Nocturnal Animals - Kritik

Nocturnal Animals

US · 2016 · Laufzeit 117 Minuten · FSK 16 · Thriller, Kriminalfilm, Drama · Kinostart
Du
  • 9 .5
    hotpotatoishot 22.09.2017, 21:32 Geändert 22.09.2017, 21:34

    Ein packender Thriller mit starkem Cast.
    Wie sich die Situation in der ersten halben Stunde zuspitzt ist vor Spannung kaum auszuhalten. Die Schauspieler sind durch die Bank weg alle großartig und entwickeln sich interessant. Neben einer anspruchsvollen Geschichte bei der auch Platz zu Interpretation bleibt bietet Nocturnal Animals dazu noch eine krasse Optik und jeder Shot strotzt nur so vor Qualität. Eine der besten Thriller der letzten Jahre. Absolute Empfehlung.

    • 8

      Rachethriller trifft Beziehungsdrama und dann auch noch mit ganz viel Stil! Ruhig und langsam, in der Wirkung angenehm oldskoolig, verwebt Modefuzzi Tom Ford eine vermeintlich fiktive „Story in der Story“ Ebene mit der Realität seiner Erzählung, nur um später in einer ungewöhnlichen Mischung aus Feingefühl und Schonungslosigkeit zu offenbaren, dass die zwei Handlungsstränge elementar verwoben sind. Thematisch kommt dabei ein Film heraus, welcher ziemlich plättet - es geht um den Verlust von allem was lieb und heilig war, um das Anzweifeln vergangener Entscheidungen und nebenbei auch - passend zur eigentlichen Passion des Regisseurs - die anziehende, sich jedoch final als leer entpuppende Verlockung der schillernden Oberfläche. Amy Adams ist hier mindestens so gut wie die Bilder, Gyllenhall performed vom anderen Stern und um Mike Shannon’s (reale) Gesundheit darf man sich, begründet in der schieren Abgefucktheit seines Auftretens, beginnen Sorgen zu machen. Ein vollkommen runder Film mit recht ungewöhnlicher Prämisse und dem Sinn für’s Wesentliche. Die größte Erkenntnis überhaupt, ist jedoch wohl, dass Aaron Taylor-Johnson anscheinend doch mehr, als ein lebloses Stück Brot ist.

      16
      • 7

        Gängige Erzählstrukturen vollkommen hinter sich lassend, klatscht uns Design-Gott Tom Ford ein brutal dichtes und atmosphärisches Werk auf drei fließend ineinandergreifenden Handlungsebenen vor den Latz.

        Mehr Worte sind hier erst einmal überflüssig. NOCTURNAL ANIMALS muss ich erst mal ein paar Monate sacken lassen, und dann statt auf dem Laptop im Kellerkino genießen.

        Nach dem völlig anders gelagerten und noch besseren A SINGLE MAN ziehe ich erneut meine Schiebermütze und mache einen anerkennende Knicks vor Tom Fords Genie . . .

        8
        • 9

          Sehr toller und fesselnder Film - von der Anfangsszene die vergleichbar mit einem Unfall, bei dem man nicht weggucken kann, bis zu den klug umgesetzten Zeitebenen und der wunderschönen Esthetik, die schon bei "A single man" zu sehen war - einfach super der Film !

          • 9 .5

            Dieser Mann hat 'nen Knall, wirklich, der is nich mehr normal. Hat bisher 2 Filme gedreht (im Abstand von 7 Jahren) und beide gehören kompositorisch mit zum besten was ich je sah. Tom Ford, Modedesigner.

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            • 8 .5

              In dem Film erfährt man sehr viel innere Leere. Und es macht mich traurig, dass ich mich so gut in dieser wiederfinden kann. Vielleicht gefällt er mir ja deswegen so gut.

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              • 6
                smartbo 06.09.2017, 14:49 Geändert 07.09.2017, 11:44

                Ich fand anfangs den Erzählstil sowie den mehrschichtigen Handlungsverlauf reizend und originell. Der Reiz und das Besondere waren allerdings mit zunehmender Filmdauer irgendwann verflogen. Das lag vor allem daran, dass mich die Handlung wenig fesselte. Sicherlich ist die Inszenierung, die eine dichte und authentische Atmosphäre bietet, gut. Das gleiche gilt auch für die Schauspieler, die eine überzeugende Performance liefern. Das reicht aber nicht. Entscheidend ist für mich immer noch die Handlung. Phasenweise zog sich der Film wie ein Kaugummi und wurde partiell sogar eintönig. Okay, als schlecht kann ich den Film nicht einstufen. Den sehr guten Bewertungen hier auf MP kann ich mich jedoch nicht anschließen.

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                • 10
                  simones 02.09.2017, 23:31 Geändert 02.09.2017, 23:34

                  Hammer Film. Habe ich mir zwei mal angesehen, weil ich das erste Mal den Zusammenhang zwischen den Zeiträumen nicht begriffen habe. Es passt alles, Schauspieler, die Handlung und die Verstrickung der Erzählstruktur. Das Ende ist auch wunderbar und lässt Spielraum für eigene Spekulationen. Meine Meinung zum Ende : Der Schriftsteller leidet selber an Krebs (der fiktive Polizist in seinem Roman ist sein zweites Ich, so wie er gerne Rache genommen hätte...), durch den Krebs konnte er das Treffen am Ende mit seiner Ex nicht wahrnehmen und ist evtl. noch am gleichem Tage verstorben ( im Roman stirbt er ja auch, zwar durch einen Pistolenschuss, aber als er da am Boden liegt hört man den Herzschlag so wie auch in einem Krankenhaus). Die Rache ist sein Ableben und das seine Ex Ihn nicht noch mal wieder sehen kann. Übrigens ist der Tod im Roman der Frau und der Tochter der Verlust seiner Frau im echtem Leben und die Abtreibung seiner Tochter. Im Roman wurde seine Tochter erstickt und vorher der Arm gebrochen, passt zu einer Abtreibung, da erstickt der Fötus auch .....

                  Hat mich lange beschäftigt der Film und das will was heißen ....

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                  • 10

                    Ästhetisch , Clever & unheimlich spannend.

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                    • 9
                      vanilla 25.08.2017, 13:41 Geändert 25.08.2017, 13:43

                      Jetzt muss ich "A Single Man" definitiv sehen.
                      Was ein stilistisch perfekter Film.
                      So stellte sich Ryan Gosling seinen Schrott " Lost River" bestimmt vor.
                      Tja, war wohl nix.
                      Diese Musik, diese Bilder, diese Geschichte mit einem offenen Ende, so muss ein Film aussehen, um mich so richtig zu packen.
                      Michael Shannon brilliert mal wieder auf ganzer Linie, aber auch von "Kickass" Aaron Taylor-Johnson, bin ich sehr überrascht.
                      Gyllenhaal und Adams muss man gar nicht erwähnen, weil die immer super sind und mit zu meinen Lieblingsdarstellern gehören.
                      Wie Tom Ford in seinem erst zweiten Film, eine Geschichte in die Geschichte einbaut, ist sensationell.
                      Unbedingte Empfehlung meinerseits in allen Belangen.
                      Mich würde unten in den Kommentaren gerne eure Meinung zu dem Ende interessieren.

                      10
                      • 10

                        Großartig!

                        • 7 .5

                          Stylisches Mysterydrama mit unglaublich intensiven Szenen, tollen Schauspielern und einem mutigen Ende. + mal wieder die wunderbare Amy Adams

                          • 10

                            Für diesen Film gibt es nur ein Wort: Intensiv!
                            Tolle Bilder, tolle Schauspieler und grandiose Schlussszene.

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                            • 8
                              KuffarBoy 12.08.2017, 12:55 Geändert 12.08.2017, 13:24

                              <wenn ich eine kritik verfassen würde, würde sich der inhalt aus allen anderen kommentaren/kritiken zusammensetzen. Außerdem haben viele hier schon exakt meine meinung getroffen. Deswegen ist mein beitrag eher statistisch zu sehen

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                              • 8

                                Eigentlich sollte man Kommentare schreiben, solange das Erleben noch frisch ist, wenn man mal wieder einen Film erlebt hat, der es wert ist, darüber mehr als nur ein paar Zeilen zu schreiben. Einen Film, der die Denkmaschine – genannt Kopf – anwirft und nicht abschaltet um „nur“ zu genießen. Moviepiloten, die schon öfters Kommentare von mir gelesen haben, wissen vielleicht, dass ich beides gerne tue, aber nur bei letzterem wirklich viel zu schreiben habe. Mein Filmerlebnis „Nocturnal Animals“ liegt nun schon eine Woche zurück. Trotzdem würde ich gerne noch meine Gedanken in Worte fassen und hoffe, dass sie trotzdem Sinn ergeben :).

                                Im Folgenden versuche ich nicht nur eine Bewertung des Films vorzunehmen, sondern vielmehr eine Interpretation des Inhalts, sonst müsste ich ihn als den brutalen Film ansehen, der er nüchtern betrachtet ist. Dabei ist er wie geschaffen für eigene Interpretationen, was aber natürlich nur mit Spoilern geht, also Achtung!

                                Wir begleiten Susan (gespielt von Amy Adams), die ich als Person schon mal sehr interessant inszeniert finde. Sie scheint ein perfektes Leben zu führen, attraktiver Ehemann, umwerfendes Haus, selbst immer perfekt gestylt. Doch bereits die Holzkiste in der ersten Szene zu Hause, die uns das Wort „fragile“ entgegen wirft, lässt den Zuschauer erahnen, dass nicht alles so ist, wie es scheint. Innerlich ist sie zerbrechlich. Schnell wird deutlich – unterstrichen durch die kühle und dunkle Inszenierung – dass Susan zu kämpfen hat. Sie ist unglücklich und unzufrieden mit diesem schönen Schein, reduziert auf das Unwesentliche, entsprechend ihrem Partner auf Geld und Beruf. Sie sieht keinen Sinn darin, ihr Leben verläuft anders wie geplant (wie sie selbst sagt). Und so ist sie nachtaktiv – ein „nächtliches Tier“, als Anspielung auf den Titel des Films und entsprechend dem Titel, den ihr Exmann seinem neuesten Roman verliehen hat.
                                Er ist ihr gewidmet und sie soll ihn lesen. Und während sie sich Nacht für Nacht in den Roman vertieft, erfahren wir immer mehr über die mysteriöse und traurige, vom Leben erschöpfte Susan. Recht früh drängte sich mir der Gedanke auf, dass der Exmann Tony (gespielt von Jake Gyllenhaal) durch sein Werk verdeutlichen möchte, wie sich die Trennung für ihn angefühlt hat, seine Gefühle verarbeiten und zum Ausdruck bringen wollte. Susan hat ihm geraten, nicht über persönliche Themen zu schreiben, trotzdem hat er es mit diesem Werk beeindruckend geschafft.
                                Die Romansequenzen übernimmt Isla Fisher, die Susan natürlicher spielt, lebensfroher und sinnlicher. Sie hat das Sagen/die Kontrolle in der Familie, was ihr in der realen Welt aktuell zu fehlen scheint. Tony scheint seine Frau als die Version von ihr geschrieben zu haben, die er zu Beginn der Beziehung kennen gelernt hat, was auch eine Rückblende vermuten lässt, sowie die farbenfrohere und lebendigere Gestaltung der Romansequenzen. Die Roman-Susan ist die Person, in die er sich verliebt hat und die er nach der Trennung schmerzlich vermisste. Das Glück im Roman währt nicht lange. Die Familie begegnet drei skrupellosen unberechenbaren Männern, die Susans dunkle Seite aus Sicht des Ehemanns repräsentieren und gleichzeitig all die Gefühle verursachen, die die Trennung verursacht haben. Sie provozieren einen Autounfall, ähnlich des Schockgefühls, welches Tony gehabt haben muss, als er Susan in den tröstenden Armen eines anderen Mannes gesehen hatte, was schließlich zur Trennung führte. Einer der Männer macht ihm Vorwürfe, er habe Fahrerflucht begangen und den Zusammenstoß verursacht, was – und wir als Zuschauer wissen das – gelogen war.
                                Tony hat sich nach der Trennung sicher auch Vorwürfe gemacht. Was hat er falsch gemacht? Und ähnlich unberechenbar, wie die Männer in der folgenden Zeit handelten, muss auch Susan auf ihn gewirkt haben. Sicher hatten sie den ein oder anderen Streit, doch war er sichtlich überrascht, sie mit einem anderen Mann anzutreffen. Das hätte er so von ihr nicht erwartet. Und wie Susan durch die Trennung die Frau tötete, die er einst liebte, sowie durch die Abtreibung das gemeinsame Kind, so vergewaltigten und töteten schließlich auch die Männer im Roman die Susan von einst und das Kind. Der Roman-Tony war hilflos, nicht mutig genug, nochmal für seine Familie zu kämpfen, als der Entführer ihn rief. Und was hätte es gebracht? Wäre er doch ebenfalls ermordet worden. Und so lässt sich interpretieren, dass auch er die Möglichkeit gehabt hätte, die Situation „sachlich“ zu klären, in der er Susan mit ihrem Zukünftigen nach der Abtreibung vorgefunden hat (die damals eigentlich noch unverfänglich war) und für die Beziehung zu kämpfen. Doch auch hier lässt sich fragen: Stand das Ende der Beziehung nicht sowieso schon fest?
                                Ihn traf die Realität hart und brutal. Dementsprechend verabschiedete er sich im Roman von der von ihm geliebten Susan und der Zukunftsversion einer Tochter, die er nie kennen lernen durfte. Vielleicht mag es tatsächlich hilfreich sein, wenn eine Person einen dermaßen verletzt, schließlich sind nur geliebt Menschen zu so etwas fähig. Das getrennt voneinander Betrachten: die schönen gemeinsamen Momente mit der Person, die man geschätzt hat und all die Streitigkeiten, Verletzungen und schlussendlich beziehungsbeendenden Konflikte. Sonst fühlt man sich wohl ähnlich elend und unfähig zu irgendeiner Tätigkeit, wie es der Roman-Tony zunächst war. Bis man beginnt, die Situation zu analysieren und zu verarbeiten.
                                Im Roman geschieht das über die Suche nach den Verdächtigen. Tony bekommt zunächst Klarheit durch das Auffinden der Leichen. Alle Hoffnung, es könnte sich doch noch zum Guten wenden, ist von nun an dahin. Es gibt bald schon einen Verdächtigen, doch Tony erinnert sich nicht mehr recht, wie man manchmal im Nachhinein nicht mehr weiß, was der Beginn eines Streits war. Dann erinnert er sich doch wieder. Es wird nicht leicht, die Männer aufzuspüren und dingfest zu machen. Schon gar nicht mit „legalen“ Mitteln. Wie praktisch ist es da, dass der zuständige Beamte schwer erkrankt ist und nichts mehr zu verlieren hat.
                                Ich bin mir nicht sicher, für was der Beamte stehen soll. Anfangs war er für mich die Gerechtigkeit, die Tony versucht zu finden. Und da es auf der Welt eben nicht gerecht zugeht – und man keine Genugtuung findet, wenn man stets lieb, freundlich und rücksichtsvoll ist und das Streben nach Gerechtigkeit ein Grundbedürfnis des Menschen ist - ist es nur naheliegend, dass die moralische Gerechtigkeit (im Sinne von gesellschaftlichen Werten) im Sterben liegt. Bobby Anders hilft Tony persönliche Gerechtigkeit zu finden, was in der realen Welt vielleicht ein guter Freund übernommen hat (im Film wird Tonys Sicht der Dinge – abgesehen vom Roman – nicht erläutert). Vielleicht hat er mit Hilfe eines Anderen geschafft, die Situation zu verarbeiten. Ja vielleicht ist sogar dieser Roman selbst, den er geschrieben hat, der Weg gewesen, die Situation zu verarbeiten, seine Gefühle zu klären und schließlich seine Gerechtigkeit zu finden, die sich am Ende des Films andeutet. So wäre der Beamte, der am Ende stirbt, auch die Geschichte, die langsam aber sicher ein Ende findet, sowie der Trennungsschmerz.
                                Am Ende lässt der Autor, die Figur, die ihn selbst repräsentiert, oder besser den Tony, der verletzt, hilflos und wütend war, sterben. Zuvor verliert er ein Auge, denn Rache macht blind. Schlussendlich war diese Blindheit auch die Ursache für seinen selbstverschuldeten Tod, was die Botschaft geradezu herausbrüllt, dass Rache eine Sackgasse ist und uns nicht weiter bringt, einen Teil von uns sogar töten kann, alles vernebelt.
                                Der reale Tony hat abgeschlossen mit Susan. Seine Art von Gerechtigkeit ist nun, ihr die Hoffnung auf einen Neubeginn zu machen, den zumindest sie anstrebt, hat sie doch durch das Buch erkannt, dass sie zu einem Abbild ihrer Mutter geworden ist und in dieser oberflächlichen Welt in der sie allein und betrogen ihr Dasein fristet, nicht glücklich wird. Doch Tony lässt ihr diese Chance nicht. Für ihn ist Susan gestorben, sowie der Tony, der sie einst liebte.

                                Ich fühlte durchaus mit Susan mit. Zwar haben die wenigsten von uns ein Leben geprägt von Geld und Schönheit – behaupte ich jetzt einfach mal so. Doch die Meisten kennen wohl das Gefühl, Gegenstand des Lebens um einen herum zu sein, weder selbstbestimmt noch sinnfindend. Und so stellt man sich doch die Frage: Welches Leben möchte man führen? Und: Was braucht man tatsächlich, um glücklich zu sein?

                                Abschließend möchte ich die Kunst als solches feiern, die tatsächlich vermag zu heilen, wie es der Roman für Tony gemacht hat. In welcher Form auch immer.

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                                • 8
                                  LivingDead 10.08.2017, 14:49 Geändert 10.08.2017, 14:50

                                  Nach "A Single Man" beweist Regisseur Tom Ford erneut seinen Blick für die Optik, welchen er als Modedesigner ja nicht von ungefähr besitzt. Dass hinter der Haute-Couture-Fassade aber mehr als nur der Schein steht, war bereits in seinem tollen Debüt ersichtlich, sodass er in "Nocturnal Animals" sogar noch eine Schippe drauf zu legen versteht, indem er hier erst zwei, später drei, parallel - vermeintlich autark voneinander - verlaufende Handlungsstränge immer näher zueinander führt. Das ist insofern spannend, da sich vor allem der "Film-im-Film" (die vom Filmcharakter Edward Sheffield verfasste Geschichte) inszenatorisch stark vom Rest abhebt und den Film immer wieder in Noir-Gefilde abdriften lässt. Thematisch lässt Ford den Zuschauer längere Zeit im Dunkeln, inwiefern dieses Konglomerat (eigentlich erst in der finalen Pointe) zueinander finden wird. Lediglich das Thema "Mut" und in gewisser Weise eine subjektive Auseinandersetzung mit der Maskulinität (die sich ja irgendwie auch in der Mode wiederfinden lässt) bleiben übergeordnete Themata.
                                  Befremdlich mögen dabei die Schlussminuten sein, welche zwar den Ton des Filmes treffen, sich aber einer gewissen Banalität nicht erwehren können. Wer darüber hinweg sehen kann, der bekommt einen wunderschön inszeniertes und herrlich böses Noir-Drama der gehobenen Klasse geboten.

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                                  • 8 .5
                                    fujay 28.07.2017, 22:55 Geändert 29.07.2017, 21:01

                                    Ein sehr guter Film, der einen intelligenten Storyaufbau hat und somit geschickt ein Drama als Rahmenhandlung und einen Thriller als Film im Film aufweist. Sehr gut gespielt von Gyllenhaal, Adams und Shannon. Tom Ford hat's drauf.

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                                      maulwurffrank 25.07.2017, 18:01 Geändert 04.08.2017, 09:00

                                      3 Handlungen in Einer !
                                      Die Vergangenheit : Man braucht sie um das ganze zu verstehen .
                                      Die Fiktion ( Die Story in der Story -das geschriebene Buch ) : Ein Vater der verzweifelt ist ( Wieder ein starker Gyllenhaal ) und ein Cop der hilft ( Grandios M. Shannon ) das Verbrechen aufzudecken . Nichts neues eigentlich , aber gut und echt spannend gestaltet .
                                      Die Gegenwart : Amy Adams ( die ihren Kollegen in nichts hinterherhinkt) , bekommt letztendlich ein Finale serviert das einige etwas enttäuschen könnte , aber eigentlich einen gewissen Grad an Perfektion hinterlässt !
                                      Welch ungewöhnlicher Vorspann :-)

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                                      • 5 .5

                                        Leider kein Film, den ich einer Frau zumuten wuerde.

                                        • 7

                                          Dieser Film vereint wunderschöne rothaarige Frauen (Amy Adams, Isla Fisher, Ellie Bamber und India Menuez - zumindest ihre Rückseite, denn ihr Blick macht mir irgendwie Angst) mit tollen Schauspielern (Jake Gyllenhaal, Michael Shannon, Michael Sheen) mit nicht-mehr-ganz Nachwuchstalenten (Aaron Taylor-Johnson, Armie Hammer) und die von mir seit INTO THE WILD wahnsinnig geschätzte Jena Malone und wirft diese in eine verschwurbelnde Geschichte mit intergrierter Geschichte in der Geschichte.

                                          Wunderschön anzusehen und stylisch ausgestattet, aber auch sehr bildhaft und verworren. Nicht ganz einfach und sicher nicht jedermanns Geschmack - meinen hat es nur zum Teil getroffen - aber zumindest einen Blick wert.

                                          PS: Nicht von den ersten paar Minuten verstören lassen. ;-)

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                                            sachsenkrieger 10.07.2017, 22:24 Geändert 10.07.2017, 22:24


                                            Zwei Drama-Queens auf dem Weg in die fette Midlife-Crisis. Das wäre die Kurzform und viel mehr kommt auch nicht. Susan und Tony waren einst verliebt, dann trennte sich Susan von ihm und ließ die Tochter abtreiben, die sie bekommen sollte. Jetzt hat sie ein Scheißleben mit Hutton, der alles flachlegt, was nicht stehenbleibt. Nach langen Jahren schreibt Tony eine herzzerreißende Geschichte, in der er die einstige Trennung und Abtreibung darstellt, als hätte Susan ihn ermordet. Die vielen kleinen Absichten, die Tom Ford verfolgt, der mich schon mit A SINGLE MAN nicht packen konnte, sind durchaus erkennbar. Aber sie sind auch seifig eingepackt, die Story hat grobe Aussetzer, offene Handlungsstränge, und bei Tony´s Verhalten, habe ich wirklich körperliche Schmerzen empfunden. Fairerweise gestehe ich ein, das das wohl auch in der Absicht des Regisseurs lag. Lobend erwähnen muss ich natürlich Jake Gyllenhaal, Amy Adams und den überragenden Michael Shannon, der sich wieder mal die Seele aus dem abgemagerten Leib spielt. Alles in allem ein Film, der mich nur im Mittelteil auf eine leider sehr kurze Reise mitnehmen konnte...

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                                            • 6

                                              Recht gut gelungene Parallelerzählung, manchmal ein bisschen ziehend wie ein Kaugummi, aber guter Schluss.

                                              • 6 .5

                                                Stark ist am Film, wie er gekonnt mit den verschiedenen Handlungsebenen umzugehen weiss. Die Ambivalenz zwischen Erzähler, Figur und Erinnerung wird von Anfang an klar, auch die Bilder laden dazu ein, sich auf eine gute Fahrt einzulassen. Die Darstellerinnen und Darsteller sind durchweg gut.

                                                Allerdings fällt der Film als ganzes eher flach. Zu plakativ sind die Themen, die Szenen viel zu geschönt (amerikanisch kitschig) und obwohl die Schauspieler alle gut sind, droht der Text öfters ins Banale abzurutschen und ist allgemein zu platt, plakativ und undurchdacht. Zu schüchtern ist der Film, und viel zu brav. Sogar bezüglich Tom Fords starker Seite, der Kostüme und Setdesigns fehlt es dem Film an Charakter und an Substanz.

                                                Der Film ist also befriedigend, nur.

                                                • 5 .5
                                                  D4L0s3r 21.06.2017, 10:10 Geändert 21.06.2017, 10:11

                                                  Irgendwie verstehe ich die Äußere Erzählungsebene nicht. Der Romaninhalt ist ganz gut umgesetzt, das drumherum erscheint mir völlig unnötig.
                                                  Ebensowenig kann ich den Titel mit dem Film ein Einklang bringen....

                                                  für die Vorhersage 7,0 hätte es auch in der inneren Erzählebene nicht gereicht.

                                                  • 8 .5

                                                    Grossartig. Das Intro des Filmes lässt erahnen, dass dieser Film etwas Besonderes ist und das trifft durchgehend zu. Auffällig sind eine ruhige Erzählweise, die von sehr emotional intensiven Phasen abgewechselt wird. Die Handlung ist recht komplex, was einem erst so richtig bewusst wird, wenn man anschliesend versucht den Inhalt zusammenzufassen. Schauspielerisch sehr solide, Amy Adams hat die klar schwerste Rolle (kontemplative Karrierefrau) und macht ihre Arbeit besonders gut.

                                                    4