Mulholland Drive - Kritik

FR/US 2001 Laufzeit 146 Minuten, FSK 16, Thriller, Drama, Erotikfilm, Kinostart 03.01.2002

  • Nachdem ich mir gestern mal wieder MD angesehen habe und mir jetzt mal so die anderen Meinungen dazu durchgelesen habe,die wie erwartet von sch... bis Meisterwerk reichen, möchte ich doch auch mal bisschen was dazu schreiben.Ich denke das Problem das viele mit Lynch Filmen haben ist die Symbolik.Wie oft haben wir Träume bei denen wir am nöchsten morgen aufwachen und denken;Was hab ich da für einen Mist geträumt!! Das gesehene einfach nicht so wahrnehmen wie man es sieht. Gutes Bsp hierfür ist glaube die Diner Szene,wo ich auch beim ersten mal sehen auch dachte;Was soll das ,wie passt das rein? Hab dann auch viel Interpretationen nachgelesen und drüber nachgedacht und so ist für mich z.b der Mann der Angst vor dem schwarzen Mann einfach das Gewissen von Diane dar ,der schwarze Mann Verlust-Versagens-Kontrollverlustangst(auch vielleicht das Böse in uns). Sie wird in dem Diner in dem sie den Mordauftrag gibt einfach mit ihrem Gewissen konfrontiert, was ja auch letztendlich die Kontrolle verliert,Sie sogar zum Selbstmord treibt Wenn man den Film nun so ansieht kann man eigentlich schon sagen. Genial Gemacht.Ich kann aber auch verstehen das es vielen zuviel ist sich so mit nem Film auseinanderzustzen. So wird z.b die Frau mit den blauen Haaren wie ich in Interpretionen nachgelsen habe als der Tod gesehen(dem ich auch so zustimmen kann).Mein Fazit zu dem Film. Je öfter man ihn sieht und sich damit beschäftigt desto genialer ist er.

    • 9 .5
      Detective Fingerling 03.07.2015, 07:11 Geändert 03.07.2015, 07:11

      Mulholland Drive, Nr. 18 (Stand 1.7.): (Spoilers oder whatever)
      Ein wahrer TRAUM von einem Film (amirite? anyone?). Spaß beiseite, ich glaube, dieser Film ist Be-all-end-all David Lynch. Ich war sehr kurz davor, an diese Stelle Eraserhead zu stellen, da dieser wahrscheinlich eher als MD den Test of Time bestehen wird, da er bereits einige andere Filme inspiriert hat, zum Beispiel Possession, The Shining, oder Boy Meets Girl. Mulholland Drive spricht mich persönlich etwas mehr an, ich sehe ihn als die Perfektion eines Stils, der in Blue Velvet seine Genesis hatte und in Wild At Heart (heute zum ersten Mal gesehen, klasse Film) und Lost Highway weitergeführt wurde. Diesen Stil würde ich beschreiben als romantisch, zeitlos, düster, makaber und, vielleicht am wichtigsten, selbsterkennend. Jeden der aufgezählten Filme kann man betrachten als einen Kommentar auf die Kunstform Film als solche, oder auf das eigene Dasein als Film. Wahrscheinlich spricht mich diese Thematik einfach mehr an, und von allen Lynchfilmen ist sie in my ever so humble opinion in Mulholland Drive am besten dargestellt. Aber egal, time to get specific!
      Wie bei vielen Filmen auf dieser Liste (Lieblingsfilme, Stand 1.7.15) funktioniert dieser auf vielen narrativen Ebenen, besser noch, er hat einen eventuell einen größeren Effekt auf den Zuschauer, wenn dieser nicht versteht, worauf alle Metaphern, alle Sinnbilder und jede versteckte Symbolik anspielen, also was genau dieser Film eigentlich "bedeutet". Denn solange diese Dinge nicht gegeben sind, funktioniert der Film als eine rein emotionale Erfahrung, und als solche unglaublich effizient und treffend. Das Sound Design, die Musik und die Atmosphäre funktionieren allein, und diese verschiedenen Arten der Filmerfahrung sorgen bei jeder Sichtung quasi für einen neuen Film. Das emotionale und wörtliche Verständnis dieses Werks sind jeweils vollkommen für sich allein gestellt, und das ist in dieser Kunstform, oder in der Kunst insgesamt, fast einmalig.
      Dabei steckt im Herzen dieses Films eine so simple Geschichte, wie man sie (in abgeänderter Form) häufiger antreffen könnte, allerdings wird sie von Lynch auf ein solches Level gestellt, dass sie diesen Kern transzendiert.
      Ich weiß, dass ich hier kaum wirkliche Details genannt habe, was daran liegt, dass die Erfahrung auf sich allein gestellt bleiben sollte, auf jeden Fall für das erste Schauen dieses Films. Das muss zählen. Zum Abschluss möchte ich nur noch festhalten, dass mir der Coen-Ton einiger Szenen sehr zusagt. Reinste Subjektivität. Aber geiler Film.

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        Hi Leute,

        gerade eben gesehen. Der Meister der Sinnes-Täuschung mal wieder at his best.
        Vom Grundaufbau ähnlich wie Lost Highway.

        #leichte Spoiler#
        Eine Person begibt sich in ihre eigene Fantasie-Welt um der Tristesse und dem eigenen Scheitern oder Misserfolg zu entfliehen.
        Ab dem Theaterbesuch endet dieser Spuk für Zuschauer und die Hauptprotagonisten. Die leider am eigenen Leib mit erfahren muss. Wer sich nicht gefügig macht im Hollywood-Sex-Kessel der bleibt halt auf der Strecke. Egal ob nun talentiert oder auch nicht.

        Mein Fazit: Für etwas Glamour und Ruhm gibt es immer einen Preis. Umsonst machen die niemandem zum Star.

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        • 4

          Achtung!
          Bevor irgendjemand diesen Film anschaut, sollte er kurz recherchieren wie er diesen film anzuschauen hat. Der nette Herr Lynch hat diesbezüglich sogar eine kleine vermerkliste angefertigt.
          Ansonsten endet man in maßloser Verwirrung und ein guter film wirkt schnell absurd und sinnlos.

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            146 Minuten Zeitverschwendung!

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              ju.ku.750 17.04.2015, 23:50 Geändert 19.04.2015, 12:50

              "Mulholland Drive" muss man einfach auf sich wirken lassen, damit er seine volle Wirkung entfalten kann.
              Das Schöne an Lynchs Filmen ist, dass jeder Zuschauer seine eigene Interpretation hat. Das macht den Regisseur so besonders und faszienierend. Jeder seiner Filme ist wie ein abstraktes Gemälde...einfach nur Kunst!

              Übrigens:
              Der Titel des Films ist auch eine Anspielung auf Billy Wilders Klassiker „Sunset Boulevard – Boulevard der Dämmerung“, der als ein Lieblingsfilm von Lynch gilt.

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              • 9

                Er ist beim ersten mal wirklich verwirrend, das muss ich zugeben und deswegen gibt's auch Punkteabzug, aber wenn man ihn einmal verstanden hat ist er wirklich, wirklich großartig.

                • 9 .5

                  David Lynch zaubert uns hier ein wunderbares, verwirrendes Mistery-Thriller-Drama auf den Tisch. Die Schauspieler- insbesondere die beiden Hauptdarstellerinnen- spielen großartig ....(wobei ich nicht verstehe, warum Robert Forster hier an 6. Stelle aufgeführt wird, da er nur ca. 2 Sätze und 20 Sekunden Auftritt hat... Das nebenbei)
                  Dies war mein erster Lynch-Film und ich hatte mich eher auf einen Mindfuck-Thriller mit rotem Faden eingestellt.Man wird in diesen Film hineingezogen und selbst wenn man sich sehr gut konzentriert, wird es zum Ende hin unmöglich allem zu folgen. Immer wenn man meint eine Lösung zu haben, baut Lynch ein Gegenargument ein.
                  Der Film ist unglaublich spannend und packend. Man sollte ihn sich nicht angucken, wenn man bloß ruhige Entspannung will oder bald einschläft!
                  Dies ist ein Film, der einem nach dem Schauen noch Nachdenk- oder Diskutier-Material für viele Stunden gibt. Muss man gesehen haben!

                  Hier die Lösungstheorie, welche ich mir überlegt habe ohne mich im Internet irgendwie zu informieren: ACHTUNG SPOILER!!!
                  Die Geschichte hat keinen Roten Faden, und besteht teils aus Träumen, teils aus Realität. In einigen Szenen werden Realität und Fantasie von Naomi Watts durcheinander geworfen. Die Zeitpunkte von verschiedenen Begebenheiten werden ebenfalls gemischt.
                  Noami Watts (bzw. Betty) kommt mit Geld von ihrer verstorbenen Tante nach Hollywood, Sie lernt den Regisseur Adam und "Rita", welche ein und dieselbe Person wie die blonde Schauspielerin Camilla ist(Die, die ihre Rolle durch Kriminalität gekriegt hat), kennen. Rita hat bald sowohl mit Betty als auch mit Adam eine Affäre. Adam lässt sich nach der Trennung von seiner Frau trotz der ersten Abneigung auf Rita ein. Betty liebt Rita und andererseits hasst sie sie, da eifersüchtig ist. Rita wird immer erfolgreicher und Betty kriegt kaum Rollen. Nach der Party im Haus des Regisseurs, wo Rita und Adam ihre Heirat bekannt geben, ist Betty so eifersüchtig, dass sie Rita vom "Blonden Killer" ermorden lassen will.
                  Betty schickt "Rita" einen letzten Gruß, indem sie sie an der Stelle ermorden lässt, wo sie gemeinsam Richtung Party ausgestiegen sind. Kurz bevor Rita erschossen werden soll rasen Jugendliche in das Auto hinein. Ich glaube, Rita stirbt bei diesem Unfall. Daruf hinweist, dass der "Blonde Killer" beim "Auftrag schwarzes Buch" auch trotz einiger Missgeschicke alle "ordentlich" umgelegt hat.
                  Rita ist also tot. Betty und die Bistro-Bedienung sind ein und dieselbe Person (ihr Niedergang). Nun träumt Betty davon, sie würden sich wieder treffen und Rita hätte ihr Gedächtnis verloren und sie würden sich nochmal lieben. Anzeichen darauf, dass es ein Traum ist, sind der Fakt, dass die Hollywooddame mit den schwarzen Haaren die Vermieterin spielt (wie in Träumen werden Bekannte in Rollen getan)und die viereckige schwarz-blaue Dose, welche von der Alptraum-Gestalt hinter der Ecke kommt. Die Alptraum-Geschichte ist genau wie der Rest des Films aus Traum und Realität gemischt und gibt ein Anzeichen auf deren Verschmelzung im Rest der Story.
                  Betty träumt also, dass sie nochmal neu mit Rita anfangen könnte. Das läuft alles so halbwegs rund... Bis sie in der "Silencio-Aufführung", darauf hingewiesen werden, dass ihre Geschichte genau wie die Aufführung bloß Schein ist.
                  Die Auflösung gibt es dann durch die schwarze "Traum-Box", welche als Metapher für die Fantasien steht, und Traum vermischt sich mit Erinnerungen. Bis der Druck (das alte Ehepaar seht für den Leistungsdruck), der Neid und der Wahnsinn Betty erschlägt und sie sich erschießt. Am Anfang hat aber jemand unter dem roten Stoff ihres Bettes geatmet, aber es gab keinen zugehörigen Körper. Sie lebt also wahrscheinlich noch in ihren Fantasien weiter. Un wenn die Leiche, welche in Hausnummer 17 liegt Betty ist, erlebt sie wohl die Träume nach ihrem Tod.

                  Natürlich kann man andere Lösungen finden und auch hier gegen Gegenargumente haben.

                  Der Mulholland Drive führt von einem Berg in Serpentinen nach L.A. Herunter. Dies ist eine Metapher für Bettys Leben, welches ebenfalls vom "Berg" langsam in den Abgrund fährt.
                  Allgemein strotzt der Film nur so von Hollywood-Kritik. Betty ist eigentlich talentiert (vorausgesetzt sie ist es nicht nur in ihren Träumen) und endet als Kellnerin, während Camilla (bzw. Rita) durch Erpressung an eine Rolle kommt und dann den großen Durchbruch schafft.
                  Ich habe es so verstanden, dass geschildert wird, Betty habe Rita sogar noch beim Durchbruch geholfen, da das Telefon neben dem roten Lampenschirm bei ihr in der Wohnung steht, welches auch bei der Erpressung angerufen wurde.

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                  • 7

                    Wie oft wollte ich ihn mir ansehen , aber mir fehlte immer die Muse. Iwann hatte ich Zeit und vor allem den Kopf dazu ... hm , war echt ne harte Nummer aber darauf steh ich ja ... !

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                      "Ahh.. irgendwas hat mich schlimm gebissen!"
                      Ich wusste nicht was mich erwartet..nur den tip von nem Kollegen "der ist gut!"
                      So lag Mulholand drive über 9 jahre erstmal ungesehen in meinem DVD Regal....bis..ja bis gestern abend....dann nach dem ich mich über 2 stunden lang visuel durchgenudelt hatte..kam nach einer intensiven Grübelphase in der ich nur dezent Napalm death auf zimmerlautstärke hörte die erleuchtung...Mensch was für n gelungenes Filmchen...Ich liebe ihn..so unvorhersehbar ..so subtil und skuril..genial und macht Lust auf weitere Lynch filme...Nachdem ich mir Enemy für nen genialen film gehalten habe ..muss ich erkennen das dieser ja nur ein Abklatsch von Mulholand drive ..bzw. das der Grundgedanke ..erzählweise ja ebend von diesem adaptiert wurde....Wie auch immer...wer den Film nicht versteht kann sich trotzdem über die witzige killerszene oder die hocherotischen Lesbenszenen erfreuen...denn welche tiefere Weisheit als die des cowboys kann es schon geben als: "Eines Mannes Einstellung hat einiges damit zu tun, wie sein Leben sein wird"

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                      • 8

                        David Lynch macht es dem Zuschauer seit spätestens Lost Highway nicht einfach, aber dieser Film ist wohl sein undurchdringlichster. Anders als beispielsweise beim späteren Inland Empire in welchem man eine Handlung zumindest erahnen kann, ist in meinen Augen Mullholland Drive eine reine Aneinanderreihung von abstrakten Bildern und Sequenzen. Meine Anleitung für den Film lautet daher entweder gar nicht erst versuchen, darin einen Sinn zu erkennen, oder noch besser seinen eigenen Assoziationen freien Lauf lassen, ohne nach einem "Richtig" oder "Falsch" zu suchen. Wenn einem dies gelingt, kann man diesem Film durchaus etwas abgewinnen.

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                          Wie bei allen Filmen von David Lynch fällt einem die Interpretation nicht leicht, da es auch in "Mulholland Drive" keine klare, „im streng rationalen Sinne“ lineare Handlung gibt.
                          Aber David Lynch war ausnahmsweise so nett und gibt uns ein paar Hinweise, die bei der Entschlüsselung der Handlung helfen könnten:-)

                          David Lynch:
                          "-Schenken Sie dem Anfang des Films besondere Aufmerksamkeit: Zwei wichtige Hinweise finden sich bereits vor dem Vorspann.
                          -Beobachten Sie, wann und wo rote Lampenschirme eine Rolle spielen.
                          -Achten Sie darauf, wie der Titel des Films heißt, für den die Schauspielerinnen bei Adam Kesher vorsprechen. Wird dieser Titel an einer anderen Stelle wiederholt?
                          -Ein Unfall ist ein schreckliches Ereignis … Beachten Sie genau den Ort des Unfalls.
                          -Wer gibt wem einen Schlüssel – und warum?
                          -Achten Sie auf den Bademantel, den Aschenbecher, die Kaffeetasse."

                          So...ich hoffe, jetzt ist jedem die "Handlung" klar verständlich;-)

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                            tom86 01.04.2015, 12:50 Geändert 01.04.2015, 12:51

                            Dies ist für mich der mit Abstand verwirrendste Film der Geschichte.
                            Er fängt so spannend an. Aber was dann folgt ist ein nicht zu erklärendes Durcheinander ohne jegliche Logik und Handlung.

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                              Habe den Film seit Ewig und drei Tagen nicht gesehen. Habe irgendwie auch gedacht, dass ich ihn inzwischen nicht mehr so dufte finden würde. VON WEGEN! Was für ein famoses AtmoDing. LiebeLiebeLiebe gibt es für diesen Film. ♥

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                                also nach lost highway hoffte ich bei mulholland drive auf etwas mehr spannung und einen nicht so ewig langgezogenen film. naja, jetzt weiss ich das dieser regisseur einfach nicht meinen geschmack trifft....

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                                  frank-br 13.03.2015, 10:34 Geändert 13.03.2015, 10:39

                                  Der Film beeindruckte mich realtiv stark, vermutlich weil er "kafkaesk" wirkte. Geht man mögliche Interpreationsmöglichkeiten durch, so wird der Film im nachhinhein noch interessanter. Vermutlich sollte ich ihn mir bei Gelegenheit nochmal ansehen.

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                                    LIEBLINGSFILME TEIL 2

                                    Mulholland Drive ist übrigens mein absoluter Lieblingsfilm, wie ich wieder festgestellt habe.

                                    "Mulholland Drive: eine Traumstraße, eine ungemein düstere Straße in der Nacht, eine dem Schicksal gleichende Strecke, die zur Stadt der Engel führt. Fragt man David Lynch, was er an Los Angeles schätzt, wird er auf die verschiedenen Stimmungen und Lichter verweisen, die so gut wie jede Stadt ausmachen, aber gerade dort für den Kultregisseur so faszinierend sind, dass er sie metaphorisch in seinem Werk „Mulholland Drive“ verbildlicht. Beschäftigt man sich ein wenig mit Lynchs Œuvre, wird man wiederkehrende Motive, Mittel und Emotionen entdecken, auf einer surrealistischen Reise, die nicht nur Himmel und Hölle fusioniert, sondern eine einzigartige Stimmung schafft, der man entweder vollkommen ergeben ist oder wenig abgewinnen kann. Betritt man jedoch die Welt David Lynchs, erwarten einen nicht nur herausragende Filme – es erwarten einen Werke, die auf einer Wellenlänge sind mit Bergman, Tarkovsky, Buñuel oder Kubrick."

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                                      MoSeZ94 24.02.2015, 19:11 Geändert 02.03.2015, 02:32

                                      "Silencio!", das letzte Wort eines Filmes, der dich wie gelähmt in deinem Sitz zurücklässt. Es wird dir bewusst, dass du vorerst nicht begreifen wirst, was du soeben gesehen hast. Gedankenverloren versuchst du den Inhalt des Werkes zu entschlüsseln, wirst dich aber dabei ertappen, dass der Film in seiner komplexen Gesamtheit kaum gänzlich zu deuten ist.

                                      David Lynch erschafft hier ein wahrhaftiges Meisterwerk mit skurrilen, verstörenden und fesselnden Szenen, die durch Begleitung einer passend mystischen Musik durchgehend exzellent verstärkt und untermauert werden. So wendet sich der interessierte Zuschauer, trotz der teils langatmigen Erzählinstanz und Darstellung der Vorkommnisse nicht vom Geschehen ab.

                                      Dennoch ist der Film für meinen Geschmack nicht vollkommen in seiner Komplexität und Symbolik zu verstehen, da es keine eindeutige und rationale Interpretation der Handlungsstränge gibt und nur der Regisseur alleine weiß, was er hier kreiert hat.
                                      Einerseits ist es beeindruckend wie sehr man dadurch zum Denken und Nachforschen angetrieben wird, andererseits lässt mich "Mulholland Drive" mit einzelnen Verständnislücken zurück, was eine höhere Bewertung ausschließt.
                                      (Habe den Film soeben ein zweites Mal geschaut und muss meine Aussage korrigieren - es lassen sich immer neue Lösungsansätze, Hinweise und Ideen finden und es scheinen mehrere Schlüssel in ein Schloss zu passen.)
                                      Ein Muss für jeden Filmliebhaber! Kafkaesk, verstörend, genial.

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                                      • 9 .5

                                        Einige der besten Szenen, die ich je gesehen hab.

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                                          TARS-92 09.02.2015, 20:08 Geändert 09.02.2015, 20:10

                                          Jetzt ist nun das Herzchen fällig. Der Film hat mich schon nach der allerersten Sichtung verfolgt, vorallem wegen einiger "verstörender" Szenen. Nach längerer Zeit schaute ich ihn mir heute wieder an, und er hatte die gleiche Wirkung. Da ich den Film mitlerweile verstanden habe, konnte ich nochmal mehr auf die Details achten.

                                          Wie schon bei "Lost Highway" mixt Lynch hier einen mysteriösen Plot, gruselige und skurile Szenen und Figuren zusammen, stets gegleitet von einer unheimlichen Atmopshäre. Und wie bei Lost Highway wird der Zuschauer aufgefordert sich selbst zusammenzureimen was ihm da eben vorgesetzt wurde. Nur gibt es bei Mulholland Drive im Gegensatz zum Vorgänger eine einzige schlüssige Auflösung, welche bei Kenntnis zusammen mit einer erneuten Sichtung logisch erscheint. Nur um auf die Lösung zu kommen kann es eine Weile dauern, oder man braucht gar Hilfe dabei.

                                          SPOILER
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                                          Der Film ist die Darstellung eines Traumes und dessen Enstehung und Einflüsse.
                                          Während Chris Nolan uns in die Welt der luziden, also der gesteuerten, Träume einführte, zeigt uns David Lynch wie natürliche Träume aussehen, und auf welche Art und Weise wir erlebte Dinge in unsere Träume einbauen. Darin besteht die Genialität des Films. Die Protagonistin, Diana, wollte nach Hollywood um ihren Traum, ein Filmstar zu werden, zu erfüllen. Sie verliebt sich in eine andere Schauspielerin, names Camilla. Als diese ihr erst sämtliche Hauptrollen vor der Nase wegschnapt, und sie dann noch wegen des Regisseurs verlässt, beauftragt sie den Auftragsmörder um sie töten zu lassen. Diese Erlebnisse und ihre aufkommenden Schuldgefühle baut sie in einem Traum ein. ZB. lernt sie eine Fremde kennen und verliebt sich in sie. Hier verarbeitet Diana ihre Sehnsucht nach Camilla und ihre Liebe. Dem Regisseur, der im wahren Leben der neue Lover von Camilla ist, widerfahren eigenartige Dinge. Er hat es unter anderen mit einem mysteriösen Cowboy und Mafiosi zu tun (beides Abbildungen von realen Personen die Diana auf der Party gesehen hat). Hier verarbeitet sie ihren Wunsch dass dem Regisseur eben schlechtes widerfährt. Zu einem nervös wirkenden Typen im Restaurant, in dem sie den Auftragsmörder trifft, entseht ebenfalls in ihrem Traum eine eigene skurile Geschichte. Und es gibt noch mehr Dinge die man aufzählen könnte.
                                          Und so funktionieren Träume nunmal. Das Gehirn verarbeitet im Traum alles was man erlebt hat, nur werden dabei Dinge neu zusammen gelegt wodurch sie in unlogischen Zusammenhängen zueinander stehen. Man bemerkt dies im Traum aber nicht, beziehungsweise man merkt vielleicht dass etwas eigenartig ist aber man erkennt es als Realität an und erst nach dem aufwachen bemerkt man dass alles keinen Sinn macht, und wundert sich wie Person X plötzliche diese oder jene Eigenschaft hat.
                                          Auf der anderen Seite steht der Film für den Traum im Sinne von Wünschen. Sinnbildlich dafür ist gewählte Titel "Mulholland Drive". Die Straße nach Hollywood. Die Stadt in der so viele Wünsche wahr werden. Eben jene Wünsche die Diana verwehrt bleiben und sie deswegen im Wahnsinn endet.

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                                            Fesselnd, faszinierend, verstörend und wahrscheinlich von den Meisten nicht verstanden. Eine richtige Entschlüsselung gibt es und wird es wohl auch nie geben, denn der Film, besonders die Motive und Figuren, geben Raum für nahezu endlose Interpretations-Varianten. Was David Lynch da auf die Beine gestellt hat, ist ein Meisterwerk. Ich kann nur Jedem empfehlen, nachdem man den Film das 1. Mal gesehen hat, die 10 Hinweise von Lynch zur "Entschlüsselung" durchzulesen. Wenn man sich den Film dann ein 2. Mal anschaut, ist es erstaunlich, welche Details, welche Handlungen in kleinen Dingen, teils in einzelnen Bildern dargestellt werden. Die Atmosphäre (vorallem die Musik, die einzelnen "Traumszenen", hier besonders Silencio-Club zu nennen) sind gigantisch und überwältigend und habe ich persönlich so noch nie erlebt. Einer meiner Lieblingsfilme, definitiv. Umso häufiger man ihn anschaut, desto mehr Gedankenstränge verknüpfen sich miteinander. Nochmals: Ein Meisterwerk!

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                                              Niho 30.01.2015, 22:05 Geändert 30.01.2015, 22:06

                                              Bis jetzt habe ich es selten erlebt, dass ein Film mich so sprachlos und verwirrt zurückgelassen hat wie "Mulholland Drive". Während ich mich in der ersten Hälfte noch fragte, wo denn der Mindfuck bleibt, kam die Antwort dann prompt in der zweiten Hälfte - und wie! Die Story bleibt dabei undurchschaubar und düster, ist unterlegt mit einem fabelhaften Score und vor allem die beiden Hauptdarstellerinnnen spielen ihre Rollen perfekt.
                                              Von allen Filmen, die im Nachhinein zum nachdenken und interpretieren anregen, ist "Mulholland Drive" wohl der komplexeste Film. Das Schöne an diesem Film ist auch, dass viele Szenen allein für sich stehen könnten und trotzdem grandios anzuschauen wären.
                                              Auch bei meiner Bewertung war ich mir lange sehr unsicher und wusste nicht direkt, wie man "Mulholland Drive" in Worte fassen kann. Letztendlich habe ich mich aber doch für die 10 Punkte entschieden, auch wenn es kein Film ist, bei dem ich sofort nach dem Ende wusste, dass er sich in die Reihe meiner Lieblingsfilme einreiht. Vielleicht ändert sich das auch noch einmal, solange ich noch über "Mulholland Drive" nachdenke. Und das kann sich wohl ziemlich lange hinziehen.

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                                                miarehkitz 10.01.2015, 23:46 Geändert 11.01.2015, 00:00

                                                Aaahhh, was für ein Trip! Vollkommen unvorbereitet und unvoreingenommen griff ich mir "Mulholland Drive" aus unserer hauseigenen DVD - Sammlung, um mir damit ein paar der dunklen winterlichen Abendstunden zu vertreiben, die einem im Moment so zusetzen. Doch was mir dann letztendlich zusetzte, waren nicht die fiesen Abendstunden, sondern dieser unglaublich vereinnahmende, grauenvolle, aber zugleich angenehm albtraumartige und faszinierende Film von David Lynch!

                                                Wie soll ich‘s sonst beschreiben, als in eben gewählten Worten? "Mulholland Drive“ ist ein düsterer, nebulöser, wirrer, konfuser Mindfuck - Trip durch die Irrungen und Wirrungen der menschlichen Psyche; ein Sog, der seinesgleichen sucht. Ein Sog, gespickt mit fesselnden, traumartigen Bildern und mitreißender musikalischer Untermalung. Ein Sog, dem ich mir nach der ersten Sichtung nicht entziehen konnte und der einige Tage später seine Wiederholung forderte, geradezu herausschrie.

                                                (Bisschen Spoilern erscheint unausweichlich.)

                                                Ganz ehrlich war ich bei der ersten Sichtung vollkommen überfordert und auch etwas übellaunig, so erwartete ich doch nach kurzem Überfliegen der Filmbeschreibung einen, naja, sagen wir, 0815 – Thriller mit bisschen Mystery und so. Was ist schon dabei, so’ne Alte, die ihr Gedächtnis verliert, eine andere Alte hilft ihr dabei und beide versuchen das Geheimnis um ihren Gedächtnisschwund zu lösen? Ich dachte, es artet in so‘ner typischen Krimistory aus - crazy, die Mafia ist hinter der Ollen her und so weiter. Als ich dann merkte, hey, Moment mal, da passieren jetzt aber gänzlich skurrile und kuriose Dinge (hier nenne ich mal vorsichtig den Aufenthalt der beiden Protagonistinnen im Silencio – Theater und die diesbezüglichen Geschehnisse), habe ich mich aufgeregt und gedacht, was soll der abgedrehte Scheiß? Außerdem versteh ich nix, halloo? Ich konnte 3/4 des Filmverlaufs bestens folgen, was soll das jetzt?..

                                                Was dann folgte, hat mich umgehauen. Ich saß verdattert vorm Fernseher und konnte nicht glauben, was ich sehe, konnte nicht fassen, was da vor meinen Augen passiert. Obwohl ich’s nicht verstanden hab, obwohl ich’s nach wiederholtem Anschauen wahrscheinlich immer noch nicht in Gänze verstanden habe (kann man das überhaupt? Soll man das überhaupt? Kann überhaupt irgendjemand ernsthaft behaupten, diesen Mindfucker tatsächlich verstanden zu haben?) hat’s mich gepackt. Es war wie ein Albtraum, mit dem man sich konfrontiert sieht, nur dass das Gesehene die knallhart bittere Realität wiederspiegelt – eine albtraumhafte Realität, in der die Protagonistin gefangen ist, unfähig, sich von ihrem selbstgeschaffenen Trugbild zu lösen, außerstande, sich von ihren Dämonen zu befreien. Eine Realität, ausgelöst durch die im Silencio – Theater unvermittelt hereinbrechende Erkenntnis, dass alles eine Illusion ist: Sowohl die von Dianes Unterbewusstsein geschaffene Parallelwelt, ein „Bettyversum“, als auch die in ihrem wirklichen Leben stets präsenten, aber unerfüllten Träume und Wünsche. Silencio – ein Sinnbild für all das Illusorische, was sich in Dianes Wunschwelt und ihrem realen Leben bereits manifestiert hat und sie langsam, aber sicher von innen auffrisst.

                                                Was bleibt, sind zerstörte Träume, eine verpfuschte Zukunftsvision, eine abgewiesene Liebe, Demütigungen en masse, eine fatale und folgenschwere Entscheidung, eine kaputte und vereinsamte menschliche Existenz, die sich letztlich - gedrängt von Wahn, Hysterie und Halluzinationen - ihrem scheinbar unausweichlichen Schicksal ergibt und all den Selbsttäuschungen ein Ende setzt, indem sie sich eine Kugel in den Kopf jagt, und in ihren verschwitzten roten Bettlaken und der grünen Bettdecke stirbt.

                                                Ich glaube, ich könnte stundenlang weiterschreiben. Allein die im Film vielschichtig verwobene Symbolik könnte mich zu ewig andauernden Interpretationsergüssen verleiten..

                                                (Kleines Beispiel: Die alten Leute. Diese auf erschreckende Weise aufgesetzt fröhlich und freudestrahlenden Menschen. Was verdammt sind sie? Wofür stehen sie? Wieso flimmern sie in der ersten Szene, in der Dianes Rock’n’Roll-Tanzwettbewerbsgewinn angedeutet wird, neben ihr auf dem Bildschirm, mit diesem furchteinflößenden, zähnefletschenden Grinsen? Wieso scheinen sie zuerst nette Leute zu sein, die „Betty“ in Dianes Parallelentwurf die Nervosität vor dem großen Unbekannten nehmen, die Diane dann aber später zunächst in Miniaturform, nachher in ihrer vollen Monstrosität, mit ihrem hysterischen Gelächter in den Selbstmord treiben? Was sind sie? Das Gewissen? Die böse Vorahnung, die genau weiß, in welche Richtung Dianes Leben in LA schlittern wird? Oder sind sie wie Engelchen und Teufelchen auf Dianes Schultern? Nur dass beide kleine, gemeine Teufelchen darstellen, die Diane überhaupt erst den Floh von der Schauspielkarriere ins Ohr gesetzt haben, wohl wissend, dass sie nicht nur scheitern, sondern auch einen Pakt mit dem Teufel, der Schreckensgestalt hinterm Winkie’s, eingehen wird, wo sie in einen Auftragskiller auf Camilla ansetzen wird?! Ahhhh!)

                                                .. aber dem sollte ich mal ein Ende setzen. Festzuhalten bleibt: Ein Film wie ein Traum. Ein Film wie ein Albtraum. Ein Film wie ein Schreckensentwurf einer labilen, leidgeplagten Psyche, gefangen in der Traumfabrik schlechthin: Hollywood. Mehr Schein als Sein.

                                                Gruselig. Und so gut. Eine Zehn!

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                                                  der Film bekommt von mir glatte 2 Punkte. Aber auch nur für die guten Schauspieler. Handlung hätte was werden können. Es ist mir total unklar, wieso die Handlung teilweise so dämlich (Typ im Rollstuhl-Szene) oder vor allem das Durcheinander in der zweiten Hälfte dargestellt werden muss. Auch die Theaterszene sind ziemlich schlecht und sinnfrei. Das abschließende "Silentio" sagt mir eigentlich nur, dass dem Regisseur sämtliche Fähigkeiten abhanden gekommen sein müsen. So ein Scheiß. Sorry.

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                                                    Ein Film muss sich zwar sicher nicht immer bis ins Detail erklären lassen können, aber bei Mulholland Drive gab es da für mich persönlich einfach zu viele Elemente, die selbst zum Ende hin zu wirr waren, um einen für mich schlüssigen Zusammenhang zu konstruieren.

                                                    So muss ich leider, leider gegen den Strom schwimmen und kann dem Film hier lediglich Punkte für gute Schauspieler und das Einfangen einer mystischen Grundstimmung geben. Hach, schade.

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