Es dauert keine drei Minuten, da ist man schon gebannt - von der faszinierenden, erotischen Ausstrahlung der Hauptdarstellerin Tang Wei, von der geheimnisvoll-düsteren Musik, großartigen Kamera-Aufnahmen und einer sich anspinnenden magisch-obsessiven Leidenschaft, wie man sie seit Stephen Frears „Gefährliche Liebschaften“ auf der Leinwand nicht mehr gesehen hat.
(Offenbach Post)
Mit Begierde und Gefahr wagt sich [Regisseur Ang Lee] auf ein prekäres, unübersichtlicheres Erzählterrain. Wangs emotionaler und moralischer Parcours ist ihr auferlegt, ihre Motive und Gefühle bleiben ihr selbst lange Zeit verschlossen. Diese innere Zerrissenheit überführt Lee in einen weit gespannten erzählerischen Bogen, bei dem sich die Zeitläufte in einem erotischen Kammerspiel spiegeln sollen.
Nach seinem meisterlichen, längst zu einem Modern Classic avancierten „Brokeback Mountain“ befindet sich Regisseur Ang Lee nicht mehr ganz auf dem Höhepunkt seines Könnens. „Lust, Caution“ leidet an strukturellen Problemen, die Handlung wirkt unfokussiert und nie werden die Motive der Figuren ausreichend beleuchtet. Das Polit-Drama leidet aufgrund seiner schwer zugänglichen Figuren zudem unter einigen Längen, die mitunter allerdings durch herausragende schauspielerische Leistungen wettgemacht werden können. Ein betörend schöner Score und die komplexe Photographie bilden weitere Stärken des eleganten, ansonsten aber distanzierten Films - die bislang leider schwächste Arbeit des Ingeniums Lee.
Der reichlich nostalgische Film, den er selbst als sein chinesisches "Casablanca" (1942) bezeichnet, ist nicht originell und schon gar nicht sonderlich dringend, wie seinerzeit "Brokeback Mountain". Und ja, im Abgang zeigt die abgründige Story ein paar Schwächen, nicht jeder Charakter ist so sorgsam gezeichnet wie die beiden Hauptakteure. Aber als Bewahrer verlorener Hollywood-Tugenden und großen Stils ist Ang Lee schlicht unersetzbar.
[Es] kommen erstmals die psychologischen Feinheiten, für die Lee zu Recht so geschätzt wird, die sein Kino ausmachen, ein wenig zu kurz. Seine Inszenierung erschöpft sich in der optischen Opulenz historischer Kulissen und Kostüme. Die Protagonisten hingegen können so nackt sein, wie sie wollen, psychisch entblößen sie sich nie, was dem Ganzen eine gewisse Kälte verleiht.
Ein wunderbar ausstaffiertes Drama über verschiedene Obsessionen und eine Frau, die sich immer wieder aufs neue ihren Weg durch verschiedene Blockaden kämpfen muss. Toll inszeniert, wunderbar vertont und fast göttlich gespielt. Hinter all dem Glas, all der Kälte steckt unwahrscheinlich viel Gefühl. Lediglich strukturelle Unebenheiten und einige kleinere Längen trüben den Filmgenuss. Ansonsten ist auch dieses Werk aus der Schmiede von Ang Lee Erzählkino der alten Schule.
es kann nur die strenge Form und die Verliebheit in die selbe, und das Zelebrieren einer gesellschaftlichen Konvention solche körperliche Liebesszenen inszenieren! Groß!
Ang Lee kann einen mit diesem Film, der unglaublich spannungserzeugenden Story und der eindrucksvollen Leistung der Schauspieler vollständig in den Bann ziehen. Ich hab letzte Nacht lange keine Auge zu gemacht, nachdem ich diesen Film gesehen habe.
Man ist von Anfang bis Ende voll dabei und das macht diesen Film so besonders.
Ang Lees schlechtester Film ist immer noch um Lichtjahre besser als 90 Prozent dessen, was so jedes Jahr unsere Leinwände belästigt. Aber enttäuscht war ich schon, war der Meister doch offenbar so sehr auf den Skandal aus, dass viele seiner eigentlichen Tugenden auf der Strecke geblieben sind. Denn, auch wenn man im wahrsten Sinne des Wortes, hautnah an den Protagonisten dran ist, stellte sich bei mir die sonst bei Ang Lee Filmen obligatorische Empathie nicht ein. Vielleicht ging es ihm tatsächlich in erster Linie darum, dem chinesischen Kino einen Exkurs in freiheitlicher Inszenierung zu bescheren. Der Schuss ging dann allerdings, zumindest für seine tolle Hauptdarstellerin Wei Tang, ziemlich nach hinten los, die genießt nämlich seitdem in China ungefähr das gleiche Ansehen, wie hierzulande irgendein Porno Sternchen.
Was bleibt ist ein schöner, langer, sehr kalter Film, der für Ang Lee Verhältnisse relativ wenig nachwirkt.
Eine Frau hat 1942 im von Japan bestzten China die Aufgabe einen hochrangigen Kollaborateur zu verführen, um ein Attentat auf ihn zu ermöglichen.
Elegante, meisterlich konstruierte Expositionen gefallen mir immer. Doch Vorsicht! Hier habe ich nach mindestens 60 Minuten meine Lust daran verloren. Nach einiger Zeit konnte ich nicht anders (und das aus ganz anderen Gründen als beispielsweise bei "In the Mood for Love") als zu denken: C'mon, just shag already! Denn nicht nur sind die relativ expliziten und intensiven Sexszenen zwischen dem immer wunderbaren Tony Leung (dem es sogar gelingt uns einen Funken Mitgefühl für seinen unsympathischen Killer abzuringen) und der tollen, bis dahin recht unbekannten Wei Tang, die überzeugendsten und besten Minuten des Films, er beginnt mit einer darunter auch erst richtig. Mag der Weg bis zum Ende vor allem aus hübsch anzusehender Zähigkeit und nicht nur gefühlter Überlänge bestehen, ist der Pay-Off umso stärker. Sobald unsere Heldin und Spielball in diesem jahrelangen Drama vor widersprüchlichem Gefühl nicht mehr weiß wo ihre Loyalitäten liegen, sich die Geschichte mit Verrat und Rache auf den unvermeidlichen Endpunkt hinbewegt, hat sie mich schließlich doch noch gefesselt. Leider nur für maximal 45 von 160 Minuten.
ein film der es geschaft hat durch die langsame erzählweise und berauschenden bildern mich in trance zu versetzten. irgendwann döst man nur noch vorsich hin und ist gleichzeitig von den schauspielern und der story begeistert.
Trotz eines meisterhaft aufspielenden Tony Leung, der das Monster mit zurückhaltender Höflichkeit gibt, hätte ich mir ein wenig mehr Suspense in dem Film gewünscht. So ist es ein sicherlich sehenswertes Liebesdrama für alle Ang Lee Fans geworden. Wer sich da nicht angesprochen fühlt, wird durch diesen Film auch nicht dazu.
Wunderschöne Bilder, runde Geschichte und Spannung. Das ganze in einer Mischung aus einem langsam dahinfliessenden chinesischen und einem schnellen amerikanischen Film. Ich fands gut.
Gefahr und Begierde - Kritik
US/CN 2007 Laufzeit 159 Minuten, FSK 16, Thriller, Drama, Actionfilm, Kinostart 18.10.2007
Kritiken (6) — Film: Gefahr und Begierde
Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte... Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte...
Kommentar löschenEs dauert keine drei Minuten, da ist man schon gebannt - von der faszinierenden, erotischen Ausstrahlung der Hauptdarstellerin Tang Wei, von der geheimnisvoll-düsteren Musik, großartigen Kamera-Aufnahmen und einer sich anspinnenden magisch-obsessiven Leidenschaft, wie man sie seit Stephen Frears „Gefährliche Liebschaften“ auf der Leinwand nicht mehr gesehen hat.
(Offenbach Post)
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Gerhard Midding: Berliner Zeitung, epd Film,... Gerhard Midding: Berliner Zeitung, epd Film,...
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Mr Vincent Vega: Fünf Filmfreunde, gamona, D...
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Philipp Bühler: Berliner Zeitung, fluter Philipp Bühler: Berliner Zeitung, fluter
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Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost
Kommentar löschen[Es] kommen erstmals die psychologischen Feinheiten, für die Lee zu Recht so geschätzt wird, die sein Kino ausmachen, ein wenig zu kurz. Seine Inszenierung erschöpft sich in der optischen Opulenz historischer Kulissen und Kostüme. Die Protagonisten hingegen können so nackt sein, wie sie wollen, psychisch entblößen sie sich nie, was dem Ganzen eine gewisse Kälte verleiht.
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Mr.Vengeance: Lost In Imagination
Kommentar löschenEin wunderbar ausstaffiertes Drama über verschiedene Obsessionen und eine Frau, die sich immer wieder aufs neue ihren Weg durch verschiedene Blockaden kämpfen muss. Toll inszeniert, wunderbar vertont und fast göttlich gespielt. Hinter all dem Glas, all der Kälte steckt unwahrscheinlich viel Gefühl. Lediglich strukturelle Unebenheiten und einige kleinere Längen trüben den Filmgenuss. Ansonsten ist auch dieses Werk aus der Schmiede von Ang Lee Erzählkino der alten Schule.
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Kommentare (9) — Film: Gefahr und Begierde
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Claudia :) 2010/11/24 12:04:20
Kommentar löschenAng Lee kann einen mit diesem Film, der unglaublich spannungserzeugenden Story und der eindrucksvollen Leistung der Schauspieler vollständig in den Bann ziehen. Ich hab letzte Nacht lange keine Auge zu gemacht, nachdem ich diesen Film gesehen habe.
Man ist von Anfang bis Ende voll dabei und das macht diesen Film so besonders.
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janissl 2010/11/24 01:50:07
Kommentar löschenAng Lees schlechtester Film ist immer noch um Lichtjahre besser als 90 Prozent dessen, was so jedes Jahr unsere Leinwände belästigt. Aber enttäuscht war ich schon, war der Meister doch offenbar so sehr auf den Skandal aus, dass viele seiner eigentlichen Tugenden auf der Strecke geblieben sind. Denn, auch wenn man im wahrsten Sinne des Wortes, hautnah an den Protagonisten dran ist, stellte sich bei mir die sonst bei Ang Lee Filmen obligatorische Empathie nicht ein. Vielleicht ging es ihm tatsächlich in erster Linie darum, dem chinesischen Kino einen Exkurs in freiheitlicher Inszenierung zu bescheren. Der Schuss ging dann allerdings, zumindest für seine tolle Hauptdarstellerin Wei Tang, ziemlich nach hinten los, die genießt nämlich seitdem in China ungefähr das gleiche Ansehen, wie hierzulande irgendein Porno Sternchen.
Was bleibt ist ein schöner, langer, sehr kalter Film, der für Ang Lee Verhältnisse relativ wenig nachwirkt.
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Sonse 2009/11/05 23:06:25
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Elegante, meisterlich konstruierte Expositionen gefallen mir immer. Doch Vorsicht! Hier habe ich nach mindestens 60 Minuten meine Lust daran verloren. Nach einiger Zeit konnte ich nicht anders (und das aus ganz anderen Gründen als beispielsweise bei "In the Mood for Love") als zu denken: C'mon, just shag already! Denn nicht nur sind die relativ expliziten und intensiven Sexszenen zwischen dem immer wunderbaren Tony Leung (dem es sogar gelingt uns einen Funken Mitgefühl für seinen unsympathischen Killer abzuringen) und der tollen, bis dahin recht unbekannten Wei Tang, die überzeugendsten und besten Minuten des Films, er beginnt mit einer darunter auch erst richtig. Mag der Weg bis zum Ende vor allem aus hübsch anzusehender Zähigkeit und nicht nur gefühlter Überlänge bestehen, ist der Pay-Off umso stärker. Sobald unsere Heldin und Spielball in diesem jahrelangen Drama vor widersprüchlichem Gefühl nicht mehr weiß wo ihre Loyalitäten liegen, sich die Geschichte mit Verrat und Rache auf den unvermeidlichen Endpunkt hinbewegt, hat sie mich schließlich doch noch gefesselt. Leider nur für maximal 45 von 160 Minuten.
3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
xtheunknown 2009/08/31 13:02:09
Kommentar löschenein film der es geschaft hat durch die langsame erzählweise und berauschenden bildern mich in trance zu versetzten. irgendwann döst man nur noch vorsich hin und ist gleichzeitig von den schauspielern und der story begeistert.
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Mawazh 2009/05/20 20:15:56
Kommentar löschenInsgesamt sehr gut inszeniert und mit guten Darstellern, aber mit einigen Längen.
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Jonni 2007/11/19 10:56:12
Kommentar löschenTrotz eines meisterhaft aufspielenden Tony Leung, der das Monster mit zurückhaltender Höflichkeit gibt, hätte ich mir ein wenig mehr Suspense in dem Film gewünscht. So ist es ein sicherlich sehenswertes Liebesdrama für alle Ang Lee Fans geworden. Wer sich da nicht angesprochen fühlt, wird durch diesen Film auch nicht dazu.
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FutureInstitute 2007/10/27 13:24:36
Kommentar löschen"fernöstlicher Kultfilm" - dessen Bedeutung jedoch im Westen nicht richtig verstanden wird
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hwg 2007/10/20 08:30:42
Kommentar löschenWunderschöne Bilder, runde Geschichte und Spannung. Das ganze in einer Mischung aus einem langsam dahinfliessenden chinesischen und einem schnellen amerikanischen Film. Ich fands gut.
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