Kill Bill: Volume 1 - Kritik

Kill Bill: Volume 1

US · 2003 · Laufzeit 107 Minuten · FSK 18 · Actionfilm, Eastern · Kinostart
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    Pyro 91 24.11.2016, 17:12 Geändert 24.11.2016, 19:59

    Schon nach den ersten fünf Minuten konnte ich mich zurücklehnen und mich einfach nur in diesen richtigen guten Film fallen lassen. Ich habe Quentin Tarantinos Rache-Epos wohl seit gut sieben Jahre nicht mehr gesehen und war daher gespannt wie ich das Ganze heute wohl aufnehmen würde. Die Antwort: Sehr gut. Man merkt hier ganz deutlich, dass Tarantino mal so richtig ausflippen konnte/wollte und einfach nur - frei von irgenwelchen auferlegten Koventionen und ausgetretenen Pfaden - genau das auf die Leinwand gezaubert hat, was ihm in den Sinn kam und ihm Spaß bescherte. Es gibt hier einfach so viele liebevolle kleine Details - sowie stilistisch, als auch in den Dialogen - das es an eine wahre Freude ist, als Zuschauer dabei zu sein und diesen Exzess mitzufeiern.
    Was ich wohl am spannendsten fand, war wie Tarantino hier die Braut charakterisiert und ihren Rachetrip inszeniert hat. Er setzt nicht nur auf coole Momente, sondern zeigt auch wie dreckig und schlecht es der Braut geht, was durch Uma Thurmanns großen Mut zur Hässlichkeit für starkes Mitgefühl beim Zuschauer sorgt und sicherstellt, dass wir uns nicht in dieser kunterbunten - z.T. auch farblosen - Gewaltorgie verlieren.
    Am meisten bleibt mir nach diesem Film allerdings O-Ren Ishii´s Orgin-Story im Gedächtnis, in der Tarantino uns einfach - eiskalt - eine fast achtminütige Anime-Szene um die Ohren haut, die in ihrer Gewaltdarstellung nochmal völlig übersteuert und doch ein Gedicht für Augen und Ohren ist. Ich möchte mal einen anderen zeitgenössischen Regisseur sehen, der es mit solcher Leichtigkeit schafft soetwas in seinem Film einzufügen, ohne dass man das Gefühl hätte, jetzt völlig raus zu sein oder das Ganze als gekünstelte visuelle Spielerei abtun zu müssen. Dafür hat Mister Tarantino mad propz verdient!^^
    Aber nicht nur visuelles Abwechslungsreichtum ist geboten, sondern auch was den Ton des Films angeht. Nach Ishii´s ultrabrutalem Kindheitserlebnis und ihrer Rekrutierung als Auftragskillerin, reist die Braut nach Japan und führt an einer Bar erstmal ein Gespräch mit ihrem zukünftigen Samuraimeister, wo sie sich wie ein kleines, nervöses Schulmädchen benimmt, weil er ihre mangelhaften Japanischkenntnisse bewundert. Bei Uma Thurmanns Schauspiel hier musste ich schon sehr lachen, aber auf den Boden lag ich erst, als der der Samuraimeister mit seinem Bruder(?) irgendwelche Gespräche über Fisch und Sake führt, was darin endet, dass die beiden immer wütender werden und sich nur noch auf japanisch beschimpfen. Ich weiß nicht wieso, aber gerade nach dem krassen Kapitel über Ishii war dieser Tonwechsel zunächst mal unheimlich erleichternd und zum anderen fand ich den Humor einfach ziemlich köstlich. Auch später als der Samuraimeister eine sehr leidenschaftliche und bewegende Rede auf die Kunst des Schwertes hält und die Braut trotz ihrer fehlenden Sprachkenntnisse scheinbar alles versteht, musste ich laut auflachen.
    Auch das Finale im Teehaus ist irgendwie eine Mischung aus Badassery, komikhafter Momente, brutalen Abschlachtens, einnehmender Dramatik, cooler Musikberauschung und grandios choreographierten Fights.
    Auch den Schlusspunkt fand ich gut gesetzt, da der Kampf mit Lucy Liu den Film zwar leise, aber dann doch spannend und brutal ausklingen lässt und somit keine bloße Wiederholung dessen war, das davor kam. Auch der Cliffhanger, wenn man ihn so nennen will, macht Laune auf den zweiten Teil und ehrlich gesagt musste ich mich gestern noch beherrschen, den nicht auch noch einzulegen, obwohl es schon spät in der Nacht war. Ich freu mich schon drauf!

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      cycloo77 16.11.2016, 04:03 Geändert 16.11.2016, 04:09

      Ich bin ein großer Bewunderer von Quentin Tarantino und mag seine einzigartige Art sehr gerne.

      Nur sind die Kill Bill Filme einfach so gar nicht mein Fall. Ich bekomme egal wie oft ich es in den letzten Jahren versucht habe, keinen Zugang zu diesen Filmen.

      Beide Filme bringen mir einfach nix, weder Spaß am schauen noch ein gutes Gefühl bei der Story.

      Es mag daran liegen das ich noch nie ein Freund des Asiatischen Schwertkinos gewesen bin, oder von aus dem Stand auf ein Hochhaus springen Filme.
      Das mag ein Grund sein, muss es aber nicht.

      Kill Bill Vol. 1&2 ist mir viel zu überspitztes asiatisches Mythenkino verlagert in die Neuzeit, welches leider auch heute noch eher belustigend (die langhaarigen Bärtigen, waren mir damals schon lächerlich suspekt) als ernstzunehmend wirkt.
      Gute Cast, die das ganze aber auch nicht besser werden lässt!

      Ich und die Kill Bill Filme, gehen ab heute All Time getrennte Wege!

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        Der Ritter der Kokosnuss auf amerikanisch. Die beiden langen Dürren Hollywoods und ihre kleine Kampfkatzenschwester in einer lustigen Genreverarsche. Ideen hat Tarantino genug, außerdem klaut er sich noch welche und verballhornt sie. Nun, er darf das. Es war, als hätten sich die Musketiere, Bud Spencer, Chackie Chan und die blinde, schwertschwingende Frau zusammengetan. An dem Film ist nix innovativ. Trotzdem ist er größtenteils unterhaltsam. Und eine Quelle für Filmphilosophen!

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          Berlin42 25.10.2016, 07:20 Geändert 26.10.2016, 07:48

          Alter Verwalter, was war das denn?

          13 Jahre ist „Kill Bill – Volume 1“ mittlerweile schon alt. Und ich habe es auch bei diesem Kultfilm bislang versemmelt, ihn in ganzer Länge zu sehen.

          Was natürlich sofort ins Auge fällt, ist Tarantinos Handschrift. Detailverliebtheit bis ins letzte Staubkorn, diese grandiose Kameraführung, schwarzer Humor bis zum Abwinken und Blut – sehr viel Blut. Auch für Tarantinos Verhältnisse. Dennoch umgibt die Szenen in „Kill Bill – Volume 1“ eine gewisse, unbeschreibliche Schönheit, wie ich sie sonst nur von Sergio Leone kenne. In Verbindung mit blutigen Kampfszenen klingt das Wort "Schönheit" mehr als pervers, aber Tarantino schafft es dank seines Perfektionismus, die Szenen so zu arrangieren, dass man gefangen genommen wird. Das beste Beispiel ist die brutale Schlussszene im Schnee, die zu allem Überfluss noch von 80er-Jahre-Pop untermalt wird.

          Auch die Story hat mich beeindruckt, das Ganze ist natürlich mehr als grotesk aber bleibt dennoch durchaus spannend. Durch die teils unchronologische Erzwählweise wird die Handlung streckenweise leicht chaotisch, sobald man aber erst einmal den Überblick gewonnen hat, ist die Geschichte samt des rasanten Erzähltempos ein Hochgenuss.

          So richtig in ein Genre einzuordnen ist dieses Machwerk wohl kaum. Tarantino hat hier eine einzigartige Hommage an das B-Movie-Universum geschaffen, die vor allem Anlehnungen an Exploitation-, Martial Arts-, Wuxia- und Mangafilme beinhaltet.

          Ich bin immer noch unschlüssig, was ich an dem Film kritisieren würde. Obwohl die erwähnten Genres nicht wirklich meinem üblichen Geschmack entsprechen, ist „Kill Bill“ doch ein rundum gelungenes Projekt, das mich zu keiner Zeit gelangweilt hat und zudem noch große Lust auf den zweiten Teil macht. Es fällt mir jedoch schwer, einen Film abschließend zu bewerten, der mit einem derartigen Cliffhanger endet und somit nur bedingt als eigenständiges Werk zu beurteilen ist. Ich behalte mir daher diesmal vor, meine Wertung noch einmal anzupassen.

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            Hab jetzt nach langem mal wieder reingeschaut nicht zu Ende geschaut. Der Film hat bei mir nur Abscheu bei solchem Schwachsinn hervorgerufen. Daher Stufe ich meine Wertung von 4 auf 0 runter.
            Kill Bill das ist der erste Streifen wo es Tarantino, in meinen Augen, nicht mehr drauf hat. Seit diesem Film ist alles von ihm nur noch Müll.
            Um es mit den Worten von Sickboy aus Trainspotting zu sagen.
            Du hast es, und irgendwann hast du es nicht mehr.
            Und dann bekommst du es auch nie wieder.

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              Was für ein genialer Actionfilm, welcher Animes und dem Martial-Arts-Kino gleichermassen Tribut zollt und mit Tarantino's allseits bekannten Zutaten aufwarten kann!

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                TheDarkhunt3rr 23.09.2016, 12:01 Geändert 23.09.2016, 12:03

                Ein Meisterwerk. Dieser Film hat mich zu einem RIESEN Fan von Uma Thurman gemacht! Einfach Genial!! Die Story, absolute Weltklasse, sogar ich als "Nicht-Japan-Fan" finde, dieser Film ist einfach grandios. Besonders die Musik im Film & der klassische Soundtrack hat sich einfach ins Gedächtnis gebrannt, von vorne bis hinten perfekt, einer meiner ABSOLUTEN Lieblingsfilme!

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                  TheMontageMan 18.09.2016, 13:31 Geändert 18.09.2016, 13:34

                  "Kampf im Garten" war schön. Es gab auch sovieles das mich störte, wie z.b. "die 5min Fußszene", oder die Anfangsphase war auch sehr schwach.

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                    schnappes 10.08.2016, 19:46 Geändert 10.08.2016, 19:47

                    Wie gehabt, pure "tarantinoische" Ekstase.
                    In Bild und Dialog kaum besser zu machen. Sowohl Vol. 1 als auch Vol. 2 ganz großes Kino. Rache in absoluter Perfektion. Uma Thurman erste Sahne, eine ehrenhaft denkwürdige Leistung.
                    Trotz der drastischen Überlänge kommt zu keiner Zeit Langeweile auf.
                    Für mich etwas besser als die Fortsetzung

                    Muss sagen, dass ich keine Angst bei Tarantino-Streifen mit Überlänge habe. Hat er eigentlich schonmal einen Film in "Standard-Laufzeit" gedreht???...Hmmm. Einfach weiter so !

                    Ich verneige mich für dieses Meisterwerk !

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                      SPOILER.

                      „Bill, it ́s your baby“ sind die Worte, die Uma Thurman noch spricht, dann wird ihr eine Kugel in den Kopf gejagt. Sechs Jahre hat sich Quentin Tarantino nach „Jackie Brown“ (Jackie Brown, 1997) Zeit gelassen, bis er der Kinowelt 2003 endlich wieder mit einem seiner Meisterwerke beschenkt: „Kill Bill“ (Kill Bill). Schon während den Dreharbeiten von „Pulp Fiction“ (Pulp Fiction, 1994) hatte Tarantino erste Ideen zu seinem Rache-Drama, und ihm war damals schon klar, dass er es nur mit Uma Thurman in der Hauptrolle machen würde. Und in der Tarantino- Welt ist es ganz sicher keine Zufall, dass Thurman, wenn sie in „Pulp Fiction“ mit John Travolta im Jack Rabbit Slims sitzt und ihm von einem Pilotfilm erzählt, in dem sie mitgespielt hat, bereits ein Teil des Personals von „Kill Bill“ beschrieben wird.
                      Das Netz, das Tarantino über seine Filme spannt, ist so fein, dass er selbst wohl der einzige bleibt, dem die Bezüge, Assoziationen und Verweise noch klar sind - wenn überhaupt; und es die große Kunst, dass das nichts am Spaß beim Anschauen seiner Filme mindert. Im Gegenteil: Dass wir in jeder Szene spüren, dass Tarantino selbst der größte Kinofan ist, aus der Popkultur die besten Versatzstücke zusammensammelt und daraus etwas Neues macht, trägt großen Anteil daran, dass wir seine Filme lieben. Angesprochen auf die Entstehung von „Kill Bill“, antwortete Tarantino: „Ich nehme einen Spaghetti-Western, einen billigen italienischen Thriller, einen Pop-Samurai-Film, hier noch einen Monsterfilm, dort noch einen Rache-Film, und dann presse ich es aus. Am Ende kommt so eine kleine Pastetenfüllung heraus, und ich hoffe, der Geschmack bereichert den Film. Ich werfe einfach weg, was ich nicht mag, und behalte, was mir gefällt.“ Und dass er stets genau das richtige behält, dass sich sein Geschmack nicht maßgeblich von dem unseren zu unterscheiden scheint, ist das große Glück. Darüber hinaus liegt in dieser Meta-Welt, die Tarantino seinen Filmen überstülpt, ein einmaliges Moment: das der Überraschung. Tarantino darf alles, und damit wird uns jeder sicher geglaubte Filmboden unter den Füßen genommen. Selbst routinierte Viel-Seher werden nicht vorausahnen können, was als nächstes in seinen Filmen geschieht - man denke zum Beispiel nur an die plötzliche Vampir-Splatter-Orgie von „From Dusk Till Dawn“ (From Dusk Till Dawan, 1996), dessen Drehbuch er verfasste - und im Falle „Kill Bills“ heißt das fürs reine Handwerk gesprochen: Anime-Sequenzen, Split-Screens, ungewöhnlichste Kameraperspektiven, Schwarz-Weiß Aufnahmen, trashige Blue-Screen Technik. Und allein die Geradlinigkeit, die einer Rache-Geschichte innewohnt, gibt uns die auf ein Ziel gerichtete Struktur des Films vor. Ansonsten aber: Zeitsprünge, eingeschobene Episoden, plötzliche brutale Gewalt, überraschend auftretende Figuren, elegische Poesie. Alles ist erlaubt, ein Fest für jeden Filmfan.
                      Der dramaturgische Mechanismus, der mit dem Kopfschuss von oben in Gang gesetzt wird, garantiert uns im Prinzip schon den Spaß am Film. Die Braut, so der Name Uma Thurmans im ersten der zwei Teile „Kill Bills“ (in Vol. 2: Beatrix Kiddo), wird an denen Rache nehmen, die ihr das antaten; allen voran den schon namentlich erwähnten Bill. Früh im Film erfahren wir, dass der ersten Szene „Kill Bills“ ein Massaker vorausging: Die Deadly Viper Assassination Squad, eine vier Mitglieder zählende Killertruppe, tötete während der Hochzeitszeremonie der Braut ihren Ehemann, den Pastor und sämtliche Hochzeitsgäste. Die Braut selbst wacht vier Jahre später aus ihrem Koma auf und wird eine Liste mit den folgenden fünf Namen anfertigen: O- Ren Ishii (Lucy Liu), Vernita Green (Vivica Fox), Budd (Michael Madson), Elle Driver (Daryl Hannah) und Bill (David Carradine), allesamt verantwortlich für das Massaker. Aus dieser Liste entwickelt der Film seine Dynamik: Einer nach dem anderen muss dran glauben. Warren Beatty, den Tarantino beim Schreiben des Drehbuchs in der Rolle des Bill vor Augen hatte, sprach den Autoren selbst auf das Drehbuch (was schließlich auch der Grund seiner Absage war) wie folgt an: „Quentin, nimm mir das nicht übel, aber wie kann man sicher sein, dass dies etwas anderes ist als eine Aneinanderreihung von immer härteren Kämpfen?“ Worauf der Angesprochene lapidar antwortete: „Weißt Du, Warren, genau das schwebt mir vor, und wenn mir das gelingt, werde ich sehr glücklich sein.“
                      Im ersten Teil tötet Die Braut Vernita Green und O-Ren Ishii, im zweiten die anderen drei, von denen Bill natürlich der letzte ist. „Kill Bill ist sehr brutal“, räumt Tarantino ein, „aber gleichzeitig ist die Gewalt so übertrieben, dass sie nicht realistisch wirkt.“ Und in dieser Ironie spielt Tarantino seine Stärken aus: Die comic-hafte Überhöhung im Zusammenspiel mit einem perfekten Handwerk, geradezu magisch-schwebende Momente im Kontrast zu rauer Körperlichkeit, purer Sadismus gepaart mit umwerfender Coolness - all das gelingt ihm mit erstaunlicher Beiläufigkeit.
                      Der in Kapiteln aufgeteilte Film, die nicht der Chronologie der Abläufe folgen, findet seinen Höhepunkt ganz sicher im fünften: Massacre at House of Blue Leaves. Die grandiose, vibrierend schöne Lucy Liu, enthauptet während einer Sitzung mit den Größen der Unterwelt im Rausch einer Machtdemonstration Boss Tanaka mit nur einem Schwerthieb. Kurz danach schreiten sie und ihre Leibwächter in Zeitlupe und begleitet vom pompösen Beat von Battle without Honor or Humanity in das Lokal House of Blue Leaves ein. Unter ihnen das verrückte japanische Schulmädchen Gogo, das dem finalen, ultrabrutalen Einzelkampf mit Der Braut gehört, bevor sie, Die Braut, sich den Crazy 88 gegenüber stehen sieht, der Schutzgarde O-Rens. Dieser Kampf ist pures Ballett aus Blut und Gewalt, in dem das künstliche Rot nur so in Fontänen aus den abgeschlagenen Gliedmaßen schießt; aberwitzig säbelt sich Die Braut durch die 88 Körper. Tarantino legt die Choreographie eines Tanzes über die Schlacht, wechselt plötzlich ins Schwarz-Weiss, spielt mit den physikalischen Gesetzen, setzt seine Kämpfer in einer Aufnahme ins Gegenlicht und lässt uns nur noch ihr Schattenspiel erkennen. Am Ende sind alle besiegt, mit einem Lidschlag Uma Thurmans wechselte Tarantino zwischenzeitlich wieder in Farbe, und nach dieser Wüstenei kann nur die Oper folgen: Die Braut schiebt eine Wandtür nach draußen auf, und da rieselt der Schnee aus dem nächtlichen, blauen Himmel in den japanischen Garten und O-Ren Ishii wartet im weißen Kimono auf die Rächerin. Im Takt des Brunnenarms, der nach unten sackt und mit einem Plock alle dreißig Sekunden wieder nach oben kehrt und im reinen Weiß der Szenerie gönnt Tarantino O-Ren den poetischen Tod. Wohl auch deshalb, weil sie von allen Mitgliedern der Deadly Viper Assassination Squad die tragischste Figur ist: Eine lange Anime-Sequenz erzählte uns früher im Film von ihrem Trauma - den grausamen Mord an ihren Eltern.
                      Am Ende des Films hat Die Braut Rache genommen. Alle Personen auf ihrer Todesliste hat sie umgebracht. Im Motel weint sie auf dem Boden des Badezimmers und in ihre Tränen mischt sich das befreiende Lachen der Befriedigung. Dann kriecht sie zu ihrer Tochter, die ihr der noch lebende Bill präsentierte, ins Bett und beide schauen friedlich fern. Der Vorhang senkt sich. Quentin Tarantino hat wieder einmal großes Patchwork-Kino abgeliefert.

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                        Hat in meiner Gunst die letzten Jahre etwas nachgelassen, aber immer noch verdammt starkes Genrekino , in dem fast jeder sein bestes gibt. Nur die Anime Szenen nerven mich nach wie vor.

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                          Ist Ok.

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                            Da ich normalerweise ein sehr großer Tarantino-Fan bin, hatte ich sehr hohe Erwartungen an "Kill Bill". Was die Splatter- und Action-Szenen angeht, da will ich nicht meckern, die sind top. Mich hat nur die eigenwillige Erzählweise des Films extrem ermüdet und ich muss ehrlich sagen, dass ich auch ansonsten "Kill Bill: Volume 1" nicht sonderlich unterhaltsam oder spannend fand. Das ist nur meine Meinung, ich weiß, wie viele Leute anderer Meinung bezüglich dieses Filmes sind.

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                              Meisterwerk von Quentin Tarantino. Das Thema Rache wird hier in alter Kung-Fu-Manier theatralisch inszeniert. Tarantino setzt zudem Uma Thurman ein Denkmal und macht sie mit diesem Werk und Teil II unsterblich. Selten gab es eine grössere Liebeserklärung an eine Frau wie hier.

                              Bemerkenswert sind aber nicht nur der Schnitt, die Kampfszenen, die ausgefeilten Dialoge mit Wortwitz und der Score auf Grundlage Ennio Morricones. Selten zuvor hat man so eine verrückte Story gesehen. Tarantino versteht es dabei, die Rachegelüste seiner Hauptdarstellerin glaubhaft und für den Zuschauer nachvollziehbar zu erklären. Dabei werden oft typisch comic-hafte Perspektiven mit der Kamera eingenommen. Und ähnlich wie in Comics werden Gesetze der Schwerkraft teilweise aufgehoben. Martialisch metzelt sich „die Braut“ im Blutrausch durch mit dem Samuraischwert abgetrennte Gliedmaßen. Die Kampfszenen sind meisterhaft inszeniert und von unglaublicher Intensität.

                              Tarantino würdigt hier Martial Arts Movies ebenso wie den guten alten HongKong-Film und Manga-Comics. Es wimmelt von abgedrehten Typen, die Brutalität ist grenzenlos. Uma Thurman ist die Rachegöttin, David Carradine lernen wir erst richtig in Teil II (ein Jahr später) kennen. Ein Ekel und eiskalter Killer, aber gleichzeitig liebevoller Vater und weiser Lehrer. Tarantino schafft es tatsächlich, die Beweggründe auch für sein unmenschliches Handeln in glaubhaftes Licht zu rücken. Und die wahrhaft große Liebe zwischen „der Braut“ und „Bill“ herauszuarbeiten. Das alles nachvollziehbar zu zeigen, braucht Zeit. Tarantino splittete daher sein Gesamtkunstwerk klugerweise in zwei Teile, um das Kinopublikum nicht mit einer 4-stündigen Schlachtplatte zu überfordern.

                              Aber auch Lucy Liu macht eine große Figur. Daryl Hannah lernen wir noch mal von ihrer schlechtesten Seite in Teil II kennen. Michael Madsen ist das Arschloch, wie wir ihn kennen und lieben. Vivica Fox als scharfe Kampfschlampe macht in Teil I ebenfalls eine Top-Figur.

                              Zoë Bell als Stuntdouble von Thurman drischt auf ihre Gegner ein wie eine Wahnsinnige, und riskiert alles in ihren Stunts.

                              Fazit: Zwei Filme für die Ewigkeit. Kill Bill I und Kill Bill II. Gratulation Quentin !

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                                sachsenkrieger 15.06.2016, 13:58 Geändert 15.06.2016, 17:01


                                SPOILERING SNAKES INSIDE

                                - - - - - BANG BANG ... my baby shot me down - - - - -

                                Stell dir vor, du wachst in einem Krankenhaus auf und musst feststellen, das...

                                ... deine Hochzeit richtig scheiße war
                                ... du statt Brautkleid ´n besseres Leichenhemd an hast
                                ... der Kerl, der dich eigentlich beglücken sollte, tot ist
                                ... dein ungeborenes Kind ebenfalls tot ist
                                ... du vier Jahre im Koma gelegen hast
                                ... ein Pfleger dich die ganze Zeit als wehrlose Hure verhökert hat
                                ... kein Schwein sich für deine Probleme interessiert

                                Da würde man als Durchschnittsbürger doch direkt, ohne jede Verzögerung, zum nächstbesten Fenster latschen und sich bei ausreichender Fallhöhe, einfach rauskippen lassen. Nicht so die Schwarze Mamba, Ex-Mitglied der weltbesten Killer-Brigade. Nach einem etwas suboptimal gelaufenen Ausstieg aus dem Berufsleben, geschieht ihr oben bereits aufgeführtes Debakel. Statt sich aber aus einem Leben zu verabschieden, gegen das die Hölle auf Erden wie Ringelpiez mit Anfassen daherkommt, schnappt sie sich das einzige Gefühl, das ihr noch geblieben ist und das einzige, das ausreichend Antrieb zum temporären Weiterexistieren bietet: RACHÄÄÄÄÄ!!!

                                Von Anfang an in KILL BILL VOL.1, sollte man die Logiksensoren abschalten, sonst kann man sich gleich von einigen vor Ärger geplatzten Gehirnzellen verabschieden. Denn wie man nach vier Jahren im Koma, auch nur noch eine einzige Latte im Zaun haben kann, wie man nach hunderten unfreiwilligen Begattungsvorgängen nicht wieder in anderen Umständen sein kann, und wie man es dann schafft, mit einem 13-stündigen Zehwackeltraining wieder in der Lage zu sein, im Pussy Wagon davon zu brausen, das kann nicht einmal der eingefleischteste Quentin-Fan aufklären. Aber im Grunde ist das hier auch ziemlich shitegal und hat, zumindest mir und meiner Maus, nicht im geringsten den Abend verdorben. Die ist sowieso irgendwie dafür verantwortlich, das ich die Tarantinos in eins durchgucken muss. Denn eigentlich wollte ich zwischen den Filmen, immer ein bis mehrere Tage Abstand lassen, um nicht in Gefahr zu geraten, gelangweilt oder süchtig zu werden. Naja, was soll´s? Elementare Weisheit: Wer genuckelt werden will, muss auch lecken!

                                So kurz nach dem weltbesten Rachefilm meines bisherigen Lebens, THE REVENANT, der auf brutale Art und Weise jegliche Rache ad absurdum führt, ist KILL BILL, die von Black Mamba geführte Abstreichliste, eine ziemlich gegenteilige Meinung zum Thema. Aber über den Sinn und Zweck von Rachegefühlen, philosophiert und schwafelt man sowieso nur so lange, wie man nicht selbst in eine Situation gerät, die das gesamte weitere Leben sinnlos erscheinen lässt. KILL BILL ist ein in allen Belangen nahtloser und homogener Film, den man wohl zu den Filmen zählen darf, die die stärksten Frauenrollen aufzuweisen haben. Uma Thurman, Lucy Liu, Vivica A. Fox, Daryl Hannah, Julie Dreyfus u.a. drücken dem Film ihren unverwechselbaren Stempel auf und schnetzeln sich durch Kulissen, Männer und alles andere, das nicht schnell genug Nippon verlassen hat. Die Choreographie der Fights, die Tricks, die Musik, die nicht so langen und nicht so häufig auftretenden Dialoge ... das alles ist perfekt arrangiert. Da kann man den Streifen auch aufs Feinste genießen, ohne auf die vielen Reminiszenzen an andere Filme, die Hin- und Querverweise und EasterEggs achten zu müssen, die der Filmexperte Tarantino wieder einmal eingebaut hat. Mit den typisch tarantinoesken Rückblenden, den S/W- und Animeabschnitten, einer im eigens dafür errichteten Universum harmonischen Story u.v.m., ist KILL BILL VOL. 1 ein Film, der als blutig angerichtetes Steak für zwischendurch herhalten kann oder auch als Drei-Gänge-Filmmenü für den anspruchsvollen Gourmet...

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                                  Movie_Man 06.04.2016, 01:13 Geändert 06.04.2016, 01:15

                                  Vorweg sei gesagt, dass ich Quentin Tarantino sehr für seine Filme bewundere. Er schafft es immer seine Werke künstlerisch auf die Leinwand zu bringen und mit seinem speziellen Stil zu kennzeichnen. Auch "Kill Bill" ist von der Machart her wirklich grandios inszeniert, dennoch gehört er für mich eher zu den schwächeren Tarantinofilmen.
                                  Ich vermisse hier die bissigen spaßigen Dialoge, ganz im Stil von "Pulp Fiction", "Django Unchained" usw. Dort hat es einfach Spaß gemacht, den Charakteren zuzuhören. Die Dialoge haben dort die Figuren und die Handlung erst richtig interessant gemacht. Hier erreichen sie mich jedoch nicht und es fällt mir auch schwer mich mit manchen Figuren auseinanderzusetzen. Auch die einige Kampfsequenzen, ausgenommen die Endsequenz, haben mich nicht wirklich gepackt und gefesselt. Es fehlt einfach der sonst gewohnte Biss.

                                  Bedenkt, dass diese Kritik rein subjektiv gemeint ist. "Kill Bill" hat ohne Zweifel Qualität und ist auch grandios inszeniert. Mich persönlich hat der Film leider nicht so in den Bann gezogen.

                                  Natürlich hat er auch starke Momente, wie die Kampfdarstellungen (vor allem am Ende), die Zeichentricksequenz (trotz Überlänge wirklich cool) und natürlich die übertriebene Blutorgien, welche wirklich Spaß machen.

                                  Insgesamt ein wirklich sehenswerter Film, welcher für mich aber einer der schwächeren Tarantinofilme ist. Jedoch haben selbst diese Filme Klasse und sind objektiv gesehen, einfach perfekt und intelligent gemacht.

                                  PS: "Kill Bill Vol.1" gefällt mir insgesamt etwas besser als "Vol. 2".

                                  • 8 .5

                                    Geiler Trash..einfach spitze! Macht Laune...

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                                      Wirklich ein Meisterwerk. Quentin weis einfach wie man Filme macht ! :)
                                      Habe ihn einmal gesehen und dieses eine Mal war mega !
                                      Er fängt schon richtig gut an ! Und dann schaukelt er sich immer und immer weiter ins positive ! Man erfährt von Minute von Minute mehr über den Film, und man sieht dadurch immer sehr brutale Szenen. Aber wer auf Blut und Gemetzel und abgefahrene Kämpfe steht, sollte ihn sich auf jeden Fall anschauen. Dann wurden die ganzen Kampfszenen so gut gemacht und auch von der Kamera eingefangen, dass es einfach nur Spaß macht ! Mega cooler und abgefahrener Streifen !

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                                      • 10

                                        Auch "Tarantino's 4th" hat mich wieder voll und ganz überzeugt und nachdem ich ihn nun ein paar Male angeschaut habe, finde ich ihn immer besser.
                                        Anfangs steht mal wieder alles offen und man weiß eigentlich noch gar nichts, weder über die Protagonistin noch über deren Feinde und was geschehen ist. Das wird jedoch während des Films immer deutlicher und in Kapitelsequenzen, für Tarantino typisch, veranschaulicht. Der Film bringt ebenfalls immer mehr Geheimnisse bzw. Überraschungen ans Licht und wird immer emotionaler.
                                        Ebenfalls fasziniert mich auch die drastische Gewalt, die Tarantino in diesen Film reingebracht hat. Dadurch bekommt "Kill Bill" einen eher künstlerischen Aspekt, was heutzutage leider in fast keinen Filmen, in denen Gewalt so verherrlicht wird, der Fall ist.
                                        Genau wie "The Hateful 8" z.B. zielt der Zweiteiler in eine Richtung bzw. es geht um ein Thema: Rache. Man kann also kaum behaupten, dass er verwirrend sei, wie ich schon oft bei Kommentaren zu "Pulp Fiction" gelesen habe.
                                        Fazit meiner Kritik: Trotz der harten Gewalt und des vielen Gemetzels ist "Kill Bill: Volume 1" ("Kill Bill: Volume 2") ein absolutes Meisterwerk des Genres und einfach einzigartig, überraschend und bemerkenswert in vielen Hinsichten.

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                                        • 8

                                          [...] Nach einer sechsjährigen Pause macht Tarantino Platz für ein weiteres Schmuckstück, mit aufpolierter Optik und ausgeleuchteten Bildern musste die ineinander verschachtelte Erzählung einer – zumindest für Tarantinos Verhältnisse – stringenten Rachehandlung weichen. Vorüber sind die episodenhaften Geschichten ohne wirklichen Protagonisten, das Ensemblestück weicht einer einzelnen Figur, die zwei komplette Filme im Mittelpunkt stehen sollte. Was dabei herauskam ist ein Film, dem man die Leidenschaft seines Regisseurs wie kaum einem anderen anmerkt, bis ans Äußerste werden Szenen zelebriert, selten war Gewalt so ästhetisch stilisiert. [...] Die Spur aus Blut und Tod findet ihren vorläufigen Höhepunkt im Haus der blauen Blätter, in dem minutenlang kaltblütiger Mord und faszinierende Schönheit miteinander kollidieren und kulminieren. Inszenatorisch vielleicht Tarantinos beste Arbeit, mit großer Sicherheit seine ausgefallenste. Genres werden vermischt, Form und Inhalt finden zueinander und sogar für eine animierte Sequenz scheint Platz zu sein, noch mehr als sonst kann man sich nur von der ausgeliehenen Kreativität Tarantinos verbeugen. [...]

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                                          • 9

                                            Einfach genial! War super, den zu schauen ;)

                                            • 10

                                              Ich war nie so der Quentin Tarantino Fan. Django hatte mich letztlich über zeugt mal sämtliche Filme von ihm zu gucken.

                                              Kill Bill ist mein absoluter Lieblingsfilm.

                                              Ein in jeder Hinsicht (für mich) perfekter Film. Einfach ein stilistisches Meisterwerk.

                                              Einer wenn nich sogar der beste Film den ich je gesehen habe

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                                              • 8

                                                Meiner Meinung nach Tarantino's zweitbester Film nach Pulp Fiction (ich betrachte 1&2 als einen Film).

                                                Ich finde er funktioniert ausgezeichnet als Hommage an die alten Eastern Streifen, von den Dialogen während den Kämpfen hin zu den überspitzten Namen, die Enthauptungsszene, all das wirkt herrlich vertraut aus dem Hongkong action Kino der 70er und 80er. Das weckt die Nostalgie und macht auch heute Spaß, da es Tarantino schafft die Stilmittel dieser Klassiker in einen modernen Film zu packen.

                                                Über den Verlauf der beiden Filme gibt es die eine oder andere Länge, klar. Sind aber auch ein paar klasse Szenen dabei, zum Beispiel die langgezogene Schlussszene mit der Unterhaltung bezüglich Superman macht einfach Spaß.

                                                Definit empfehlenswert.

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                                                  muresan 14.12.2015, 21:07 Geändert 15.12.2015, 22:20

                                                  Kill Bill: Noch mehr Unrealistisches, noch mehr Frauenpower, noch mehr Massaker, zu viel Blut. Tarantino, was machst du eigentlich für Filme??? Brutalität im Vordergrund mit Frauen??? Zum Abschalten...

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                                                    Absoluter Kultfilm!!! Einfach spaßig, wie Tarantino mit Kunstblut umgeht. Ist schon direkt eine Art... "Kunst" ^^
                                                    Das Feeling der alten Japano-Slasher ist gut eingefangen worden.
                                                    Auch der Soundtrack ist spitze, und einige Neukompositionen sind noch heute auf Sportveranstaltungen und Ähnlichem zu hören . Einziger Kritikpunkt: Die eher einfallslose Story. Dieser haken fällt aber kaum auf, bei all den One-Liners und unbeschreiblich coolen Szenen ;)

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