Mulholland Drive - Kritik

FR/US 2001 Laufzeit 146 Minuten, FSK 16, Thriller, Drama, Kinostart 03.01.2002

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    Auch hier treffen wieder verschiedene Genres in einer ganz eigenen Mischung zusammen. Lynch beherrscht die Spannung dabei erneut wie kein anderer Regisseur und lässt den Zuschauer schließlich in einem Strudel aus Wahn und Emotion allein. Nur ist der so faszinierend, dass man sich gerne herumwirbeln lässt.

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      Altai 03.11.2014, 15:12 Geändert 03.11.2014, 15:58

      Was für ein Film. Mal dachte ich, ich hätte ihn verstanden, dann haut mich Herr Lynch wieder aus den Socken und in meinem Kopf sind nur Fragezeichen vorhanden. Der Film hat von allem ein bisschen, Sozialkritik,Thriller,Erotik usw. Also selten solch ein surealen Film gesehen. Es geht um vieles in diesem Film aber hauptsächlich, so fasse ich das zumindest auf, geht es darum das man in Hollywood seine Seele an den guten alten Devil verkaufen muss um es zu etwas zu bringen.Oftmals diese Silencio Momente die mich stark an einen Rober Blake aus Lost Highway erinnerten. Es herrscht eine Düsternis die krass aufs Gemüt schlägt. In diesem Film, so scheint es, wird auf einen Vertrag zwischen Regisseuren Produzenten und Schauspielern mit den Dämonen Hollywoods hingewiesen, und einzig allein die Seele ist der Preis für den Ruhm den er einem beschert!

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        NewSTARs 31.10.2014, 02:34 Geändert 31.10.2014, 02:42

        David Lynch's "Mulholland Drive" ist ein großes, verstricktes, surrealistisches Filmerlebnis mit mehreren kleinen Storys, die sich verschmelzen, vertauschen und am Ende ein Ganzes ergeben. Viele Szenen bieten im einzelnen eine ganz eigene Atmosphäre, die auch dem Zuschauer für ihre Dauer über ein anderes, neues Gefühl geben. Besonders wegen dieser abwechslungsreichen Art wird der Film trotz seiner langsamen, ruhigen Erzählweise nie langweilig und frischt mit neu angesetzten Ideen immer wieder auf. Bei der Zweitsichtung wird demnach umso klarer, dass jede Szene einen wichtigen Teil zum Ende beiträgt und die Laufzeit von 147 Minuten gerade zu perfekt ist, ohne irgendwann überflüssig oder schnell erzählt zu wirken. Klar, Lynch lässt sich sehr viel Zeit, dennoch wirkt die letzte halbe Stunde bei der Erstsichtung wie viel zu schnell erklärt um dem Twist hinterher zu kommen. So erging es mir persönlich. Nun ist der Twist kein einfach zu verstehender, sondern ein gigantisch raffinierter, höchst komplexer Twist, welcher anfangs stark sacken muss um verstanden zu werden. Das fieseste ist, dass Lynch die Puzzelteile nur mit einem dünnen Faden verbindet, über dessen Deutungen man selbst spekulieren muss. Und genau das ist es, was "Mulholland Drive" von all den anderen Filmen seines Genres abhebt. Er fordert nicht während des Filmes das Denkvermögen des Zuschauers, sondern erst am Ende bzw. wenn die Erzählung der Geschichte vorbei ist. Dabei ist die gesamte Liebesgeschichte, die vorallem aus Neid, Hochmut, Wollust besteht, sehr emotional, tragisch und äußerst glaubwürdig gezeigt. Unterstützt wird dieses unvergessliche Filmerlebnis mit einem wundervollen Cast, in dem besonders Naomi Watts und Justin Theroux herausstechen. Der intensive Soundtrack bringt stark die surrealen, schmerz- und gefühlsvollen Liebeselemente zum Ausdruck als perfekter Ausgleich für die absolut geniale Kameraführung, welche mit dem Sound-Mix die mulmig wirkende Traum-Atmosphäre einzigartig kreiert.

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          Er verfolgt mich sogar in meine Träume

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            Das ist ja fast schon pervers, wie Mulholland Drive mit jeder Minute, in der man über ihn nachdenkt, faszinierender wird. Ultrakunst nennt man das wohl. Traurig, dass mein alter Kommentar (Wertung: 8.5) keine 2 Jahre hielt.

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              Bereits der Einstieg - Befremdlich wirkende Fragmente eines Jitterbug-Contests und eine bildhübsche Frau, die nach einem seltsamen Zwischenfall nachts verwirrt über den Mulholland Drive irrt - deutet es an: Mit "Mulholland Drive" widmet sich David Lynch wieder der düsteren, abwegigen Seite des Filmemachens und kehrt nach dem hoffnungsvollen, geradlinigen "The Straight Story" zu seinen surrealen Wurzeln zurück.
              Ursprünglich als TV-Serie geplant, dann vom Sender abgelehnt und eher aus der Not geboren als eigenständiges Filmprojekt realisiert, entpuppt sich "Mulholland Drive" schließlich sogar noch als das vielleicht beste Werk von David Lynch. Basierend auf eigenen Erfahrungen im Filmgeschäft und inspiriert durch seine Lieblingsfilme wie "Sunset Boulevard" oder "Vertigo" schuf der Regisseur einen Film, der selbst wie eine Art moderne Version von Billy Wilder´s Klassiker wirkt, nur eben mit der einzigartigen Handschrift eines David Lynch.
              Die Handlung ist ein Spiegel, der einerseits die faszinierende, bezaubernde Oberfläche und den Glanz des Hollywood-Business veranschaulicht, auf der anderen Seite die Traumfabrik allerdings als das zeigt, was sie womöglich in Wirklichkeit ist: Ein nicht enden wollender Albtraum, ein verzweifelter Strudel, in dem sämtliche Ideale, Träume und Ambitionen ertrinken.
              Es ist schwierig, den Film in seiner Gänze zu besprechen, ohne auf seine nahezu perfekte Struktur einzugehen. Zunächst wirkt alles tatsächlich wie eine Art Prolog für längerfristig geplante Handlungsstränge. Im Prinzip besteht die gesamte erste Hälfte aus einer Aneinanderreihung brillant komponierter Einzelszenen, von denen jede entweder mit düsterer Dramatik, verwirrendem Surrealismus, rätselhafter Symbolik, einer Spur bissigem Humor, sinnlicher Erotik oder abgründiger Spannung gefüllt ist. Die Inszenierung braucht man bei Lynch mittlerweile eigentlich kaum noch erwähnen, so hebt er erneut sämtliche rationale Grenzen auf und wandelt zwischen Realität und Traum/Fantasie mit einer fesselnden Perfektion, die ihresgleichen sucht. Hinzu kommt wieder ein herausragender Score von Angelo Badalementi, der wie immer auf meisterlichem Niveau für perfekt passende musikalische Untermalung sorgt.
              Gegen Ende kommt dann der entscheidende Bruch, ein wahrer Game-Changer, der das Gehirn erst so richtig ins Rollen bringt, den Zuschauer aufruft, sich sämtliche Charakteristiken zu den entscheidenden Figuren selbst zusammenzusetzen und zu entwirren. Dabei lässt sich diesmal sogar ein gewisser roter Faden ausmachen, anhand dessen man sogar ein einigermaßen schlüssiges Bild erkennen kann, bei dem lediglich wieder einmal einzelne Elemente vielleicht auf ewig ein Rätsel darstellen. Als Beispiel seien hier nur der Club Silencio, die Winkies-Szene, die blaue Box mitsamt blauem Schlüssel oder das Rentner-Pärchen genannt. Szenen und Elemente, die sich unmittelbar beim Betrachter verewigen, die teilweise auch verstören und über die man sich am liebsten stundenlang den Kopf zerbrechen möchte.
              Bei den Darstellern offenbaren sich ebenfalls fantastische Leistungen, da die wichtigsten Figuren praktisch mehrere völlig unterschiedliche Facetten zeigen müssen, was vom Cast hervorragend bewältigt wird. Vor allem Naomi Watts, der mit dieser Rolle der verdiente Schauspieldurchbruch gelang, brilliert auf allen Ebenen.
              Über "Mulholland Drive" könnte man noch ewig weiter schwärmen. David Lynch schuf mit seiner ganz eigenen, einzigartigen Hollywood-Satire ein faszinierendes Drama, das mit viel düsterer Spannung, sinnlicher Erotik, vielschichtigen Figuren, einer Prise Humor, einer Vielzahl an brillanten, mitunter natürlich auch verwirrenden Einzelmomenten, einer insgesamt fantastisch konstruierten Geschichte und der handwerklichen Perfektion auf ganzer Linie für Begeisterungsstürme sorgt. Wahrscheinlich sogar sein stimmigstes, bestes Werk, was bei dem Namen David Lynch einiges bedeutet.

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                Kurono 18.10.2014, 21:12 Geändert 19.10.2014, 00:43

                „Mulholland Drive“, einer dieser Filme, bei denen es mehr Spaß macht, über sie zu lesen und zu diskutieren, als sie tatsächlich zu gucken. So dachte ich jedenfalls lange Zeit.
                Nach einigen Gedanken und Interpretationen sehe ich in Lynchs Werk aber kein mysteriöses Kuriosum mehr, sondern ein doch recht bewegendes, menschliches Drama, welches uns ein unschönes und zugegeben, schon etwas karikiertes Bild von Hollywood zeigt.

                Besonders gut gefällt mir dabei die Interpretation (ohne jetzt zu sehr in Detail zu gehen), dass die gesamte Handlung mit Betty und Rita nur ein Traum von Diane ist. Wenn alle Personen und Orte in diesem Part der Handlung somit Teil von Diane sind, lässt das interessante Interpretationen auf ihre Lebensgeschichte und Charakter zu.
                Die Betty- und Diane-Handlung kombiniert, ergeben dann das menschliche Drama, welches aus geplatzten Träumen, nicht erwiderter Liebe, Hilflosigkeit und einen herzlosen Hollywood besteht.

                Diese Interpretation ist sicherlich diskutabel und wenn Lynch ein einfaches Drama erzählen wollte, warum tut er das dann nicht einfach?
                Gewissermaßen sehe ich also die Geschichte, die ich in sehen will. Diese finde ich aber spannend und interessant und ich kann so für mich behaupten, dass ich aus „Muhlholland Drive“ etwas mitnehmen konnte. Das rechtfertig mindestens ein „sehenswert“. Außerdem muss man den Film ja auch schon deshalb gesehen haben, um mitreden zu können;)

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                  Diesen Film habe ich nur mit Mühe überstanden... langweilige Story, teilweise geradezu unerträgliche Charaktere und die Atmosphäre... tja.... welche Atmosphäre eigentlich?
                  Mulholland Drive ist für mich an Langeweile nur schwer zu überbieten und wenn ich bei einem Film das Ende geradezu herbeisehne, damit bloß endlich Schluß ist, dann kann ich so einem Streifen bei aller Liebe nur 0 Punkte geben.
                  Fazit: zzz ZZZ zzz

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                    Nicht jedermanns Sache das steht schonmal fest aber für Filmliebhaber ein absolutes Muss! Ich weiss nicht so recht was ich von den letzten 30-40 Minuten halten soll, da hab ich nicht mehr ganz durchgeblickt. Lynch lässt die ersten zwei Stunden dem Zuschauer sogar Zeit zum nachdenken aber das hat sich für mich gegen Ende als Falle entpuppt, mein erster What-the-Fuck-Moment war im Theater oder der Oper? als Naomi anfing zu zittern/beben, danach hörte es nicht mehr auf. Durchaus spannend wenn man es zulässt, tja was soll ich noch dazu sagen außer "Sie ist die Richtige" :D Watts war einfach nur grandios! aber meine Befürchtung das mich das Ende nicht zufrieden stellen wird ist leider wahr geworden, schade. Ich werde jetzt erstmal die Auflösung nachlesen, hoffe es gibt eine plausible Erklärung und es wird nicht allzu philosophisch, denn ich denke das war Lynch's Absicht.

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                      Definitiv wieder so ein Film, den ich nicht nach 23 Uhr sichten sollte. Danach konnte ich nur schlecht einschlafen. Der Film hatte mich danach fast noch einmal genau so lange beschäftigt wie der Film selbst. Als ich dann die Betrachtungstipps von Lynch entdeckte, war ich nochmals kurz davor, mir den Film direkt noch einmal anzugucken. Ich habe es aber doch gelassen. Es war für mich der erste Lynch-Film und mich hat diese Machart und Erzählweise gepackt, gar fasziniert. Die ganze Zeit war so eine Surrealität dabei. Als diese späte "Wende" kam, war ich hellwach. Was war da plötzlich geschehen? Bin ich kurz weg gewesen? Nein, nichts dergleichen. Das ist tatsächlich passiert. Vor mir ist ein Film, der mir geistig doch einiges abfordert. Hallelujah!
                      Auf jeden Fall werde ich mir diesen Film erneut angucken und dann wohl mit komplett anderen Augen (nach einer kleinen Recherche) betrachten und analysieren. So wie ich die Kommentare gelesen habe, macht das nichts aus, da wohl jeder Lynch auf seine eigene Weise betrachtet.
                      Neudeutsch würde ich jetzt sagen, dass das ein ganz großes "Gefällt mir" ist.
                      Aber diese Redewendung geht mir tierisch auf den Sack.
                      Deswegen verwende ich den Ausdruck der britischen Offiziere aus dem Film "Die Brücke am Kwai": Kolossal!

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                        Der Weg nach HOLLYWOOD ist gepflastert mit Steinen, jeder enthält einen kleinen Absturz aus Rissen, die sich schwer stoßend, kriechend, fortzubewegen gedenken.
                        Auf der Suche nach Bedeutung entgleitet uns vollkommen der Sinn für das Wesentliche, und die eigens geschaffene, persönliche Apokalypse wurde verstörend eingeleitet.
                        Das ist unser Schicksal am "Mulholland Drive".
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                        Ich setze allmählich meine David Lynch-Werkschau fort, denn eines ist mal klar: dieser Regisseur hat meinen Geschmack getroffen.
                        Wenn man an Lynch denkt, dann denkt man auch an einen Kunstregisseur. Kunstfilmemacher und ich sind oft eine explosieve Mischung, da ich nicht selten das Gefühl habe, sie blicken auf ihr Publikum herab, lachen es aus, oder scheren sich einen Dreck darum, ob Leute ihre Filme mögen oder nicht - wer sie mag, der ist ein Arschloch, wer nicht, der hat sie schlichtweg nicht verstanden. David Lynch bildet aber die Ausnahme.
                        Er lässt nicht so sehr den Intellektuellen raushängen wie einige andere Arthausregisseure.
                        Erstmal ist er sich nicht zu schade, hin und wieder auch mal lineare Genrefilme zu drehen - denen er dann freilich seinen Touch aufdrückt - und zweitens hat man auch nach seinen künstlerischen Filmen nicht das Gefühl, dass man verarscht wurde.
                        Nein, über seine Filme denkt man gerne nach, man versucht sie zu enträtseln, vor Allem, weil man auch weiß, dass es eine Lösung gibt, ein Schlüssel, der in die Box aus Antworten passt.
                        Wenn man sich aus dem Dickicht aus Rätseln mal befreit hat, dann schlummert darunter sogar fast so etwas wie eine lineare Geschichte, die nur auf sehr eigenwillige Weise erzählt wurde.
                        Lynch will auch sein Publikum fordern, es ist ihm unheimlich wichtig, er möchte ihm etwas bieten. Vor Allem WILL er auch, dass es sich Gedanken zu seinen Filmen macht.
                        Am Wichtigsten ist dann auch, dass seine Filme immer noch zugänglich sind, qualitativ etwas zu bieten haben - grandiose Darsteller, wunderbare Kameraarbeit, unheimliche oder spannende Atmosphäre, Kreativität und tolle Drehbücher - und nicht wie dahingeklatscht wirken. Es gibt in dem Genre genug Filmemacher, die einfach zwei Minuten durchgehend mit einer Handkamera filmen, wie ein Ehepaar am Tisch sitzt, irgendetwas isst, sich nicht ansieht, dann zur nächsten Szene cutten, und das Kunst nennen. So ist Lynch aber nicht. Er holt aus jeder Einstellung etwas heraus. Er inszeniert seine Kunst als Puzzle für den Zuschauer, dass aber durchaus lösbar ist - auf mehrere Arten und Weisen, und die, die es gelöst haben, streiten sich dann, welche Zusammensetzung die Schönere und "Richtige" ist. Selbst, wenn man der Aufgabe nicht gewachsen ist, das Rätsel zu lösen, so bleibt das Werk an sich trotzdem beeindruckend, da jede Szene für sich genommen schon ein filmtechnisches Meisterwerk ist.

                        In "Mulholland Drive" folgen wir einer jungen Frau namens Betty, die nach Hollywood kommt, um berühmte Schauspielerin zu werden und offenbar sehr talentiert und ambitioniert ist.
                        Während ihre Tante in Kanada Filme dreht, darf sie deren Apartment benutzen. Dort findet sie eine Frau vor, die sich selbst Rita nennt, aber ihr Gedächtnis verloren hat und nicht weiß, wer sie ist, wie sie hierher kam oder was genau passiert ist.
                        Gemeinsam versuchen sie nun Recherchen anzustellen, was vorgefallen ist.
                        Währenddessen verliert ein genauso ambitionierter Regisseur allmählich die Kontrolle über seinen eigenen Film und wird zum Sklaven höhergestellter Personen...

                        Der Schlüssel zu "Mulholland Drive", dessen Originaltitel 'Mulholland Dr.' einem zu denken geben sollte, ist meines Erachtens jedoch, die bis zu einem gewissen Zeitpunkt nachvollziehbare Handlung nicht als Ganzes zu sehen, sondern sie als eine Ansammlung von Elementen wahrzunehmen.
                        Wie eine auf der Bühne stehende singende Frau auch kein geschlossenes Ganzes ist, sondern aus ihrer Optik und dem Klang ihrer Stimme besteht. Wir sehen sie singen, und werden mitgenommen... aber was passiert, wenn man eines der beiden Elemente entfernt?

                        Ich habe für mich persönlich eine Interpretation gefunden, die ich rückblickend als schlüssig empfinde.
                        Somit habe ich ihn als Rätsel empfunden, als ich ihn das erste Mal gesehen habe, beim kommenden zweiten Mal werde ich ihn als geschlossene und stimmige Geschichte wahrnehmen.
                        Was ihn zu einem wirklich hochwertigen Film macht, ist aber, dass eben diese Geschichte allein schon beeindruckend ist, völlig gleich, wie man sie versteht.
                        Lynchs Inszenierungsstil ist hypnotisch, atmosphärisch, mystisch, spannend und sinnlich, und diese Kombination zieht sich durch den gesamten Film, macht ihn schlichtweg zu einem Genuss, einem Erlebnis.
                        Ein Kunstfilm sollte nicht erst durch das Philosophieren über ihn gut werden, sondern bereits von Haus aus gut sein, und durch das Philosophieren nur noch besser werden, wenn man dann meint, den entscheidenden Interpretationsansatz gefunden zu haben.
                        Und Gott sei Dank ist "Mulholland Drive" letzteres.
                        Neben einem tollen Regiestil wartet er mit viel Originalität und brillanten Darstellern auf, die den Film tragen. Alleine Naomi Watts spielt derartig brillant, dass sie eine Oscarnominierung verdient hätte.
                        Durch den Film zieht sich ein Sog, der einen durch das Geschehen vorantreibt, und jeden einzelnen Moment ästhetisch perfekt wirken lässt...

                        Lynchs Kunst besteht eben genau darin, dass er kein Snob ist, der dem Zuschauer sein Experiment vorsetzt und ihm jeglichen Anhaltspunkt entzieht, sondern dass er ihm eine gute Zeit bereitet und nebenbei auch noch eine Denkaufgabe gibt.
                        Das Ergebnis ist dann genau das perfekte Beispiel für gelungenes Arthauskino.
                        Und in der Hinsicht hat mich "Mulholland Drive" schlichtweg umgehauen.

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                          1.000! Endlich 1.000 bewertete Filme.. Und was war das bitte für eine Nummer 1.000!?

                          Ein Film wie eine gute philosophische Denkrichtung: Viele Fragen und eigentlich keine Antworten! Lynch wusste mal wieder zu überzeugen.. SPOILER? Ist doch eh egal.. Versprochen: Du weißt nicht mehr als nach dem Film! Das ist ein Lynch, verdammt!
                          Also: (Ne warte, lies es besser doch nicht! Oder?)
                          Irgendwie denkt man sich zunächst noch seinen Teil, versucht den Film von Minute 1 an zu interpretieren - es ist schließlich ein Lynch -. Der Polizist fragt beim Autounfall, ob einer der Männer einen Perlenohrring getragen hätte. Nein, natürlich nicht.. Aber "Rita" vielleicht? Was soll sonst das beleuchtete Gemälde von dem Mädchen mit dem Perlenohrring ohne Perlenohrring in dem Haus von Betty's Tante? Und Moment mal: Das alte Ehepaar vom Flughafen lacht genau so merkwürdig, wie die Personen in dem anfahrenden Auto bei der anfänglichen Unfallszene... Was ist denn mit dem Typen im Diner los? Und von welcher brünetten, etwas verprügelten Prostituierten spricht der unprofessionelle Auftragskiller? "Rita"? Und wieso tauchen irgendwann alle an diesem verdammten Diner auf? Und vor allem: Warum zum Teufel hat der Obdachlose hinter dem Diner diese komische, blaue Box, durch die Betty plötzlich selbst das tote Mädchen in Appartement Nr. 17 wird (schon immer war?) und dann in der Zeitspanne wieder auf "Rita" trifft. Und wieso ist der Schlüssel dann zwar noch blau, aber nicht mehr dreieckig. SILENCIO!
                          Und was sagt eigentlich Zizek dazu?
                          Zu dem Szenario im Theater und dem Gesang (vom Band)
                          "The fascinating thing about partial objects, in the sense of organs without bodies, is that they embody what Freud called “death drive”. Here, we have to be very careful. Death drive is not kind of a Buddhist striving for annihilation. I want to find eternal peace. I want… No. Death drive is almost the opposite. Death drive is the dimension of what in the Stephen King-like horror fiction is called the dimension of the undead, of living dead, of something which remains alive even after it is dead. And it’s, in a way, immortal in its deadness itself. It goes on, insists. You can not destroy it. The more you cut it, the more it insists, it goes on. This dimension, of a kind of diabolical undeadness, is what partial objects are about."
                          Es gibt wieder Szenen die sich zwischen Realität und Fantasie befinden... Die Szenen im Appartement 17? Geht es um Realität und Fantasie von Betty? Vorher Fantasie, jetzt eingemischte Realität? Deswegen die Elemente von Film Noir, Musical und Heist-Movie?
                          Nur was das eine angeht bin ich mir sicher: Ich habe wieder einmal keine Ahnung was wirklich passiert ist, wurde stark unterhalten und muss den Film noch 100 mal gucken und auf jede Kleinigkeit achten! Was für eine Nummer 1.000!

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                            Das ist die Richtige – die richtige Portion Verwirrung für meine Wahrnehmungskraft.
                            Wenn ich meine Klarheit im Kopf von abstrakten Strömen übermannen lassen möchte, begebe ich mich, wie neulich an einem gemütlich-stürmisch-lauem Sommerabend, auf mein Sofa und sauge mit immer wiederkehrendem Staunen Lynchs‘ Fantasien auf. Die Gedanken fangen an zweispurig zu fahren – Kurve hier, Kurve da – denn auch wenn die Story zu Anfangs aussergewöhnlich plausibel aufgebaut wird, wäre es doch eine Illusion zu glauben, Lynch hätte diesmal seine Verwirrspiele in eine kleine blaue Box weggepackt. Wie man inzwischen weiss, führen jegliche Interpretationsversuche bei Filmen von David Lynch ins Finstere. Dennoch ertappe ich mich doch hie und da beim Versuch meine Gedankenstränge zu sortieren, bis ich resigniere und dann... silencio...

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                              nicht unbedingt mein fall

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                                Am Anfang habe ich mich zu Tode gelangweilt. Doch jetzt, nachdem ich das Ende gesehen habe, muss ich die ganze Zeit nachdenken. Was steckt hinter diesem Film ? Ich weiß, dass Lynch uns etwas tieferes mitteilen will. Ich gebe erstmal nur 6 Punkte, weil ich diesen Film noch nicht verstehe. Ich verstehe seinen Sinn noch nicht. Ich spüre aber einen enormen Willen, diesen Film verstehen zu wollen. Es wird Zeit für einen tieferen Blick in die Materie

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                                  Stille. Mein Kopf ist Rührei.
                                  Na ja, nicht ganz, aber ihr wisst was ich meine. Das ist kein Film, es ist ein Erlebnis. Völlig einzigartig, völlig faszinierend, einnehmend. Ich habe alles verstanden, aber für nichts einen Sinn gefunden. Ich habe mitgefühlt aber keine Emotionen erlebt. "Mulholland Drive" ist wie ein magischer Spiegel.
                                  In Worte fassen kann ich diesen wunderschönen, verrückten Fiebertraum nicht wirklich. Aber allein die Vorstellung, auf all die kleinen Details achten zu können, wenn ich ihn ein zweites Mal sehe. Es juckt mir in den Fingern den Film sehr bald wieder anzuschalten.
                                  Intensiv war das Ganze sowieso. Der hypnotische Soundtrack hat mich erstmal ziemlich abgeschreckt. Genau wie die scheinbar betrunkene Kameraführung. Aber irgendwann entwickeln diese ungewöhnlichen Stilmittel einen Sog, dem sich einfach keiner entziehen kann. Und für schwache Gemüter ist dieser Film irgendwie auch nicht. Das hätte ich zwar gerade hier von nicht erwartet, aber ganz am Anfang gab es eine Szene, die hat mir wirklich den Schock meines Lebens eingejagt. Ich hab richtig aufgeschrien. Nach dem Abspann habe ich die Stelle aus Neugierde nochmal abgespielt und bin, ohne es verhindern zu können, gleich genauso zusammengefahren. Ein psychischer Einfluss, von dem man sich unmöglich abwenden kann.
                                  Wie geschrieben, in Worte fassen kann ich den Film noch nicht mal ansatzweise, vielleicht nach ein paar weiteren Sichtungen.
                                  "Mulholland Drive" sollte man definitiv gesehen haben. Es ist eine unvergleichliche Erfahrung, bei deren Erstsichtung vermutlich jeder etwas anderes sieht. Mein erster Lynch und ganz sicher nicht mein Letzter...

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                                    Nach "Eraserhead", den ich zwar insgesamt zwar gut, aber auch ein wenig zu verrückt fande, habe ich mich nun an "Mulholland Drive" gewagt und er ist direkt in meine Liste der Lieblingsfilme eingekehrt! Dieser Film ist in meinen Augen ein absolutes Meisterwerk und er lässt sich eigentlich kaum in Worte fassen. Schauspielerisch ist er ziemlich stark und die Story ist einfach der Hammer! Während man in der ersten Filmhälfte noch relativ gut der Handlung folgen kann (bzw. glaubt, dass man es kann) wird der Film dann gegen Ende hin so verworren und skurill, dass man überhaupt nicht mehr hinter die Handlung steigt. Wer hier Auflösung erwartet, der wird enttäuscht sein, denn die Auflösung selbst wird einfach in weitere Rätsel gepackt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendjemand direkt beim ersten Mal den Film wirklich versteht, denn ich glaube, dass es unmöglich ist, wirklich jedes Detail richtig zuordnen zu können. Das macht "Mulholland Drive" auch zu einem Film, den man sich mehrmals ansehen kann, da man immer wieder die Story weiter entschlüsseln kann, aber im Moment habe ich noch nicht wirklich das Bedürfnis, ihn noch einmal zu sehen, denn dieser Film verstört! Hier gibt es viele surreale Bilder zu sehen, die einen ziemlich verunsichern und verängstigen und besonders die Szene am Anfang im Hinterhof von "Winkie`s" zähle ich persönlich zu den gruseligsten Filmszenen aller Zeiten. Dazu kommt noch ein genialer Soundtrack, der eine unglaubliche bedrohliche Stimmung erzeugt und Lynch schafft es einfach perfekt, eine unterschwellige Angst zu erzeugen! Besonders das Ende ist dann noch absolut großartig inszeniert und wirkt enorm beängstigend.
                                    Fazit: Alle, die gern bei Filmen miträtseln und unkonventionelle Filme mögen, sollten sich definitiv "Mulholland Drive" anschauen, denn dieser Film lässt einen danach nicht mehr los, zwingt einen regelrecht zum Interpretieren und ist in meinen Augen ein absolut großartiges, unheimliches Meisterwerk!

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                                    • 8 .5

                                      THERAPEUTISCHER SPOILER enthalten

                                      Ein Film wie die Philosophischen Untersuchungen von Wittgenstein: Normalerweise sind Schauspieler und Figur, Namen und Figur, Gegenstand und Gegenstand identitär, das heißt, ein Schauspieler spielt eine Figur, ein Gegenstand hat eine Bedeutung, und die Name-Objekt-Relation von Dingen wird konstant gehalten. Dit is hier nicht der Fall. Der Film besteht im Grunde aus drei Teilen in denen die genannten identitären Beziehungen fast alle hintereinander zerblasen werden und man irgendwann garnicht mehr so genau weiß, "Was jetz was und Wer jetz wer und Wann jetz wann ist" ...Es stellt sich an allen Ecken die skeptizistische Frage, wie denn sich jetzt genau das Ganze auf die Realität bezieht.

                                      Wittgenstein würde sagen: Dat is die falsche Frage. Die Ausdrücke erhalten ihre Bedeutung nicht aus ihrer Beziehung von Bild, Gesicht, Wort zu einer (wie auch immer zu repräsentierenden) Wirklichkeit sondern in Relation zueinander. ...Muss ihn unbedingt nochmal sehen, den Film.

                                      P.s.: Übrigens lassen sich auch die im Internet kursierenden Interpretationen in philosophische Traditionen einordnen. Die bekannteste ist die Traumdeutung, die im Grunde solipsistisch ist, also à la "Ich denk euch einfach weg".

                                      • 10

                                        Wtf...was für ein Trip, den Grundstein des Films denk ich hab ich Verstanden, ansonsten schwebt über mein Kopf immer noch ein kleines Fragezeichen, wobei man ja David Lynch's Filme nicht wirklich interpretieren sollte, hat mir jemand mal gesagt...

                                        • 6 .5

                                          Der Film beginnt sehr vielversprechend und baut über die ersten 2h der Laufzeit eine große Spannung auf. Statt der erhofften genialen Auflösung folgt in den nachfolgenden 30min jedoch ein Trip, der mir scheinbar eine Nummer zu hoch ist. Der Film endet mit riesiger Verwirrung.

                                          Es mag Zuschauer geben, die Gefallen an Filmen haben, die einen weit über das eigentliche Filmende hinaus fordern und scheinbar nur mit Tipps des Machers selbst aufzulösen sind. Ich persönliche bevorzuge jedoch geschlossene Werke, demnach kann ich mit diesem Film eher wenig anfangen.

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                                          • 5

                                            Ich tue mich schwer mit David Lynch. Ein großer Teil der Einzelszenen ist wirklich großartig. Aber das Gesamte will mir nicht ausnehmend gefallen, während der kompletten Laufzeit hab ich kaum Interesse an den Figuren oder deren Geschichte entwickelt. Wahrscheinlich einer dieser Filme, die man mehrmals sehen sollte. Womöglich ist mir auch etwas entgangen. Sicher, den Film lückenlos verstanden zu haben, bin ich mir nicht.

                                            • 9

                                              Aufgrund der hohen Nachfrage nach diesem Text hier die Auflösung von Mulholland Drive:

                                              (ACHTUNG ...---S*P*O*I*L*E*R---... ACHTUNG)

                                              MULHOLLAND DRIVE
                                              Sie strafte die Welt damit, ihr eigenes Schicksal zu durchleben (trotz guten Willens nicht geliebt zu werden) – und das nur, um von ihrer eigenen falschen Antwort darauf abzulenken.

                                              Der Film zeigt die Geschichte einer einsamen, lesbischen, erfolglosen, recht attraktiven, blonden Schauspielerin (Diane), die sich bis über beide Ohren in eine umworbene, bisexuelle, übermäßig erfolgreiche, außerordentlich attraktive, schwarzhaarige (auch wenn im Film „brünett“ gesagt wird), andere Schauspielerin (Camilla Rhodes) verliebt. Zur selben Zeit, in der sich letztere von ersterer abwendet, muss diese auch noch eine zweite zerbrochene Beziehung verdauen. Sie beauftragt einen Killer, um ihre große Liebe Camilla umzubringen (vor allem da diese sie auch noch ständig demütigt), erträgt darauf folgend ihre eigene Schuld nicht und bringt sich selbst auch noch um. Bevor die letzte Ruhe (Silenzio) in ihr kaltes Hirn dringt, träumt sie sich noch einen schönen Gegenentwurf zusammen, in dem sie die Souveränität ihrer Angebeteten übernimmt und diese wiederum alle ihre Ängste durchleben muss. Während sie sich in diesem Gegenentwurf (die ersten 2/3 des Films) als sozial-bemutternde Heldin, als alleskönnende immerfreundliche Superfrau ausleben kann, kann sie die ermordete Angebetete durch die eigene Hölle schicken: Die Blaue Box=Der Auftragsmord, die Amnesie=die hereinrufende, grausame Realität, die mühsam ausgeblendet wird, die verfaulte Leiche=sie selbst, alles wird im Gegenentwurf Schicksal der Angebeteten. Freilich dürfen auch andere Personen an ihrer Stelle leben: Etwa der Regisseur, der versucht, seinen Idealen treu zu bleiben, und der auch den beiden Enttäuschungen (Betrug der Frau, Mafia will Hauptdarstellerin bestimmen = Camilla Rhodes wird ungerechterweise der Vorzug gegeben) ehrlich begegnet, aber es ist eben nicht so, dass die Haltung eines Menschen über seinen Lebensweg entscheidet (der Cowboy ist nichts weiter als ein tumber Mafiakiller, der seine Drohungen auch noch als Lebensweisheiten verkaufen will, in der Realität ist er ein Bekannter von Diane, der zum Filmteam gehört, und wie angekündigt noch zweimal im Film auftaucht), und das muss diese Schauspielerin erst mal verdauen, deshalb kommt es auch in ihrem Gegenentwurf vor. Sie hat es doch so gut gemeint... ...wie der Regisseur in ihrem Gegenentwurf.
                                              Am interessantesten ist der Film da, wo der Traum eine Lücke schließen muß, aus der einem die Realität entgegen stiert. Z.B. das Entdecken der Leiche. Ein weiteres Beispiel: Aus dem Auszug der zweiten Geliebten wird ein „Appartmenttausch“ – aha? Aus der Kellnerin Betty wird die Kellnerin Diane, aus Diane wird Betty.
                                              Die ganze Zeit über rufen die Elemente des Gegenentwurfs nach der Realität – das Geld für den Killer (der Alptraumpart im Cafe ist ein Teil des Gegenentwurfs, da hier die Chiffren des Gegenentwurfs gebraucht werden: Der Auftragsmörder, der ja im selben Cafe den Auftrag entgegennimmt, als archaische Bestie, und der furchtsame Mann dort, wo er in seinem erzählten Alptraum seinen Gesprächspartner sieht), der blaue Schlüssel, die Leiche, die Perücke (der Dunkelhaarigen wird im Gegenentwurf von der Blonden angedichtet, erstere wolle wie letztere sein – obwohl in der Realität das Gegenteil der Fall ist) – aber sie ist zu störrisch, um von der Suche nach einer verkrampften heilen Welt abzulassen.

                                              Weitere Anmerkungen:

                                              - der Gegenentwurf ist stets unwirklich stilisiert. Z.B. kann man den stilisierten dreieckigen blauen Schlüssel im Gegensatz zu seiner realen Vorlage nicht im Schloß drehen (was in einer Szene trotzdem gezeigt wird)
                                              - die Szene mit dem massenmordenden, tölpelhaften Killer scheint der Realität zu entstammen; anscheinend macht dieser seinen Job auch nicht so ganz professionell, andernfalls würden die Detectives nicht ständig hinter Diane herrennen (diese sind auch im Gegenentwurf immer wieder präsent)
                                              - ein echtes Rätsel: der Anfang (den man am Ende auch wieder vergessen hat): Was sollen diese ineinandergehäuften Rock’n’Roll-Szenen? Die einzige für mich plausible Erklärung: Hier soll ein möglichst großer Kontrast zur nächsten Szene hergestellt werden, damit die nächtliche Fahrt über den einsamen Mulholland Drive auch richtig gruselig wirkt.
                                              - ich bin noch unschlüssig, in wie weit das alte Ehepaar, mit dem die Blonde im Gegenentwurf anreist, der Wirklichkeit entspricht. Da die Beiden Letztere am Schluß als Vertreter der Realität, die durch jede kleine Ritze in ihre Phantasie hereinrinnt, jagen, kommt ihnen wohl eine Schlüsselrolle zu. Unklar ist aber, was dem Ehepaar in der Realität entspricht. Vielleicht ist das alte Ehepaar auch das einzige Unverfälschte an ihrem Gegenentwurf. Aber Diane’s Tante ist in der Realität ja tot, wie kann sie diese dann besuchen kommen?
                                              - der Theaterbesuch ist ein Hämmern der Realität an der Tür des Gegenentwurfes: „Es ist alles nur Illusion“
                                              - der Mullholland Dr ist für die Geschichte weniger wichtig. In der Realität ist er der Ort der Demütigung der Blonden durch die Dunkelhaarige, im Gegenentwurf rächt sich das dann.
                                              Sowieso ist das zentrale Thema des Filmes meiner Meinung nach Sehnsucht, Enttäuschung, Rache, und erst danach, und dadurch in eine Form gegossen – Wahnsinn.

                                              (ACHTUNG ...---S*P*O*I*L*E*R---... ACHTUNG)

                                              10
                                              • 2

                                                viel zu langatmig, langweilig, skuril und unverständlich.
                                                Die Darstellerinnen habe super gespielt aber der Film war wohl echt nix für mich...

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                                                • 8 .5

                                                  Mulholland Drive ist mein 1000. auf moviepilot bewerteter Film - ein anerkennendes Selbst-auf-die-Schulter-Klopfen sei mir gegönnt - und ein ganz schönes Brett.
                                                  Wie, nun, eigentlich alle Lynch-Filme begeistert Mulholland Drive mit berauschenden, verstörenden, hypnotischen und speziell in diesem Falle durchaus auch stimulierenden Bildern, die mit einer durchgängigen Intensität auf die Netzhaut treffen, dass man mitunter weinen möchte. Spätestens wenn wir einen äußerst charismatischen und wortkargen Herrn in einem durch Vorhänge verhüllten Raum erblicken und die schauehaft mystischen Klänge des Sountracks von Angelo Badalamenti hören, wissen wir zwar noch lange nicht, WAS uns erwarten wird, aber doch, DASS uns etwas erwarten wird, was noch tief im Verborgenen der Schatten von Hollywood liegt.
                                                  Lynch versteht es, sogar den Blick um die Ecke und das Öffnen einer Handtasche derart spannend zu inszenieren, dass man nicht einmal blinzeln KANN. Dass man am Ende des abgedrehten Psychotrips dann kaum noch durchblickt und die Synapsen auf Hochtouren arbeiten müssen, ist da nur konsequent.
                                                  Vielleicht beruhigt es einen, wenn man sich die Aussage, die im "Silencio" gebracht wird, ins Gedächtnis ruft und wie Balsam auf die qualmenden und geschundenen Nervenstränge schmiert: Es ist alles Illusion.

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                                                  • 5 .5

                                                    Wow...da hab ich ja sogar bei Memento mehr verstanden...

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