Gefahr und Begierde - Kritik

CN/US 2007 Laufzeit 159 Minuten, FSK 16, Thriller, Drama, Abenteuerfilm, Historienfilm, Kinostart 18.10.2007

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Kritiken (6) — Film: Gefahr und Begierde

Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte... Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte...

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8.5Ausgezeichnet

Es dauert keine drei Minuten, da ist man schon gebannt - von der faszinierenden, erotischen Ausstrahlung der Hauptdarstellerin Tang Wei, von der geheimnisvoll-düsteren Musik, großartigen Kamera-Aufnahmen und einer sich anspinnenden magisch-obsessiven Leidenschaft, wie man sie seit Stephen Frears „Gefährliche Liebschaften“ auf der Leinwand nicht mehr gesehen hat.
(Offenbach Post)

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Gerhard Midding: Berliner Zeitung, epd Film,... Gerhard Midding: Berliner Zeitung, epd Film,...

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7.0Sehenswert

Mit Begierde und Gefahr wagt sich [Regisseur Ang Lee] auf ein prekäres, unübersichtlicheres Erzählterrain. Wangs emotionaler und moralischer Parcours ist ihr auferlegt, ihre Motive und Gefühle bleiben ihr selbst lange Zeit verschlossen. Diese innere Zerrissenheit überführt Lee in einen weit gespannten erzählerischen Bogen, bei dem sich die Zeitläufte in einem erotischen Kammerspiel spiegeln sollen.

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Mr Vincent Vega: Die 5 Filmfreunde, gamona, ...

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5.5Geht so

Nach seinem meisterlichen, längst zu einem Modern Classic avancierten „Brokeback Mountain“ befindet sich Regisseur Ang Lee nicht mehr ganz auf dem Höhepunkt seines Könnens. „Lust, Caution“ leidet an strukturellen Problemen, die Handlung wirkt unfokussiert und nie werden die Motive der Figuren ausreichend beleuchtet. Das Polit-Drama leidet aufgrund seiner schwer zugänglichen Figuren zudem unter einigen Längen, die mitunter allerdings durch herausragende schauspielerische Leistungen wettgemacht werden können. Ein betörend schöner Score und die komplexe Photographie bilden weitere Stärken des eleganten, ansonsten aber distanzierten Films - die bislang leider schwächste Arbeit des Ingeniums Lee.

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Philipp Bühler: Berliner Zeitung, fluter Philipp Bühler: Berliner Zeitung, fluter

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7.5Sehenswert

Der reichlich nostalgische Film, den er selbst als sein chinesisches "Casablanca" (1942) bezeichnet, ist nicht originell und schon gar nicht sonderlich dringend, wie seinerzeit "Brokeback Mountain". Und ja, im Abgang zeigt die abgründige Story ein paar Schwächen, nicht jeder Charakter ist so sorgsam gezeichnet wie die beiden Hauptakteure. Aber als Bewahrer verlorener Hollywood-Tugenden und großen Stils ist Ang Lee schlicht unersetzbar.

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Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost

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5.0Geht so

[Es] kommen erstmals die psychologischen Feinheiten, für die Lee zu Recht so geschätzt wird, die sein Kino ausmachen, ein wenig zu kurz. Seine Inszenierung erschöpft sich in der optischen Opulenz historischer Kulissen und Kostüme. Die Protagonisten hingegen können so nackt sein, wie sie wollen, psychisch entblößen sie sich nie, was dem Ganzen eine gewisse Kälte verleiht.

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Mr.Vengeance: Lost In Imagination

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8.0Ausgezeichnet

Ein wunderbar ausstaffiertes Drama über verschiedene Obsessionen und eine Frau, die sich immer wieder aufs neue ihren Weg durch verschiedene Blockaden kämpfen muss. Toll inszeniert, wunderbar vertont und fast göttlich gespielt. Hinter all dem Glas, all der Kälte steckt unwahrscheinlich viel Gefühl. Lediglich strukturelle Unebenheiten und einige kleinere Längen trüben den Filmgenuss. Ansonsten ist auch dieses Werk aus der Schmiede von Ang Lee Erzählkino der alten Schule.

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Kommentare (14) — Film: Gefahr und Begierde


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thraka

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Der Film lässt mich etwas ratlos zurück.

Wie immer eine souveräne Regiearbeit von Ang Lee, grossartige Ausstattung, gute Darsteller (wenn ich auch den hochverehrten Tony Leung für arg unterfordert befand) und ein sinnlicher Score. Doch was will der Film in 160 Minuten eigentlich erzählen?

Ich entdecke unter der Oberfläche einer fatalen Leidenschaft keine weitere Ebene. Ich kann aus den zahllosen, sehr detaillierten Szenen - z.B. beim Mahjong-Spiel - keine Informationen ziehen, keine Doppeldeutigkeiten. Außer ich muss Lee einen Film ganz im Sinne der kommunistischen Propaganda unterstellen, so wie damals auch bei HERO von Zhang Yimou.

Nach der Einnahme Shanghais durch die Japaner blieben die extorritalen Gebiete, also die Ausländerviertel, unangetastet. Auch deshalb, weil die Deutschen und Franzosen als Verbündete angesehen wurden und die US-Amerikaner erst mit Pearl Habour in den Krieg eintraten. In diesem extorritalen Gebiet lebten die ansässigen Ausländer, aber eben auch die obere Schicht der Chinesen, weiterhin einen luxuriösen und elitären Lebensstil, als wäre nicht Krieg, wären nicht weite Teile der Heimat von den Japanern besetzt und würde nicht die Bevölkerung in absoluter Not und japanischer Unterdrückung und Willkür leben. Das war aus kommunistischer Sicht sicher verabscheuenswürdig bourgeoise. Und ich vermute, die offizielle (KPC-) Geschichtslehre besagt deshalb: erst mit der Einnahme Shanghais durch die rote Armee wurde dieser dekadente volksverachtende Zustand beendet.

Und wenn man sich Ang Lees Film unter diesem Gesichtspunkt anschaut, möchte man dem auch so zustimmen. Zu versnobt gibt sich die "feine Gesellschaft" in Gestalt der Mahjong spielenden Frauen, während in den Gefängnissen echte oder vermeintliche Spione gefoltert werden.

Weil ich aber Ang Lee - anders als Zhang Yimou - nicht eine derartige Anbiederung an die KPC unterstellen mag, verwerfe ich diese Doppel-Deutung des Films und es bleibt demnach übrig: ein überlanges, elegantes Sitten-, Spionage- und Gefühlsdrama.

Eine Wertung will ich aber lieber nicht abgeben, denn ein gewisses Geschmäckle bleibt...

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Le Samourai

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Oh mein Gott, dieser Alexandre Desplat ist ein Genie:
http://www.youtube.com/watch?v=XR-Y9iWZurI

Der Film ist selbstverständlich ebenfalls grandios. Betörend gespielt, wunderschön gefilmt, elegant inszeniert.

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Freppey

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Trailer sah interessant aus. Bin gerade auf Suche nach guten asiatischen Filmen. Von Ang Lee habe ich bisher nur Brokeback Mountain gesehen. Ist schon Jahre her. Fand den damals wirklich sehr gut. Life of Pi wird die DVD gekauft. Sind die früheren Werke von Ang Lee( die asiatischen) sehenswert?


Le Samourai

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Auf jeden Fall! Eat Drink Man Woman, Das Hochzeitsbankett, Tiger & Dragon - alle super!


hutvic

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Wunderbar schön erzählt, tolle Darsteller und auch viel niveauvolle Erotik. Gefällt!

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Punsha

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Bewertung7.0Sehenswert

Jede noch so nebensächliche Szene glüht förmlich vor feuriger Leidenschaft, trotz dass die Atmosphäre einem Eisberg gleicht und jede Kameraeinstellung entzückt durch atemberaubende Schönheit (und diese Bildsprache erst!), während man seine helle Freude an Tony Leungs und Wei Tangs fantastischem Schauspiel hat. Auch wenn "Gefahr und Begierde" zweieinhalb Stunden lang mit behäbigen Tempo voranschreitet, ist er dennoch zu jeder Sekunde fesselnd - rein formal ist das vielleicht Ang Lees bestes Werk, in seiner Gesamtheit jedoch keineswegs, denn die große Stärke des Films ist gleichzeitig seine größte Schwäche: Es ist die erdrückende Künstlichkeit, die jeden Zugang zu seinen Figuren verwehrt. Höchst untypisch für den taiwanischen Regisseur, bleiben hier weitestgehend alle Figuren befremdlich, viel zu selten dringt ein wenig Licht in ihr dunkles Inneres und viel zu oft fragt man sich: Warum tut er/sie plötzlich das? Jeder der Charaktere geht eine Entwicklung ein, nur bekommt der Zuschauer davon nicht wirklich etwas mit. Warum ist dieser Film also nichtsdestotrotz sehenswert? Weil man selten so viel Poesie und so viel Schönheit sieht.

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Le Samourai

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Nein.


zmpfl

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Ja. Ja, Nein.


craax

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Bewertung6.0Ganz gut

Schmerzlich vermisse ich gerade bei diesem Regisseur beim Nachfolgefilm von Brokeback Mountain die innere Wahrheit, das heißt die Übereinstimmung von Bildszene und Aussageab-sicht. Etwa wenn zu Anfang die Attentatszielperson – deren bloße Beseitigung /nicht: Instru-mentierung/ kaum ein Problem darstellen dürfte, falls man sich ihr so nähern kann wie darge-stellt ;– oder besonders unglaubwürdig die Szene, in der Wong ihre körperliche >Unschuld< dem Nationalinteresse überliefert,- oder als Teeniestudentin die gleichberechtigte Bridgeclub-partnerin der viel älteren, lebens- und geschäftserfahrenen Ministersgattin – auf gleicher Ebe-ne im formellen China – gibt,- oder unter Vorgabe einer anderen Identität der Geschäftsfrau in Wahrheit in der Studenten-Wohngemeinschaft haust und damit simpel der Gegenaufklärung (des Sicherheitschefs!) zu entgehen vermag (sogar sein Chauffeur ist findiger). (Der übrigens allein in der zahlreich bewohnten Höhle der konspirativen Löwen zwecks improvisierter Er-pressung auftaucht und sich heute noch wundert, wie das ausgehen konnte). Das schmerzt, an innerer Unwahrscheinlichkeit ja Unlogik, ist irgendwie in der Naivität vierzig ja sechzig Jahre zurück.
Das kann auch nicht von der gewohnt herausragenden Optik, und der zu Recht bewunderten Feinfühligkeit des Aufklärungsziels Ang Lees nicht aufgewogen werden. Das stimmt alles vorne und hinten nicht, und ist gar zu krude unerfahrbar, ja geradezu kindisch. Was zum Teu-fel hat Lee, einen von mir für bewunderungswürdig gehaltenen Kultregisseur, da bloß gerit-ten? – immer noch suche ich nach dem Grund, warum, wie und wo ich ihn falsch verstanden haben könnte. Aber es führt für mich kein Weg daran vorbei: die Gedankenwelt hinter dem Film kann noch so hehr sein – die Bilder dürfen nicht lügen,- ja müssen dem Wahrhaftig-Verträglichkeitskriterium kompatibel bleiben. Ansonsten wäre es jedermann leicht, einen als ‚gelungen‘ geltenden - ‚guten‘ Film zu liefern.
Hier bin ich überfordert. Ich verstehe es nicht. Ich nehme an, daran bin ich selber schuld, denn andere nehmen den Film durchaus ernst. A propos ‘Sex: na und, was soll daran tabulos sein? Weil man sieht, das die Darsteller wirklich ficken (hoffe ich doch wenigstens)? – na und? Sex exists (hoffentlich wohl verbreitet). Und heute dürften ja Zuschauer und Medium keine Ge-heimnisse mehr voreinander haben, oder ? – also: realistisch dargestellter Porn macht immer noch keinen unverständlich unwahrhaftigen Film zu einem guten ; das hier belegt nur (posi-tiv) wenigstens die Ernsthaftigkeit, mit der Ang Lee (und die mutigen Darsteller) seinen Vor-satz treu betreibt. Nichtsdestotrotz: verstehe ich nicht, was da insgesamt vorgehen soll. (Etwa: (vorgeblicher) Verrat der Leidenschaftlichen, Verrat des Verratenen, Wahrheit allein in der höherwahren Verbindung der Auseinanderstrebenden?) - Nun ja, es liegt wohl an mir.

Immerhin: die Bildersprache ist schön, auch wenn ich von dem mitgeteilten Kauderwelsch kein Wort in einen sinnhaften (außersinnlichen) Zusammenhang zu bringen vermag. Es ist mir, als wäre der Film tatsächlich auf Chinesisch vor mir abgerollt: so wenig habe ich ver-standen,- oder vielmehr: über mein Vermuten hinaus b e l e g t gefunden. Das ist aber das (meine) wichtigste Kriterium beim Film, s.o.: innerliche Wahrheit, dann kann die äußere Form noch so widersprüchlich und verworren sein,- siehe Mulholland Drive, dessen nur äuße-res Erscheinungsbild arg zerzaust daherkommt,- obwohl er innerlich konsequent und spürbar wahrgenau wie nur wenige Filme überhaupt ist. Hier ist es umgekehrt: äußerst konservativ einleuchtende Erzählstruktur,- und ich habe kein Wort verstanden; oder vielmehr (was tau-sendmal schlimmer ist): g l a u b e n können. An jeder Stelle bin ich aus dem Film gefallen: so fremd war ich in stimmigen Bildern selten. Merkwürdiges Erlebnis: der perfekte Film, der einen keinen Augenblick bei sich zu behalten vermag. Früher hätte ich so etwas mißlungen bezeichnet. Da Ang Lee absolut zweifellos erhaben und ein perfekter Metier ist, bleibt mir nur noch zu sagen, die Schuld muß auf meiner Seite liegen. Vielleicht versuche ich es später noch mal. Es kann nicht sein, das ein Meister diesen Grades so weit neben sein Ziel aufschlägt. Wir werden sehen. Vielleicht öffnet sich ein späterer Moment einer überraschenden Wendung: und nicht nur meine Augen allein, sondern auch mein Verstand oder Herz öffnet sich: und finden den Schlüssel. Bis dahin : ?

Oder muß man ganz brutal sein und einfach sagen: ein Schwuler sollte nicht versuchen, in der Bildsprache eines leidenschaftlichen Hetero-Exzesses (als Angelpunkt der Erzählung) zu dre-hen?

- II - An der Unwirklichkeit der körperlichen Beziehungen bzw. der Begründung dieser Beziehungen wird in diesem Film Ang Lees in vollem Umfang das was man „Thomas-Mann-Syndrom“ nennen könnte, sichtbar. – Was an diesen ‚körperlichen Beziehungen‘ authentisch ja sogar exzessiv erscheint, ist wohl der eindrücklich eingebrachten und vertrauensvoll zur Verfügung des Regisseurs gestellten wahren Sexualität der Darsteller zu verdanken. – Ich hoffe, das sie es so wenig wie die variablen Gestalterscheinungen im Werk des großen TM zu bedauern finden,- ja, das dieser Großmut nicht nur für die Kunst,- sondern auch den Men-schen, für die sie geschaffen ist, Früchte trägt. – Denn es ist nichts Geringes, ob dem Menschtum ein Werk wie dasjenige TMs (oder dieses Regisseurs) geschenkt und verfügbar ist oder nicht.
Ang Lee ist durchaus bemüht, anderen Seelen, ja d e r Seele das zu geben und zu übermachen, worum es im Besten auch dem anderen Künstler ging: eine zurückhaltende, ehrerbietige und liebevoll vornehme Zuwendung- und -Verpflichtung. Der Kern des Wesenswerks beider nährt sich dabei, scheint mir, aus haargenau denselben Wurzeln : aus ‘der Liebe erzwungenen ‘Ver-zicht, welcher auf der vorausgesetzten Abschnürung und Absonderung einer vom Grundtenor der Umgebung beargwöhnten Sexualität beruht. Zu deutsch heißt das: der dem Gros der an-dersartigen Gesellschaft unverständlich- und unvereinbaren gleichgeschlechtlichen Orientie-rung,- ohne Ansehen des jeweilig noch so gutwilligen und gut-gearteten Charakters oder der Begabung der (ausgeschlossenen) Person. Man sollte nicht meinen, das im 21. Jahrhundert, einem scheinbar aufgeklärten oder einer neuen Aufklärung zusteuerndem‘ -, solche Gesichts-punkte noch bezüglich akzeptabler Integration ein entscheidendes Kriterium darstellen. Es ist ein Irrtum: es wird es immer sein und bleiben. Die Menschheit ist nicht aufklärbar. Nur ihr bester relevanter Teil vielleicht. Steht zu hoffen – das es der im Grunde (auch mächtige) ‘Re-levante ist oder wenigstens einmal zu werden imstande sein wird,- sollte er es zu diesem wie zu jedem Zeitpunkt unverdientermaßen immer noch nicht bedeuten. – Mehr können wir nicht hoffen.-

Ang Lee ist genau wie Thomas Mann „ein guter Kerl“,- ein unendlich gut(willig)er sogar – und ebenso begabt, sein Talent in Früchten reif zu machen, die er ihr so direkt nicht überrei-chen,- jedoch über den Umweg seiner Kunst zukommen zu lassen beschenkt ist, welches Ge-schenk er ungesäumt weiterreicht. Beide sind schwul, und beide sind „sehr geführt“,- autoritär bestimmt : das heißt, dem Leitstern einer Gemeinschaft – was sozial etwas anderes ist als be-dingungslose Anpassung- unterworfen. Und beide möchten den Menschen etwas (zu-rück)geben und bedeuten. Und beide sind stille, ernste, zurückhaltende, doch humorvolle und weiche empfindungsreiche und erfinderische Menschen. Und beide haben etwas zu sagen. Und beide verfügen über die Gabe, das, was zu sagen ist, zur Darstellung zu bringen. Die im Detail vorgespiegelte „normale“ Sexualität der Figuren ist in beiden Fällen so unwahr und vorgestellt, wie sie nur sein kann, weil sie nicht auf eigenem Erleben und Wirklichkeit beruht. Das macht aber nichts. Denn beiden ist es um Etwas zu tun, was sehr viel mehr Menschentum umfaßt als nur sein sexuelles Appetit- und -Vermögen. Es ist ein reines Werk der Phantasie. Es wäre zu wünschen gewesen, das, wenn es zum künstlerischen Ausdruck gelangt und integriert wird, es wahr sein möge. Es ist es nicht und kann es nicht sein (außer in ergreifend ehr-lichen Momenten wie am Brokeback Mountain). Da die Umstände nicht so sind, das aus-schließliche Ehrlichkeit akzeptable Münze darstellt, werden wir damit leben müssen, das Ausnahme-Erscheinungskünstler wie Ang Lee – oder Thomas Mann – so schreiben und so drehen, wie sie es tun – müssen.
Was wir dabei bekommen, ist immer noch ein Geschenk. Denn es geht um mehr als Haut und Schweiß. Es geht darum, was die Haut beherbergt, und worum es sich lohnt(e), zu schwitzen. Wir wollen denken und hoffen, das die Schauspieler das Geschenk ihrer sehr intimen Zuläs-sigkeit an diese außergewöhnliche Kunst nicht umsonst hingereicht haben; das die Menschen in den Tiefen der Falten von Ang Lees Bildersehnsüchten – über die oberflächliche Kongru-enz hinaus - etwas erforschen und findend suchend belohnt werden, was reicht und hält und mehr ist als haben : wünschen.

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craax

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;) Lieber Janus_, hab' s aus einem Interview schließlich mit ihm selbst, kann dir leider die Quelle gerade nicht nennen; weiß, das er eine Familie hat, aber meinst du, Schwule können nicht heiraten & Kinder zeugen ;)?
Im Übrigen: scheint's (an diesem Ort,s.o.) eher, das Schwule schwer einen typischen Hetero-Film hinkriegen - was aber nichts macht, weil ich LIEBE Ang Lee (vor allem schon wegen Brokeb.M., Tiger&Dragons und z.B. dem kleinen aber feinen (Talking)Woodstock-Film... und auf Leben mit PI< aktuell bin schon sehr gespannt! Tolle Film-Zeit dir, und danke für den Hinweis : doch letztlich ist egal, wen oder was einer liebt, hauptsache, er tut es! ;D


Janus Winter

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Word! <3


Markbln

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Bewertung7.0Sehenswert

Tony Leung ist anbetungswürdig, aber trotzdem einer der schwächeren Lee-Filme. Das ist aber immer noch ein Level, dass die meisten Regisseure erst gar nicht erreichen. Dafür, dass so viel Haut gezeigt wird, ist der Film erstaunlich kalt und distanziert.

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rai1mund

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

es kann nur die strenge Form und die Verliebheit in die selbe, und das Zelebrieren einer gesellschaftlichen Konvention solche körperliche Liebesszenen inszenieren! Groß!

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Claudia :)

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ang Lee kann einen mit diesem Film, der unglaublich spannungserzeugenden Story und der eindrucksvollen Leistung der Schauspieler vollständig in den Bann ziehen. Ich hab letzte Nacht lange keine Auge zu gemacht, nachdem ich diesen Film gesehen habe.
Man ist von Anfang bis Ende voll dabei und das macht diesen Film so besonders.

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Sonse

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Bewertung6.5Ganz gut

Eine Frau hat 1942 im von Japan bestzten China die Aufgabe einen hochrangigen Kollaborateur zu verführen, um ein Attentat auf ihn zu ermöglichen.

Elegante, meisterlich konstruierte Expositionen gefallen mir immer. Doch Vorsicht! Hier habe ich nach mindestens 60 Minuten meine Lust daran verloren. Nach einiger Zeit konnte ich nicht anders (und das aus ganz anderen Gründen als beispielsweise bei "In the Mood for Love") als zu denken: C'mon, just shag already! Denn nicht nur sind die relativ expliziten und intensiven Sexszenen zwischen dem immer wunderbaren Tony Leung (dem es sogar gelingt uns einen Funken Mitgefühl für seinen unsympathischen Killer abzuringen) und der tollen, bis dahin recht unbekannten Wei Tang, die überzeugendsten und besten Minuten des Films, er beginnt mit einer darunter auch erst richtig. Mag der Weg bis zum Ende vor allem aus hübsch anzusehender Zähigkeit und nicht nur gefühlter Überlänge bestehen, ist der Pay-Off umso stärker. Sobald unsere Heldin und Spielball in diesem jahrelangen Drama vor widersprüchlichem Gefühl nicht mehr weiß wo ihre Loyalitäten liegen, sich die Geschichte mit Verrat und Rache auf den unvermeidlichen Endpunkt hinbewegt, hat sie mich schließlich doch noch gefesselt. Leider nur für maximal 45 von 160 Minuten.

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xtheunknown

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Bewertung6.5Ganz gut

ein film der es geschaft hat durch die langsame erzählweise und berauschenden bildern mich in trance zu versetzten. irgendwann döst man nur noch vorsich hin und ist gleichzeitig von den schauspielern und der story begeistert.

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Mawazh

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Bewertung7.0Sehenswert

Insgesamt sehr gut inszeniert und mit guten Darstellern, aber mit einigen Längen.

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Jonni

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Bewertung7.5Sehenswert

Trotz eines meisterhaft aufspielenden Tony Leung, der das Monster mit zurückhaltender Höflichkeit gibt, hätte ich mir ein wenig mehr Suspense in dem Film gewünscht. So ist es ein sicherlich sehenswertes Liebesdrama für alle Ang Lee Fans geworden. Wer sich da nicht angesprochen fühlt, wird durch diesen Film auch nicht dazu.

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FutureInstitute

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Bewertung9.0Herausragend

"fernöstlicher Kultfilm" - dessen Bedeutung jedoch im Westen nicht richtig verstanden wird

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hwg

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Wunderschöne Bilder, runde Geschichte und Spannung. Das ganze in einer Mischung aus einem langsam dahinfliessenden chinesischen und einem schnellen amerikanischen Film. Ich fands gut.

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Deine Meinung zum Film Gefahr und Begierde

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