Zu Listen hinzufügen

Für eine Handvoll Dollar

Per un pugno di dollari (1964), DE/ES/IT Laufzeit 99 Minuten, FSK 16, Western, Kinostart 05.03.1965


Diesen Film bewerten
Bewertung löschen
7.9
Kritiker
39 Bewertungen
Skala 0 bis 10
7.7
Community
6462 Bewertungen
83 Kommentare
admin image admin trailer admin edit edit group memberships sweep cache Moviemaster:Movie

von Monte Hellman und Sergio Leone, mit Clint Eastwood und Marianne Koch

In dem abgelegenen Dorf San Miguel in New Mexico werden die Einwohner von zwei rivalisierenden Gangsterfamilien, den angloamerikanischen Baxters und den mexikanischen Rojos, terrorisiert. Ein einsamer, schießfertiger Reiter (‘Joe’, gespielt von Clint Eastwood) kommt in das Dorf und bietet beiden Familien an, für sie zu arbeiten. Er kassiert von beiden eine ansehnliche Bezahlung. Der Anführer der Rojos, Ramón (Gian Maria Volonté) entdeckt den Betrug und lässt Joe brutal foltern. Joe gelingt die Flucht. Die Rojos schlachten daraufhin die Baxters ab, weil sie sie verdächtigen, Joe zu verstecken. In einer aufgelassenen Mine erholt sich Joe und kehrt nach San Miguel zurück, um mit den Rojos, speziell mit Ramón, abzurechnen.

  • 37795279001_1860819344001_th-5061dd9bc569b0e47a4a669f-782203301001
  • 37795279001_1859724956001_th-5061a9aa54eeb0e428c05856-1592194022001
  • Für eine Handvoll Dollar - Bild 4543582
  • Für eine Handvoll Dollar - Bild 4400887
  • Für eine Handvoll Dollar - Bild 4400862

Mehr Bilder (5) und Videos (3) zu Für eine Handvoll Dollar


Cast & Crew


Kritiken (3) — Film: Für eine Handvoll Dollar

kobbi88: Die Drei Muscheln

Kommentar löschen
7.5Sehenswert

Sergio Leones Dollar-Trilogie, erster Teil:

Ich habe ne Vorhersage von 8,5. Nun, das finde ich ist dieser Film nicht ganz Wert.
Ja, er ist nicht schlecht.
Klar, man muss Sergio Leone und dem Film dankbar sein. Dieser Film hat quasi ein ganzes Genre begründet, den Italo- oder Spaghetti-Western.
Und ja, dank dieses Films ist Clint Eastwood zum Star geworden. Er wird zwar wohl nie zu meinen Lieblingsschauspielern gehören, aber dafür ist er mir umso lieber als Regisseur. Tja, und ohne diesen Film hätte er wohl nie so geniale Filme machen können, wie er es getan hat.

Hier ist Eastwood zwar nur Schauspieler. Aber er spielt so lässig, so passend, so verdammt cool. Wenn seine blauen Augen zusammengekniffen unter seinem Hut hervorblicken, ne Zigarillo im Mund. Er passt einfach wie die Faust aufs Auge. Die Story ist eigentlich auch echt gut, coole Dialoge, (für damalige Verhältnisse) recht rücksichtslose Gewalt. Richtig männlich kommt der Film rüber. (Wou wou wou wou).
Was aber ehrlich überragend ist, das ist der Soundtrack. Klar, könnte man jetzt sagen, is ja auch Ennio Morricone. Aber der hier gehört für mich eindeutig zu seinen Top 5. Und schon dafür hat sich der Film mehr als gelohnt.

[Einschub: meine Top 5 Morricone-Soundtracks
1 = The Mission
Lange nichts
2 = Zwei glorreiche Halunken (Film noch nicht gesehen, aber Soundtrack ist genial)
3 = Der Zauber von Malèna
4 = Für eine Handvoll Dollar
5 = Days of Heaven]

Aber letztlich bin ich nie so richtig warm geworden mit diesem Film. Eigentlich bisher mit dem ganzen Genre nicht. Wahrscheinlich, weil ich zu sehr mit Winnetou, Shatter- und Surehand auf der einen, John Wayne auf der anderen Seite aufgewachsen bin. Ich mag also die romantisierend-verfälschenden Western, gemischt mit ner Portion wayneschem knurrigem Humor ;)
Und das ist dieser Film, sind diese Western mit ihrer knallharten, ehrlichen Art nicht.

Also, lange Rede, kurzer Sinn: Auch wenn „Für eine Handvoll Dollar“ ein wichtiger Film ist und auch sicher kein schlechter, so richtig umgehaun hat er mich nicht. Eher so ein bisschen angestupst. Und er hat mich neugierig gemacht auf weitere Spaghetti-Western.

14 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 18 Antworten

Andy Dufresne

Antwort löschen

The Mission Kobbi!!! Ende. :)


kobbi88

Antwort löschen

:)


Xander8112: Xanders Blog

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

[...]
Die abschließende Bewertung soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass man es hier mit einem wegweisenden Film zu tun hat, der handwerklich sehr gut gemacht ist und so eine ganz eigene Wirkung entfaltet. Die knappe Laufzeit jedoch verhindert einen wirklich Tiefgang, die dünne Story wird auf die Schnelle erzählt. Aber was auch immer ich hier schreibe und wie auch immer man anschließend zu diesem Film steht, gehört er auf jeden Fall zum Pflichtprogramm eines jeden Filmfans. Und wenn synchronisiert, dann in der ursprünglichen Fassung.

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

SoulReaver: CinemaForever, D3M

Kommentar löschen
5.0Geht so

"Gut informiert zu sein ist eine Existenzfrage."

"Für eine Handvoll Dollar". Der Beginn der berühmten "Dollar"-Trilogie. Die angebliche Mutter des Italowestern. Der unumgängliche Startschuss für eines der wunderbarsten und vielschichtigsten Genres überhaupt. Clint Eastwood wurde mit Stoppelbart, Zigarillo und im staubigen Poncho über Nacht zum Star. Ein wortkarger Held geht seinen Weg, setzt sich für die Gerechtigkeit ein und zieht seinen Colt schneller als jeder andere Halunke. In Wahrheit ist Leones erster Italo eigentlich nichts wirklich Besonderes, was ganz klar an den unübersehbaren inszenatorischen Defiziten liegt. Ennio Morricones Komposition ist meisterhaft, ohne Frage, doch Leone lässt seine Musik durchgehend aus allen Rohren dudeln und kann dadurch keine Atmosphäre erzeugen, sondern erdrückt das Feeling nur immer wieder, einfach weil Musik und Bilder keinen Einklang finden. Dazu gibt es noch zuweilen richtig miese Dialoge und fragwürdige wie unverständliche Handlungen der Nebencharaktere, die die Glaubwürdigkeit nicht antreiben, sondern einfach nur dämlich sind und immer wieder negativ auffallen, genau wie die schleichenden Längen. Unterhaltsam ist "Für eine Handvoll Dollar" dennoch, vor allem weil Eastwood in Sachen Coolness ein ganz eigenes Kapitel aufstößt. Auch seinen wichtigen und prägenden Einfluss kann man dem Film nicht absprechen, doch man merkt ihm einfach viel zu deutlich an, dass Leone hier noch am Anfang seines Schaffens stand und es noch nicht vollends beherrschte, die wichtigen Elemente gekonnt und stimmig zu verweben.

9 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 15 Antworten

SoulReaver

Antwort löschen

Och, Jacko, nicht traurig sein. Die Reihe wird ja von Film zu Film besser. :)


JackoXL

Antwort löschen

Das stimmt, da sind wir uns wenigstens einig. Das hilft, aber nur ganz wenig...



Kommentare (80) — Film: Für eine Handvoll Dollar


Sortierung

damian.thorne.3

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Die Geburtsstunde des "Italowestern". Regisseur Sergio Leone schuf mit diesem Remake des Japanischen Klassikers: "Yojimbo - Der Leibwächter" einen weiteren Klassiker der zu den Besten "Italo" und "Western" allgemein zählt, und auch zu den Favoriten unter Eastwoods Filmen, der diesen in Europa erstmals einem breiten Publikum bekannt machte, noch bevor er in "Dirty Harry" 1971 auch in den USA seinen Durchbruch erzielen konnte. Die Story über einen Amerikanischen Pistolero, der in einem Kaff an der Mexikanisch Amerikanischen Grenze auftaucht und die dort regierenden Banden der Roccos und Baxters gegeneinander ausspielt. Neben Eastwood war der Film mit: Gian Maria Volonte als Ramon Rocco, Aldo Sambrell und Benito Stefanelli als Mitglieder von Roccos Bande, Sieghardt Rupp als Esteban Rocco und Mariane Koch als Marisol
mit weiteren Guten Darstellern besetzt, und der Soundtrack von Ennio Morricone ist einfach der Hammer. Er vermischt Spanisch, Mexikanisch und Italienische Elemente zu einer Hervorragenden Musik, die so Typisch für "Spaghetti Western" ist. Der Film bietet desweiteren Spannung, einige für damalige Verhältnisse sehr Blutige und Harte Szenen, Revolverduelle, Gemetzel, Dramatik, gute Dialoge und eine Wunderschöne Landschaft, die obwohl in Spanien liegend,wo die Außenaufnahmen nicht nur bei diesem Film, sondern für nahezu allen Italowestern stattgefunden haben an Gebiete in Mexiko bzw Arizona, New Mexiko oder Texas erinnert. Ich Persönlich finde die Erste Deutsche Synchronisation aber besser als die Zweite, die 1980 vorgenommen wurde. Ohne jetzt sagen zu wollen das die Zweite Scheiße war, aber die Erste sorgte für ernstere Dialoge und Rainer Brandts Stimme klingt einfach besser als die von Hans- Werner Bussinger.

bedenklich? 8 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

lexgorecor

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

bin eastwood und italo western fan <3 klasse film ! dollar 1.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Val Vega

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

3 Regisseure & 10 Western bis zur 100. Bewertung: #97

Wir schreiben das Jahr 1964. Der Regisseur Sergio Leone verschickt ein Skript an Henry Fonda. Er bietet ihm eine Rolle in dem von ihn geplantem Western an. Ein Western in Italien? Kann das überhaupt funktionieren? Fondas Agent beantwortet dies mit einem ganz klaren Nein und reicht das Drehbuch, das eine lächerliche Wort-für-Wort Übersetzung aus dem italienischem ins englische ist, nicht einmal weiter. Zudem ist die Gage zu gering. Gerade einmal ein Handvoll Dollar können die Italiener bieten.

Doch dann bemerkt Leone einen jungen Darsteller, der gerade seine erste wichtige Rolle in der Serie „Rawhide“ hat. Er nimmt sein Bild malt im Bartstoppeln ins Gesicht und steckt ihm einen Zigarillo in den Mund. Er lässt den Amerikano einfliegen. Der junge Clint Eastwood hat im Gepäck zudem seinen Colt aus der Serie und andere kleine Artikel, die maßgeblich zum Erfolg des legendären Poncho tragenden Gunslingers beitragen werden.
Es ist nicht mehr als das Remake eines japanischen Samuraifilms im Westerngewand, doch die Dreharbeiten zu „Pur un pungo di dollari“ markieren die Geburt eines neuen Genres, eines Genre, dass über seine Grenzen hinaus Einfluss haben würde und das moderne Kino verändern sollte.

Doch ein weiterer Star wird geboren. Es ist ein junger Komponist der unter dem Namen „Leo Nichols“ arbeitet und den wir heute unter seinem richtigen Namen ENNIO MORRICONE kennen. Er, Clint Eastwood und Sergio Leone, das ist das Dreiergespann, das die nächsten drei Jahre beherrschen sollte.

„Für eine Handvoll Dollar“ ist ein Unterhaltungsfilm erster Güte. Clint Eastwood legt die Messlatte für das was wir unter „cool“ verstehen hoch. Es sind die Sprüche, doch auch die Mimik und Gestik, die ihn zum Westernhelden schlechthin machen. Im Kontrast dazu steht Gian Maria Volonté, ein großartiger, leider zu unbekannter Schauspieler, der eigentlich von der Theaterbühne stammt, der gerne mal schauspielerisch die Sau raus lässt.

Leider sind die Dialoge doch zu lächerlich geraten und Leone verstand es noch nicht ganz so gut, die Musik seines Komponisten in der Form einzusetzen, wie er es bei den späteren Werken tat. Da der Film die Geburt des vielleicht größten Genres aller darstellt und somit viel Nostalgie mitschwingt, fällt es einem schwer, die inszenatorischen Schwächen und lächerlichen Dialoge überhaupt zu kritisieren, doch es muss dennoch sein. Dennoch ist „Für eine Handvoll Dollar“ ein Film, den man einfach GESEHEN HABEN MUSS. Ein Film für den Filmfan und es lohnt sich für die gute Bluray eine Handvoll Euros zu löhnen.

bedenklich? 11 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

The Freewheelin Fonda

Antwort löschen

Schöner Kommentar von dir zu dem Film, nur leider bewertest du den (für mich ) doch etwas unterm Wert.
Klar mit den Fortsetzungen kann der nicht ganz mithalten, Ein paar Dollar mehr ist PERFEKT und die Halunken sind ein epochaler Ausnahmefilm, dem kaum einer das Wasser reichen kann.
Aber das hier ist ebenfalls GROßER Westernstoff, einer gegen alle in diesem heruntergekommenem Kaff. Fand den mit 8,5 ja großartig!


Holzwerner

Kommentar löschen
Bewertung6.5Ganz gut

Verliert sich leider in zynischer Gewalt. Eastwood mag ein alter und sympathischer Mann sein, aber sein zutiefst spießiges, reaktionäres Weltbild kam wohl auch schon in dieser frühen Produktion zum Vorschein. Oftmals die realexistierenden Verhältnisse anklagend und hervorhebend, so ist dieses Filmchen in seiner Kritik doch wohl zu dürftig. Das derart zynisches Verhalten (Kopfgeldjäger) für manch einen in seiner jugendlichen HELDEN Phantasie "unterhaltent" und "löblich" ist, ist schon bezeichnend. Dafür kann der Film und Leone natürlich nichts dafür, aber soll derart zynisches Verhalten eine Alternative sein oder will uns Leone eine hoffnungslose Welt auftischen. Hervorzuheben ist natürlich die musikalische Untermalung, auch wenn diese, manchmal schmerzlich, barbarisches Verhalten Eastwoods theatralisch zu glorifizieren scheint. Ein weitaus intelligenterer und "reiferer" Film, ist da wohl eher "l grande silenzio".

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

ElmStreet84

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

THE SWINGIN' SIXTEES Bewertungsreihe - Teil 5

#5 "Das Schweinchen in der Mitte"

Es ist staubig, die Sonne steht hoch oben am Himmel, die Haut brennt einem regelrecht weg, so heiß ist es. Wir schauen in die Ferne. Ein Mann kommt auf einem Pferd angetrapt. Er trägt einen langen Poncho, der seinen Körper umhüllt... Doch eins können wir unmöglich übersehen. Pausenlos kaut er jetzt schon unerbittlich auf dieser mittlerweile zu einem regelrechten Stummel gewordenen Zigarre rum. Es kann kein anderer sein als Clint, Clint Eastwood! In seiner mit Sicherheit bis heute bekanntesten Rolle seiner vielen bekannten Rollen seiner langen Karriere. Die des verstaubten, Kautabak kauenden Revolverhelden.

1964 stieß "Per un pugno di dollari" eine regelrechte Welle von staubigen, dreckigen Western los. Und alle wollten sie so sein, wie das Original. Doch es ist bis heute unerreicht. Zwar hat man hier nicht die atemberaubenste Story ausgewählt, doch hat das "Für eine Handvoll Dollar" auch garnicht nötig. Immerhin kommt es aufs Gesamtpaket an und das ist hier allemal gelungen. Staubiger Western, mit einem noch staubigeren und wortkargen Eastwood, der hier wirklich die Seele des Westernhelden verkörpert.

Die "Dollar"-Trilogie oder sagen wir eher "Zwei Glorreiche Halunken" hat die Westernliebe in mir erst entfacht. So sah ich letzteseres als ich ungefähr dreizehn oder vierzehn war und war am Ende restlos begeistert. Sogar die Länge von drei Stunden hatte mir nichts ausgemacht. Es war ein Beginn einer neuen Freundschaft, die ich mit Clint Eastwood und auch dem als ausgestorben geltenen Western einging.
Ich weiß nicht was ich hier noch großartig schreiben soll, "Für eine Handvoll Dollar" ist einfach der Oldschool-Western schlechthin, gerade durch die Darstellung Eastwoods und seiner Kollegen, die hier zwar nicht in der besten Story die Colts schwingen dürfen, aber dennoch alles geben. Und darauf kommt es am Ende ja schließlich an. Wenn man trotz einer eher kleingehaltenen Gesichte am Ende des Filmes begeistert ist.
Der Mann mit dem Poncho und der Ziggare im Maul als Schweinchen in der Mitte zwischen zwei Gruppen, die er intelligent übers Ohr haut um seine Schulden im kleinen Örtchen San Miguel zu bezahlen. Anders kann ein guter Western einfach nicht aussehen.

.

Ich freu mich jetzt schon auf Klaus Kinski und Clint Eastwood! :))

bedenklich? 6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

The Freewheelin Fonda

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Fondas Eastwood-Western Woche: Tag 4
"Per un pugno di dollari"

Seit EWIGKEITEN(!!!) wollte ich mir schon die Dollar-Trilogie ansehen und für einen Eastwood- und Westernfan wie mich war es wirklich eine große Schande bis vor kurzem noch keinen dieser Streifen gesehen zu haben.
Vor kurzem war es dann soweit, Westernabend bei Fonda und alle drei Filme hintereinander weggeguckt, die Bewertungen dazu mussten dann natürlich in meine Eastwoodreihe eingebaut werden.

"Für eine Handvoll Dollar, der Western der Western" stand auf der Hülle und bei den Auswirkungen den dieser Streifen auf das Genre hatte, bei dem was dieser Leone Klassiker nach sich zog, passt diese Beschreibung wahrlich perfekt!
Wie viele Regisseure diesen Streifen als ihren Lieblingsfilm angeben, wie oft die Dollartrilogie zitiert wurde(ob in Filmen, Serien oder auch Spielen) ein wahres Meisterwerk der Filmgeschichte, das ich mir noch SEHR oft ansehen werde, denn wer Filme liebt, MUSS eigentlich auch dieses Werk lieben!

Einen großen Epos, wie es sich Leone später leisten konnte, hat man hier noch nicht, der Film konzentriert sich komplett auf DIE Westernstory, auf das was den Western ausmacht, auf nichts sonst!
Hier kommt ausschließlich das vor, woran man bei Western denkt:
staubiges Wüstenkaff, brutale Schlägereien, coole Schießereien, zynische Sprüche, Leichenberge und mexikanische Verbrecherbanden gegen den unbekannten Fremden in einer gradeliniegen Story über verschiedenste Ideale von Gut und Böse!
Hier entstand das, was ich bis heute an Western liebe!

"Die Baxters auf der einen Seite, die Roccos auf der anderen. Da werd´ ich mir ein Plätzchen in der Mitte suchen." , mehr braucht man nicht zu sagen, um die Handlung un den Plan Eastwoods zu beschreiben!

Und das alles, diese simple Story ohne große Ausbaumöglichkeiten noch heute:
PERFEKTE UNTERHALTUNG!

Man brauchte hier kein größeres Budget, anerkannte Westernstars (Eastwood war hier ja noch eher unbekannt) oder irgendwelche Effekte, denn durch diese schlichten Aspekte erkennt man erst die authentische Wirkung des Westernfeelings, rau und schmutzig, besser fühlt man sich nicht in diese Zeit ins Grenzgebiet von Mexiko versetzt!

Morricones Musik, Leones einzigartiger Stil, Eastwood jung und unverbraucht, das schmutzige Bild des Wilden Westens,
EIN Mann zwischen den Fronten, ein Antiheld im Poncho gegen die Verbrecherbanden, SO wird Filmgeschichte geschrieben und ein komplettes Genre neu erfunden!

bedenklich? 26 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 20 Antworten

Val Vega

Antwort löschen

Ich bin gepsannt auf deinen Kommi zu den glorreichen Halunken ;)


The Freewheelin Fonda

Antwort löschen

Steht jetzt ;)


Wall

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

Endlich bin auch auch mal dazu gekommen, mein Western-Repertoire zu erweitern. Und "Für eine handvoll Dollar" ist da wohl der beste Film für, ist er wohl der wegweisenste Film im Genre der Spaghettiwestern. Natürlich hat der Film einiges von der Wirkung, welche ihn damals so sehr aus gemacht hat verloren; der zynischen Grundton und die Brutalität sind heute nicht mehr so schockierend und revolutionär wie damals. Und auch merkt man dem Film sein Alter und sein geringes Budget deutlich an, er wirkt an vielen Stellen einfach sehr altbacken und hölzern, die deutsche Synchro ist nebenbei äußerst misslungen. Aber hey, bei so etwas muss man bei Filmen von dem Alter einfach hinweg sehen können. Auch sind hier Logiklücken und Filmfehler vorprogrammiert (nicht das es die heute nicht mehr geben würde, aber naja...) und auch die Story ist sehr dünn, aber da legt der Film eh kaum Fokus drauf, ist er mit seiner (für Leone-Verhältnisse) doch sehr knappen Spielzeit von 100 Minuten einfach eher kurzweilig. Aber wie gesagt, einfach drüber hinweg sehen...;)
Und das ist bei dem Film eigentlich recht einfach, kann er doch immer noch bspw. mit seiner "Action" beeindrucken. So war ich vom ersten Schusswechsel durchaus positiv überrascht, wie gut, spektakulär und vor allem cool das damals schon aus sah. Auch konnte Sergio Leone im Jahre 1964 bereits wahnsinnig tollte Bilder mit seiner Kamera einfangen, welche später sinnbildlich für das Western-Genre sein sollten. Gerade der Wechsel zwischen den langen Totalen und den aufdringlichen Nahaufnahmen von Gesichtern, Händen oder Revolvern wirken vor allem im Zusammenhang mit der genialen Musik von Ennio Morricone teilweise schon sehr episch.
Also mir hat der Film trotz seines Alters usw. doch ordentlich Spaß gemacht, u.A. wegen den obigen Dingen, aber auch weil Clint Eastwood in seiner Rolle einfach extrem cool ist. Ich freu mich auf jeden Fall schon auf das Sequel, dass ich mir jetzt antuen werde. :)

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

KingRePPeL

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

Revolutionärer Western, der ein ganzes Genre begründete und Eastwoods Karrierestart war. Von dessen unvergessener Performance bis hin zu Ennio Morricone`s oft kopierter Musik. Und auch wenn es nicht das größte Meisterwerk ist, so ist es doch ein wichtiges Werk, das in keiner Sammlung fehlen darf!

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Copacabanasun

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Sicherlich hat "Für eine Handvoll Dollar" einige Fehler aber für Western-Fans ist dieser Film ein Muss. Und die Kombination Sergio Leone und Clint Eastwood geht immer. :)

bedenklich? 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 4 Antworten

Dahmer

Antwort löschen

dito!!!!


Main90

Antwort löschen

genau, weil computertechnik nichts mit liebe zum film zu tun hat....*sakasmus ende


Damon Salvatore

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Der Film ist durchaus positiv zu bewerten. Atmosphärisch, gute Shootouts und ein draufgängerischer Clint Eastwood als mysteriöser Fremder, der zwei Banden aufmischt. Dabei würde der Film nicht so zeitlos sein, wäre da nicht der geniale Soundtrack von Ennio Morricone. Daher durchaus sehenswert, aber noch vielmehr hörenswert.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

CIT

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Steht klar im Schatten von 2 Glorreiche Halunken, aber welcher Western tut das nicht, trotzdem ein absolut überragender Film.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Cellmorbasg

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Den Poncho zurück, die Waffe gezückt. Fertig. Der unnachahmlichen Coolness dieser Figur konnte auch ich mich nicht entziehen. Dabei steckt Eastwood wie so häufig in einer grenzwertigen Figur. Er hat dem reaktionären Typen schon viele Facetten gegeben und wandelt dabei immer nah am Abgrund. Für mich häufig unerträglich wird diese Rolle zum besten was das Kino zu bieten hat, wenn sich zum Zynismus, zur Selbstgerechtigkeit bis zur Selbstjustiz die Mitmenschlichkeit gesellt. Nicht jene die dem Antrieb zu den Handlungen und zur Rechtfertigung dient, sondern die selbstlose und friedfertige am Wegesrand (am besten verarbeitet in Gran Torino). Nur sie fängt den Albtraum des selbsternannten Rächers auf.
In dem übersichtlichen Setting eines Dorfes in New Mexico wird der Fremde zum Puppenspieler. Nach und nach legt er die Geschichte der zwei verfeindeten Familien frei, bis er selbst hinein gerät. Wie sich der gefolterte mit letzter Kraft da herauszieht, ist meisterlich verfilmt.

bedenklich? 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Spike1990

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

Das ist erst der zweite Vetreter des Spaghetti-Western den ich bisher gesehen habe. Ich finde den Film jedoch sehr gelungen. Clint Eastwood spielt als grimmiger und einsilbiger Revolverheld 2 verfeindete Clans gegeinander aus. Das Ganze gipfelt natürlich in einem blutigen Showdown. Sehenswert!

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

EvertonHirsch

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Es hat ewig gedauert, bis ich endlich mal meinen ersten Western von Sergio Leone und Clint Eastwood gesehen habe (danach näherte ich mich auch endlich mal den weiteren Dollar-Filmen und Spiel mir das Lied vom Tod). Und ich war begeistert von der grimmigen, augenzukneifenden, ich-mach-das-Maul-nur-auf-wenn-ich-muss Art von Eastwood.

Ein Italo-Western wie er sein muss. Dreckig, brutal und mit einem Protagonisten, der nicht nach dem typischen Gut-Böse Prinzip funktioniert.

Die Klasse von späteren Leone-Western hat er noch nicht, aber wer weiß, ob es diese ohne "Für eine handvoll Dollar" gäbe.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

damian.thorne.3

Antwort löschen

Dan Martin, der den Mann von Marisol spielte war auch als in: "Der Letze Mohikaner" zu sehen und zwar als Uncas, und das gleich zweimal im selben Zeitraum 1964/ 1965.


Jek-Hyde

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ihr kennt das doch bestimmt. Ihr werdet Filmfans, weil euer Vater das auch war. Bei mir wars mein Stiefvater. Unser Filmgeschmack ist heute sehr verscheiden, damals war er noch sehr ähnlich. Da er Western langweilig fand, glaubte ich es ihn einfach mal so. Als ich dann richtiger Filmfan war und mir vornahm Klassiker nachzuschauen, dachte ich, wird eh scheiße, aber guckst du dir mal an.
Und was war? Er war großartig. So was geniales hatte ich unter Western nicht erwartet. Ein Fremder ohne nahmen der für eine Hand voll Dollar schoss. Schweigsam, clever und zielsicher. Er war keiner von den John Wyne Rittern, sondern eher ein Halunke, dass wird in den anderen Dollar Teilen noch deutlicher. Kurzum, ich fand Eastwood in seiner Rolle einfach arsch Cool. Auf diesen Western folgten weitere Spagettiwestern und schon war ich Fan. Komisch wie das manchmal so läuft. Aber selbst wenn man ihn hier mal genauer betrachtet fällt auf wie innovativ er doch ist, im Gegensatz zu den alten, Patriotischen Western. Er ist dreckig und Staubig. Die Geräusche, dank Nachsynkronisation überlaut. Diese riesigen Porträtaufnahmen und die Epische Musik. Er ist böser und blutige. Rauer. Ja Sergio Leone versteht sein Werk. Epicness pur.
Also ehrlich, wenn ich einen Western drehen sollte, dann würde ich es genau so machen. Mit eine Hand voll Dollar, schon allen, damit es wieder so aussieht wie in diesen alten, dreckigen, verstaubten Western.

bedenklich? 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Andy Dufresne

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

"Die Baxters auf der einen Seite, die Roccos auf der anderen.
Da werd´ ich mir ein Plätzchen in der Mitte suchen."

Komprimiert, verdichtet, vereinfacht, verLeonet...

Ein Kaff, am Arsch der Welt, versifft, korrupt bis an die Zähne, unmoralisch, stagnierend in seiner Behäbigkeit.

Zwei kriminelle Banden, Schmuggler, Gesetzlose (trotz Sheriffstern auf der einen Seite), Bastarde, Pistoleros, Gesindel, Geier.

Ein Fremder.
Undurchsichtig, allein.
Rillo in der Fresse.
Fresse zu (redet nur wenn er MUSS).

Komprimiert, verdichtet, stringent das es knallt.

Ein Film der aus Acht (oder Sieben ?!) Kulissen besteht, dessen komplette Handlung im Umkreis von vielleicht vier, fünf Kilometern stattfindet.

Großaufnahmen von Gesichtern, von Geschrei, von Ungerechtigkeit, von Händen.

Saloon, Wüste, Särge, Colts und Gewehre, Dollars, dummes Gelächter, mehr ist nicht.

Dieser Film ist Westernkonzentration PUR.

Hier gibt es keine Schnörkel, keine Spielereien.
Keinen Schnick Schnack.

Und nicht nur John Woo, Robert Zemeckis , Sam Peckinpah, oder auch Tarantino, hier haben sich noch
viele mehr bedient...

-"Sie lieben den Frieden wohl nicht?
-Wie soll ich etwas lieben was ich nicht kenne und an was ich nicht glaube?"

Hier gibt es den Fremden, der halb gerecht, halb selbstgerecht ein reudiges, dreckiges, abgefucktes Dorf aufmischt, bis im besten Shakespeare´schen Sinn keiner mehr übrigbleibt, keiner mehr steht.

Ein Film, dem man ansieht das nicht viel Geld und/oder Zeit da war um ihn zu vollenden und der doch so rund, so geradlinig, ja so vollendet ist.

Und der sich auf den inneren Sinn, den innersten Kern des Westerns konzentriert, sich eng manifestiert, sich bezieht:
Männer.
Waffen.
Abrechnung.

Für mich ein verdammt guter, einfacher, direkter Film.

UND Eastwood mit Rillo in der Fresse, Fresse zu, DAS ist DER Clint überhaupt.

"Tote können manchmal sehr nützlich sein, Silvanito.
Ich habe das selbst schon erlebt.
Es gibt oft so verzwickte Situationen, da kann dir nur noch ein Toter helfen."

bedenklich? 35 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 17 Antworten

Jason Born

Antwort löschen

Hehe, das Kinski nur wenig zu sehen ist, hab ich mir verkniffen. Jetzt ist es raus mit dem Klaus. Macht FEPDM aber nicht schlechter


Andy Dufresne

Antwort löschen

Bei "Nobody" ist der Klaus auch nur 2 Minuten am Start und trotzdem bleibt er immer mit dem Film verbunden.
Lieber ein "Shortklaus" als gar keiner :)


RoosterCogburn

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Zum ersten mal bin ich in den Genuss gekommen "Für eine Handvoll Dollar" ungeschnitten in der restaurierten Fassung zu sehen. Ich bin ganz hingerissen und muss meine Bewertung etwas nach oben schrauben.

Die bearbeitete rekonstruierte Fassung ist sowohl in der englischen Tonfassung als auch in der deutschen ein Schmaus. Die ursprünglich benutzte Kinosynchro hält sich 1:1 an das Originalskript. Dadurch sind alle dämlich-klaumaukigen Sprüche von Eastwood aus der 80er-Brandt-Synchro rausgefallen. Wer die nicht kennt: aus "Mach mal drei von Deinen Komoden einstiegsbereit!!!" wurde "Mach drei Särge fertig!!!" - Die DVD von Paramount bietet den Italo-Western in High Def mit 7 Min. rekonstruiertem Bildmaterial! Diese Fassung hat kräftigere Farben und wirkt schärfer. Vor allem bei den Nachtaufnahmen ist das mehr als deutlich. Und die deutschsprachigen Darsteller (Marianne Koch, Sieghardt Rupp, Wolfgang Lukschy) sprechen in der deutschen Synchro wieder sich selbst.

So wie Toshiro Mifune in "Yojimbo" (1961) spielt hier Clint Eastwood zwei rivalisierende Banden gegeneinander aus. Nach dem Vorbild von "Yoyimbo" und "Die glorreichen Sieben" drehte Sergio Leone 1964 mit kleinem Budget und dem damals noch unbekannten Clint Eastwood als Hauptdarsteller in Spanien den Film der heute als Mutter des Spaghettiwesterns gilt. Weil die Testvorführungen entmutigend waren, versteckten einige der Filmemacher sich zunächst hinter Pseudonymen: Bob Robertson (Sergio Leone), Johnny Wels (Gian Maria Volonté), Jack Dalmas (Massimo Dallamano), Bob Quintle (Roberto Cinquini). Ohne Werbung lief "Für eine Handvoll Dollar" in Florenz an – und wurde durch Kritiken und Mundpropaganda zu einem Überraschungserfolg.

Obwohl man den Stilwillen Sergio Leones bereits erkennt, hat "Für eine Handvoll Dollar" noch nicht die Meisterklasse von "Spiel mir das Lied vom Tod" erreicht. Aber mit diesem ersten Italowestern setzte Sergio Leone in der Filmgeschichte einen Meilenstein.

bedenklich? 14 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Benjamin Barker

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

Aus dem Kontext gerissen mag sich die filmhistorische Bedeutung, die "Fistful of Dollars", primär natürlich für das "Western"-Genre, zukommt, vermutlich kaum erschließen, doch stellt dieser als erster echter "Italio-Western" einen radikalen Bruch im Vergleich zum damaligen US-amerikanischen Verständnis der Revolvermänner dar. Der Western, das wohl amerikanischste Genre überhaupt, war dominiert von heldenhaften Charakteren, die sich selbstlos und vorbildlich für die Schwächeren einsetzten und verständlicherweise waren die Amerikaner mehr als stolz auf dieses (objektiv betrachtet recht verschobene) Selbstbild. "Fistful of Dollars" hingegen präsentierte einen schweigsamen Anti-Helden, der aus reinem Egoismus handelt und sich nicht um 2,3 Menschenleben mehr oder weniger schert, solange er letztendlich seinen Willen durchsetzt. Auch die blutigen Shoot-Outs hatten nicht mehr viel vom ehrenhaften Hüter der Moral.
Für sich allein gestellt betrachtet, stellt Leones Auftakt der berühmten "Dollar-Trilogie" einen knackig-kurzen Cowboy-Ausritt dar, der vorrangig durch sein erzeugtes Feeling überzeugen kann. Das beschränkte Setting steht dem Film, die äußerst flache Story erhält dadurch (dringend nötigen) Pepp und schürt die dichte, dreckige Atmosphäre. Die Bilder glänzen mehr durch Authentizität denn durch hochklassiges Shooting, doch diese rohe Einstellung war schließlich auch der inhaltliche Anspruch jener Gegenbewegung. Morricone lässt hier bereits sein typisches Werk durchblitzen und obwohl sein Score beinahe durchweg zu hören ist, gelangt es doch nie in den Bereich des Überdruss. Leone, Eastwood (im Extreme Close-Up das personifizierte Charisma!), Morricone: da haben sich 3 gesucht und gefunden. Die Geschichte selbst war, wie bereist erwähnt, jedoch arg flach, da erhoffe ich mir für die folgenden Parts zugegebenermaßen noch eine Steigerung.
Ich war nie großer Western-Anhänger und habe auch "Fistful of Dollars" hauptsächlich als kleine Einstimmung auf "Django Unchained" am Donnerstag eingelegt, doch überzeugt mich der schnoddrige und leicht zynische Ansatz des Spaghettiwesterns schon erheblich mehr als die uramerikanische Auffassung des Genres.

"The heart, Ramone. Don't forget the heart. Aim for the heart, or you'll never stop me."

bedenklich? 17 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten

nerdkiller

Antwort löschen

Schau noch die anderen zwei Dollar Filme, und du bist Western Anhänger. ;)


Benjamin Barker

Antwort löschen

Ich bin gespannt. :)


Ener

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

So entstehen Legenden. Clint Eastwood und Sergio Leone legen den Grundstein für das gesamte Gerne. Und das gelingt auf Anhieb richtig gut. Einige Kameraeinstellungen sind unter Leone trotz Unauffälligkeit auf ihre Weise einzigartig.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

MartinNolan

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

Joe (Clint Eastwood), ein schweigsamer und geübter Schütze reitet auf seinem Maulesel in das gottverlassene Dorf San Miguel ein, welches von zwei rivalisierenden Familien beherrscht wird. Zum einen von den Baxters, zum anderen von den Rojos. Sein einziges Ziel, welches er verfolgt ist Geld. Bereits während seiner Ankunft, bekommt er die Spannungen innerhalb des Dorfes zu spüren. Er entschließt sich aus den verfeindeten Familien, Kapital zu schlagen und sie gegeneinander auszuspielen. Doch schließlich misslingt sein Plan und Chaos bricht über das Dorf herein.
„Für eine Handvoll Dollar“ bildet den Auftakt der sogenannten „Dollar-Trilogie“ von Regisseur Sergio Leone mit Clint Eastwood in der Hauptrolle, als wortkargen und schießwütigen Einzelgänger. Die Handlung ist ziemlich simpel gestrickt und wird durch zahlreiche gewaltverherrlichenden Passagen erweitert. Hierbei zeigen sich die Gewaltdarstellungen äußerst schwach. Dies ist vor allem dem Kunstblut zu verdanken, welches so unecht wirkt, dass man als Zuschauer meinen könnte, die Schauspieler hätten noch Ketchupreste von der Mittagspause im Gesicht.
Es ist ohne Frage recht unterhaltsam Clint Eastwood zu zuschauen, wie er die beiden Familien gegeneinander ausspielt und mit etwas Glück als Sieger aus deren Streit hervorgeht. Dennoch merkt man dem Film deutlich an, dass sowohl Regisseur Sergio Leone als auch Ennio Morricone am Anfang ihrer Karriere standen und sich ihr Talent erst noch entfalten musste.
Denn Ennio Morricones Klänge wirken regelrecht überladen und entwickeln dementsprechend ihre Wirkung nicht, sobald sie zu bestimmten wiederkehrenden Momenten gespielt werden. Bild und Musik verschmelzen nicht zu einer Einheit, wie zum Beispiel in zwei späteren Filmen von Sergio Leone „Zwei Glorreiche Halunken“ oder „Spiel mir das Lied vom Tod“, sondern präsentieren sich stets als zwei Komponenten, die in einer krampfhaften Abhängigkeit zueinander stehen. Ebenso verkrampft wurde versucht Spannung zu erzeugen und so setzt sich die Musik von Morricone aus einigen hektischen Tönen zusammen, deren Wiederkehr am Ende eher nervt, als ein Gefühl der Dramatik vermittelt. In ähnlicher Weise verhält es sich mit der Inszenierung. Zwar sind bereits die markanten langen Einstellungen von Regisseur Sergio Leone zu erkennen, doch machen sie in diesem Film einen etwas unsicheren Eindruck und schaffen es ebenfalls nicht, eine überzeugende Spannung zu erzeugen.
Nichtsdestotrotz bleibt „Für eine Handvoll Dollar“ ein in Maßen unterhaltsamer Film, der zwar im Vergleich zu anderen Filmen von Sergio Leone und Ennio Morricone, deutliche Schwächen erkennen lässt, für Anhänger von Westernfilmen aber zweifellos ein Muss ist. Nicht zuletzt weil „Für eine Handvoll Dollar“ den Anfang einer wunderbaren Zusammenarbeit zwischen Leone und Morricone bedeutete und zugleich den Western, wie man ihn davor kannte, neues Leben einhauchte.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten


Fans dieses Films mögen auch