, Peitsche, Plantage, Rassismus, Rassist, Selbstbewusstsein, Sklave, Sklavenhandel, Sklaverei, Spuren, Steckbrief, Suche, Verlust der Ehefrau, Verräter, Waffe, Zahnarzt
Stimmung
Aufregend, Hart, Witzig
Zielgruppe
Männerfilm, Pärchenfilm
Verleiher
Sony Pictures Releasing GmbH
Produktionsfirma
Brown 26 Productions, Columbia Pictures, Double Feature Films, The Weinstein Company

Kommentare (883) — Film: Django Unchained


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Mr.Magoo

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Bewertung2.5Ärgerlich

Ob die Darsteller nun Dunkle Sonnenbrillen und Krawatten, Stahlhelme, gelbe Jogginganzüge oder Cowboystiefel tragen, immer das Gleiche: Licht aus, Gewalt an.
Ich bins einfach leid! Das war der letzte QT, den ich mir angesehen habe, zumal ich als
Italowestern-Fan jetzt wirklich geärgert bin, dass QT sich hier auch noch frech des Namens bedient.

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MaceWindu1998

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Ich habe bisher 2 Tarantinos gesehen; beide haben mich enttäuscht. Sein Stil ist wahrscheinlich überhaupt nicht mein Geschmack. Django wird vorerst der letzte Tarantino sein, an den ich mich ranwage. Wenn mir der auch nicht zusagt, dann für immer.


EreBos_85

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Bewertung10.0Herausragend

Er hat es wieder getan !!! .... Quentin Tarantino ist zweifelsohne ein Ausnahmetalent im Regiestuhl und einer der besten Regisseure die es momentan gibt! Durch die explizite aber dennoch sich im Rahmen gehaltene Gewaltdarstellung verpasst er seinen Filmen einen Charme der unvergleichlich ist. Selbst wenn man von dem Streifen vorher nichts gehört und bis zur Veröffentlichung über den Regisseur geschwiegen hätte, wären zahlreichen Fans und Anhängern spätestens nach den ersten Dialogen ein Licht aufgegangen. :)
Zudem beweist dieser Film mal wieder das NICHT nur die Hauptdarsteller Weltklasse Qualität besitzen .. Nein .. sondern vielmehr die Nebendarsteller heben sich, zumindest aus meiner Sicht, ganz klar in den Schauspielolymp. Leonardo Di Caprio als knallharter und kompromissloser Sklavenhändler und selbstverständlich Christoph Waltz als Deutscher Zahnarzt aus "Düsseldorf". Beide leisten hier unvorstellbare Arbeit und zeigen einmal mehr das Sie zu den besten Schauspielern der Welt gehören !!!!!

Ein absoluter Pflichttitel für alle Tarantino als auch Action Fans. Das darf man nicht verpassen !!! :)

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mulledulle01

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Einer der besten Filme, die ich jemals gesehen habe. Tarantino hat sich selbst übertroffen. Man sieht Django von einer ganz anderen Seite. Vor allem Leonardo di Caprio als Bösewicht hinzustellen war eine sehr gute Idee. Einfach nur gut.

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luis.norden

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Bewertung9.0Herausragend

Ich finde es zwar etwas zu doll, Christoph Waltz 2 mal für die praktisch selbe, zynische Rolle, zwischen gut und Böse mit einem Oskar auszuzeichnen, aber Hey: Er kann es einfach. Eigentlich gibt es nicht mehr so viel zu schreiben: Die Handlung, ist nicht so originell wie bei Inglorious Bastards, aber der Film unterhält, wie man es von Tarantino erwartet. Sobald wir von Tarantino sprechen, finden wir uns eh, in einer filmisch höheren und aus den üblichen Durchschnitts-Gewalt-Ballereien stechenden Liga wieder und die wenigen Kritikpunkte sind nur für die größeren Cineasten oder Comicstilhasser sichtbar.

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Codebreaker

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

QUENTIN TARANTINO #8 - DJANGO UNCHAINED

Die erste Sichtung erfolgte im Kino und bracht 8,5 Punkte mit sich. Bei der zweiten Sichtung änderte sich punktemäßig nichts und nun, nun kann ich einfach nicht anders. Nach der dritten Sichtung und somit dem ersten Mal im Originalton, muss ich diesen Film einfach zum Lieblingsfilm ernennen. Damit ist DJANGO UNCHAINED nun nach RESERVOIR DOGS und INGLOURIOUS BASTERDS mein dritter Lieblingsfilm von Quentin Tarantino. Und leider endet diese Werkschau von ihm nun auch mit diesem Film hier. Wie bei INGLOURIOUS BASTERDS, gilt auch hier: SPOILER!

Es fällt mir echt etwas schwer einen geeigneten Einstieg zu DJANGO UNCHAINED zu finden, denn irgendwie kann man so viel über diesen Film sagen und gleichermaßen bedarf der Film eigentlich auch nur weniger Worte. Diese Ode an den Western, diese Geschichte über die Sklaverei, dieser Rachefilm, diese, wiedereinmal, gelungene Satire, dieser Film, ist einfach wieder unglaublich genial. Sowohl was den Aspekt "Unterhaltung" angeht, wie auch vielen anderen Punkten die hier drin stecken: tolle Schauspieler, grandiose Dialoge, viele bunte Figuren, eine wunderschöne Landschaft bzw. Setting, ein extrem cooler Score, die Bilder stimmen und natürlich ist auch die Geschichte in ihrem gesamten Ausmaß spitze.

Doch langsam, wo fangen wir nun an? In DJANGO UNCHAINED geht es, wer hätte es anders gedacht, um Django. Der Sklaven, der "Gefesselten", der Nigger ohne Freiheit. Doch dann wird er befreit, durch die Hilfe des deutschen Kopfgeldjägers Dr. King Schultz. Beide tun sich zusammen, werden Freunde und wollen gemeinsam Broomhilda befreien, Djangos Geliebte. Dabei kann man den Film als vieles bezeichnen, als Buddy-Movie, als Road-Movie, natürlich als Western, in erster Linie ist es aber die Geschichte eines Mannes, der in Ketten ist und sich dieser befreien will. Django, anfangs sind die Ketten noch sichtbar, Schultz befreit ihn davon, doch ist er danach wirklich frei? Eigentlich nicht, er ist immer noch unscheinbar, steht im Schatten seines "Meisters", ist auf ihn angewiesen. Wirklich glänzen kann er nicht, lediglich ab und an schafft er es mal selbst etwas beizutragen. Natürlich sind Schultz und er "Freunde", natürlich ist Django augenscheinlich frei, aber irgendwie wirkt er die ganze Zeit über als ein eher farbloser Charakter, der im Hintergrund agiert. Die ganze Zeit über wirkt Schultz wie die Hauptfigur. Erst als dieser dann stirbt, als er sozusagen die Bühne räumt, kann Django glänzen, erst dann kann er sich entfalten, erst dann ist er wirklich "unchained". Erst dann räumt er auf, metzelt vor sich hin und schafft es letztendlich auch seine Broomhilda zu befreien. Und eines ist sicher, dann legt er richtig los. Hier sieht man ersteinmal, wie klasse diese Figur, die im Großteil des Filmes so unscheinbar wirkt, eigentlich ist.

"Seventy-six years, Stephen. How many niggers you think you seen come and go? Seven thousand? Eight thousand? Nine thousand? Nine thousand nine hundred and ninety nine? Every single word that came out of Calvin Candie's mouth was nothing but horseshit, but he was right about one thing: I am that one nigger in ten thousand."

Und das hat Jamie Foxx auch toll rüber gebracht, erst unsicher, zurückhaltend und beeinflusst, durch Schultz geprägt und als dieser dann weg ist explodiert er förmlich. Das soll natürlich nicht bedeuten, dass Django bis zu diesem Punkt "schwach" war, was mich direkt zum Thema bringt: diese ganze Rassismus-Seite.

Wie schon bei INGLOURIOUS BASTERDS, da waren es die Nazis, wird auch dieses Thema von verschiedenen Seiten betrachtet. Natürlich, wir sehen hier wie die Schwarzen verachtet werden, was sie ertragen müssen, wie hart ihr Leben ist. So hart, dass sie sogar gegeneinander kämpfen, wobei sie vielleicht nur eine Woche länger überleben. Wir sehen wie erstaunt die Menschen sind, sobald sie einen "Nigger" auf einem Pferd sehen. Wir sehen den Ku-Klux-Klan. ABER wir sehen auch, dass Rassismus nicht unbedingt von Weißen gehen aus bzw. dass es oft auch einfach eine Sache der Macht ist. Wie man damit umgeht, wenn man welche hat. Am besten dargestellt durch die Figur "Stephen", auch Django zählt hier mit rein.

"You niggas gon' understand something about me! I'm worse than any of these white men here! You get the molasses out your ass, and you keep your goddamn eyeballs off me!"

Mal zu den Figuren: wieder mal haben wir hier eine Vielzahl grandioser Figuren. Zu Django habe ich bereits alles gesagt. Dr. King Schultz wirkt stellenweise leider wie ein "Schatten" von Hans Landa, obwohl er eigentlich etwas anderes ist. Das hier ist kein Opportunist, keiner der nur an sich denkt und das tut was für IHN das Beste ist, sonder das hier ist ein guter Mensch. Einer, der einem Gefangenen, einem Sklaven in die Freiheit verhilft. Dann haben wir dieses unheimliche, diabolische, furchteinflößende Gespann aus Calvin Candie und Stephen. Ich finde die Beiden müssen zusammen sein, allein sind Beide nicht der Rede wert. Candie scheint teilweise nicht sonderlich klug, er überstürzt vieles, er denkt oft nicht nach und scheint auch, wie gesagt, nicht der Hellste (wie man bspw. bei dem Gespräch über Alexandre Dumas merkt). Er ist ein Sadist, einer der gerne spielt, vor allem mit seinem Opfer, aber nicht mehr. Stephen hingegen ist ein, von Macht zerfressener, schlauer und furchteinflößender Kerl. Was will er aber machen? Er ist im Endeffekt auch nur ein "Nigger". Er ist der Verstand des Duos und Calvin ist dann der, der das ausführt. Gemeinsam sind die Beiden unglaublich geniale Bösewichte.

Im Übrigen sind die Schauspieler dabei auch klasse. Die Rolle mag auf Waltz zugeschnitten sein, deshalb hätte der Oscar vielleicht auch nicht unbedingt sein müssen (wenn ich mich auch für ihn gefreut habe), viel mehr hätte diesen Samuel Jackson bekommen sollen, denn was der hier als Stephen abliefert ist aller erste Sahne! So furchteinflößend, so abgedreht, so überzeugend. Auch Leonardo DiCaprio beweist wieder, was für ein toller Schauspieler er ist.

Was mich bisher bei jeder Sichtung etwas gestört hat, war dieser abrupte Bruch gegen Ende des Filmes. Wir haben einen Showdown, Schultz und Candie sterben und Django räumt schon etwas auf, dann wird aber die Luft rausgelassen und Django scheint besiegt. Irgendwie wirkte das immer unglaubwürdig und unnötig, als wolle man den Film nur strecken. Aber so ist es nicht. Diese Sequenz MUSS da sein, dann das ist der Moment, in dem Django selbst glänzen kann, in dem er eben entfesselt ist. Hier agiert er nun vollkommen allein. Man merkt, dass Tarantino hier viel rausschneiden musste, mit mehr Zeit wäre das vielleicht etwas glaubhafter gewesen, aber so wie es gemacht wurde, war es schon gut.

Bevor ich hier noch weiter ausufere: DJANGO UNCHAINED ist ein genialer Film, der vieles aussagt, der tolle Figuren hat und super unterhält. Und bestimmt ist er auch der Lustigste Tarantino. Ich kann wie gesagt nicht anders, ich habe diesen Film nun drei Mal gesehen und könnte ihn sofort wieder sehen. Wenn ein Film so etwas schafft, dann muss das etwas bedeuten. Toller Film, wieder Mal und der Beweis, dass Tarantino, für mich, einfach einer meiner liebsten Regisseure ist.

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Troublemaker69

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Gerne doch und werde mich auf jede weitere Kommentarreihe von dir freuen :)


Codebreaker

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Sehr schön! :)


JonnyvsSherlock

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Bewertung9.5Herausragend

Dr. King Schultz: "I wish to parlez with you."
Dicky Speck: "Speak English."
Dr. King Schultz: "Oh, I'm sorry, please forgive me. it is a second language."

Tarantino macht seine zweite Abhandlung eines weltgeschichtlichen Themas. Diesmal in Form eines blutigen Westerns, durchtränkt mit unzähligen anderen Genreversatzstücken.
Erzählt wird die Geschichte eines Sklaven, der den Aufstieg vom Kopfgeldjäger zum heldenhaften Rächer macht. Die Story sieht sich selbst als Variante der klassischen Heldensage. Die Anspielung auf die Nibelungen Saga ist kein Zufall. Django ist der Retter, der Rächer, das Symbol der Freiheit. Besonders in epischen Momenten, wenn beispielsweise eine Kamerafahrt auf Django, begleitet von heroischer Musik, ankündigt, dass er gleich einen grausamen Sklavenpeiniger erschießt. Mit den Worten: "I like the way you die, boy." auf den Lippen sieht er dem Übeltäter beim Sterben zu. Aufgeweckte, freudige, frenetische Blicke heften sich auf Django. Hier wird klar, dass es eindeutig das erwähnte Material als Genrekonstrukt abseits des Westerns verwendet. Interessant ist, wie widerstrebend Dr. Schultz's Version der Nibelungen Saga ist. Hier stellt er Brunhilde als typische Damsel in Distress dar. Dabei ist sie doch in so vielen Versionen genau das Gegenteil. Eher eine Kriegerin. Diese Abweichung entspricht ganz und gar der Broomhilda im Film. Überhaupt kann man ihre so seltsam in den antifeministischen Hintergrund gerückte Rolle sowieso nicht als groben Schnitzer verurteilen. Broomhilda lässt sich ständig retten, schreit vor Angst und fällt bei Djangos Anblick in Ohnmacht. Es ist viel zu offensichtlich und eindeutig beabsichtigt. Wie in jeder deutschen Sage halt ein Berg vorkommen muss, muss es in einem Western eine Frau zu retten geben. All dies dient dem Sagenhaften, ist nichts weiter als ein weiterer Genreseitenhieb seitens Tarantino. Und man muss schon verdammt oft darüber nachdenken, um es so zu verstehen. (Trotzdem bleibt die fehlende Präsenz der Frau ein winziger Wermutstropfen. Immerhin sieht man als kleine grinsende Anspielung ganz am Ende, wie Broomhilda beim Wegreiten ein Gewehr zieht)
Überhaupt wird im Film sehr gerne mit falschen Informationen gespielt. Dr. Schultz erwähnt gegenüber Calvin Candy, Alexandre Dumas sei schwarz gewesen. Der aufmerksame Zuhörer wird wissen, dass das bloß eine kleine Lüge war, um Candy außer Fassung zu bringen. Dumas war nicht schwarz. Aber er war mit einer schwarzen Sklavin zusammen und hatte 4 Kinder mit ihr. Sie und die Kinder wurden später als Sklaven verkauft. Alexandres jüngerer Bruder war sogar Plantagenbesitzer.
Mit solchen genialen Verfremdungen spinnt Tarantino sein eigenes Universum. Und wieder schafft er es, eine Zeit greifbar zu machen. Auf den zweiten oder dritten Blick fällt sogar auf, dass es im Prinzip die gleiche Herangehensweise wie in "Inglourious Basterds" ist. Der schwarze Rächer wandert gegen Ende auf dem schmalen Grat zum Rassisten, wie die Basterds beinahe faschistisch vorgehen. Wieder sehen wir die Grausamkeiten von einer unheimlich durchdachten Metaperspektive aus. Dass der Film für solch eine Wucht von einer Botschaft "nur" 159 Minuten benötigt, ist schon beinahe ein Wunder.
"Django Unchained" ist ein unglaublich komplexes Werk, dass so unfassbar unterhaltsam verpackt ist, dass man mal wieder völlig unmerklich zum Nachdenken angeregt wird. Das beginnt bei einer Inszenierung, die man so von keinem anderen hätte sehen können. Zooms und Kamerafahrten spielen auf alte Westernfilme an und jedes Bild hat eine Bedeutung, einen Sinn im Film. Wenn man Dr. Schultz und Django das erste Mal durch die Stadt reiten sieht, reitet Django so an einem Galgen vorbei, dass sein Kopf für einen Moment lang genau in der Schlinge ist. Eine geniale Methode diese Absurdität einzufangen. Dass, was die Leute am meisten erstaunt ist der "Nigger on a horse.." und nicht der riesige Zahn auf der Kutsche.
Wenn es zu den Schießereien kommt, die hauptsächlich im Töten von Verbrechern und Djangos Racheakten bestehen, dann gibt es comichaften Splatter, reißerisch stilisierte Gewalt. Richtet sich die Grausamkeit allerdings gegen die Sklaven und Unterdrückten, wird abstoßend realistisch draufgehalten. Gerade was das angeht, wird hier unglaublich viel mit kleinen Flashbacks gearbeitet. Das verleiht der für Tarantino ungewöhnlichen Stringenz der Handlung ein wenig Abwechslung und ist zudem genial eingebettet. Broomhildas Auspeitschung und ihr gemeinsamer Fluchtversuch mit Django, unterlegt mit dem Song "Freedom" ist ein packender Gänsehautmoment. Die Auswahl der Musik ist in diesem Film wieder Tarantino typisch mutig und absolut umwerfend. Sogar die umstrittenen Rap Einlagen ergeben eine mitreißende Komposition mit den Bildern. Der Ku-Klux-Klan reitet in einem unvergesslichen Bild zu Verdis Requiem einen nächtlichen Hügel hinunter. Django und Dr. Schultz werden zu Jim Croce's "I Got a name" zu Partnern. Nicaragua von Jerry Goldsmith begleitet bedrohlich den Weg zur Candyland Farm, nachdem ein Sklave von Hunden zerfleischt wurde. Ennio Morricones geniale Soundtracks durchziehen natürlich den ganzen Film und auch das originale Django Theme darf nicht unerwähnt bleiben. Die Musik in "Django Unchained" ist in allen Belangen einfach perfekt.
Um wieder zur Grundlage des Films zurückzukommen, muss ich mal wieder die unglaublichen Charaktere loben. Der nun schon mehr als oft genug erwähnte Django weckt ungemeine Sympathie im Zuschauer. Als irgendwie Unwissender entwickelt er sich zum Lernenden und schließlich zum Urteilenden, erlebt die Reise des Helden. Jamie Foxx kann den erstaunlich farblosen Charakter mit einer absolut gekonnten Coolness darstellen. Sein Mentor stellt sich als eine der unvergesslichsten Filmfiguren überhaupt heraus. Dr. King Schultz, der deutsche Kopfgeldjäger, der sich als Zahnarzt ausgibt. Mit einem wahnsinnigen Wortwitz und einer lässigen Brillanz beflügelt er jede Sekunde des Films, hat aber trotzdem seine Macken, was sich besonders in der zweiten Hälfte des Films bemerkbar macht. Christoph Waltz spielt die Rolle, die für ihn geschrieben wurde. Er übertrifft sich selbst und hat den Oscar in meinen Augen völlig zu Recht bekommen. Jede Nuance des Mannes zeigt sich in seiner Gestik und in seiner Mimik und besonders sprachlich klappt einem bei diesem Schauspiel gerne mal die Kinnlade herunter. Womit man gleich zu DiCaprio übergehen kann, der sich hier einen Südstaatenakzent antrainiert hat und überhaupt absolut ungewohnt spielt. In einer so fiesen Rolle hat man ihn wohl noch nie gesehen. Aber Leo liefert hier wieder eine Glanzleistung ab. Besonders während seinem Vortrag über Rassenlehre hätte ich ihm am liebsten den Kopf abgehackt, um zu beweisen, dass ihm die Schädelkerben für menschliches Mitgefühl fehlen.
Schön ist es, mal wieder Samuel L. Jackson sehen zu können. Und der hat mal wieder einen genialen Charakter zu mimen. Stephen, der rassistische, schwarze Butler. Manchmal hab ich mich weggeschmissen vor Lachen, manchmal nur freudig gestaunt über die Kreativität hinter dieser Figur. Jackson spielt klasse. Sein Blick, als die Neuankömmlinge in Candyland auftauchen, beweist, dass Make-Up für einen Schauspieler wie ihn im Grunde überflüssig ist.
Natürlich ist Tarantinos neuester Film wieder ein Zitatfeuerwerk geworden. Und was für eins! Alleine die Sätze, die aus dem Mund des kultigen Kofgeldjägers Schultz kommen, können nur aus einer Feder stammen. In diesem Fall wird das Verbalscharmützel erstaunlich kurz auf den Punkt gebracht. Das hat aber keinen Qualitätsunterschied zur Folge. Ganz im Gegenteil:
Stephen: "I count six shots, nigger."
Django: "I count two guns, nigger."

"Django Unchained" ist unvergleichlich. So locker leicht und unterhaltsam. Und doch so vielsagend und schwer durchschaubar. Das Konzentrat eines Drehbuchs, auf die Leinwand gezaubert wie ein sprechendes Plakat. Ein unvergessliches Blutbad, das von jedem Mal aufs Neue begeistert.

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JonnyvsSherlock

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Merci;D


JonnyvsSherlock

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Ein Film, der übrigens bei jeder Sichtung besser wird:)
Ist bei mir nach nun 3 mal gucken in der Gunst extrem gestiegen. (Damals noch 8,5) Es liegt auch daran, dass man über den Film mehr nachdenken kann, als man es anfangs vermuten würde...


vega_vincent

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Bewertung7.0Sehenswert

Tja, was soll ich sagen? Den Hype um diesen Film kann ich nicht nachvollziehen. Der Film ist sehenswert, keine Frage – gute Darsteller, schräge Charaktere, noch schrägere Dialoge, Tarantino-typisches Gesplatter, tolle Aufnahmen, tolle Regie, tolle Kamera … Von einem Mr. Tarantino erwarte ich persönlich aber (deutlich) mehr. Enttäuschenderweise fand ich die Musik nur mässig gut. Ein Übergang zwischen zwei direkt aufeinander folgenden Stücken war so grob, dass ich sogar gestutzt habe. Die Stücke waren zu plump gewählt. Kein Vergleich zur Szene in Jackie Brown, wo alle zum Kaufhaus unterwegs sind! Die Geschichte war viel zu gewöhnlich (für Tarantino-Verhältnisse) und zu ernst. Kein wahnwitziger Trip, sondern eine schnöde Liebes-/Rache-/Buddy-Geschichte. Klar, ist ja witzig, dass Tarantino seine eigene Version der Nibelungen-Saga abliefert, aber so witzig dann auch wieder nicht. Der Nigger on a horse-Running Gag war auch nur beim ersten Mal halbwegs witzig. Fazit: Sehenswert, aber nicht auf gewohntem Tarantino-Niveau.

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pischti

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Die Klapperschlange......pardon....ich meine Kurt Russel.....geht immer :D


vega_vincent

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Ich werde mir Deathproof trotzdem ansehen. Pulp Fiction bleibt wohl tatsächlich unerreicht. Und ja, wenn man berücksichtigt, dass Django Unchained eine Hommage an den Spaghetti-Western sein soll, ist er richtig mies. Ich befürchte eh schon seit einer Weile, dass nun halt auch Tarantino zu einer Geldmaschine bzw. einem Teil davon geworden ist – und dass er sich selbst so geil findet, dass er im Prinzip nur noch billigen Abklatsch seiner guten Filme produziert. Auch eine persönliche Meinung.


B.Snyder

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Bewertung9.0Herausragend

Ein Film mit einer Länge von 2 Stunden 40 Minuten und ich hab mich nicht eine Sekunde gelangweilt. Tarantino bringt hier einen großartigen Western auf die Leinwand, der vorallem durch seine Darsteller punktet. Mein persönlicher MVP ist Christoph Waltz, der durch seinen Charakter immer für ein Schmunzeln gut ist. Aber auch Foxx (den ich nochmal hervorheben will, einfach großartig), DiCaprio und Jackson machen ihren Job große Klasse. Die Story hat mir sehr gefallen und den Soundtrack fand ich ebenfalls super. Auch toll wie hier ein Mix aus unglaublicher Brutalität und Ernsthaftigkeit auf der einen Seite und Humor auf der anderen Seite geschaffen wird. Am Ende ein Film für den ich eine klare Empfehlung aussprechen kann.

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wertikaner

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Bewertung6.5Ganz gut

-Spoilerfrei-

Django Unchained,wie Tarrantino anfängt sich selbst zu kopieren.

Ein über Jahre hinweg von Medien gezüchteter Diskussion`s und Marketing-Hype um jeden neuen Tarrantino Film zwingt die Ikone förmlich dazu sich selbst zu kopieren und dass Bedürfnis der Masse zu befriedigen.

Jeder neue Tarrantino Film wird im Vorfeld bereits in Hysterie artiger Atmosphäre analisiert,gehypte und mit Fakten zu Hintergründen erschlagen. Dies begann für mich bereits mit Kill Bill wo ich Tarrantino schon nicht mehr ganz zu folgen vermochte.

Django Unchained ist so etwas wie ein Pflichtgang einer potenten Zielgruppe der Mittzwanziger und Dreißiger. Wir sind mit Tarrantino Filmen groß geworden und würden Kritik wenn überhaupt nur im stillen äußern. Über einen Tarrantino Film schlecht zu sprechen ist schon vergleichbar geworden mit "dass macht man einfach nicht" so scheint es.

Die berühmte Tarrantino -Ironie überstrahlt in beinahe jeder Scene dass eigentliche Geschehen.Witze ersticken in vorhersehbarer Tarrantino Logik und lassen die Geschichte gekünzelt wirken.Teilweise war der Film unfreiwillig komisch und hatte mehrere Längen. Abgesehen vom unmittelbaren Unterhaltungswert sind aber jegliche Innovativen Muster in der erzählten Geschichte eines Tarrantino verschwunden. Die überzeichnete Gewalt und Ironie kann für mich nur mäßig den realen Handlungsstrang der Sklaverei überdecken,mit diesem Wissen macht der Film gleich weniger Spaß. Dass war in früheren fiktiven Geschichten Tarrantinos leichter zu schlucken. Als Hintergrund für einen Action Film war dies die denkbar schlechteste Thematik. Die HipHop Elemente waren fast störend wobei dessen Hintergrund natürlich klar ist. Dass man bei Tarrantino nicht unbedingt faktische Realität zu sehen bekommt weiß man,dennoch störten mich in diesem Umfeld dass mischen von Fakten und Vermutungen vor diesem Hintergrund. Ja Tarrantino versucht nicht die Geschichte aufzuarbeiten sondern eine gute Geschichte zu erzählen nur dies ist ihm für mich dass erste mal nicht gelungen,so ist es leider.

Dem entgegen wirken tolle Schauspieler,Fantastische Sets,wendige Dialoge,gute Kameraführung ,wenig Spezialeffekte, die Einbindung einer Deutschen Heldensage und ein wie immer grandioser Soundtrack.

Dies dürfte allen ewigen Tarrantinos Fans "wie mich selbst" reichen um in jeden neuen Streifen zu gehen und der Rest wird von dem Hype angezogen. Alle sind glücklich bis auf einige wenige wie ich es einer bin der meint dass der Meister Erzähler Tarrantino anfängt sich selbst zu kopieren. Dass hoffe ich war eine Eintagsfliege.

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Big_Kahuna

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Naja Mainstream wird er zumindest nicht, weil er immer noch in seinem eigenen Kosmos bleibt und die Figuren in diesem Zusammenhang sowieso etwas besonderes sind und sowieso ist er technisch dafür einfach zu gut drauf und hat seinen eigenen Stil. Da mach ich mir jetzt keine zu großen Sorgen, es geht aber ein wenig in die Richtung Mainstream, das stimmt schon.


wertikaner

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Na dann sind wir mal auf das nächste Werk vom Meister gespannt. Angeblich ja wieder ein Western.


dertyp

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Bewertung5.0Geht so

Total Überbewertet!
"Oh es ist ein Tarantino, wir müssen ihm 10 Punkte geben"

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micromachine

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Wäre wirklich schade wenn jemand so bewertet. Ich meine Tarantino ist auch "nur" ein menschlicher Regisseur dem mit Sicherheit nicht alles gelingt. Aber selbst wenn man jeden seiner Filme (abgesehen von Four Rooms) mit anderen guten Werken vergleicht, sei es von Spielberg, Stone, Scorsese, de Palma oder auch die Coens, stechen sie doch immer wieder hervor. Das liegt vor allem daran, dass Tarantino vom Drehbuch bis zur Regie alles in seiner Hand hat. Darum wirken die Filme so rund und eigenständig. Auch wenn er sich, gerade in letzteren Werkn, ab und an selber kopiert. Aber immerhin kopiert er sich selbst und nicht von anderen. Trotzdem kamen bisher Tarantino Filme bei mir nicht über eine 8,5 hinaus. Ich denke das liegt daran weil mir die emotional kitschige Komponente etwas fehlt. Ich fühle zu wenig mit den Charakteren mit.


micromachine

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Nachtrag: Muss mich ein wenig korrigieren. Pulp Fiction erhielt von mir eine berechtigte 9,5. :)


Oliver0403

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ein typischer Tarantino. Ich habe zwischendurch mal einige Stellen gehabt, wo ich auf den Funken gewartet hatte, der diesen Film zu etwas besonderem macht. Aber mal ehrlich, selbst bei Meisterwerken hat man immer mal wieder Stellen, die sich ein wenig ziehen und die Spannung etwas abklingen lässt. Jamie Foxx und Christoph Waltz machen ihre Sache hervorragend. Ich denke, dass es vor allem Waltz Redegewandheit, bzw seine Dialoge sind, die ihm auch hier den Oscar eingebracht haben. Es ist natürlich auch seine Mimik und physische Anwesenheit. Leonardo DiCaprio ist zwar nur in einr Nebenrolle zu sehen, aber auch die füllt er perfekt aus.
*Spoiler*
Speziell seine Darstellung im Esszimmer, nachdem er von Samuel L. Jackson (ebenfalls super Leistung von ihm) darüber aufgeklärt wurde, was genau die beiden Kopfgeldjäger eigentlich vorhaben, ist bemerkenswert.
Und dann natürlich das Ende. Ok, generell erwartet man schon, das es so kommt, aber die Inszenierung ist Tarantino dann doch richtig gut gelungen.
*Spoiler*
Wie Tarantino hier ins Gras beisst, ist zum Brüllen!
Ich war mir wegen der Punktevergabe zwischenzeitlich etwas unsicher, aber selbst mein Lieblingstarantino neben "Kill Bill", "Pulp Fiction" hat von mir keine volle Punktezahl nach der ersten Sichtung erhalten. Werde mir also den Film in absehbarer Zeit nochmal anschauen.

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HansNase

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Bewertung7.5Sehenswert

+++SPOILER+++ (möglicherweise)

Dieser Film polarisiert! Auf fünf Gründe, ihn nicht zu mögen, kommen 10, ihm zu Füßen zu liegen. Positiv: Die Personenkonstellation - Guter Weißer (Waltz) trifft guten Schwarzen (Foxx) trifft bösen Weißen (DiCaprio) trifft bösen Schwarzen (L. Jackson). Wobei man Samuel L. Jackson auch als schwarzen Louis de Funès bezeichnen könnte, der nach oben schleimt und nach unten austritt. Eine toll ausgemalte Figur!
Negativ: Dem Film mangelt es am roten Faden. Es fehlt der Zug. Und mitunter wird es etwas langatmig.
Positiv: Der Soundtrack! Giuseppe Verdi meets Ennio Morricone und Beethoven teilt sich mit 2pac den Platz in diesem mutigen und ganz und gar nicht auseinanderfallenden Score. Allein damit schafft Tarantino schon etwas ungemein Wertvolles.
Negativ: Christoph Waltz übertreibt es (zugegeben: Geschmackssache) mit seinem eloquenten Habitus ein ganzes Stück. Dieser Eindruck mag womöglich dadurch entstehen, dass seine Rolle dem Hans Landa recht ähnlich ist. Während Waltz in "Inglourious Basterds" noch seine freundliche Ausstrahlung mit der unterschwelligen Warnung "gefährlich!" kombinierte, fällt zweiteres in "Django Unchained" weg und somit ist King Schultz nur die weniger interessante Fortsetzung des SS-Standartenführers.
Positiv: Mit denkwürdigen One-Linern kommt man bei diesem Film kaum hinterher. "Das 'D' ist stumm," wird man noch in vielen Jahren untrennbar mit diesem Film in Verbindung bringen und das ist nur ein Beispiel von vielen.
Negativ: So richtig ergreifend ist dieser Western eigentlich nicht. Die Rückblicke, die zum Beispiel Django's und Brunhilda's versuchte Flucht zeigen, wollen augenscheinlich Emotionen wecken, doch kommt das nicht so ganz rüber...
Positiv: ...Vielmehr bietet Django eine verblüffend differenzierte Auseinandersetzung mit dem Thema Sklaverei. Es stecken so viele Ideen hierin, was man aufgrund des etwas albernen Tonfalls zu Beginn gar nicht erwartet. Die Suche des Sklaven nach seiner unterjochten Ehefrau mit dem Nibelungenlied zu kombinieren - Da muss man erst einmal drauf kommen! Dazu Verweise auf Alexandre Dumas, der Vergleich vom Verdienst des Kopfgeldjägers mit der Sklaverei und die Schädel-Szene, welche die zeitgenössischen Selbstrechtfertigungen der Sklaventreiber verständlich macht. Und woran übt Jamie Foxx das Schießen von Weißen? Natürlich - an einem Schneemann!
Negativ: Das Ende ist als Hommage auf weitere Vertreter des Genres sicher gut gemeint, gerät aber etwas kitschig und weichgespült.
Und abschließend positiv: Der Zahn auf der Kutsche! Neben Dr. Schultz der eigentliche Star des Films. Ersterer hat nun den Titel des denkwürdigsten Zahnarztes der Filmgeschichte inne. Sorry, Laurence Olivier...

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ElsaWaltz

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Schon jetzt ein Klassiker unter den Westernfilmen. Ich LIEBE Christoph Waltz

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Metalimpact

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Das Ende hätte man durchaus weglassen können, ja wenn nicht sogar weglassen müssen.

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mar (-ion-)

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

guter film.
zwei sachen haben mir nicht so gefallen.
die übertrieben "witzige" maskenszene und das samuel l jackson nen western mit planet der affen verwechselt....
waltz spielt natürlich genial!

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jasonbourne94

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Hier wird einem durch maximalen Einfallsreichtum unglaublich gute Unterhaltung geboten! Ein derzeit konkurrenzloses Spektakel...

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howartwollowitz

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Bewertung9.5Herausragend

Ein durch und durch starker und intelligenter Film der nur durch sein Ende ein wenig die Stimmung versaut.
Das beste sind jedoch die Dialoge die von Christoph Walz sowohl im Original wie auch in der deutschen Fassung sehr gut umgesetzt sind.

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Kamil90

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Bewertung7.5Sehenswert

Ich bin absolut kein Tarantino-Experte und ein großer Western-Fan schon gar nicht und dennoch habe ich mich in vielen Momenten des Films auf Django Unchained sehr gut einlassen können.

Der gesamte Auftakt strotzt mit seiner Songauswahl, den Eindruck erweckenden Landschaftsaufnahmen und der Interaktion seiner beiden Hauptcharaktere nur so voller Witz und Atmosphäre, dass man glatt Lust bekommt, selber aufs Pferd zu steigen und die beiden bei ihren Kopfgeld-Abenteuern zu begleiten. Besonders Christoph Waltz sei hier lobend erwähnt - ein Großteil des Vergnügens macht es meiner Meinung nach aus, seinem Sprachduktus und seiner Prosodik zu lauschen und man merkt stets, wie sehr ihm diese Rolle auf den Leib geschnitten wurde. Die erste Hälfte des Films trifft meiner Meinung nach also - trotz mancher Monty Phython-ähnlichen Einlage, bei denen man sich streiten kann, was sie in dem Film verloren habe - genau den richtigen Ton und man darf sich fragen, was an dieser Stelle also eine höhere Wertung verhindert hat.

Des Rätsels Lösung liegt in der zweiten Hälfte, bzw. stellt diese eben ein Rätsel für mich da, dessen Lösung ich noch nicht erlangt habe. In dem Moment, wo Leonardo DiCaprio als eine Art Bösewicht die Bühne betritt, gleitet der Film für mich in ein fortwährendes Paradoxon ab, das ich für mich persönlich bis jetzt noch nicht vollständig entbröseln konnte. Die extrem lang andauernden Dialoge und Schlagabtausche wirken auf der einen Seite so gekonnt stilisiert, dass sie die Spannung immer weiter hochtreiben, auf der anderen Seite entziehen sie dem Streifen aber viel an Tempo und lassen den Eindruck aufkommen, als würde sich hier Tarantino in seiner eigenen Dialogkunst suhlen wollen. Die engeren Handlungsräume verdichten die Geschichte einerseits, andererseits lassen sie den weiten Atem der ersten Hälfte vermissen. Der eskalierende Shooutout am Ende ist zwar hervorragend inszeniert, erfolgt allerdings an einem Zeitpunkt, wo er seinen Zenit vielleicht auch schon überschritten hatte etc.

Dies ist ein Geflecht, das sich vielleicht beim erneuten Schauen klarer gestalten wird, dennoch ist es nicht so, als hätte ich Django Unchained nicht genossen - es ist nur nicht ganz so befriedigend ausgefallen, wie ich es mir vorgestellt hatte. Ganz zum Schluss muss als großer Leo-Fan natürlich aber noch seine Rolle erwähnt werden, gehört dies doch zu den seltenen Malen, wo er so etwas wie einen Bösewicht verkörpert- und wie er ihn verkörpert! Ihn dabei spielen zu sehen, wie er die ganze Zeit über Fassung bewahrt, das Böse aber wie eine zischelnde Schlange manchmal doch in seine Augen und Mimik reingleitet, war ein richtiges Erlebnis!

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Parasomnie

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Bewertung10.0Herausragend

"Django Unchained" ist einer der wenigen Filme, die ich mir im Kino mehr als einmal angesehen habe. Die Story mag etwas ungewöhnlich sein, doch sie wurde mit grandiosen Schauspielern bestens umgesetzt. Auch die damaligen Verhältnisse und Umstände wurden sehr gut inszeniert.

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elias.beldzik

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Tarantino kann es einfach.

Seine Filme ziehen sich niemals und werden immer mit den besten Cast bestückt. Witzig und charmant, blutig und ... witzig. Waltz ist mal wieder der Obergeilste, wie schon in Inglourious Basterds.

Kann ich jedem empfehlen, der flache Witze mit viel Kunstblut und Klasse leiden kann.

Endlich schafft es auch mal DiCaprio in einen von Tarantinos Filmen, klasse. Musste glatt die Luft anhalten, als sich DiCaprio und Waltz trafen, da die beiden zu meinen Lieblingsdarstellern gehören und so etwas immer besonders ist. :D

Super Film, wirklich. :-)

Dass der Film FSK 16 ist, überrascht mich allerdings ein wenig. Der sollte mMn nun mal wirklich ab 18 sein, aber was soll's.

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