Mulholland Drive - Kritik

FR/US 2001 Laufzeit 146 Minuten, FSK 16, Thriller, Drama, Erotikfilm, Kinostart 03.01.2002

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    Habe den Film seit Ewig und drei Tagen nicht gesehen. Habe irgendwie auch gedacht, dass ich ihn inzwischen nicht mehr so dufte finden würde. VON WEGEN! Was für ein famoses AtmoDing. LiebeLiebeLiebe gibt es für diesen Film. ♥

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      also nach lost highway hoffte ich bei mulholland drive auf etwas mehr spannung und einen nicht so ewig langgezogenen film. naja, jetzt weiss ich das dieser regisseur einfach nicht meinen geschmack trifft....

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        frank-br 13.03.2015, 10:34 Geändert 13.03.2015, 10:39

        Der Film beeindruckte mich realtiv stark, vermutlich weil er "kafkaesk" wirkte. Geht man mögliche Interpreationsmöglichkeiten durch, so wird der Film im nachhinhein noch interessanter. Vermutlich sollte ich ihn mir bei Gelegenheit nochmal ansehen.

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          LIEBLINGSFILME TEIL 2

          Mulholland Drive ist übrigens mein absoluter Lieblingsfilm, wie ich wieder festgestellt habe.

          "Mulholland Drive: eine Traumstraße, eine ungemein düstere Straße in der Nacht, eine dem Schicksal gleichende Strecke, die zur Stadt der Engel führt. Fragt man David Lynch, was er an Los Angeles schätzt, wird er auf die verschiedenen Stimmungen und Lichter verweisen, die so gut wie jede Stadt ausmachen, aber gerade dort für den Kultregisseur so faszinierend sind, dass er sie metaphorisch in seinem Werk „Mulholland Drive“ verbildlicht. Beschäftigt man sich ein wenig mit Lynchs Œuvre, wird man wiederkehrende Motive, Mittel und Emotionen entdecken, auf einer surrealistischen Reise, die nicht nur Himmel und Hölle fusioniert, sondern eine einzigartige Stimmung schafft, der man entweder vollkommen ergeben ist oder wenig abgewinnen kann. Betritt man jedoch die Welt David Lynchs, erwarten einen nicht nur herausragende Filme – es erwarten einen Werke, die auf einer Wellenlänge sind mit Bergman, Tarkovsky, Buñuel oder Kubrick."

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            MoSeZ94 24.02.2015, 19:11 Geändert 02.03.2015, 02:32

            "Silencio!", das letzte Wort eines Filmes, der dich wie gelähmt in deinem Sitz zurücklässt. Es wird dir bewusst, dass du vorerst nicht begreifen wirst, was du soeben gesehen hast. Gedankenverloren versuchst du den Inhalt des Werkes zu entschlüsseln, wirst dich aber dabei ertappen, dass der Film in seiner komplexen Gesamtheit kaum gänzlich zu deuten ist.

            David Lynch erschafft hier ein wahrhaftiges Meisterwerk mit skurrilen, verstörenden und fesselnden Szenen, die durch Begleitung einer passend mystischen Musik durchgehend exzellent verstärkt und untermauert werden. So wendet sich der interessierte Zuschauer, trotz der teils langatmigen Erzählinstanz und Darstellung der Vorkommnisse nicht vom Geschehen ab.

            Dennoch ist der Film für meinen Geschmack nicht vollkommen in seiner Komplexität und Symbolik zu verstehen, da es keine eindeutige und rationale Interpretation der Handlungsstränge gibt und nur der Regisseur alleine weiß, was er hier kreiert hat.
            Einerseits ist es beeindruckend wie sehr man dadurch zum Denken und Nachforschen angetrieben wird, andererseits lässt mich "Mulholland Drive" mit einzelnen Verständnislücken zurück, was eine höhere Bewertung ausschließt.
            (Habe den Film soeben ein zweites Mal geschaut und muss meine Aussage korrigieren - es lassen sich immer neue Lösungsansätze, Hinweise und Ideen finden und es scheinen mehrere Schlüssel in ein Schloss zu passen.)
            Ein Muss für jeden Filmliebhaber! Kafkaesk, verstörend, genial.

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              Einige der besten Szenen, die ich je gesehen hab.

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                TARS-92 09.02.2015, 20:08 Geändert 09.02.2015, 20:10

                Jetzt ist nun das Herzchen fällig. Der Film hat mich schon nach der allerersten Sichtung verfolgt, vorallem wegen einiger "verstörender" Szenen. Nach längerer Zeit schaute ich ihn mir heute wieder an, und er hatte die gleiche Wirkung. Da ich den Film mitlerweile verstanden habe, konnte ich nochmal mehr auf die Details achten.

                Wie schon bei "Lost Highway" mixt Lynch hier einen mysteriösen Plot, gruselige und skurile Szenen und Figuren zusammen, stets gegleitet von einer unheimlichen Atmopshäre. Und wie bei Lost Highway wird der Zuschauer aufgefordert sich selbst zusammenzureimen was ihm da eben vorgesetzt wurde. Nur gibt es bei Mulholland Drive im Gegensatz zum Vorgänger eine einzige schlüssige Auflösung, welche bei Kenntnis zusammen mit einer erneuten Sichtung logisch erscheint. Nur um auf die Lösung zu kommen kann es eine Weile dauern, oder man braucht gar Hilfe dabei.

                SPOILER
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                Der Film ist die Darstellung eines Traumes und dessen Enstehung und Einflüsse.
                Während Chris Nolan uns in die Welt der luziden, also der gesteuerten, Träume einführte, zeigt uns David Lynch wie natürliche Träume aussehen, und auf welche Art und Weise wir erlebte Dinge in unsere Träume einbauen. Darin besteht die Genialität des Films. Die Protagonistin, Diana, wollte nach Hollywood um ihren Traum, ein Filmstar zu werden, zu erfüllen. Sie verliebt sich in eine andere Schauspielerin, names Camilla. Als diese ihr erst sämtliche Hauptrollen vor der Nase wegschnapt, und sie dann noch wegen des Regisseurs verlässt, beauftragt sie den Auftragsmörder um sie töten zu lassen. Diese Erlebnisse und ihre aufkommenden Schuldgefühle baut sie in einem Traum ein. ZB. lernt sie eine Fremde kennen und verliebt sich in sie. Hier verarbeitet Diana ihre Sehnsucht nach Camilla und ihre Liebe. Dem Regisseur, der im wahren Leben der neue Lover von Camilla ist, widerfahren eigenartige Dinge. Er hat es unter anderen mit einem mysteriösen Cowboy und Mafiosi zu tun (beides Abbildungen von realen Personen die Diana auf der Party gesehen hat). Hier verarbeitet sie ihren Wunsch dass dem Regisseur eben schlechtes widerfährt. Zu einem nervös wirkenden Typen im Restaurant, in dem sie den Auftragsmörder trifft, entseht ebenfalls in ihrem Traum eine eigene skurile Geschichte. Und es gibt noch mehr Dinge die man aufzählen könnte.
                Und so funktionieren Träume nunmal. Das Gehirn verarbeitet im Traum alles was man erlebt hat, nur werden dabei Dinge neu zusammen gelegt wodurch sie in unlogischen Zusammenhängen zueinander stehen. Man bemerkt dies im Traum aber nicht, beziehungsweise man merkt vielleicht dass etwas eigenartig ist aber man erkennt es als Realität an und erst nach dem aufwachen bemerkt man dass alles keinen Sinn macht, und wundert sich wie Person X plötzliche diese oder jene Eigenschaft hat.
                Auf der anderen Seite steht der Film für den Traum im Sinne von Wünschen. Sinnbildlich dafür ist gewählte Titel "Mulholland Drive". Die Straße nach Hollywood. Die Stadt in der so viele Wünsche wahr werden. Eben jene Wünsche die Diana verwehrt bleiben und sie deswegen im Wahnsinn endet.

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                  Fesselnd, faszinierend, verstörend und wahrscheinlich von den Meisten nicht verstanden. Eine richtige Entschlüsselung gibt es und wird es wohl auch nie geben, denn der Film, besonders die Motive und Figuren, geben Raum für nahezu endlose Interpretations-Varianten. Was David Lynch da auf die Beine gestellt hat, ist ein Meisterwerk. Ich kann nur Jedem empfehlen, nachdem man den Film das 1. Mal gesehen hat, die 10 Hinweise von Lynch zur "Entschlüsselung" durchzulesen. Wenn man sich den Film dann ein 2. Mal anschaut, ist es erstaunlich, welche Details, welche Handlungen in kleinen Dingen, teils in einzelnen Bildern dargestellt werden. Die Atmosphäre (vorallem die Musik, die einzelnen "Traumszenen", hier besonders Silencio-Club zu nennen) sind gigantisch und überwältigend und habe ich persönlich so noch nie erlebt. Einer meiner Lieblingsfilme, definitiv. Umso häufiger man ihn anschaut, desto mehr Gedankenstränge verknüpfen sich miteinander. Nochmals: Ein Meisterwerk!

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                    Niho 30.01.2015, 22:05 Geändert 30.01.2015, 22:06

                    Bis jetzt habe ich es selten erlebt, dass ein Film mich so sprachlos und verwirrt zurückgelassen hat wie "Mulholland Drive". Während ich mich in der ersten Hälfte noch fragte, wo denn der Mindfuck bleibt, kam die Antwort dann prompt in der zweiten Hälfte - und wie! Die Story bleibt dabei undurchschaubar und düster, ist unterlegt mit einem fabelhaften Score und vor allem die beiden Hauptdarstellerinnnen spielen ihre Rollen perfekt.
                    Von allen Filmen, die im Nachhinein zum nachdenken und interpretieren anregen, ist "Mulholland Drive" wohl der komplexeste Film. Das Schöne an diesem Film ist auch, dass viele Szenen allein für sich stehen könnten und trotzdem grandios anzuschauen wären.
                    Auch bei meiner Bewertung war ich mir lange sehr unsicher und wusste nicht direkt, wie man "Mulholland Drive" in Worte fassen kann. Letztendlich habe ich mich aber doch für die 10 Punkte entschieden, auch wenn es kein Film ist, bei dem ich sofort nach dem Ende wusste, dass er sich in die Reihe meiner Lieblingsfilme einreiht. Vielleicht ändert sich das auch noch einmal, solange ich noch über "Mulholland Drive" nachdenke. Und das kann sich wohl ziemlich lange hinziehen.

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                      miarehkitz 10.01.2015, 23:46 Geändert 11.01.2015, 00:00

                      Aaahhh, was für ein Trip! Vollkommen unvorbereitet und unvoreingenommen griff ich mir "Mulholland Drive" aus unserer hauseigenen DVD - Sammlung, um mir damit ein paar der dunklen winterlichen Abendstunden zu vertreiben, die einem im Moment so zusetzen. Doch was mir dann letztendlich zusetzte, waren nicht die fiesen Abendstunden, sondern dieser unglaublich vereinnahmende, grauenvolle, aber zugleich angenehm albtraumartige und faszinierende Film von David Lynch!

                      Wie soll ich‘s sonst beschreiben, als in eben gewählten Worten? "Mulholland Drive“ ist ein düsterer, nebulöser, wirrer, konfuser Mindfuck - Trip durch die Irrungen und Wirrungen der menschlichen Psyche; ein Sog, der seinesgleichen sucht. Ein Sog, gespickt mit fesselnden, traumartigen Bildern und mitreißender musikalischer Untermalung. Ein Sog, dem ich mir nach der ersten Sichtung nicht entziehen konnte und der einige Tage später seine Wiederholung forderte, geradezu herausschrie.

                      (Bisschen Spoilern erscheint unausweichlich.)

                      Ganz ehrlich war ich bei der ersten Sichtung vollkommen überfordert und auch etwas übellaunig, so erwartete ich doch nach kurzem Überfliegen der Filmbeschreibung einen, naja, sagen wir, 0815 – Thriller mit bisschen Mystery und so. Was ist schon dabei, so’ne Alte, die ihr Gedächtnis verliert, eine andere Alte hilft ihr dabei und beide versuchen das Geheimnis um ihren Gedächtnisschwund zu lösen? Ich dachte, es artet in so‘ner typischen Krimistory aus - crazy, die Mafia ist hinter der Ollen her und so weiter. Als ich dann merkte, hey, Moment mal, da passieren jetzt aber gänzlich skurrile und kuriose Dinge (hier nenne ich mal vorsichtig den Aufenthalt der beiden Protagonistinnen im Silencio – Theater und die diesbezüglichen Geschehnisse), habe ich mich aufgeregt und gedacht, was soll der abgedrehte Scheiß? Außerdem versteh ich nix, halloo? Ich konnte 3/4 des Filmverlaufs bestens folgen, was soll das jetzt?..

                      Was dann folgte, hat mich umgehauen. Ich saß verdattert vorm Fernseher und konnte nicht glauben, was ich sehe, konnte nicht fassen, was da vor meinen Augen passiert. Obwohl ich’s nicht verstanden hab, obwohl ich’s nach wiederholtem Anschauen wahrscheinlich immer noch nicht in Gänze verstanden habe (kann man das überhaupt? Soll man das überhaupt? Kann überhaupt irgendjemand ernsthaft behaupten, diesen Mindfucker tatsächlich verstanden zu haben?) hat’s mich gepackt. Es war wie ein Albtraum, mit dem man sich konfrontiert sieht, nur dass das Gesehene die knallhart bittere Realität wiederspiegelt – eine albtraumhafte Realität, in der die Protagonistin gefangen ist, unfähig, sich von ihrem selbstgeschaffenen Trugbild zu lösen, außerstande, sich von ihren Dämonen zu befreien. Eine Realität, ausgelöst durch die im Silencio – Theater unvermittelt hereinbrechende Erkenntnis, dass alles eine Illusion ist: Sowohl die von Dianes Unterbewusstsein geschaffene Parallelwelt, ein „Bettyversum“, als auch die in ihrem wirklichen Leben stets präsenten, aber unerfüllten Träume und Wünsche. Silencio – ein Sinnbild für all das Illusorische, was sich in Dianes Wunschwelt und ihrem realen Leben bereits manifestiert hat und sie langsam, aber sicher von innen auffrisst.

                      Was bleibt, sind zerstörte Träume, eine verpfuschte Zukunftsvision, eine abgewiesene Liebe, Demütigungen en masse, eine fatale und folgenschwere Entscheidung, eine kaputte und vereinsamte menschliche Existenz, die sich letztlich - gedrängt von Wahn, Hysterie und Halluzinationen - ihrem scheinbar unausweichlichen Schicksal ergibt und all den Selbsttäuschungen ein Ende setzt, indem sie sich eine Kugel in den Kopf jagt, und in ihren verschwitzten roten Bettlaken und der grünen Bettdecke stirbt.

                      Ich glaube, ich könnte stundenlang weiterschreiben. Allein die im Film vielschichtig verwobene Symbolik könnte mich zu ewig andauernden Interpretationsergüssen verleiten..

                      (Kleines Beispiel: Die alten Leute. Diese auf erschreckende Weise aufgesetzt fröhlich und freudestrahlenden Menschen. Was verdammt sind sie? Wofür stehen sie? Wieso flimmern sie in der ersten Szene, in der Dianes Rock’n’Roll-Tanzwettbewerbsgewinn angedeutet wird, neben ihr auf dem Bildschirm, mit diesem furchteinflößenden, zähnefletschenden Grinsen? Wieso scheinen sie zuerst nette Leute zu sein, die „Betty“ in Dianes Parallelentwurf die Nervosität vor dem großen Unbekannten nehmen, die Diane dann aber später zunächst in Miniaturform, nachher in ihrer vollen Monstrosität, mit ihrem hysterischen Gelächter in den Selbstmord treiben? Was sind sie? Das Gewissen? Die böse Vorahnung, die genau weiß, in welche Richtung Dianes Leben in LA schlittern wird? Oder sind sie wie Engelchen und Teufelchen auf Dianes Schultern? Nur dass beide kleine, gemeine Teufelchen darstellen, die Diane überhaupt erst den Floh von der Schauspielkarriere ins Ohr gesetzt haben, wohl wissend, dass sie nicht nur scheitern, sondern auch einen Pakt mit dem Teufel, der Schreckensgestalt hinterm Winkie’s, eingehen wird, wo sie in einen Auftragskiller auf Camilla ansetzen wird?! Ahhhh!)

                      .. aber dem sollte ich mal ein Ende setzen. Festzuhalten bleibt: Ein Film wie ein Traum. Ein Film wie ein Albtraum. Ein Film wie ein Schreckensentwurf einer labilen, leidgeplagten Psyche, gefangen in der Traumfabrik schlechthin: Hollywood. Mehr Schein als Sein.

                      Gruselig. Und so gut. Eine Zehn!

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                        der Film bekommt von mir glatte 2 Punkte. Aber auch nur für die guten Schauspieler. Handlung hätte was werden können. Es ist mir total unklar, wieso die Handlung teilweise so dämlich (Typ im Rollstuhl-Szene) oder vor allem das Durcheinander in der zweiten Hälfte dargestellt werden muss. Auch die Theaterszene sind ziemlich schlecht und sinnfrei. Das abschließende "Silentio" sagt mir eigentlich nur, dass dem Regisseur sämtliche Fähigkeiten abhanden gekommen sein müsen. So ein Scheiß. Sorry.

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                          Krankes Meisterwerk.

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                            Dass es einen großen Twist geben würde und dass wohl ohne anfängliche Verwirrung ein Lynch kaum möglich ist, war mir ja vor der Sichtung schon bewusst. Dennoch ist mir das ganze irgendwie zu krass surreal - soll wohl eben die Aussage sein. Und wenn schon Lynch selbst ein "Merkblatt mit Interpretationshinweisen" verfasst hat, dann ist das eben kein Film für mich (das hab ich erst im Nachgang herausgefunden. Eventuell schau ich mir den Film ja vielleicht unter diesen Gesichtspunkten nochmal an, allerdings mag ich doch eher Filme, welche ich ohne vordergründige Recherche anschauen kann :D)

                            Ein Film muss sich zwar sicher nicht immer bis ins Detail erklären lassen können, aber bei Mulholland Drive gab es da für mich persönlich einfach zu viele Elemente, die selbst zum Ende hin zu wirr waren, um einen für mich schlüssigen Zusammenhang zu konstruieren.

                            So muss ich leider, leider gegen den Strom schwimmen und kann dem Film hier lediglich Punkte für gute Schauspieler und das Einfangen einer mystischen Grundstimmung geben. Hach, schade.

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                              Aufgrund der vielen positiven Kritiken zu diesem Film, wollte ich mir auch selbst ein Bild darüber machen.

                              Leider habe ich von der 1. Minute keinen Zugriff bekommen. Die Machart und die Atmosphäre dieses "Meisterwerks" war absolut nichts für meinen Geschmack. Mulholland Drive war einer der wenigen Filme, die ich bis jetzt gesehen habe, den ich mir nicht bis zum Schluss angeschaut habe. Nach gut einer halben Stunde konnte ich es einfach nicht mehr ertragen und musste dieser Zeitverschwendung ein Ende bereiten.

                              Schade...

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                                Dergestalt 07.12.2014, 19:48 Geändert 23.01.2015, 19:41

                                [Dieser Film ist Teil meiner Liste "Kino als Wahn" und irrsinnig]

                                Wie in "Lost Highway" treffen auch hier wieder verschiedene Genres in einer ganz eigenen Mischung zusammen. Lynch beherrscht die Spannung dabei erneut wie kein anderer Regisseur und lässt den Zuschauer schließlich in einem Strudel aus Wahn und Emotion allein. Am Ende kann man detektivisch klug (der Film besitzt ja viele Kriminal/Thriller-Elemente) versuchen, noch ein Oben und Unten zu erkennen, wird sich aber damit konfrontieren müssen, dass der Film rein inhaltlich nicht zu fassen ist. Es handelt sich um ein Form- und Narrationsexperiment, das durchweg konsequent, aber schlicht unverständlich ist. Kleine Spuren bekannter Genres gibt es zwar, aber die bleiben bloß Appetithäppchen im Strudel emotionaler Kraft. Und hier punktet der Film durchweg. Filmische Suggestion in Perfektion.

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                                  Altai 03.11.2014, 15:12 Geändert 03.11.2014, 15:58

                                  Was für ein Film. Mal dachte ich, ich hätte ihn verstanden, dann haut mich Herr Lynch wieder aus den Socken und in meinem Kopf sind nur Fragezeichen vorhanden. Der Film hat von allem ein bisschen, Sozialkritik,Thriller,Erotik usw. Also selten solch ein surealen Film gesehen. Es geht um vieles in diesem Film aber hauptsächlich, so fasse ich das zumindest auf, geht es darum das man in Hollywood seine Seele an den guten alten Devil verkaufen muss um es zu etwas zu bringen.Oftmals diese Silencio Momente die mich stark an einen Rober Blake aus Lost Highway erinnerten. Es herrscht eine Düsternis die krass aufs Gemüt schlägt. In diesem Film, so scheint es, wird auf einen Vertrag zwischen Regisseuren Produzenten und Schauspielern mit den Dämonen Hollywoods hingewiesen, und einzig allein die Seele ist der Preis für den Ruhm den er einem beschert!

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                                  • 9 .5
                                    NewSTARs 31.10.2014, 02:34 Geändert 10.03.2015, 17:47

                                    David Lynch's "Mulholland Drive" ist ein großes, verstricktes, surrealistisches Filmerlebnis mit mehreren Handlungssträngen, die sich verschmelzen, vertauschen und am Ende ein Ganzes ergeben. Viele Szenen bieten im einzelnen eine ganz eigene Atmosphäre, die auch dem Zuschauer für ihre Dauer über ein anderes, neues Gefühl geben. Besonders wegen dieser abwechslungsreichen Art wird der Film trotz seiner langsamen, ruhigen Erzählweise nie langweilig und frischt mit neu angesetzten Ideen immer wieder auf. Bei der Zweitsichtung wird demnach umso klarer, dass jede Szene einen wichtigen Teil zum Ende beiträgt und die Laufzeit von 147 Minuten gerade zu perfekt ist, ohne irgendwann überflüssig oder schnell erzählt zu wirken. Klar, Lynch lässt sich sehr viel Zeit, dennoch wirkt die letzte halbe Stunde bei der Erstsichtung wie viel zu schnell erklärt um dem Twist hinterher zu kommen. So erging es mir persönlich. Nun ist der Twist kein einfach zu verstehender, sondern ein gigantisch raffinierter, höchst komplexer Twist, welcher anfangs stark sacken muss um verstanden zu werden. Das fieseste ist, dass Lynch die Puzzelteile nur mit einem dünnen Faden verbindet, über dessen Deutungen man selbst spekulieren muss. Und genau das ist es, was "Mulholland Drive" von all den anderen Filmen seines Genres abhebt. Er fordert nicht während des Filmes das Denkvermögen des Zuschauers, sondern erst am Ende bzw. wenn die Erzählung der Geschichte vorbei ist. Dabei ist die gesamte Liebesgeschichte, die vorallem aus Neid, Hochmut und Wollust besteht, sehr emotional, tragisch und äußerst glaubwürdig erzählt. Unterstützt wird dieses unvergessliche Filmerlebnis mit einem wundervollen Cast, in dem besonders Naomi Watts und Justin Theroux herausstechen. Der intensive Soundtrack bringt stark die surrealen, schmerz- und gefühlsvollen Liebeselemente zum Ausdruck als perfekter Ausgleich für die absolut geniale Kameraführung, welche mit der Soundkulisse die mulmig wirkende Traum-Atmosphäre einzigartig kreiert.

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                                      Er verfolgt mich sogar in meine Träume

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                                      • 10

                                        Das ist ja fast schon pervers, wie Mulholland Drive mit jeder Minute, in der man über ihn nachdenkt, faszinierender wird. Ultrakunst nennt man das wohl. Traurig, dass mein alter Kommentar (Wertung: 8.5) keine 2 Jahre hielt.

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                                          Bereits der Einstieg - Befremdlich wirkende Fragmente eines Jitterbug-Contests und eine bildhübsche Frau, die nach einem seltsamen Zwischenfall nachts verwirrt über den Mulholland Drive irrt - deutet es an: Mit "Mulholland Drive" widmet sich David Lynch wieder der düsteren, abwegigen Seite des Filmemachens und kehrt nach dem hoffnungsvollen, geradlinigen "The Straight Story" zu seinen surrealen Wurzeln zurück.
                                          Ursprünglich als TV-Serie geplant, dann vom Sender abgelehnt und eher aus der Not geboren als eigenständiges Filmprojekt realisiert, entpuppt sich "Mulholland Drive" schließlich sogar noch als das vielleicht beste Werk von David Lynch. Basierend auf eigenen Erfahrungen im Filmgeschäft und inspiriert durch seine Lieblingsfilme wie "Sunset Boulevard" oder "Vertigo" schuf der Regisseur einen Film, der selbst wie eine Art moderne Version von Billy Wilder´s Klassiker wirkt, nur eben mit der einzigartigen Handschrift eines David Lynch.
                                          Die Handlung ist ein Spiegel, der einerseits die faszinierende, bezaubernde Oberfläche und den Glanz des Hollywood-Business veranschaulicht, auf der anderen Seite die Traumfabrik allerdings als das zeigt, was sie womöglich in Wirklichkeit ist: Ein nicht enden wollender Albtraum, ein verzweifelter Strudel, in dem sämtliche Ideale, Träume und Ambitionen ertrinken.
                                          Es ist schwierig, den Film in seiner Gänze zu besprechen, ohne auf seine nahezu perfekte Struktur einzugehen. Zunächst wirkt alles tatsächlich wie eine Art Prolog für längerfristig geplante Handlungsstränge. Im Prinzip besteht die gesamte erste Hälfte aus einer Aneinanderreihung brillant komponierter Einzelszenen, von denen jede entweder mit düsterer Dramatik, verwirrendem Surrealismus, rätselhafter Symbolik, einer Spur bissigem Humor, sinnlicher Erotik oder abgründiger Spannung gefüllt ist. Die Inszenierung braucht man bei Lynch mittlerweile eigentlich kaum noch erwähnen, so hebt er erneut sämtliche rationale Grenzen auf und wandelt zwischen Realität und Traum/Fantasie mit einer fesselnden Perfektion, die ihresgleichen sucht. Hinzu kommt wieder ein herausragender Score von Angelo Badalementi, der wie immer auf meisterlichem Niveau für perfekt passende musikalische Untermalung sorgt.
                                          Gegen Ende kommt dann der entscheidende Bruch, ein wahrer Game-Changer, der das Gehirn erst so richtig ins Rollen bringt, den Zuschauer aufruft, sich sämtliche Charakteristiken zu den entscheidenden Figuren selbst zusammenzusetzen und zu entwirren. Dabei lässt sich diesmal sogar ein gewisser roter Faden ausmachen, anhand dessen man sogar ein einigermaßen schlüssiges Bild erkennen kann, bei dem lediglich wieder einmal einzelne Elemente vielleicht auf ewig ein Rätsel darstellen. Als Beispiel seien hier nur der Club Silencio, die Winkies-Szene, die blaue Box mitsamt blauem Schlüssel oder das Rentner-Pärchen genannt. Szenen und Elemente, die sich unmittelbar beim Betrachter verewigen, die teilweise auch verstören und über die man sich am liebsten stundenlang den Kopf zerbrechen möchte.
                                          Bei den Darstellern offenbaren sich ebenfalls fantastische Leistungen, da die wichtigsten Figuren praktisch mehrere völlig unterschiedliche Facetten zeigen müssen, was vom Cast hervorragend bewältigt wird. Vor allem Naomi Watts, der mit dieser Rolle der verdiente Schauspieldurchbruch gelang, brilliert auf allen Ebenen.
                                          Über "Mulholland Drive" könnte man noch ewig weiter schwärmen. David Lynch schuf mit seiner ganz eigenen, einzigartigen Hollywood-Satire ein faszinierendes Drama, das mit viel düsterer Spannung, sinnlicher Erotik, vielschichtigen Figuren, einer Prise Humor, einer Vielzahl an brillanten, mitunter natürlich auch verwirrenden Einzelmomenten, einer insgesamt fantastisch konstruierten Geschichte und der handwerklichen Perfektion auf ganzer Linie für Begeisterungsstürme sorgt. Wahrscheinlich sogar sein stimmigstes, bestes Werk, was bei dem Namen David Lynch einiges bedeutet.

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                                            Kurono 18.10.2014, 21:12 Geändert 19.10.2014, 00:43

                                            „Mulholland Drive“, einer dieser Filme, bei denen es mehr Spaß macht, über sie zu lesen und zu diskutieren, als sie tatsächlich zu gucken. So dachte ich jedenfalls lange Zeit.
                                            Nach einigen Gedanken und Interpretationen sehe ich in Lynchs Werk aber kein mysteriöses Kuriosum mehr, sondern ein doch recht bewegendes, menschliches Drama, welches uns ein unschönes und zugegeben, schon etwas karikiertes Bild von Hollywood zeigt.

                                            Besonders gut gefällt mir dabei die Interpretation (ohne jetzt zu sehr in Detail zu gehen), dass die gesamte Handlung mit Betty und Rita nur ein Traum von Diane ist. Wenn alle Personen und Orte in diesem Part der Handlung somit Teil von Diane sind, lässt das interessante Interpretationen auf ihre Lebensgeschichte und Charakter zu.
                                            Die Betty- und Diane-Handlung kombiniert, ergeben dann das menschliche Drama, welches aus geplatzten Träumen, nicht erwiderter Liebe, Hilflosigkeit und einen herzlosen Hollywood besteht.

                                            Diese Interpretation ist sicherlich diskutabel und wenn Lynch ein einfaches Drama erzählen wollte, warum tut er das dann nicht einfach?
                                            Gewissermaßen sehe ich also die Geschichte, die ich in sehen will. Diese finde ich aber spannend und interessant und ich kann so für mich behaupten, dass ich aus „Muhlholland Drive“ etwas mitnehmen konnte. Das rechtfertig mindestens ein „sehenswert“. Außerdem muss man den Film ja auch schon deshalb gesehen haben, um mitreden zu können;)

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                                              Diesen Film habe ich nur mit Mühe überstanden... langweilige Story, teilweise geradezu unerträgliche Charaktere und die Atmosphäre... tja.... welche Atmosphäre eigentlich?
                                              Mulholland Drive ist für mich an Langeweile nur schwer zu überbieten und wenn ich bei einem Film das Ende geradezu herbeisehne, damit bloß endlich Schluß ist, dann kann ich so einem Streifen bei aller Liebe nur 0 Punkte geben.
                                              Fazit: zzz ZZZ zzz

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                                                Nicht jedermanns Sache das steht schonmal fest aber für Filmliebhaber ein absolutes Muss! Ich weiss nicht so recht was ich von den letzten 30-40 Minuten halten soll, da hab ich nicht mehr ganz durchgeblickt. Lynch lässt die ersten zwei Stunden dem Zuschauer sogar Zeit zum nachdenken aber das hat sich für mich gegen Ende als Falle entpuppt, mein erster What-the-Fuck-Moment war im Theater oder der Oper? als Naomi anfing zu zittern/beben, danach hörte es nicht mehr auf. Durchaus spannend wenn man es zulässt, tja was soll ich noch dazu sagen außer "Sie ist die Richtige" :D Watts war einfach nur grandios! aber meine Befürchtung das mich das Ende nicht zufrieden stellen wird ist leider wahr geworden, schade. Ich werde jetzt erstmal die Auflösung nachlesen, hoffe es gibt eine plausible Erklärung und es wird nicht allzu philosophisch, denn ich denke das war Lynch's Absicht.

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                                                  Definitiv wieder so ein Film, den ich nicht nach 23 Uhr sichten sollte. Danach konnte ich nur schlecht einschlafen. Der Film hatte mich danach fast noch einmal genau so lange beschäftigt wie der Film selbst. Als ich dann die Betrachtungstipps von Lynch entdeckte, war ich nochmals kurz davor, mir den Film direkt noch einmal anzugucken. Ich habe es aber doch gelassen. Es war für mich der erste Lynch-Film und mich hat diese Machart und Erzählweise gepackt, gar fasziniert. Die ganze Zeit war so eine Surrealität dabei. Als diese späte "Wende" kam, war ich hellwach. Was war da plötzlich geschehen? Bin ich kurz weg gewesen? Nein, nichts dergleichen. Das ist tatsächlich passiert. Vor mir ist ein Film, der mir geistig doch einiges abfordert. Hallelujah!
                                                  Auf jeden Fall werde ich mir diesen Film erneut angucken und dann wohl mit komplett anderen Augen (nach einer kleinen Recherche) betrachten und analysieren. So wie ich die Kommentare gelesen habe, macht das nichts aus, da wohl jeder Lynch auf seine eigene Weise betrachtet.
                                                  Neudeutsch würde ich jetzt sagen, dass das ein ganz großes "Gefällt mir" ist.
                                                  Aber diese Redewendung geht mir tierisch auf den Sack.
                                                  Deswegen verwende ich den Ausdruck der britischen Offiziere aus dem Film "Die Brücke am Kwai": Kolossal!

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                                                    Der Weg nach HOLLYWOOD ist gepflastert mit Steinen, jeder enthält einen kleinen Absturz aus Rissen, die sich schwer stoßend, kriechend, fortzubewegen gedenken.
                                                    Auf der Suche nach Bedeutung entgleitet uns vollkommen der Sinn für das Wesentliche, und die eigens geschaffene, persönliche Apokalypse wurde verstörend eingeleitet.
                                                    Das ist unser Schicksal am "Mulholland Drive".
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                                                    Ich setze allmählich meine David Lynch-Werkschau fort, denn eines ist mal klar: dieser Regisseur hat meinen Geschmack getroffen.
                                                    Wenn man an Lynch denkt, dann denkt man auch an einen Kunstregisseur. Kunstfilmemacher und ich sind oft eine explosieve Mischung, da ich nicht selten das Gefühl habe, sie blicken auf ihr Publikum herab, lachen es aus, oder scheren sich einen Dreck darum, ob Leute ihre Filme mögen oder nicht - wer sie mag, der ist ein Arschloch, wer nicht, der hat sie schlichtweg nicht verstanden. David Lynch bildet aber die Ausnahme.
                                                    Er lässt nicht so sehr den Intellektuellen raushängen wie einige andere Arthausregisseure.
                                                    Erstmal ist er sich nicht zu schade, hin und wieder auch mal lineare Genrefilme zu drehen - denen er dann freilich seinen Touch aufdrückt - und zweitens hat man auch nach seinen künstlerischen Filmen nicht das Gefühl, dass man verarscht wurde.
                                                    Nein, über seine Filme denkt man gerne nach, man versucht sie zu enträtseln, vor Allem, weil man auch weiß, dass es eine Lösung gibt, ein Schlüssel, der in die Box aus Antworten passt.
                                                    Wenn man sich aus dem Dickicht aus Rätseln mal befreit hat, dann schlummert darunter sogar fast so etwas wie eine lineare Geschichte, die nur auf sehr eigenwillige Weise erzählt wurde.
                                                    Lynch will auch sein Publikum fordern, es ist ihm unheimlich wichtig, er möchte ihm etwas bieten. Vor Allem WILL er auch, dass es sich Gedanken zu seinen Filmen macht.
                                                    Am Wichtigsten ist dann auch, dass seine Filme immer noch zugänglich sind, qualitativ etwas zu bieten haben - grandiose Darsteller, wunderbare Kameraarbeit, unheimliche oder spannende Atmosphäre, Kreativität und tolle Drehbücher - und nicht wie dahingeklatscht wirken. Es gibt in dem Genre genug Filmemacher, die einfach zwei Minuten durchgehend mit einer Handkamera filmen, wie ein Ehepaar am Tisch sitzt, irgendetwas isst, sich nicht ansieht, dann zur nächsten Szene cutten, und das Kunst nennen. So ist Lynch aber nicht. Er holt aus jeder Einstellung etwas heraus. Er inszeniert seine Kunst als Puzzle für den Zuschauer, dass aber durchaus lösbar ist - auf mehrere Arten und Weisen, und die, die es gelöst haben, streiten sich dann, welche Zusammensetzung die Schönere und "Richtige" ist. Selbst, wenn man der Aufgabe nicht gewachsen ist, das Rätsel zu lösen, so bleibt das Werk an sich trotzdem beeindruckend, da jede Szene für sich genommen schon ein filmtechnisches Meisterwerk ist.

                                                    In "Mulholland Drive" folgen wir einer jungen Frau namens Betty, die nach Hollywood kommt, um berühmte Schauspielerin zu werden und offenbar sehr talentiert und ambitioniert ist.
                                                    Während ihre Tante in Kanada Filme dreht, darf sie deren Apartment benutzen. Dort findet sie eine Frau vor, die sich selbst Rita nennt, aber ihr Gedächtnis verloren hat und nicht weiß, wer sie ist, wie sie hierher kam oder was genau passiert ist.
                                                    Gemeinsam versuchen sie nun Recherchen anzustellen, was vorgefallen ist.
                                                    Währenddessen verliert ein genauso ambitionierter Regisseur allmählich die Kontrolle über seinen eigenen Film und wird zum Sklaven höhergestellter Personen...

                                                    Der Schlüssel zu "Mulholland Drive", dessen Originaltitel 'Mulholland Dr.' einem zu denken geben sollte, ist meines Erachtens jedoch, die bis zu einem gewissen Zeitpunkt nachvollziehbare Handlung nicht als Ganzes zu sehen, sondern sie als eine Ansammlung von Elementen wahrzunehmen.
                                                    Wie eine auf der Bühne stehende singende Frau auch kein geschlossenes Ganzes ist, sondern aus ihrer Optik und dem Klang ihrer Stimme besteht. Wir sehen sie singen, und werden mitgenommen... aber was passiert, wenn man eines der beiden Elemente entfernt?

                                                    Ich habe für mich persönlich eine Interpretation gefunden, die ich rückblickend als schlüssig empfinde.
                                                    Somit habe ich ihn als Rätsel empfunden, als ich ihn das erste Mal gesehen habe, beim kommenden zweiten Mal werde ich ihn als geschlossene und stimmige Geschichte wahrnehmen.
                                                    Was ihn zu einem wirklich hochwertigen Film macht, ist aber, dass eben diese Geschichte allein schon beeindruckend ist, völlig gleich, wie man sie versteht.
                                                    Lynchs Inszenierungsstil ist hypnotisch, atmosphärisch, mystisch, spannend und sinnlich, und diese Kombination zieht sich durch den gesamten Film, macht ihn schlichtweg zu einem Genuss, einem Erlebnis.
                                                    Ein Kunstfilm sollte nicht erst durch das Philosophieren über ihn gut werden, sondern bereits von Haus aus gut sein, und durch das Philosophieren nur noch besser werden, wenn man dann meint, den entscheidenden Interpretationsansatz gefunden zu haben.
                                                    Und Gott sei Dank ist "Mulholland Drive" letzteres.
                                                    Neben einem tollen Regiestil wartet er mit viel Originalität und brillanten Darstellern auf, die den Film tragen. Alleine Naomi Watts spielt derartig brillant, dass sie eine Oscarnominierung verdient hätte.
                                                    Durch den Film zieht sich ein Sog, der einen durch das Geschehen vorantreibt, und jeden einzelnen Moment ästhetisch perfekt wirken lässt...

                                                    Lynchs Kunst besteht eben genau darin, dass er kein Snob ist, der dem Zuschauer sein Experiment vorsetzt und ihm jeglichen Anhaltspunkt entzieht, sondern dass er ihm eine gute Zeit bereitet und nebenbei auch noch eine Denkaufgabe gibt.
                                                    Das Ergebnis ist dann genau das perfekte Beispiel für gelungenes Arthauskino.
                                                    Und in der Hinsicht hat mich "Mulholland Drive" schlichtweg umgehauen.

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